Inge Maisch - Perspektiven und Beratung
   

Artikel des Jahres 2010
 

Auf dieser Seite finden Sie Artikel, die von Inge Maisch im Jahre 2010 für die wöchentliche Kolumne der Oberhessischen Presse "Ihre Karriere bitte" verfasst wurden:
 
  - Wehmut
  - Stille
  - Rhythmus
  - Danke
  - Meine Arroganz und ich
  - Macht hoch die Tür…
  - „Respect Yourself...“
  - Motivation ist keine Einbahnstrasse
  - Ich bin perfekt
  - Verzeihung bitte
  - Was ist das eigentlich – Coaching?
  - Jetzt rede ich!
  - Wenn ich doch nur…
  - Die Einsamkeit des Chefs
  - Vollkommen unvollkommen
  - „Ich kann nicht mehr…“
  - Meine Gewohnheiten und ich
  - Mein Chef und ich
  - Mein Chef kennt meinen Arbeitsplatz nicht!
  - Miteinander im Gespräch bleiben
  - Mach mal Pause
  - Der getigerte Bettvorleger
  - Handschlag
  - Sommernächte
  - Drehbuch Barbara
  - Die Miroslav Klose Methode
  - Teamkonflikte
  - Wir wachsen zusammen zu einem Team
  - Wir sind ein Team
  - Zufriedenheit als Karriere
  - Kein Mensch ist so beschäftigt
  - Intriganten
  - Angst
  - Reden wie ein Profi
  - Ihr virtuelles Team
  - Habe Mut…
  - Meine Insel der Leichtigkeit
  - Ich bin mir selbst bewusst…
  - Was Lieschen schon lernen kann…
  - Vom Eise befreit…
  - Ent-Täuschung
  - Meine Gedanken und ich
  - „…danke, ich fühle mich geehrt, ich kann jedoch nicht, …
  - Wie arbeite ich nur effektiver? - Krisen meistern
  - Wie arbeite ich nur effektiver
  - Der Beginn des Tages
  - Bitte recht freundlich
  - Wenn Veränderungen gefragt sind…
  - Ältere bevorzugt
  - Angst vor der Prüfung
  - Mit Humor geht vieles leichter…
  - Große Welt - ganz klein
  - Gemeinsam zu neuen Ideen







 
       
     
       

Trennung

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    31. Dezember 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Wehmut

„Mir sind die letzten Jahre unter den Händen zerronnen. Ich wollte doch so viel erreichen. Im Moment habe ich eher den Eindruck, ich habe das für mich Wesentliche immer vor mir hergeschoben.“ Etwas wehmütig schaut mich mein Klient Klaus B. an. Der gelernte Maler, der sich zum Betriebswirt des Handwerks weitergebildet hat und heute im Finanzbereich eines großen Malerbetriebs arbeitet, kam mit dem Wunsch in die Beratung, herauszufinden, weshalb er in seinen Augen so bequem war und viele Gelegenheiten in seinem beruflichen Lebens an sich vorüberziehen ließ, anstatt sie zu ergreifen. „Im Moment habe ich den Eindruck, alles was ich denken kann ist, hätte ich doch, hätte ich doch nicht... . Ich habe Sehnsucht danach künftig ab und an sagen zu können, ich habe, ich habe nicht.“
Nachdem er seine Wehmut über von ihm nicht ergriffene Möglichkeiten für sich angenommen und akzeptiert hatte, begann Klaus B. allmählich für sich zu erarbeiten, dass er verpasste Chancen nicht zurückholen kann. Etwa seinen Traum, fliegen zu lernen und als Pilot zu arbeiten. „Immer, wenn ich wieder davon träumte, kam etwas dazwischen, die Kinder, das Haus, eine neue Stelle, die besser schien als die vorangegangene.“ Mit kleinen, zögerlichen Schritten verabschiedete er sich in der Beratung vom „Piloten“ und begann vorsichtig bei sich hinzuschauen, weshalb er sich hinter seinen Sehnsüchten versteckt hatte und was ihn immer wieder davon abgehalten hatte, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. Hinter der scheinbaren Bequemlichkeit verbarg sich für ihn die Angst vor dem Unbekannten, vor einer ihm unsicher erscheinenden Situation. „Ich glaube, ich wusste gar nicht, wer ich bin und was ich kann. Den Beruf des Malers kannte ich, mein Vater hat ihn auch schon ausgeübt und das sehr gern. Ich habe mich nicht getraut, etwas ganz anderes zu machen.“
Heute kennt er sich besser. Er weiß, dass er nie mutig genug dazu sein wird, sich selbständig zu machen und einen Handwerksbetrieb zu leiten. Dafür hat er für sich entdeckt, dass die Sehnsucht nach Freiheit, die er mit dem Pilotenberuf verband, er in seinem heutigen Beruf darin findet, dass er an der Bildungsakademie der Handwerkskammer junge Menschen unterrichtet und mit Phantasie den Unterricht vorbereitet und durchführt. Künftig will er versuchen, seine nebenberufliche Tätigkeit als Dozent noch weiter auszubauen. Eine gute Perspektive für das neue Jahr, fand er; eine die ihn zufrieden macht.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Als junge Menschen haben wir Träume und plötzlich schauen wir auf 10, 15, 20 Jahre Berufsleben zurück und fragen uns irritiert „Ist das alles? Was es das, was wir uns gewünscht haben?“ Wir hatten uns doch etwas anderes erträumt für unser Leben und müssen jetzt voller Wehmut feststellen, dass wir uns unsere Träume nicht mehr erfüllen können, dass sie inzwischen für uns unerreichbar sind.

2.) Gelingt es uns, uns von unseren inzwischen unerreichbaren Lebensträumen zu verabschieden, ohne dass wir uns daraus Vorwürfe machen und uns für minderwertig ansehen, dann kann unser nüchterner Blick auf unsere heutige Situation helfen, neue Wege für uns zu entdecken, die uns langfristig befriedigen und unsere unerfüllbaren Sehnsüchte helfen zu heilen.

3.) Damit dies gelingt, ist es hilfreich, sich mit Hilfe eines Coaches, eines Beraters oder eines Therapeuten näher kennen und die eigenen Potentiale und Fähigkeiten entdecken zu lernen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Sher, Barbara, Wishcraft, Lebensträume und Berufsziele entdecken und verwirklichen, Edition Schwarzer, 2004, ISBN: 9783980920407

 
     
       

Selbstcoaching

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    24. Dezember 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Stille

Als Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr am 24. Dezember 1818 in der Kirche St. Nikolaus in Oberndorf bei Salzburg erstmals ihr Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ aufführten, ahnten die beiden nicht, dass fast 200 Jahre später ihre Zeilen in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt sind und ihr Text und ihre Melodie heute weltweit als das bekannteste Weihnachtslied gelten. Was den Dorfschullehrer und den Hilfspfarrer dazu brachte, das Lied zu dichten und zu komponieren ist nicht sicher überliefert. Vermutet wird, dass sie mit dem Lied die Befreiung von der Napoleonischen Herrschaft ein paar Jahre zuvor feiern wollten. Denkbar ist auch, dass ihr Weihnachtslied die damals sich ausbreitende Sehnsucht der Menschen nach Momenten der Stille, des Innehaltens, der inneren Freude ausdrücken sollte. Ende des 18. Jahrhunderts begannen religiöse Gemeinschaften wie die Pietisten die Stille im Gottesdienst als Andachtsstille zu etablieren, Dichter wie Johann Wolfgang Goethe sprachen von „Über allen Gipfeln ist Ruh…“ Philosophen wie Friedrich Nietzsche nannten die „größten Ereignisse“ … „nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden“.
Vielleicht hat gerade die Sehnsucht nach dem Innehalten, nach der Pause, nach einem Moment der Besinnung das Lied über die Jahrhunderte so erfolgreich gemacht. Für viele Menschen bedeutet das Singen von „Stille Nacht, heilige Nacht“ gerade am 24. Dezember, dass sie an Heilig Abend tatsächlich für einen Moment loslassen können. Sie können, statt sich der Hektik des Alltags weiter auszusetzen, statt ständigem Reden im Beruf und im Privaten, statt ständig präsent sein zu müssen, endlich Ruhe bei sich einkehren lassen und schenken sich damit die Chance n, bei sich selbst anzukommen und bei der Familie, den Freunden, den Menschen, die ihnen wichtig sind. Vielleicht hilft das Besinnen auf die „Stille Nacht“ auch dabei, den eigenen, ganz individuellen Stille-Ort für sich zu entdecken. Für den einen ist es ein äußerer Ort wie der kleine Teich im Nachbarschaftspark oder der bequeme Sessel vor dem Fenster im Wohnzimmer. Es kann auch das Nachsinnen am Abend über den vergangenen Tag sein, die stille Meditation, ruhig ausgeführte Yoga-Bewegungen oder ein leises Gebet.
Denn es ist nicht immer nur der Lärm des Alltags, der mich belästigt. Oft ist sind es vielmehr die vielen Stimmen in meinem Kopf, die scheinbar ohne Pause reden und viel besser wissen, was zu tun ist und was ich falsch gemacht habe, als ich selbst. Mit „Stiller Nacht, heiliger Nacht“ und dem „Gottes Sohn“, der „o wie lacht“ habe ich heute die Chance, für Momente in meinem Inneren „himmlische Ruhe“ zu erleben.
   
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Berendt, Joachim-Ernst, Kraft aus der Stille: Vom Wachsen des Bewusstseins,
Knaur TB Verlag, 2010, ISBN: 9783426874868

 
     
       

Selbstcoaching

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    18. Dezember 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Rhythmus

„Das Schlimmste für mich ist, dass ich im Alltag meinen Takt nicht mehr finde.“ Die Aussage meines neuen Klienten verblüffte mich im ersten Moment. Er hatte um eine Beratung gebeten, weil er erfahren hatte, sein Unternehmensbereich Finanzbuchhaltung solle in einem halben Jahr in die 350 km entfernte Konzernzentrale verlegt werden. „Die Perspektive, eventuell umziehen zu müssen, und einen neuen Arbeitsplatz anzunehmen, erscheint mir einfach unmöglich.“ Bislang war sein Berufsleben äußerst geradlinig verlaufen. Seit mehr als 24 Jahren arbeitet er in seinem bisherigen Unternehmen, und er hatte geplant, dies bis zu seiner Rente zu tun. Seinen klar strukturierten Arbeitstag hatte er immer als beruhigend „und im Takt“ empfunden. Jetzt wusste er nicht mehr, wie sein künftiges Leben aussehen würde, falls er sich mit seiner Familie zu dem Arbeitsplatz- und Ortwechsel entschließen sollte. Er fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, Neues ausprobieren und seine Gewohnheiten ändern zu müssen. Nach einiger Zeit der Beratung begann der Hobbymusiker und Jazzliebhaber seine Erfahrungen mit der Musik auf seinen Alltag zu übertragen und veränderte mit kleinen Schritten den Rhythmus seines Arbeitsalltags. Zunächst wählte er ab und an einen anderen Heimweg als den gewohnten. Weiterhin strukturierte er seinen Tagesablauf im Büro hin und wieder um und nannte die speziell dafür ausgewählten Tage seine „Bewegungstage“. Jedes Mal, wenn er tatsächlich einen Bewegungstag durchgehalten hatte, belohnte er sich selbst mit einer Kleinigkeit – etwa einem Extrastück von seiner Lieblingsschokolade. Einmal in der Woche verabredete er sich mit Kollegen aus der Nachbarabteilung zur Frühstückspause und nach einer Weile hatte er gleich mehrere Kollegen zu einem Spaziergang in der Mittagspause gewonnen. „Ich habe nicht geglaubt, dass mich die scheinbar kleinen, regelmäßigen Veränderungen im Kopf beweglicher machen, und ich mir inzwischen auch immer mal wieder andere Perspektiven für mein berufliches Dasein vorstellen kann“, fasste er nach ein paar Wochen seine Erfahrungen zusammen. Am Ende der Beratung brachte er ein Stück seiner Musikgruppe mit, das er selbst komponiert mit den Worten „Rhythmus“ überschrieben hatte. Noch weiß er nicht, ob er das Angebot seines bisherigen Arbeitgebers annehmen und mit seiner Familie einen Neuanfang wagen soll. Aber der Weg dorthin ist leichter geworden.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Der Lebensrhythmus eines Menschen wird von den Jahreszeiten, dem Tageslicht, den Essritualen und seinem sozialen Umfeld bestimmt. Dazu gehören auch sein Alltag im Beruf und im Privatleben und die Strukturen, die er seinem Alltag gibt. Kleine regelmäßige Veränderungen, die sich am Lebensrhythmus orientieren, können helfen, offen für Neues zu werden oder zu bleiben.

2.) Der Lebensrhythmus eines Menschen wird von den Jahreszeiten, dem Tageslicht, den Essritualen und seinem sozialen Umfeld bestimmt. Dazu gehören auch sein Alltag im Beruf und im Privatleben und die Strukturen, die er seinem Alltag gibt. Kleine regelmäßige Veränderungen, die sich am Lebensrhythmus orientieren, können helfen, offen für Neues zu werden oder zu bleiben.

3.) Entscheidend für eine Veränderung ist meist nicht die Art der kleinen Schritte, die gegangen werden, sondern der Mut, den ersten kleinen Schritt zu tun. Die Unterstützung durch ein Coaching oder eine Therapie kann hier hilfreich sein.

 
     
       

Stil & Etikette

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    11. Dezember 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Danke

Intensivstation: Alarm, ein Stöhnen aus einem der Krankenzimmer, Pflegerinnen und Pfleger in blass gelben Kitteln, künstliches Licht, graue, eng beieinander stehende Tische, darauf Apparaturen und Verbandsmaterial. Ein Patient soll verlegt werden, ihm geht es besser, er braucht die intensive Pflege nicht mehr. Zum Abschied ein fröhliches „Weiterhin gute Besserung Herr X.“ des Pflegers, der ihn in den letzten Tagen betreut hat. Über das Gesicht des alten Herrn, der von einer zweiten Pflegekraft über den Flur zum Ausgang der Station geschoben wird, zieht ein strahlendes Lächeln und seine Augen blitzen vor Freude über den Genesungswunsch.
Danke für die Freundlichkeit des Pflegers, der im Jahr Hunderte von oft totkranker Patienten auf seiner Station betreut, und dabei immer noch die Kraft hat, ein fröhliches, zugewandtes Wort für den einzelnen Patienten zu finden.
Danke auch an die Mitarbeiterin in einem großen Dienstleistungsbetrieb, die am Wochenende freiwillig für eine kranke Kollegin einspringt, statt ihren wohlverdienten freien Tag zu nehmen nach einer langen und anstrengenden Arbeitswoche.
Danke an den netten jungen Mann an der Kasse des Supermarktes, der es im größten Samstagstrubel schafft, ein paar scherzhafte und freundliche Worte zu sagen und damit seine Kunden (wie mich) zum Lachen zu bringen.
Danke sagen: Natürlich nehmen wir das ganze Jahr über wahr, was andere Menschen für uns tun. Wie selbstverständlich sich unsere Chefin, unser Chef für uns einsetzt gegenüber der schwierigen und vor allem am Profit orientierten Leitung unseres Unternehmens. Wie nett uns die Sekretärin jeden Morgen begrüßt und mit einem frischen Kaffee verwöhnt. Wie freundlich die Dame an der Essensausgabe in der Kantine uns jeden Tag neu einen guten Appetit wünscht. Vielleicht ist es dennoch gerade jetzt, in den Tagen vor Weihnachten, ein guter Moment, einmal mehr als sonst Danke zu sagen. Einfach so, ohne große Gestik und ohne großes Theater. Bewusst wahrzunehmen, was der andere tut, ganz selbstverständlich, aus einer inneren Kraft heraus und ohne dafür etwas von uns zu erwarten. Ein vom Herzen kommendes Dankeschön kann vieles bewirken, ein strahlendes Lächeln, eine fröhliche Stimmung, und es kann für wenige Augenblicke die dunkle Winterwelt heller werden lassen.

Danke an Sie für das Lesen dieser Zeilen in den letzten Wochen und Monaten
Ihre - Inge Maisch
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Als Kinder haben wir gelernt Bitte und Danke zu sagen. Als Erwachsene entscheiden wir uns frei, wie wir mit Bitte und Danke umgehen. Üblicherweise empfinden wir ein Dankeschön unseres Gegenübers als Ausdruck von Respekt unseren Bemühungen gegenüber.

2.) Wenn wir von Herzen danken, dann beschenken wir uns selbst. Wir machen uns bewusst, was der andere für uns tut – im Großen wie im Kleinen –freuen uns darüber und genießen es, dem anderen unsere Wertschätzung zu vermitteln.

3.) Wenn es uns eher schwer fällt, Danke zu sagen, dann können wir uns vornehmen, ein- bis zweimal in der Woche uns bewusst zu bedanken.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Hörtenhuber, Kurt, Oups Minibuch – Danke: Ein wundervolles Büchlein für alle, die einem lieben Menschen auf liebevolle Weise Danke sagen möchten, Oups Verlag, 2010, ISBN: 9783902763006

 
     
       

Selbstbewußsein

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    4. Dezember 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Meine Arroganz und ich

Nachdenklich sitzt mir meine Klientin Karin P. gegenüber. Die gelernte Wirtschaftswissenschaftlerin arbeitet in der Unternehmensberatung und leitet ein Team von 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Ich verstehe es einfach nicht. Als einzelne Mitarbeiter sind sie alle nett und freundlich. Kommen wir aber nach einem Seminar oder bei unserer Weihnachtsfeier zu einem Bier zusammen, scheinen sich manche Mitarbeiter in andere Persönlichkeiten zu verwandeln. Sie amüsieren sich dann fast nur noch auf Kosten von Dritten.“ In der Coaching-Beratung will sie lernen zu begreifen, weshalb sich einige ihrer von ihr im Arbeitsalltag geschätzten Mitarbeiter beim gemeinsamen Feiern anfangen, sich abfällig über andere Menschen äußern, gleichgültig, ob sie diese kennen oder nicht und sich dabei gegenseitig „regelrecht aufstacheln mit immer neuen verächtlichen Bemerkungen. Ich habe den Eindruck, sie fühlen sich großartig, wenn sie sich über andere Menschen erheben. Sie drängeln sich immer wieder nach vorne und führen bei unseren Feiern das große Wort. Ich frage mich inzwischen, ob sie so auch abschätzig über unsere Kunden oder sogar ihre Vorgesetzte sprechen, wenn ich nicht in der Nähe bin.“
Im Laufe des Beratungsgesprächs fällt ihr auf, dass es vor allem die eher unsicheren und im Alltag weniger in sich ruhenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind, die sich in geselliger Runde hervortun mit abwertenden Bemerkungen über andere Menschen und dabei die Nähe der Kolleginnen und Kollegen suchen, die ähnlich strukturiert sind wie sie. Arroganz, so erkennt sie, ist eine Schutzmaske, „hinter der einige meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Unsicherheit verstecken, ihr offenbar mangelndes Selbstwertgefühlt, ihre Angst, in der Gruppe nicht akzeptiert zu werden“.
Menschen, die sich über andere überheben und negativ über andere urteilen, sind wahrscheinlich unglücklich und unzufrieden mit sich und ihrer persönlichen und beruflichen Situation. Wie wir andere Menschen wahrnehmen und mit ihnen umgehen, verrät viel über unsere eigene Persönlichkeit. Menschen, die ihre Umgebung vor allem negativ beurteilen, denken häufig auch über sich selbst überwiegend negativ. Sie suchen mit Hilfe ihrer Arroganz die Distanz zu ihrem Gegenüber. Wohl auch aus der Angst heraus, ihr mangelndes Selbstwertempfinden könnte von den anderen entdeckt und möglicherweise ausgenutzt werden.
Karin P. will jetzt versuchen, einige ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein Coaching zu gewinnen. Ihr Ziel: Mehr Selbstbewusstsein bei ihren Teammitgliedern. Dann haben sie es auch nicht mehr nötig, sich auf Kosten anderer profilieren zu wollen.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Mit Hilfe von Arroganz schaffen wir uns Distanz zu unserem Gegenüber mit dem Ziel, uns vor ihm zu schützen. Wir hoffen, dass wir mit dem Abwerten unseres Gegenübers erreichen, dass unser Gegenüber uns nicht angreift und unsere Schwächen und Unsicherheiten nicht erkennt. Wir glauben, dass wir dann verhindern, selbst gekränkt zu werden.

2.) Oft kaschieren wir mit unserer Arroganz auch unsere innere Einsamkeit, unseren Neid oder unser mangelndes Selbstbewusstsein. Erkennen wir erst einmal, dass wir anderen gegenüber arrogant und überheblich auftreten und haben wir dann den Wunsch, dies zu ändern, kann dies entweder mit Hilfe eines Coachings oder einer Therapie geschehen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Krüll, Caroline, Schmidt-Egger, Selbstsicher – jetzt! So überzeugen Sie in jeder Situation, Gräfe und Unzer Verlag, 2009, ISBN: 9783833818264

 
     
       

Selbstcoaching

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    27. November 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Macht hoch die Tür…

… mit diesen Worten beginnt eines der schönsten Adventlieder und lädt uns in seinem Text gleich mehrfach dazu ein, Freude zu empfinden, Freude zu empfangen und zu genießen. Womöglich ist es nicht zuletzt die im Text besungene Freude, die das Lied aus dem 17. Jahrhundert über Deutschland hinaus zu einem der populärsten Kirchenlieder für die Vorweihnachtszeit werden ließ. Freude ist eine spontane Reaktion auf eine uns angenehme Situation oder auf die Begegnung mit einem uns wichtigen oder uns wohltuenden Menschen. Wenn wir Freude empfinden, dann fühlen wir uns wohl und sind heiterer Stimmung. Alles, was wir dann tun, gelingt uns leichter. Das gilt für das Lernen neuer Zusammenhänge im Beruf ebenso wie die Bewältigung einer schwierigen Situation im beruflichen Alltag. Wohl deshalb legt ein Sportwagenbauer aus Stuttgart Wert darauf, dass seine Auszubildenden vor allem Freude für den von ihnen ausgewählten Beruf empfinden und nicht so sehr, welche Zeugnisse sie in einzelnen Fächern vorzuweisen haben. Fehlt uns die Freude am eigenen täglichen Tun, fehlt uns die Freude an unserem Beruf, dann wird dieser zur Anstrengung. Wir laufen Gefahr, immer weniger belastbar zu sein und uns emotional immer mehr zu erschöpfen, ohne so recht zu wissen, weshalb wir uns müde und ausgelaugt fühlen.
Freude am Beruf heißt nicht, überschwänglich und überschäumend vor Begeisterung täglich neu an unsere Aufgaben heranzugehen. Freude am Beruf bedeutet, realistisch mit dem Wissen um das eigene Können und Nichtkönnen umzugehen, erreichbare Ziele (und Teilziele) festzulegen, und immer dann, wenn uns etwas gelungen ist, unsere Freude mit anderen zu teilen, mit den Kolleginnen und Kollegen etwa, den Freunden oder der Familie. Spüren wir, dass wir am Beginn einer neuen Arbeitsperiode, etwa an einem Montagmorgen und zu Beginn einer neuen Woche wenig Lust auf unseren Beruf haben, dann sollten wir diese Signale wahrnehmen und uns fragen, was ist es, das uns fehlt. Fühlen wir uns unterfordert von den Aufgaben, die wir zu bewältigen haben, überfordern wir uns mit unserem Anspruch, perfekt zu sein und alles sowieso besser zu können und zu wissen als die anderen, nervt uns unser Chef oder unsere Kollegin? Fällt es uns schwer, in unserer Freizeit unseren Beruf zu vergessen und einfach uns und unsere Umgebung zu genießen? Wenn wir auf diese Fragen überwiegend mit „ja“ antworten, dann kann es hilfreich sein, uns fachliche Unterstützung und beruflichen Rat zu holen, entweder bei einem Berater, einem Coach oder einem Therapeuten. Damit wir wieder die Freude am Beruf empfinden können, die uns wohl tut.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Manchmal hilft schon die Frage, wann hat mir meine Arbeit zum letzten Mal richtig Freude gemacht, um die eigene berufliche Situation zu überdenken und zu prüfen, wie sie sich so verbessern lässt, dass der eigene Beruf weiterhin Freude bereitet.

2.) Fehlt uns grundsätzlich und schon lange die Freude am Beruf, dann stellen sich die Fragen, ob dies an unseren zu hohen Ansprüchen an uns in unserem Beruf liegt und wir diese ändern müssen, ob wir uns überqualifiziert fühlen und um neue Herausforderungen bitten möchten, ob wir uns beruflich verändern sollten oder ob die Rahmenbedingungen noch stimmen, in denen wir arbeiten.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Arnold, Frank, Management - Von den Besten lernen
2010, Hanser Wirtschaft, ISBN: 9783446421776

 
     
       

Respekt

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    20. November 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

„Respect Yourself...“

singen 1971 die Staple Singers und landen mit diesem Titel einen ihrer größten Hits. Bis heute haben viele berühmte Musiker das Lied der Gospelgruppe interpretiert, unter anderem Bruce Willis (1987), Joe Cocker (2002) oder die Temptations (2007). Kurz nach dem großen Erfolg von „Respect Yourself“ erzählte der Songschreiber Luther Ingram, weshalb er dieses Lied für die Staple Singers geschrieben habe. Seine Zeilen seien eine Aufforderung an die Schwarzen in den USA. Sie müssten endlich „lernen, sich selbst zu respektieren. Eine Aufforderung, von der sich seither viele Menschen, nicht nur in den USA, angesprochen fühlen. Denn wie oft vergessen wir, uns selbst zu achten. Wie oft lassen wir es zu, dass andere über uns lachen, unsere Fehler in aller Öffentlichkeit breit und genüsslich ausmalen und sich darüber belustigen. Wie oft haben sich unsere Kolleginnen und Kollegen in einer Sitzung über uns lustig gemacht oder unser Chef, unsere Chefin sich an unserem unsicheren Auftreten im Team ergötzt, und wir haben es hingenommen, ohne uns dagegen zu wehren.
Natürlich können wir mit Freunden und mit unserer Familie über unsere Fehler, die wir gemacht haben, gemeinsam lachen und uns durch humorvolle Beschreibungen selbst auf den Arm nehmen. Grenzen müssen wir dann setzen, wenn andere sich auf unsere Kosten amüsieren und uns mit ihrem Verhalten verletzen, wenn sie respektlos mit uns umgehen – oder, wenn wir dies mit uns selbst tun. Etwa, wenn wir uns bei einer von uns gut gemachten Arbeit klein machen und finden, das sei doch nichts Besonderes, anstatt stolz darauf zu sein und wahrzunehmen, was wir geleistet haben.
Respektvoll mit uns selbst umzugehen, mit anderen und Respekt von unserem Gegenüber einzufordern, verlangt Mut. Mut, bei sich selbst hinzuschauen und zu erkennen, dass wir es sind, die uns und unser Tun nicht wert schätzen, weshalb sollen es dann andere tun? Mut, dem anderen deutlich unsere Grenzen aufzuzeigen. Tun wir es, auch wenn wir Angst haben, uns gegen Respektlosigkeit zu wehren, dann stellen wir verblüffender Weise fest, dass unsere Ängste oft unbegründet waren. Vielleicht sind wir nicht mehr der liebste Kollege, die liebste Kollegin oder wir sind keine Freunde mehr, dafür beginnen andere uns wahrzunehmen und zu achten, so wie wir sind und wie wir es verdient habe. Denn wir können von anderen nur den Respekt und die Wertschätzung erwarten, die wir uns selbst entgegenbringen.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Sich selbst respektieren heißt, alle Seiten der eigenen Persönlichkeit zu akzeptieren und zu lernen, dass wir auch mit größter Anstrengung nicht perfekt sein können.

2.) Wenn Sie sich das nächste Mal leise oder laut tadeln oder selbst beschimpfen, dann fragen Sie sich, ob Sie so abfällig auch über einen guten Freund, eine gute Freundin, eine verlässliche Kollegin oder Kollegen sprechen würden. Und dann formulieren Sie den Satz so um, wie Sie ihn ihrem geschätzten Gegenüber sagen würden.

3.) Loben Sie sich, wenn Sie das erreicht haben, was Sie sich vorgenommen haben, sowohl beim Erreichen kleiner Ergebnisse, nach großen Fortschritten oder wenn wir uns um einen Schritt nach vorn bemüht haben. Wir sind schnell dabei, uns zu kritisieren. Wenn wir lernen uns selbst zu loben, werden wir von der Anerkennung anderer unabhängig und können uns dann umso mehr darüber freuen, wenn wir sie bekommen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Sennett, Richard, Respekt im Zeitalter der Ungleichheit
2004, Bvt Berliner Taschenbuch Verlag, ISBN: 9783833300745

Strobl, Ingrid, Respekt: Anders miteinander umgehen!
2010, Pattloch Verlag, ISBN: 9783629022400

Wilde, Mauritius, Respekt: Die Kunst der Wertschätzung
2009, Vier Türme Verlag, ISBN: 9783896804365

 
     
       

Personalführung

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    13. November 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Motivation ist keine Einbahnstrasse

„Eigentlich“, erzählt mir meine Klientin Michaela S., „kann ich zufrieden sein. Mein Abteilungsleiter schätzt mich und hat mir mitgeteilt, dass ich von allen Kolleginnen und Kollegen die meisten Angebote in Aufträge umwandle. Jetzt soll ich das Verhältnis von Angebot zu Auftrag noch um 10% steigern. Ich frage mich nur, wie das gehen soll.“ Ratlos sitzt die gelernte Industriekauffrau vor mir. Das Kompliment eine erfolgreiche Mitarbeiterin in ihrem Unternehmen für Antriebstechnik zu sein, hat sie gefreut, und gleichzeitig fühlt sie sich demotiviert, weil sie für sich allein keinen Weg sieht, noch mehr Angebote in Aufträge überzuführen. Eine Erfahrung, die viele Mitarbeiter in den mittleren Ebenen machen. Sie sind fleißig und unauffällig und werden deshalb von der Führungsebene oft übersehen und seltener wahrgenommen als fachlich besonders herausragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Kolleginnen und Kollegen mit mangelnder Arbeitsleistung. Dabei sind es gerade die ruhigen und wenig fordernden Arbeitskräfte, die den Kern eines Unternehmens ausmachen.
Führungskräfte können hier viel bewirken, wenn sie erkennen, welche Potentiale in der großen Gruppe der arbeitsamen Mitarbeiter schlummern. Meine Klientin Michaela S. hatte für sich keine Idee, wie sie den Wunsch ihres Vorgesetzten konkret und im Arbeitsalltag umsetzen könnte. Aufgrund ihres Coachings bat sie dann ihren Chef, mit ihr gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Am Ende war das ganze Team an der Ideenfindung beteiligt. Jetzt sind die Arbeitsabläufe innerhalb der Abteilung so organisiert, dass jedem einzelnen Mitarbeiter mehr Zeit für die Angebotsbearbeitung und Auftragsabwicklung bleibt und jeder von ihnen motivierter arbeitet als zuvor. Inzwischen hat ihr Chef ein Übriges getan. Er hat mehrere Mitarbeiter, die besonders kreativ sind als Kristallisationspunkte von kleinen Teams eingesetzt mit drei bis fünf Teilnehmern. In den kleinen Teams besprechen die Mitarbeiter alle anstehenden Punkte und entwickeln Ideen, die in einer größeren Runde abschließend diskutiert und danach umgesetzt werden. „Seither fällt es mir nicht so mehr schwer“, sagt Michaela S., „neue Herausforderungen anzunehmen und gewohnte Pfade zu verlassen. Ich fühle mich nicht mehr allein gelassen. Meinen Chef sehe ich genauso selten wie früher, dennoch erlebe ich die Situation im Unternehmen ganz anders als vor meiner Bitte mir dabei zu helfen, mehr der Aufträge zu akquirieren.“ Denn Motivation ist keine Einbahnstrasse.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Angesichts des in manchen Branchen schon eklatanten Mangels an guten Fachkräften lohnt es sich für Unternehmen, sich verstärkt um ihre fleißigen, meist jedoch wenig fordernden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kümmern, die ihrem Unternehmen manchmal Jahrzehnte lang treu bleiben und konstant ihre Arbeit gewissenhaft und zufriedenstellend erledigen.
 
2.) Meist ist eine gezielte und konkrete Unterstützung zur Motivation der Kolleginnen und Kollegen besonders erfolgreich. Zum Beispiel die Sicherheit, nicht allein, sondern gemeinsam mit anderen eine unbekannte Aufgabe bewältigen zu müssen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter scheuen sich oft davor, eine neue Aufgabe zu übernehmen, weil sie ihre dafür Arbeitsweise verändern müssen, jedoch nicht wissen, wie sie dies anpacken sollen.
 
3.) Führungskräfte können ihre fleißigen Mitarbeiter gezielt unterstützen, in dem sie regelmäßig nachfragen ob die vereinbarten Teilziele und Ziele zu schaffen sind oder nicht, und in dem sie dann bei Bedarf dann gemeinsam nach neuen Lösungen suchen.
 
4.) Das Delegieren von anspruchsvollen Aufgaben an hierfür besonders qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann Führungskräften dabei helfen, mehr Zeit für ihre fleißigen Mitarbeiter zu haben, diese durch gezielte Unterstützung nachhaltig zu motivieren und deren Potentiale gemeinsam weiter zu entwickeln.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Haberleiter, Elisabeth, Führen, Fördern, Coachen: So entwickeln Sie die Potentiale Ihrer Mitarbeiter, 2009, Piper Verlag, ISBN: 9783492253437

Zeyringer, Jörg, Der neue Treppenläufer
2010, Haufe-Lexware Verlag, ISBN: 9783648005699

 
     
       

Selbstbewußsein

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    6. November 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich bin perfekt

Gehören Sie zu den Menschen, die davon träumen, perfekt zu sein? Sie wünschen sich, eine vollkommene Abteilungsleiterin zu sein, ein herausragender Handwerker, untadelig und ohne Fehler? Vergleichen Sie sich häufig mit anderen und stellen immer wieder für sich fest, dass Sie besser sein möchten als der Kollege oder die Kollegin, idealerweise am besten von allen? Treiben Sie sich innerlich dazu an, mustergültig zu sein, in der Hoffnung, von Ihrem Gegenüber wahrgenommen und akzeptiert zu werden?
Viele von uns sehnen sich danach, perfekt zu sein. Manchmal Jahrzehnte lang. Wir kämpfen fortwährend darum, anerkannt zu werden, gemocht, geschätzt zu werden - im Beruf wie im Privatleben. Wir haben die innere Überzeugung, dass wir perfekt sein müssen, damit uns die anderen respektieren und lieben. Wenn wir tadellos arbeiten und funktionieren, dann gewinnen wir die Anerkennung unseres Chefs, die Liebe unseres Partners, den Beifall unserer Kollegen und Kolleginnen,
Oft werden im Laufe der Zeit unsere Ansprüche an uns selbst immer höher und an unser Gegenüber ebenfalls. Immer häufiger müssen wir uns beweisen, dass wir perfekt sind. Immer seltener trauen wir dem anderen zu, gut zu arbeiten und die geforderte Tätigkeit zufriedenstellend auszuführen. Am Ende glauben wir, nur wir schaffen es noch, die Arbeit richtig zu erledigen. In unseren Perfektionismus-Augen ist kein anderer mehr fähig, die gestellten Aufgaben befriedigend abzuarbeiten, außer wir selbst. Oft genug entgeht uns dabei, dass wir bei unserem Eifer perfekt sein zu wollen, länger und länger für die einzelnen Arbeitsschritte brauchen. Wir arbeiten mehr und mehr, und leiden darunter, weil uns die Zeit fehlt für uns, unsere Familie, unsere Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen. Wir übersehen in unserem Streben nach Perfektionismus, dass wir uns selbst daran hindern, unsere Begabungen und Ressourcen auszuleben, Neues zu wagen und Entscheidungen zu treffen. Aus der Angst heraus, wir könnten einen Fehler machen. Die Vorstellung, nicht fehlerfrei zu sein, lähmt uns und hindert uns am uns Weiterentwickeln. Am Ende fühlen wir uns ausgebrannt und von allem überfordert.
Ist Perfektionismus also schlecht? Ja, immer dann, wenn er uns seelisch und körperlich krank macht. Positiv ist er, wenn wir es lernen, unseren Perfektionismus zu übersetzen in Zielstrebigkeit und Engagement in unserem Tun und in Gelassenheit, wenn der Erfolg einmal ausbleibt.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Hinter der Sehnsucht, perfekt sein zu wollen, steckt häufig die Angst, wenn ich nicht perfekt bin, breche ich zusammen, dann kann ich nicht überleben, ich existiere dann nicht. Deshalb fällt es oft sehr schwer, den Drang nach Perfektionismus zu ersetzen durch mehr Gelassenheit sich selbst und anderen gegenüber.

2.) Weniger perfekt und damit langfristig glücklicher zu sein, kann gelingen, wenn wir zunächst lernen uns so anzunehmen wie wir sind. In unserer ganzen Unperfektheit.

3.) Und wenn wir es dann noch schaffen, uns davon zu verabschieden, dass wir sowieso alles besser machen als die anderen, dann werden wir erleben, dass die anderen neugierig werden auf uns als den gelasseneren Kollegen, den großzügigeren Chef, den entscheidungsbereiteren Mitarbeiter.

4.) Es ist alles andere als einfach, den eigenen Perfektionismus aufzugeben, vor allem, wenn Sie ihn seit Ihrer Kindheit eingeübt und perfektioniert haben. Gehen Sie behutsam mit sich um, wenn Sie den Schritt wagen möchten. Sagen Sie sich bei Ihren inneren Dialogen immer wieder: ich gebe mein Bestes und das genügt mir und anderen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Filker, Claudia, 101/2 gute Gründe … lieber locker zu bleiben
2009, Brunnen Verlag, ISBN: 9783765540530

 
     
       

Konflikte und Kritik

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    30. Oktober 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Verzeihung bitte
 
„Das verzeihe ich dem nie!“ Wie oft haben wir diesen Satz gedacht oder heimlich laut gesagt, wenn wir uns wieder einmal über unseren ungerechten Chef geärgert haben. Wie viele Male haben wir Wut und Verbitterung gefühlt, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen in Besprechungen ihre Verdienste in den Mittelpunkt gestellt haben und uns kein Raum blieb – oder der Mut fehlte -, das gleiche zu tun. Erbost gehen wir abends nach der Arbeit nach Hause, bringen unseren Frust in unsere Beziehungen und Familien und vergessen dabei, dass wir mit den nachtragenden Gedanken vor allem eines schaffen, uns selbst zu schaden. Stundenlang können wir uns damit beschäftigen, was der andere sich wieder erlaubt hat und wie wir uns für die Verletzungen und Enttäuschungen revanchieren können. Gedanken, die uns nicht gut tun, die uns innerlich zerfressen. Wir glauben, wir bestrafen den anderen, wenn wir ihm grollen. Dabei verletzen wir in erster Linie uns selbst. Gedanken wie diese mögen ja für den Augenblick stimmen: „Sicher, der Chef war heute wieder mehr als unfair. Sein Verhalten uns Kolleginnen und Kollegen gegenüber ist nicht akzeptabel.“ Nur, was machen wir gegen die Kränkungen und Verletzungen, wenn wir mehr tun möchten, als das erlittene Unrecht immer wieder hervorzuholen und uns gebetsmühlenartig darüber zu beklagen? Wir können uns zunächst dafür entscheiden, dass wir unsere Gedanken nicht länger vom falschen Tun des Anderen beeinflussen lassen. Damit stimmen wir dem Verhalten des anderen nicht zu. Es bleibt weiterhin unqualifiziert und unangenehm. Wir akzeptieren jedoch, dass der Andere sich uns gegenüber so verhalten hat. Das Akzeptieren hilft uns dabei, unseren Ärger und unsere Enttäuschung darüber zu überwinden. Je nach Situation und der Schwere der Schuld des anderen kann es uns im Laufe der Zeit sogar gelingen, dem anderen zu verzeihen. Dieses Verzeihen kann uns von unserem Groll und unserer Wut befreien, es kann dazu beitragen, dass wir emotional von dem Tun des anderen Abstand gewinnen, und es kann uns darin unterstützen, unseren Blick wieder nach vorn zu richten, statt wütend zurück zu schauen. Ohne, dass wir mit dem Verzeihen dem anderen damit einen Freibrief für sein Tun ausstellen und ihn einladen, dies zu wiederholen. Jemandem anderen verzeihen kann auch gelingen, wenn wir unsere eigene „schwarze“ Liste ansehen mit all den Ereignissen, in denen wir anderen gegenüber wenig erfreulich gehandelt haben. Regelrecht befreiend – auch noch nach Jahren – ist manchmal ein „Verzeihung bitte“.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Kränkungen, Enttäuschungen, unerfüllte Erwartungen erleben wir immer wieder. Manchmal sogar von Menschen, die uns besonders wichtig sind. Wenn wir uns dafür entscheiden, nach der ersten Wut und der ersten Verbitterung uns aus der Falle der immer wiederkehrenden negativen Gedanken, wie er oder sie uns das antun konnten, herauszukommen, dann können vier Schritte dazu beitragen zu verzeihen:
a.) Akzeptieren, dass der andere sich so verhalten hat, ohne dass wir sein Verhalten gut heißen.
b.) Versuchen zu verstehen, was ihn dazu gebracht hat, sich so zu verhalten.
c.) Der Versuch, ihm zu verzeihen und sei es, in dem wir ihm innerlich vergeben. Nicht immer gelingt dies sofort. Manchmal müssen wir dabei heftige Widerstände in uns überwinden.
d.) Zu wissen, dass wir nicht jedes Tun verzeihen müssen. Es anzunehmen und uns von den negativen Gedanken zu befreien, muss manchmal reichen.

2.) Hilfreich kann sein, uns zu fragen, was wir dazu beitragen, dass sich bestimmte Situationen so ereignen. Fehlt es uns beispielsweise an Mut, einen Konflikt auch mal offen auszutragen? Sind wir zu sehr auf die Verteidigung unserer Positionen konzentriert und vergessen dabei, dass sich eine Situation aus der Perspektive unseres Gegenübers ganz anders darstellen kann, und er deshalb gar nicht versteht, weshalb wir wütend sind oder uns von ihm zurück ziehen.

3.) Hilfreich ist auch zu sehen, dass Akzeptieren und Verzeihen keine Schwächen sondern Stärken sind.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Röcker, Anna E., Die befreiende Kraft des Verzeihens
2008, Droemer Knaur Verlag, ISBN: 9783426656044

 
     
       

Coaching

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    23. Oktober 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Was ist das eigentlich – Coaching?
 
Der berufliche Alltag ist für uns nicht immer einfach. Was machen wir beispielsweise, wenn der Kollege aus der Nachbarabteilung uns gegenüber keinerlei Respekt zeigt? Wie bewältigen wir unseren ersten Tag an unserem Ausbildungsplatz? Sollten wir uns auf unsere Rolle als neuer Chef einer großen Abteilung mit vielfältigen Aufgaben vorbereiten oder springen wir lieber ins kalte Wasser und lernen aus unseren Fehlern? Was tun wir, wenn wir uns in unserer Arbeit unterfordert und von unserem Chef, unserer Chefin in unseren beruflichen Stärken wenig wahrgenommen fühlen? Wie gehen wir mit einem Mitarbeiter um, der intrigiert und die Arbeit im Team immer mehr untergräbt?
Bei besonderen beruflichen Herausforderungen kann uns ein Gespräch mit einem Coach helfen. Coachs verstehen sich üblicherweise als Partner ihrer Klientinnen und Klienten. Mit einfühlsamen Fragen unterstützt ein Coach in einem Coaching-Gespräch seine Klienten darin, die für sie stimmigen Antworten auf ihre Fragen zu finden und zu entdecken, was sie konkret tun können, damit sie die von ihnen formulierten Ziele erreichen. Gemeinsam entwickeln dann Klienten und Coach entsprechende Strategien. Etwa dafür, wie uns der Beruf wieder mehr Freude machen kann, wie ein Chef, eine Chefin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Ziele des Unternehmens begeistern kann, wie wir unsere beruflichen Stärken zufriedenstellend einsetzen können, wie sich die Angst vor Prüfungen allmählich abbauen lässt, was wir tun können, wenn wir neue Aufgaben glauben, nicht bewältigen zu können oder wie wir uns auf unsere tägliche Arbeit fokussieren, statt uns ständig abzulenken.
Hilfreich kann ein Coaching-Gespräch auch sein, wenn wir uns Fragen zu unserer Karriere stellen. Beispielsweise, wie wir es als berufstätige Frauen schaffen, Karriere und Familie miteinander zu vereinbaren, ohne permanent mit schlechtem Gewissen herum zu laufen. Wie es uns gelingen kann, beruflich erfolgreich zu sein, ohne dass unsere Familie oder unsere Gesundheit darunter leiden. Oder wie wir es schaffen, erfolgreich oder erfolgreicher zu führen.
Coaching kann auch persönliche Fragen beinhalten, etwa die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens.
Coaching-Gespräche haben zum Ziel, Klientinnen und Klienten dabei behilflich zu sein, berufliche Fähigkeiten zu entwickeln oder weiter zu entwickeln, Lösungen für ihre Problemstellungen zu finden und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
     
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Coaching gibt es seit etwa 20 Jahren in Deutschland. Große Unternehmen haben teilweise eigene Coaching-Abteilungen und fördern ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt mit Coaching, insbesondere ihre Führungskräfte.
 
2.) Je nach Ausbildung fokussieren Coaches ihre Arbeit mehr auf das Problem ihrer Klienten und Klientinnen und arbeiten problemorientiert oder sie stellen eher die möglichen Lösungen in den Mittelpunkt des Coaching-Prozesses.
 
3.) Coaching ist keine Technik, deshalb gibt es keinen allgemeinen Leitfaden für ein Coaching-Gespräch. Der rote Faden hierfür sind jedoch immer die Themen des Klienten.
 
4.) Coaching gelingt dann besonders gut, wenn Klienten bereit und mutig sind, ihre Denk- und Verhaltensmuster anzusehen und zu ändern.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Demann, Stefanie, 30 Minuten Selbstcoaching
2009, Gabal Verlag, ISBN: 9783869360263

Kaminski, Eva, 30 Minuten für mehr Erfolg durch Coaching
2001, Gabal Verlag, ISBN: 9783897491861

 
     
       

Präsentation

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    16. Oktober 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Jetzt rede ich!
 
„Dass ich einmal Vorträge halten soll, hat mir bei meiner Einstellung keiner gesagt. Ich bin Chemielaborant und kein Professor.“ Empört schaute mich mein Klient Holger S. an. In einem firmeneigenen Seminar seines Pharmaunternehmen sollte er Kolleginnen und Kollegen von seinen neuen labortechnischen Methoden berichten, die er mit entwickelt hatte. „Ich bin nicht geschaffen für eine Rede.“ Im Laufe des Coaching Gespräches erkannte er, dass er seitens seines Unternehmens eine Chance angeboten bekommen hat, die er für sein Weiterkommen nutzen könnte. Dafür wollte er seine Präsentation besonders gründlich vorbereiten. Zunächst definierte er die Ziele für seine Ausführungen. Danach überlegte er sich mehrere Einstiegsmöglichkeiten, probierte sie aus und wählte diejenige, die ihm am natürlichsten erscheint. Er griff zu einer persönlichen Erfahrung und begann damit, dass er seinen Erfolg dem Zufall verdanke. Danach führte er seine Zuhörer Schritt für Schritt durch seinen neuen methodischen Ansatz für die Untersuchung von Proben und deren Auswertung. „Eigentlich eine sehr trockene Materie. Dank der klaren Struktur meines Vortrags und der kleinen Geschichten, die ich darin eingebaut habe, hat sich keiner der Zuhörer gelangweilt, glaube ich.“ Geholfen habe ihm auch, meinte er, dass er sowohl zuhause als auch im Coaching seinen Vortrag mehrfach geübt und am Ende frei gehalten habe. Tipps wie die direkte Ansprache seines Publikums, ein freundliches Lächeln zwischendrin, Blickkontakt mit möglichst vielen seiner Zuhörer und eine ruhige, unterstreichende Gestik (ohne Hände in den Hosentaschen) habe er gerne umgesetzt, weil er schon nach den ersten Sätzen erkannt habe, berichtete er weiter, dass er damit seine Kolleginnen und Kollegen für seine Worte interessieren konnte. Nach mehreren Höhepunkten im Laufe seines Vortrags leitete er das Ende seine Präsentation mit einer kurzen Zusammenfassung ein und endete dann seinen Vortrag mit einem berühmten Satz von Albert Einstein zur Wissenschaft: „‘Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit‘. Vielen Dank“, statt mit dem zwar sehr höflichen, jedoch selten kreativ wirkenden Satz „ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit“.
     
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Selten sind wir zum Redner geboren und können frisch von der Leber weg einen längeren Vortrag zu einem bestimmten Thema halten. Meistens heißt einen Vortrag zu halten für uns, uns gründlich darauf vorzubereiten. Angefangen von der Wahl des Titels unseres Vortrags bis zu einem anregenden Abschluss, der dafür sorgt, dass wir bei unseren Zuhörern in guter Erinnerung bleiben.
 
2.) Rhetoriktrainer wissen, dass bei einer Rede oder einem Vortrag neben dem „Was“, auch das „Wie“ wichtig sind. Dazu gehören eine gute Gliederung des Gesprochenen und eine möglichst klare Aussprache, außerdem die Körpersprache - Gestik und Mimik ebenso wie die aufrechte Haltung, ein fester Stand und möglichst keine hochgezogenen Schultern.
 
3.) Hilfreich ist es für uns außerdem, uns auf mögliche Zwischenfragen während unseres Vortrags oder unserer Rede vorzubereiten.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Heigl, Peter, 30 Minuten für gute Rhetorik, 2010, Gabal Verlag, ISBN: 9783897491236

 
     
       

Selbstcoaching

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    9. Oktober 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Wenn ich doch nur…

Kennen Sie das? Sie sitzen bei einem Treffen von alten Freunden oder ehemaligen Klassenkameraden. Alle um sie herum schwärmen von den Karrieren, die sie gerade machen oder gemacht haben. Und ich, fragen Sie sich dann möglicherweise. Eigentlich wollte ich doch statt Jura lieber Architektur studieren, und wenn ich das studiert hätte, dann wäre ich heute Stararchitekt statt Fachanwalt für Arbeitsrecht. Habe ich einen Fehler gemacht? Wäre es für mich erfüllender gewesen, den anderen Weg zu gehen?
Was machen wir in solchen Situationen mit uns? Weshalb stellen wir unsere Entscheidungen, die wir in unserem Beruf oder in unserem Privatleben getroffen haben, plötzlich in Frage? Wir waren doch ganz zufrieden mit unserem Leben und sicher, dass wir die Alternativen gründlich geprüft haben, ehe wir z. B. die Stelle als Schulleiter angenommen haben, statt in die freie Wirtschaft zu gehen. Haben wir etwas versäumt, haben wir eine Chance verschlafen und damit unserem Leben eine Wende gegeben, die wir heute bereuen? Wäre die Karriere als Produktmanager in Paris nicht aufregender gewesen als die Herausforderung, einem traditionsreichen Unternehmen im Osten der Republik auf die Beine zu helfen?
Vielleicht.
Manchmal packt uns das Bedauern, etwas Entscheidendes im Leben verpasst und damit versagt zu haben, so stark, dass wir dabei völlig vergessen, was wir alles erreicht und geschafft haben. Wir verstellen uns selbst den Blick auf unser Leben und auf den Weg, weiterzugehen und neu abzuwägen und zu entscheiden. Es ist für uns nicht immer einfach, zu akzeptieren, dass wir manches in unserem Leben nicht mehr ändern können. Wir ärgern uns über die Chancen, die wir nicht ergriffen haben, und bisweilen brauchen wir eine ganze Weile und die Hilfe von außen, unsere Trauer über uns zu verarbeiten und los zu lassen. Gelingt uns der Abschied, kommen uns möglicherweise unerwartete Ideen, die uns Freude machen. Köchin in einem ausgezeichneten Restaurant sind wir nicht geworden, unser neuer Teilzeitberuf als Caterer oder Sommelier mit eigenem Weingeschäft schenkt uns ebenfalls viele wohltuende Momente.
Es gibt auch nicht genutzte Möglichkeiten, die wir für immer vergessen und nicht noch einmal aus der Schublade herauszerren möchten. Das Work-Out im Fitnesscenter, der lange Spaziergang oder das ausgelassene Tanzen im eigenen Wohnzimmer mit Walkman im Ohr können uns helfen, die von verfehlten und nicht mehr zu ändernden Gelegenheiten zu verdrängen.
       
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Manchmal kommt sie nach Jahren und unerwartet, die nagende Frage, ob wir alles richtig gemacht und uns richtig entschieden haben. Müssen wir sie mit Nein beantworten, kann uns das in Trauer und Verzweiflung stürzen. Heute wüssten wir es besser und würden einen anderen Weg wählen. Hilfreich ist es dann, uns diese Gefühle der Trauer und der Verzweiflung zu erlauben, auch mit Hilfe von Freunden, einem Therapeuten oder einem Coach, und allmählich zu beginnen, genauer hinzusehen und zu prüfen, ob wir für uns heute etwas aus der Situation lernen können.
 
2.) Manchmal hilft es, uns zu erlauben, ohne einen weiteren Blick zurück nach vorne zu gehen und erst einmal davon zu laufen von der quälenden Frage nach den verpassten Chancen. Vielleicht öffnen wir uns später einmal dafür.
 
3.) Manchmal kann es auch aufregend sein, die Fragen nach den verpassten Chancen umzuwandeln in Herausforderungen an uns heute. Wir fühlen uns inzwischen als qualifizierte Führungspersönlichkeit? Vielleicht bietet uns die Leitung eines Vereins oder einer Abteilung in unserem Sportverein die Chance, bei uns und anderen viel Gutes zu bewirken.

4.) Manchmal ist es hilfreich, uns zu verzeihen für unsere früheren Entscheidungen: Möglicherweise würden wir heute mutiger sein, wir wissen heute mehr und haben Freunde, die uns unterstützen. Damals haben wir so gut wie wir zu der Zeit konnten, gehandelt.

 
     
       

Personalführung

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    2. Oktober 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Die Einsamkeit des Chefs
 
„Ich hatte mir eingebildet, dass ich weiß, worauf ich mich einlasse, als ich meinen heutigen Betrieb übernahm. Auf die Einsamkeit als Chefin war ich allerdings nicht vorbereitet.“ Seit einem Jahr leitet Susanne B. einen Medizinbetrieb mit 378 Mitarbeitern. „Früher, solange ich noch eine von ihnen war, sind die Kolleginnen und Kollegen gerne zu mir gekommen, und wir haben uns problemlos ausgetauscht über alles, was uns betroffen hat, beruflich wie privat. Als frisch gebackene Chefin fühlte ich mich zunächst, als säße ich in einem Schaufenster, von allen beäugt und beobachtet. Die Gespräche verstummten sofort, sobald ich nur in die Nähe von zwei miteinander plaudernden Mitarbeitern kam.“
Inzwischen hat Susanne B. gelernt, dass sie als Führungskraft immer eine gewisse Isolation erfahren wird. „Ich muss auch unangenehme Entscheidungen treffen. Und dafür werde ich von niemand geliebt. Das macht mich an der Spitze verständlicherweise ein Stück weit einsam.“ Nach anfänglichen Versuchen, sich mit ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen anzufreunden und vor allem Kollegin und nicht Chefin zu sein, erkannte Susanne B. rasch, dass sie damit vor allem ihr Gegenüber in unangenehme Situationen brachte. „Meine Mitarbeiter wussten einfach nicht, in welcher Rolle sie mich ansprechen sollten, als Chefin, als Kollegin oder gar als Freundin? Mittlerweile habe ich begriffen, dass ich nicht Freundin und Chefin zugleich sein kann. Natürlich helfe ich, wenn einer meiner Mitarbeiter in einer privaten Situation konkrete Hilfe braucht. Danach suche ich für das Private wieder die Ebene des Small Talks, damit wir weiter gut zusammen arbeiten und gleichzeitig die für uns beide notwendige und erforderliche Distanz wahren können.“
Die Einsamkeit an der Spitze sieht sie inzwischen als Chance, sich immer wieder aus dem Tagesgeschäft herauszunehmen und so freie Zeit für wichtige strategische Planungen zu haben. Und um zuzuhören: Susanne B. nutzt jede Möglichkeit, auf ihre Mitarbeiter zuzugehen, mit ihnen an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz im Betrieb zu sprechen - manchmal auch ein paar private Worte. Ihr Respekt vor dem fachliche Wissen ihrer Mitarbeiter und ihre Anerkennung der von ihnen eingebrachten Vorschläge, die sie dann gerne mit in ihnen weiter diskutiert und oft genug auch umsetzt, haben ihr das Vertrauen ihrer Mitarbeiter erworben. „Heute laden mich meine Führungskräfte auch mal auf ein Bier ein. Ich spüre dann, ich bin immer noch die Chefin und trotz dem nicht allein.“
     
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

Führungskräfte sind oft einsam im Betrieb, weil ihnen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter misstrauisch begegnen im Sinne von „der oder die da oben“. Weil nicht alle Chefs diese Einsamkeit ertragen, machen sie häufig den Fehler, sich bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzubiedern in der Hoffnung, doch zu einer Gruppe dazu zu gehören. Oder sie gehen in die Isolation, kapseln sich ab und werden dadurch noch einsamer.
Mehrere Wege können helfen, die Einsamkeit des Chefs an der Spitze erträglicher zu machen, z. B.:
a.) der Aufbau von sozialen Kontakten zu Führungspersönlichkeiten in ähnlichen Situationen über Verbände oder in kleinen, vertraulichen Gesprächskreisen,
b.) Gespräche innerhalb der Familie und mit langjährigen Freunden, die zuverlässig und verlässlich sind,
c.) das Fördern von kritikfähigen und zuverlässigen Mitarbeitern, mit denen ein offenes und ehrliches Arbeitsverhältnis möglich ist ohne die unternehmerische Distanz aufzugeben.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Salzwedel, Martin, Das professionelle 1 x 1. Führen ist Charaktersache
2008, Cornelsen Verlag, ISBN: 9783589235889

 
     
       

Selbstbewußsein

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    25. September 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Vollkommen unvollkommen

Abends kommt oft die Ernüchterung. Wieder einmal ist es uns nicht gelungen, alle Arbeiten, die wir uns für den heutigen Tag auf unseren geistigen Merkzettel geschrieben hatten, zu erledigen. Unerwartete Telefonate, akute und unaufschiebbare Gespräche mit Mitarbeitern und unsere zu optimistischen Vorstellungen vom Abarbeiten von Verträgen, Anträgen, Gutachten lassen unsere Tagesbilanz eher nüchtern ausfallen. Mit dem Schließen der Bürotür ertappen wir uns dann bei dem Gedanken, unzulänglich, unvollkommen zu sein. Gut, es stimmt, dass wir nicht alles erreicht haben, was wir uns für den Tag vorgenommen haben. Auf der Habenseite des Arbeitstages steht tatsächlich weniger als auf der Sollseite. Meist übersehen wir bei unserem inneren Resümee allerdings, was uns den Tag über gut und problemlos gelungen ist. Wir sind es so gewohnt, uns auf unsere Unvollkommenheit zu fokussieren, dass wir die vielen kleinen und großen erledigten Arbeiten einfach vergessen.
Außerdem übersehen wir bei den vielen Sehnsüchten in unserer Gesellschaft nach dem Ausnahmefußballer, dem unfehlbaren Trainer, dem charismatischen Politiker, dem Schlager singenden Superstar oder dem erfolgreichen Topmodell, dass es Teil unseres menschlichen Daseins ist, unvollkommen zu sein. Alles, was wir tun können, ist nach Vollkommenheit zu streben und gleichzeitig zu akzeptieren, dass wir sie nicht erreichen, sondern ihr höchstens nahe kommen können. Im Großen wie im Kleinen. Haben wir für uns erst einmal erkannt, dass Unvollkommenheit zu uns Menschen gehört und lernen wir dann im nächsten Schritt, sie bei uns und bei anderen anzunehmen und zu respektieren, dann können wir im Laufe der Zeit beginnen, uns in unserem beschränkten Rahmen weiter zu entwickeln. Wissen wir beispielsweise, dass unser Zeitmanagement verbesserungswürdig ist, dann kann ein Seminar, ein Coaching oder ein Gespräch mit einem Kollegen, einer Kollegin oder der eigenen Sekretärin uns helfen, mit manchmal wenigen Änderungen unseren Tagesablauf zielführend zu verbessern. Gelingt es uns dann noch, nach einem ersten und verständlichen Ärger über das Nichterreichte, mit uns selbst humorvoll umzugehen und allmählich Gelassenheit mit uns zu entwickeln, dann bringt uns unsere Unvollkommenheit dazu, im Beruf wie im Privatleben freier und selbstbewusster zu leben und zu handeln.
   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Wir träumen von der großen Liebe. Wir glauben, unser Leben wäre mit einem reich ausgestatteten 6er im Lotto vollkommen, und gleichzeitig wissen wir, dass weder wir noch das Leben perfekt sind, dass Vollkommenheit unerreichbar ist. Bei unserer Sehnsucht nach dem Vollkommenen vergessen und übersehen wir dann, was wir täglich leisten und wie wir uns in kleinen Schritten und ganz allmählich aufgrund unserer täglichen Bemühungen weiter entwickeln.
 
2.) Erlauben Sie sich Ihre Sehnsucht nach dem perfekten Leben und schreiben Sie sich dann auf – in Gedanken oder auf Papier -, was Ihnen heute oder in den letzten Tagen und Wochen alles gelungen ist. Vergessen Sie nicht die sogenannten Kleinigkeiten, wie schwierige Gespräche mit Kunden und Mitarbeitern, die gut vorbereitete Sitzung oder schlicht die Tatsache, dass Sie freundlich zu allen Kolleginnen und Kollegen sind.
 
3.) Wenn Sie sich permanent unvollkommen fühlen und immer unzufriedener damit werden, dann versuchen Sie mit Freunden, Kollegen, Therapeuten oder Coach Ihr Selbstbewusstsein zu verbessern und vermehrt auf sich zu achten.
 
4.) Vergleichen Sie sich weniger mit anderen und versuchen Sie, die Menschen – und die Dinge – (zumindest zunächst) so anzunehmen, wie sie sind.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
André, Christophe, Unvollkommen, glücklich und frei
2007, Patmos Verlag, ISBN: 9783491421011

 
     
       

OP-Kolumne „Ihre Karriere bitte"

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    18. September 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

„Ich kann nicht mehr…“

… antwortet mir meine Klientin Susanne F. auf meine Frage nach ihrer aktuellen beruflichen Situation. Die Endvierzigerin leitet seit 25 Jahren die interne Revisionsabteilung eines namhaften internationalen Baukonzerns. Schon seit einigen Monaten beobachtet sie an sich, dass sie morgen mit immer größerem Widerwillen in ihr Auto steigt, um zur Arbeit zu fahren. Ständige Rückenschmerzen, die sie vor allem tagsüber quälen und eine für sie nicht verständliche ständige Müdigkeit vermitteln ihr das Gefühl, nicht mehr leistungsfähig zu sein. Eigentlich müsse sie Freude an ihrem Beruf haben, sie arbeite selbständig und selbstbestimmt, sie bekomme wiederkehrend Anerkennung von ihrem Vorstand - „ich müsste also zufrieden und glücklich sein, dabei fühle ich mich nur ausgebrannt, gereizt und nörgle an allem und jedem herum“, beendet sie die Beschreibung ihres Berufsalltags.
Susanne F. gehört zu der wachsenden Zahl engagierter Mitarbeiter, die psychisch an ihrer Arbeit erkranken, z. B. an Burn-Out oder an Depressionen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, das lassen die in jüngerer Zeit veröffentlichten wissenschaftlichen Studien vermuten. Einige Hauptursachen scheinen sich jedoch herauszukristallisieren. Dazu gehören chronischer beruflicher Stress aufgrund der Arbeitsbedingungen, dazu gehört die Unfähigkeit des Einzelnen länger andauernde hohe Belastungsmomente wirklich als solche zu erkennen und damit umzugehen, dazu gehören auch die oft hohen Anforderungen an uns selbst, an den Perfektionisten in uns.
Chronischer beruflicher Stress kann beispielsweise dann entstehen, wenn unsere beruflichen Belastungen zu groß werden. Etwa, wenn uns aufgrund von Arbeitsüberlastung die Zeit fehlt, wichtige Aufgaben in Ruhe zu durchdenken. Frustriert legen wir abends die unvollendete Arbeit auf die Seite, und versuchen mit noch intensiverem Arbeiten und noch mehr Überstunden doch noch alles zu schaffen. Mit der am Ende bitteren Erfahrung, „ich kann nicht mehr“. Stressfördernd kann auch sein, wenn wir davon überzeugt sind, alles selbst machen zu müssen, da niemand außer uns die anstehenden Aufgaben so gut und perfekt erledigt wie wir.
Susanne F. hat für sich erkannt, dass sie vor allem ihre Ansprüche an sich selbst ändern muss, wenn sie wieder die von ihr ersehnte Freude in ihrem Beruf erlangen möchte. Sie sagt inzwischen gelassen nein zu ihrem Chef, wenn sie zusätzliche Aufgaben von ihm bekommt. Sie versucht immer wieder, sich von ihrem Perfektionismus zu verabschieden, sie treibt regelmäßig Sport und hat vor allem ausreichend Zeit für sich selbst, ihre Familie und ihre Freunde.
 
Genießen Sie Ihre Familie und Ihre Freunde
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass in 20 Jahren durch Arbeit verursachte psychische Erkrankungen die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung sein werden. Krank durch Arbeit können alle werden, Manager wie Arbeiter. Einige Unternehmen haben dies inzwischen erkannt und versuchen mit verbesserten Arbeitsbedingungen psychischen Erkrankungen durch Arbeit zu verhindern.
 
2.) Wenn wir ein stabiles familiäres Umfeld und verlässliche Freunde haben, wenn wir uns ausreichend bewegen und einem Hobby nachgehen, dann laufen wir allen Erfahrungen der Arbeitsmedizin nach weniger in Gefahr, durch Arbeit psychisch zu erkranken.
 
3.) Wichtig ist auch, dass wir als Chef, als Chefin oder als Mitarbeiter, als Mitarbeiterin selbst unsere unguten Gefühle bei unserer täglichen Arbeit wahrnehmen, statt sie zu verdrängen und dass wir dann handeln.
 
4.) Wenn wir uns ständig gestresst fühlen, dann hilft möglicherweise ein Gespräch mit dem Arzt unseres Vertrauens, mit Freunden, mit der Familie oder mit einem Coach.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Rößler, Marion, Ich kann nicht mehr ... Stell dich nicht so an!
2010, Matrix Erlebnis Verlag, ISBN: 9783981367416
 
Schmiedel, Volker, Burnout - Wenn Arbeit, Alltag & Familie erschöpfen
2010, Trias Verlag, ISBN: 978-3830435495

 
     
       

Selbstcoaching

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    11. September 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Meine Gewohnheiten und ich
 
Vielleicht kennen Sie die Serie Monk mit dem Privatermittler Adrian Monk? Ich weiß nicht, ob ein Fan je zusammengezählt hat, wie oft der exzentrische und verschrobene Monk mit seiner hervorragenden Beobachtungsgabe -die ihm hilf jeden Fall zu lösen, - ein Reinigungstuch hervorzieht und alles in seiner Umgebung, was ihm schmutzig erscheint, damit abwischt und wieder sauber putzt, gleichgültig ob es ein Türgriff oder einen Stuhl ist, auf den er sich gleich setzen will. In keiner Situation kann er von seinen zwanghaften Gewohnheiten lassen, selbst dann nicht, wenn sie drohen, für ihn lebensgefährlich zu werden.
Die Figur Monk ist sicherlich überzeichnet. Deutlich zeigt die Fernsehserie jedoch, wie sehr unsere Gewohnheiten ein meist unbewusster Teil von uns sind, und wie schwer es uns fällt, sie aufzugeben. Glücklicherweise werden Sie jetzt sagen, und Sie haben recht. Denn unser Gehirn wäre rasch außer Gefecht gesetzt, müsste es über jede einzelne unserer Alltagshandlungen nachdenken und jedes Mal neu darüber befinden. Wir ergreifen morgens – ohne nachzudenken – an den Wasserhahn an der Dusche, wir schalten ohne Zögern unseren PC oder unser Handy ein, wir fahren routiniert Auto, und wir erledigen unsere im Beruf täglich wiederkehrende Arbeit ohne uns lange mit uns selbst über das wie zu beraten.
Gewohnheiten befreien uns von den täglich erforderlichen tausenden kleinen Entscheidungen und helfen uns, uns auf das Wesentliche in unserem Alltag zu konzentrieren. Wenn sie nur nicht so hartnäckig wären und auch dann noch ihr Recht einfordern, wenn wir eigentlich unsere Routine verlassen sollten. Wir ärgern uns beispielsweise, wenn eine neue Kollegin, ein neuer Kollegin unseren gewohnten Platz in der Kantine besetzen, statt flexibel die Chance für ein Kennenlerngespräch zu nutzen. Wir mögen es nicht, wenn wir plötzlich lang eingeübte Arbeitsweisen aufgeben und durch neue ersetzen sollen, auch wenn wir längst wissen, dass unser „das haben wir immer schon so gemacht“ uns daran hindert, erfolgreicher zu arbeiten und im Beruf zufriedener zu sein.
Neues zu lernen und zu tun ist für uns anstrengender als im gewohnten Trott weiter zu laufen. Wir müssen das Neue eine ganze Weile trainieren, ehe es wieder eine Gewohnheit von uns werden kann. Deshalb gelingen Veränderungen auch nur schrittweise und nicht in einem großen Wurf. Beginnen wir jedoch tatsächlich und mit innerer Überzeugung, eine Gewohnheit loszulassen, dann verändert sich oft auch vieles andere. Haben wir uns beispielsweise erst einmal daran gewöhnt, pünktlich zu sein, dann arbeiten wir oft genug auch strukturierter und effektiver.

Erproben und genießen Sie Ihre neuen Gewohnheiten

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Wenn Sie das Gefühl haben, schon viel zu lange in der beruflichen Routine erstarrt zu sein, dann stellen Sie sich einmal als Beobachter neben sich und fragen sich, wo kann ich die Routine hin und wieder verändern. Prüfen Sie, ob Sie ab und an eine neue Aufgabe in Ihrem Team übernehmen können, in einer benachbarten Abteilung hospitieren oder ob Sie morgens auf einem anderen Parkplatz Ihres Unternehmens parken als gewohnt und einen neuen Weg ins Büro gehen.
 
2.) Führungskräfte können die Routine in ihren Teams unterbrechen, in dem sie mit ihren Mitarbeitern gemeinsam neue Spielregeln dafür aufstellen, z. B. neue Sitzordnungen, andere Protokollformen oder indem sie Mitarbeiter aus anderen Abteilungen einladen, um deren Erfahrungen zu bestimmten Fragestellungen zu hören. Oder Sie halten das Brainstorming zur neuen Werbekampagne draußen auf der Wiese ab statt drinnen im Konferenzraum.
 
3.) Unser Gehirn erachtet unsere Gewohnheiten grundsätzlich erst einmal als richtig, neue Verhaltensweisen dagegen sind ihm suspekt. Wenn wir unsere Gewohnheiten ändern möchten, müssen wir unser Gehirn dazu bringen, das Neue als richtig und das Alte als für uns als falsch anzusehen. Dies gelingt uns allerdings nur durch längeres Üben. Sind wir es beispielsweise gewohnt, bei allem zunächst das Negative zu sehen, brauchen wir eine Weile, bis wir die Gewohnheit angenommen haben, zunächst das Positive zu sehen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Kmenta, Roman, Pikart, Regina, Der Stretch-Faktor. Raus aus der Routine des Lebens und auf zu neuen Möglichkeiten, 2007, Signum Verlag, ISBN 9783854363880

 
     
       

Personalführung

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    4. September 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Mein Chef und ich

Wehren Sie sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen, wenn Ihr Chef wieder einmal alle anschreit? Fragen Sie nach, wenn Sie einen Arbeitsauftrag von Ihrer Chefin nicht verstehen? Sind Sie sicher, dass die Ihnen neu zugeteilte Aufgabe jetzt oberste Priorität hat und nicht diejenige, die bislang als besonders dringlich und unaufschiebbar charakterisiert wurde? Gehört Ihr Chef zu denjenigen, die Undercover in ihrem Betrieb zu arbeiten scheinen und nie ansprechbar sind? Oder ist Ihre Chefin eine Motivationskillerin, weil sie lieber alles selbst bearbeitet, anstatt die Aufgaben an Sie zu delegieren, obwohl Sie Ihre fachliche Kompetenz schätzt? Frustriert Sie das Verhalten Ihres Vorgesetzten Ihnen gegenüber?
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen oft nicht, dass auch sie es in der Hand haben, wie ihr Arbeitsalltag abläuft und wie sie mit ihren Vorgesetzten zurechtkommen. Dabei lohnt es sich bei Problemen mit einer Führungskraft durchaus, einmal zu prüfen, wo kann ich die Initiative ergreifen und versuchen, die Beziehung zwischen uns zu verbessern? Einer ständig cholerisch auftretenden Chefin beispielsweise ist ihr unangenehmes Verhalten oft gar nicht mehr bewusst. In einem in ruhiger Atmosphäre und mit mehreren Mitarbeitern stattfindenden Gespräch lässt sich (hoffentlich) klären, dass Sie sich Respekt von ihr wünschen – und dass Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen für sachlich vorgetragene Kritik offen sind.
Machen Sie sich zunächst Ihre Rolle als Mitarbeiterin, als Mitarbeiter bewusst und versuchen Sie dann, den Chef-Typ Ihres Vorgesetzten einzuschätzen. Haben Sie es mit einem Kontrollprofi, mit einem in sich Selbstverliebten oder mit einem Tyrannen zu tun? Steht Ihr Chef derzeit möglicherweise vor der Herausforderung, neue Aufgaben zu übernehmen und hat deshalb kein Ohr Sie? Ist Ihre Chefin jemand, die Stress nur sehr mäßig erträgt und bei der kleinsten Störung bissig reagiert? Wo hat Ihr Chef seine positiven Seiten?
Wenn Sie Antworten gefunden haben, dann überlegen Sie, wie Sie die Situation konkret verbessern können. Einem kontrollbedürftigen Chef beispielsweise halten Sie ihn grundsätzlich bei allen wesentlichen Arbeitsschritten zeitnah auf dem Laufenden. Ihre Ich-bezogene Chefin, die alle Ideen von Ihnen als ihre eigenen ausgibt, bewundern Sie und dann erweitern Sie Ihren Email-Verteiler so, dass alle wichtigen Entscheider in Ihrem Unternehmen freundlich und „bescheiden“ von Ihnen erfahren, wer der wirkliche Urheber der guten Vorschläge ist. Tyrannen – und Choleriker - lassen sich häufig durch eine selbstbewusste Körperhaltung einschüchtern. Halten Sie Blickkontakt und stehen oder sitzen Sie mit lockeren Schultern vor ihnen.
Manchmal hilft allerdings nur eines, damit Ihre berufliche Situation für Sie angenehmer wird – Sie suchen sich eine neue und besser bezahlte Stelle.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen in die innere Kündigung, wenn sie Schwierigkeiten mit ihrem Vorgesetzten haben. Dabei können wir oft den Umgang mit unserem Chef, unserer Chefin verbessern, wenn wir uns mit ihm oder ihr näher befassen. Verstehen Sie erst einmal ihren Chef, ihre Chefin und wissen Sie, wie er, wie sie „tickt“, dann fällt es Ihnen möglicherweise leichter mit ihm, mit ihr zurechtzukommen.
 
2.) Machen Sie sich bewusst, ob Ihr Chef für Sie eine Vaterfigur ist – mit allen dazu gehörenden Eigenschaften – oder ob Sie Ihre Chefin unbewusst in eine Mutterrolle drängen. Versuchen Sie sich davon zu verabschieden und suchen Sie nach einer erwachsenen Kommunikationsebene.
 
3.) Wenn Sie Ihren Chef, Ihre Chefin auf ein bestimmtes Verhalten aufmerksam machen möchten, dann klären Sie vorab, ob auch andere Kollegen darunter leiden und bitten Sie um einen gemeinsamen Termin bei Ihrer Führungskraft oder lassen Sie sich vom Personal- oder Betriebsrat bei Ihrem vielleicht nicht ganz einfachen Gespräch unterstützen.
 
4.) Üben Sie das Gespräch vorab zuhause und trainieren Sie dabei, ruhig und sachlich zu bleiben und lieber weniger zu sagen, als zu viel. Sprechen Sie aus Ihrer Perspektive mit Sätzen wie „ich sehe es so und so…“, „für mich stellt es sich so und so dar…“. Geht Ihr Vorgesetzter trotz aller Ihrer Bemühungen nicht auf den Inhalt Ihres Gespräches ein, dann beenden Sie es höflich von sich aus. .
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Begemann, Petra: Den Chef im Griff, 2009, Eichborn Verlag, ISBN: 9783821859859
 
Matyssek, Anne Katrin, Wenn der Chef krank macht - So schützen Sie sich und Ihre Gesundheit, 2010, Books on Demand, ISBN: 9783839161845
 
Ulrich, Friedrich: Das professionelle 1 x 1: Cheffing- Führen von unten, 2005, Cornelsen Verlag, ISBN: 9783589235551

 
     
       

Personalführung

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    28. August 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Mein Chef kennt meinen Arbeitsplatz nicht!

Gespielt resigniert legte Verena S. ihre Hände in den Schoß. „Wir haben alles versucht“, erzählte die engagierte Filialleiterin einer Bank, „immer wieder sagte mein Chef einen Besuch zu, und kam am Ende doch nicht.“ Monatelang bemühte sich meine Klientin, ihren Chef aus seiner Zentrale herauszulocken für ein Gespräch über die spezifischen Herausforderungen einer Bankfiliale in einem historischen Bauwerk. „Natürlich gibt es Vorgaben der Verwaltung unserer Bank und grundsätzliche Aussagen seitens des Konzerns, wie das Innere unserer Filiale aussehen soll, ganz im Sinne der Corporate Identity.“ Was ihr jedoch fehlte, war die Freiheit, die generellen Vorstellungen ihres Hauses vor Ort konkret und individuell umsetzen zu können und damit ihren Mitarbeitern einen besonders freundlichen Arbeitsplatz zu bieten und ihren Kunden einen angenehmen Aufenthalt in der Zweigstelle zu ermöglichen. „Wir hatten uns beispielsweise eine klare Führung der Kunden an den Schaltern gewünscht, damit die Drängler keine Chance haben, die Schüchternen auf die Seite zu schieben und wir in Ruhe jeden Kunden beraten können. Doch ein Leitsystem innerhalb unserer Filiale bekamen wir einfach nicht.“
Immer wieder hat sie mit Humor versucht, ihren Chef zu einer Ortsbesichtigung in „seiner“ Filiale zu einzuladen. Bei jeder Besprechung sagte sie entweder am Anfang oder am Ende, im Übrigen freue sie sich heute schon auf den Tag, an dem er vorbeischaue und mit ihr gemeinsam eine Lösung finden werde. Ohne Erfolg.
Ihr Chef, findet sie heute, hatte Glück. Denn trotz der frustrierenden Situation, die in ihrer stark frequentierten Filiale täglich zu kleinen unangenehmen Szenen führte, machte (und macht) ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und ihr die Arbeit viel Freude und ließ sie vergessen, dass ihr Chef entgegen seinen Beteuerungen an ihrem konkreten Arbeitsumfeld wenig interessiert war. Unverständlich blieb ihr allerdings, weshalb sich niemand aus der Führungsspitze ihrer Frage annahm. „Immerhin“, sagte sie, „erwirtschaften wir hier eine ganze Menge Gewinn, und wir wären sicherlich noch besser, wenn die Arbeitsbedingungen für uns optimal strukturiert wären.“
Am Ende griff sie zu einem Trick. Anlässlich ihres 25jährigen Dienstjubiläums lud sie ihre Mitarbeiter und ihren Chef nach Feierabend zu einem Umtrunk mit Imbiss in ihrer Filiale ein und stimmte vorher den Termin mit der Sekretärin ihres Chefs ab. Inzwischen hat sie das erwünschte Leitsystem, ihr Chef notierte im nächsten Geschäftsbericht höhere Gewinne aus ihrer Zweigstelle, und er hat seither alle Filialen besucht, für die er verantwortlich ist.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Mitarbeiter klagen häufig darüber, dass ihre Führungskräfte nicht wissen, wie ihre Arbeit und ihr Arbeitsplatz aussehen. Selbst Einladungen an ihre Chefinnen und Chefs, einmal auf einen Besuch vorbei zu kommen, bleiben oft genug ungehört. Gerade für Führungskräfte von Unternehmen, die dezentralisiert sind und bei denen an den unterschiedlichen Standorten spezifische Aufgaben geleistet werden, ist es jedoch empfehlenswert, sich einmal die konkrete Situation vor Ort anzusehen und sich Schwierigkeiten und Herausforderungen erklären zu lassen.
 
2.) Das Interesse an Arbeit und am Arbeitsplatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht es Führungskräften, unmittelbaren Kontakt aufzunehmen und Wertschätzung auszudrücken, die wiederum motivierend für alle ist.
 
3.) Ideal ist es, wenn eine Führungskraft einmal einen Tag lang selbst vor Ort mitarbeitet – und dies zuvor mit allen Beteiligten abgesprochen hat, damit wichtige Arbeitsvorgänge nicht behindert werden.
 
4.) Führungskräfte, die die Arbeitsabläufe an den Arbeitsplätzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut kennen, haben es meistens leichter, Verbesserungsvorschläge, Anregungen und Anweisungen vorzutragen und durchzusetzen. Außerdem kann der kompetente Blick von außen, kombiniert mit dem Wissen über das „Innere“ viele Probleme rasch lösen oder abmildern.
 
5.) Chefs müssen allerdings nicht jedes einzelne Detail an jedem Arbeitsplatz ihres Unternehmens kennen, hierfür sind ihre Fachkräfte die Experten.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Freemantle, David, 80 Tipps für tolle Chefs und solche, die es werden wollen
2006, Redline Wirtschaftsverlag, ISBN: 9783636013491

 
     
       

Personalführung

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    21. August 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Miteinander im Gespräch bleiben

Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihrer Kollegin, Ihrem Kollegen geplaudert, einfach so…, über das Wetter beispielsweise, über Ihren Urlaub, über das neue Parfum von…, den Wechsel von Fußballspieler X zu Verein Y? Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihren Mitarbeiterinnen, Ihren Mitarbeitern geplaudert, einfach so…, über die Familie, die anstehende Berufsentscheidung des Sohnes, über das geplante neue Haus? Wann waren Sie das letzte Mal mit sich selbst im Gespräch, einfach so…, und haben sich gefragt, was brauche ich heute für mich und meine derzeitige Situation? Wann haben wir uns und den anderen zugehört und versucht, herausfinden, was der andere denkt und fühlt, und was wir denken und fühlen? Uns fällt es leicht, über andere zu sprechen – oder zu lesen -, im Gespräch mit dem anderen oder mit uns selbst zu bleiben, erscheint uns dagegen oft als zu große Herausforderung und als zu anstrengend. Keine Zeit, zu viel zu tun, zu viele offene Baustellen – so oder so ähnlich klingen die Antworten, wenn es im Coaching um die Frage geht, das Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Kolleginnen und Kollegen zu suchen. Gerade Führungskräfte scheuen oft das Gespräch. Besonders in Krisenzeiten. Sie erhoffen sich mit ihrem Schweigen, dass sie dadurch weniger angreifbar sind und keine schwierigen und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schmerzhaften Entscheidungen kommunizieren müssen.
Dabei kann das Gespräch, kann der Austausch untereinander helfen, eine neue Perspektive zu entwickeln, einen anderen Blick auf ein bekanntes Problem zu bekommen und damit manchmal sogar zu erreichen, dass eine Herausforderung weniger schwerwiegend erscheint als vor dem gemeinsamenGedankenaustausch.
Miteinander im Gespräch bleiben, heißt, dem anderen zuzuhören, ihn aufzufordern zu erzählen und in Ruhe seine Sicht der Dinge darlegen zu lassen, im Privatleben und im Beruf. Führungskräfte erfahren immer häufiger, dass sie mit gut vorbereiteten und regelmäßig stattfindenden Mitarbeitergesprächen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel gut motivieren können. Denn wenn diese wissen, in welche Richtung sich das Unternehmen künftig bewegen will und was sie dazu beitragen können und möchten, dann fühlen sich die meisten von ihnen dazu aufgefordert und angeregt, ergebnisorientiert und effizient zu arbeiten.

Genießen Sie das Gespräch mit anderen und mit sich

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Miteinander im Gespräch bleiben, heißt zunächst, sich und dem anderen lernen zuzuhören. Wenn wir uns selbst kennen, wenn wir um unsere Stärken und unsere Schwächen wissen, dann können wir uns ruhig und selbstbewusst auf unsere Gegenüber einlassen. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, wir werden von den anderen als Versager angesehen und abgewertet. Wir wissen um unseren Wert und schätzen uns wert.
 
2.) Miteinander im Gespräch bleiben, heißt auch, unserem Gegenüber Grenzen aufzuzeigen. Etwa, wenn in einer Teamsitzung Kolleginnen oder Kollegen monologisieren oder Ihr Gesprächspartner Sie mit unangenehmen oder peinlichen Themen versucht zu malträtieren. Bleiben Sie kurz und sachlich, unterbrechen Sie die Monologisierer und bitten Sie sie, Ihnen aufzuzeigen, worum es ihnen konkret geht. Unangenehme Sprüche bringen Sie dann rasch zum Ende, wenn Sie freundlich und bestimmt deutlich machen, dass Sie diese nicht hören möchten. Rechtfertigen Sie sich nicht für Ihr Grenzen setzen.
 
3.) Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind wertvolle Führungsinstrumente. Gut vorbereitet, in Ruhe und in entspannter Atmosphäre ohne Störungen von außen durchgeführt und im Anschluss sorgfältig protokolliert, hilft das zielorientierte Gespräch beiden Seiten, unter klaren und organisierten Bedingungen zu arbeiten und in Krisen genau zu wissen, welche Möglichkeiten das Unternehmen und der Einzelne hat.
 
4.) Trainieren Sie Ihr Selbstgespräche: Sprechen Sie mit sich so freundlich und so liebevoll, wie Sie es mit Ihrem besten Freund, Ihrer besten Freundin tun. Zu negativen Selbstgesprächen, wie beispielsweise „oh, wie bin ich dumm“, sagen Sie energisch Stopp. Sprechen Sie sich in kritischen Situationen Mut zu und reden Sie sich (auch gerne laut) Ihren Frust von der Seele.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Benien, Karl, Schwierige Gespräche führen, 2003, rororo Verlag,
ISBN: 9783499614774
 
Schulz von Thun, Friedemann, Miteinander reden – Kommunikationspsychologie für Führungskräfte, 2003, rororo Verlag ISBN: 9783499615313

 
     
       

Stress & Entspannung

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    14. August 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Mach mal Pause
 
Mit wohl getönter Haut und entspanntem Gesicht saß mir mein Klient Bertholt K. nach seinem Urlaub gegenüber. Begeistert berichtete mir der erfolgreiche Computerfachmann und Inhaber eines rasch wachsenden Softwarehauses von seinen erholsamen dreiwöchigen Wanderungen durch die österreichischen Berge. „Mir hat die für mich sehr lange kreative Pause richtig gut getan, ich habe viele gute Ideen mit nach Hause gebracht, die mir weiterhelfen werden“ sagte er und setzte dann seine Erzählung mit dem Wunsch fort, diese kreative Pause auch in seinen Alltag übertragen zu wollen. Allerdings habe er so recht keine Vorstellung, wie er dies tun könne. Im Coaching arbeiteten wir dann zunächst heraus, wie er seinen Urlaub als die von ihm beschriebene kreative Pause gestaltet habe. Lange stille Momente am Tag während des Wanderns, gemütliche Ruhepausen, angeregte Gespräche mit seiner Familie und seinen Wanderfreunden und deren Familien beim gemeinsamen Abendessen, zwischendrin der Besuch einer kleinen Dorfkirche oder anderer Sehenswürdigkeiten strukturierten seine Urlaubstage.
Schritt für Schritt begann er, kreative Pausen in seinen Berufsalltag, der vor allem von Terminen, Teamsitzungen, Telefonaten und Besprechungen bestimmt ist, zu integrieren. Inzwischen gehören kurze Spaziergänge nach intensiven kreativen Arbeitsphasen mit einem oder mehreren Kollegen in der Nachbarschaft des eigenen Unternehmens ebenso zu seinem Arbeitsalltag, wie ein abendlicher Waldlauf pro Woche, ein paar Seiten in den Romanen seiner Lieblingsautoren vor dem Einschlafen oder der Ruhetag im Monat, den er als Bertholt-Tag nach seinen Bedürfnissen gestaltet und erlebt, mal mit seiner Familie, mal mit seinen Freunden, mal ganz allein für sich.
Anfänglich fiel es ihm schwer, seine kreativen Pausen ohne schlechtes Gewissen zu leben und zu erleben. Inzwischen, sagt er, weiß er, wie sehr seine Umgebung und er davon profitieren. Nicht nur, weil er seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber gelassener ist und seine Familie seine Ausgeglichenheit schätzt, sondern auch, weil ihm das tägliche Innehalten dazu verhilft, immer wieder auf für ihn überraschende Weise inspiriert und angeregt zu werden und ungewöhnliche Lösungen für anstehende Probleme zu finden. Ganz im Sinne der Gehirnforschung, die nachgewiesen hat, dass unser Gehirn nicht nur den Schlaf benötigt für das Verarbeiten von tagsüber Gelerntem, sondern auch die bewussten Pausen am Tag, damit wir kreativ sein können und lange geistig fit bleiben.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Je nach Ihrer beruflichen Tätigkeit werden Ihre kreative Pausen im Arbeitsalltag anders ausfallen. Wenn Sie beispielsweise überwiegend sitzen müssen, versuchen Sie, zwischendrin immer mal wieder aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen, den Blick aus dem Fenster zu genießen oder den Anblick eines von Ihnen gewählten Bildes an der Wand oder eines Gegenstandes auf Ihrem Schreibtisch. Entspannen Sie sich mit gehenden Tätigkeiten, mit Treppensteigen, mit kraftvollem Walking nach Feierabend oder einem schwungvollen Tanz am Wochenende.
 
2.) Genießen Sie Ihre wohl verdienten kreativen Pausen, z. B. ein zwanzig Minuten langes Power Napping in ihrer Mittagspause, ohne jeden Selbstzweifel. Ihren inneren Stimmen mit Sätzen wie „du musst aber…“, „du kannst jetzt nicht vom Schreibtisch weggehen“ zeigen Sie die rote Karte und sagen dazu „stopp“.
 
3.) Kreativität und Effizienz lassen sich nicht durch ständig hartes Arbeiten und Selbstausbeutung herbei zwingen. Hilfreich dagegen ist ein Wechsel zwischen anregenden Tätigkeiten, Inspirationen außerhalb des Berufs und Routinearbeit. Wenn wir zum Beispiel Hausarbeit bewusst als Kopfreiniger betrachten, anstatt als lästige und ungeliebte Aufgaben, werden wir rasch merken, dass sie keine Zeitverschwendung sind, sondern ebenfalls eine kreative Pause mit überraschenden Ergebnissen.
 
4.) Alles, was Ihren Kopf freimacht, Ihnen erlaubt, Ihre Gedanken schweifen zu lassen und Ihrem Unterbewusstsein viel Raum gibt, hilft Ihnen, neue Ideen zu entwickeln und kreativ zu sein.
 
5.) Kreative Pausen sind überall möglich: In der Schlange vor der Kasse im Supermarkt ebenso wie im Wartezimmer des Arztes, im Stau im Feierabendverkehr. Beispielsweise lässt es sich mit einem guten Buch oder einem spannenden Schmöker in der Tasche in früher als Stress empfundenen Alltagssituation entspannen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Geißler, Karlheinz, Lob der Pause – Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind, 2010, Oekom Verlag, ISBN 9783865812001

 
     
       

Personalführung

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    7. August 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Der "getigerte" Bettvorleger
 
„Er ist mal wieder als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet“. Wie oft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einander diesen Satz hinter vorgehaltenen Hand zugeflüstert haben, nachdem sie wieder einmal erkennen mussten, ihre Führungskraft hatte zum x-ten Mal viel versprochen und wenig gehalten, ist unbekannt. Jedes Mal klang die Aussage ihres Chefs, ihrer Chefin überzeugend. Genauso oft blieb sie eine leere Versprechung. Etwa, dass die Arbeitszeiten besser geregelt und rechtzeitig abgestimmt werden. Oder, dass die seit Monaten freie Stelle so rasch wie möglich wieder besetzt sein wird - bis heute ist noch nicht einmal die Stellenausschreibung veröffentlicht. Der von allen gemeinsam aufgestellte Grundsatz, Kritik an der Arbeit sprechen wir direkt an, statt über jemanden zu reden, wird von der Führungspersönlichkeit genauso wenig eingehalten, wie am Ende von der ganzen Abteilung. Und das mit viel Theatralik eingeführte Leitbild des Unternehmens, die Kunden in den Mittelpunkt allen Handelns zu stellen, hat die Führungsspitze schon kurz nach der Veröffentlichung „vergessen“.

Das Ergebnis überrascht kaum: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit ihrer Vorgesetzten, und Chefs ihren Einfluss in ihren Teams. Ihnen bleibt jetzt nur noch Druck und Angst als Führungsinstrument, statt Vertrauen und Offenheit. Wir lassen uns alle, besonders unter schwierigen Situationen, rasch dazu verleiten, etwas vorschnell zu versprechen. Spätestens jedoch, wenn wir erkennen, wir können unsere Zusagen nicht einhalten, stärken wir unsere Glaubwürdigkeit unserem Team oder unserem Kollegen, unserer Kollegin gegenüber, wenn wir dies offen kommunizieren, statt weitere Zugeständnisse zu machen, die wir dann ebenso wenig erfüllen können. Wir steigern unsere Glaubwürdigkeit, wenn wir vor allem die berühmten Taten sprechen lassen, statt die von unserem Gegenüber auch gerne mal missverstandenen Worte. Wir steigern sie auch dadurch, dass wir nur wenige, entscheidende Dinge laut versprechen, dafür uns selbst und leise gegebene Versprechungen selbstbewusst einhalten, und damit vermitteln, dass wir an die von uns gesetzten Ziele glauben und uns dafür, so gut wir es vermögen, einsetzen. Nicht der Applaus für eine Absichtserklärung ist uns wichtig, für uns zählt das, was wir erreicht haben.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Für Führungskräfte kann es fatal sein, wenn sie unglaubwürdig in ihrem Verhalten sind. Nicht eingehaltene Versprechungen, Unzuverlässigkeiten lösen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – manchmal nur unbewusst – die Frage aus, kann ich mich in entscheidenden Angelegenheiten auf meinen Chef, meine Chefin verlassen?
 
2.) Als Führungspersönlichkeit ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, gegebene Versprechen auch einzuhalten und diese nicht zu „vergessen“. Wenn es einmal nicht möglich ist ein Versprechen einzulösen, dann es wichtig, sofort und offen darüber zu sprechen, um die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht zu sehr zu enttäuschen. Allerdings sollte daraus kein Schema werden. Immer wieder angebrachte Entschuldigungen für nicht eingelöste Zusagen lassen das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen in die Führungskraft ebenfalls rasch schwinden.
 
3.) Schwierig wird es immer dann, wenn Sie aus Ihrer Sicht kein Versprechen abgegeben haben, aus der Sicht Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedoch schon. Etwa, wenn Sie kommunizieren, dass in einigen Monaten sich die wirtschaftliche Lage für Ihr Unternehmen wieder gebessert und die Zeiten für alle wieder ertragreicher sein werden. Sie haben die allgemeine Situation dargestellt, Ihre Mitarbeiter hören, es gibt dann eine Gehaltserhöhung. Auch hier gilt: Sprechen Sie offen an, dass Sie unbeabsichtigt falsche Erwartungen geweckt haben und versuchen Sie künftig, durch klare Aussagen falsche Interpretationen weitgehend zu vermeiden.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Dernbach, Beate, Meyer, Michael, Vertrauen und Glaubwürdigkeit: Interdisziplinäre Perspektiven, 2005, S Verlag für Sozialwissenschaften, ISBN: 9783531141169

 
     
       

Respekt

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    31. Juli 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Handschlag
 
Inmitten der Fernsehszenen von strahlenden deutschen Nationalspielern nach dem 4:0 gegen Argentinien bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika und bunt bemalten, jubelnden deutschen Fans ein Handschlag: Unmittelbar nach dem Abpfiff des Spiels reicht Thomas Müller dem Schiedsrichter des Spiels, Rawschan Irmatow aus Usbekistan, die Hand. Zwei Wimpernschläge lang bleibt das Bild auf dem Fernsehschirm, dann Szenenwechsel. Erst nach einer Weile setzt sich das Bild im Kopf fest. Wegen eines angeblich absichtlichen Handspiels hatte der 20jährige junge Mann in der 35. Minute der Partie vom eben jenem Schiedsrichter die gelbe Karte bekommen und wusste seither, er kann im später entscheidenden Halbfinale nicht mitspielen. Obwohl sichtbar enttäuscht über die Fehlentscheidung des Schiedsrichters schaffte er es, dem Referee seinen Respekt zu zeigen und ihm mit seinem Handschlag seine Wertschätzung auszudrücken.

Menschen wie Thomas Müller empfinden wir als charismatisch. Sie begeistern uns und bringen uns ins Schwärmen. Sie zeigen uns, wie wohltuend es ist, wenn jemand großzügig zu uns ist, wenn uns jemand signalisiert, Du bist es mir wert und uns dies bestätigt mit einem kurzen Handschlag, mit einem sympathischen Lächeln, mit netten Worten oder einem Lob. Von einem anderen Menschen Wert geschätzt zu werden ist ein ganz besonderes Geschenk. Wir freuen uns über die Anerkennung unseres Gegenübers, wir genießen es, wenn wir ein ehrlich gemeintes Kompliment erhalten oder durch eine Geste wie eine für uns aufgehaltene Tür im nüchternen Büroalltag für einen Moment lang verwöhnt werden.

Oft fällt es jedoch schwer, unserem Gegenüber zu offenbaren, wie sehr wie ihn oder sie schätzen. Manchmal müssen wir erst erkennen, dass wir als Kinder kaum gelobt und anerkannt wurden; wir müssen unsere Enttäuschung darüber hinter uns lassen und können dann allmählich lernen, den anderen wirklich wahrzunehmen und ihm unseren Respekt entgegen zu bringen. Dies können wir mit Worten tun und ebenso erfolgreich mit unserer Gestik und unserem Verhalten, wie etwa einem freundlichen Lächeln, einem offenen Blick, unseren entgegenkommenden Schritten am Eingang unseres Unternehmens beim Empfang unserer Geschäftspartner, einem regelmäßigen Besuch unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an deren Arbeitsplatz oder wenn wir unserem neuen Kunden im Konferenzraum den besten Platz anbieten. Den anderen Wert zu schätzen heißt nicht, in Lobhudeleien auszubrechen, ein Handschlag zur rechten Zeit reicht oft.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Wir sezieren mit Leidenschaft die Schwächen unserer Mitmenschen. Kennen wir jedoch auch die Stärken unseres Gegenübers? Wissen wir, was sich hinter dem schüchternen Blick, dem forschen Auftritt, der grellen Krawatte oder dem stark geschminkten Gesicht verbirgt?
 
2.) Den anderen Wert zu schätzen bedeutet für uns oft zu lernen, mit unserem Neid umzugehen. Wie oft sind wir neidisch, weil der andere etwas besser kann und deshalb von vielen um Rat gebeten wird. Auch wenn es uns manchmal schwer fällt, wenn wir lernen anzuerkennen, welche Qualitäten und Fähigkeiten der andere hat, lernen wir nicht nur ihn, sondern auch uns selbst Wert zu schätzen.
 
3.) Wertschätzung drückt sich nicht nur in der Sprache, sondern auch in Gestik, Mimik und Verhalten aus. Blickkontakt, wenn wir mit jemand sprechen, eine zugewandte Körpersprache, unser Aufnehmen von Signalen unseres Gegenübers, z. B., sein Wunsch in seinen Augen, auch etwas sagen zu können und ihn dann um seine Meinung zu bitten, sind kleine Gesten mit großer Wirkung.
 
4.) Und wenn wir dann noch als Chefs unser Zeitmanagement im Griff haben und Besprechungen gut vorbereitet sind mit Vorlagen für alle Teilnehmer, wissen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, ihr Unternehmen ist es wert, dass sie sich für ihre Arbeit engagieren.

 
     
        OP-Kolumne „Ihre Karriere bitte" nach oben
       
    24. Juli 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Sommernächte
 
Lange, helle Abende, die endlos erscheinen, farbenprächtige Sonnenuntergänge, warme Sommernächte - manchmal scheint es, als gingen die Alltags-Uhren im Sommer langsamer, als dauere ein Tag länger als üblich. Dabei hat sich an den Herausforderungen des täglichen Lebens nichts geändert. Möglicherweise liegt es daran, dass es uns die langen Abende erlauben, uns ganz gemächlich von unserem Tag mit seinen vielen Anforderungen und Aufregungen zu verabschieden. Sommernächte bringen uns keine abrupt erscheinenden Übergänge von hell nach dunkel. Das Tageslicht verlässt uns in gemächlichem Tempo, und wir können dabei Schritt für Schritt den Tag loslassen und abschließen.
Milde Sommernächte draußen im Garten, im Park, auf dem Balkon, am See, am Fluss - sie können uns erleben lassen, wie es sich anfühlt, uns bedächtig und gelassen von dem was bereits hinter uns liegt, zu entlasten und befreit zu fühlen. Der nächste Tag erscheint uns in langen Sommernächten noch ganz weit entfernt, anstatt nur 6 bis 8 kurze Stunden. Womöglich ist das eines ihrer Geheimnisse. Sommernächte laden uns dazu ein, uns bewusst im Loslassen zu üben und dies Schritt für Schritt zu tun, so wie es uns eigen ist.
Verluste, Abschiede, Vergänglichkeit, sie gehören zu unserem Leben dazu. Wie das Ende unseres Berufslebens, der Abschied von einem geliebten Menschen, der Verlust von Fähigkeiten, die wir seit Jahrzehnten beherrscht haben oder die Erkenntnis, dass wir trotz aller Anstrengungen eine uns wichtige Aufgabe einfach nicht schaffen werden (und vielleicht nie mehr), dass sie uns nicht gelingen wird, dass alle unsere Mühen vergeblich waren.
Nach dem Ausleben unsere Gefühle des Schmerzes, der Wut, der Trauer, der Unzufriedenheit ermöglicht uns unser sukzessives Loslassen, unsere Ängste vor dem Neuen schrittweise aufzulösen und unseren Alltag neu zu erleben und wahr zu nehmen. Vielleicht gelingt es uns am Ende sogar, uns neu zu sehen und dabei zu erfahren, dass wir uns mit unserem Loslassen ein Stück innerer Freiheit zu schenken vermögen. Statt in einer für uns unguten Situation zu verharren und dem verzweifelten Versuch, diese krampfhaft festzuhalten, lösen wir uns von unserem ständigen Blick auf das Vergangene und beginnen zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht ändern können.
Unsere innere Freiheit kann uns Kraft geben für neue berufliche Herausforderungen, neue persönliche Beziehungen oder dem Erlernen weiterer Fähigkeiten.
 
Genießen Sie Ihre Sommernächte

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Manchmal wundern wir uns, warum es uns so schwer fällt, uns von Mustern und Überzeugungen zu verabschieden, von denen wir seit langem wissen, dass sie uns nicht gut tun. Beispielsweise die Überzeugung, die im Coaching oft geäußert wird, dass wir nicht gut genug sind, die Kolleginnen und Kollegen sind besser, strukturierter, organisierter.
Hilfreich kann es dann sein, wenn wir uns fragen, was haben wir davon, wenn wir uns an unsere altbekannten Strukturen klammern? Brauchen wir vielleicht das Problem, weil wir sonst aufgefordert sind, Neues in unser Leben zu lassen? Etwas, das uns unbekannt ist?
 
2.) Loslassen kann ein schwieriger Prozess sein und so genannte Supporter, wie ein Coach, ein Therapeut, Freunde und Familie können uns darin oft gut unterstützen. Wir helfen uns selbst, in dem wir uns zunächst bewusst machen, dass wir mit unseren Gedanken unsere Gefühle beeinflussen. Entscheiden wir uns dann dafür, loszulassen, dann unterstützen wir uns dabei, dass wir innerlich oder auch ganz laut Stopp sagen, wenn der Gedanke, wir seien nicht gut genug, uns wieder einmal durch den Kopf schießt. Unsere Supporter erinnern uns regelmäßig an Stopp. Am Anfang wird es für uns schwer sein, uns von unseren lang antrainierten Überzeugung zu verabschieden. Im Laufe der Zeit fällt es uns immer leichter.

3. ) Wenn es uns am Ende unseres erfolgreichen Loslassen-Prozesses gelingt, Selbstvorwürfe, wir hätten zu lange in einer Situation verharrt und daran festgehalten, zu vermeiden oder wieder weg zu schicken, dann haben wir es geschafft und können mit Xaver Naido, dem Sänger der Söhne Mannheim, sagen: „Dieser Weg wird kein leichter sein … doch dieses Leben bietet so viel mehr.“
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Müller-Kainz, Elfrida, Loslassen, 2007, Integral Verlag, ISBN: 9783778791837
 
Engelbrecht, Sigrid, Der kleine Coach – Las los, was deinem Glück im Weg steht, Gräfe & Unzer Verlag, 2009, ISBN: 9783833813702

 
     
       

Trennung

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    24. Juli 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Sommernächte
 
Lange, helle Abende, die endlos erscheinen, farbenprächtige Sonnenuntergänge, warme Sommernächte - manchmal scheint es, als gingen die Alltags-Uhren im Sommer langsamer, als dauere ein Tag länger als üblich. Dabei hat sich an den Herausforderungen des täglichen Lebens nichts geändert. Möglicherweise liegt es daran, dass es uns die langen Abende erlauben, uns ganz gemächlich von unserem Tag mit seinen vielen Anforderungen und Aufregungen zu verabschieden. Sommernächte bringen uns keine abrupt erscheinenden Übergänge von hell nach dunkel. Das Tageslicht verlässt uns in gemächlichem Tempo, und wir können dabei Schritt für Schritt den Tag loslassen und abschließen.
Milde Sommernächte draußen im Garten, im Park, auf dem Balkon, am See, am Fluss - sie können uns erleben lassen, wie es sich anfühlt, uns bedächtig und gelassen von dem was bereits hinter uns liegt, zu entlasten und befreit zu fühlen. Der nächste Tag erscheint uns in langen Sommernächten noch ganz weit entfernt, anstatt nur 6 bis 8 kurze Stunden. Womöglich ist das eines ihrer Geheimnisse. Sommernächte laden uns dazu ein, uns bewusst im Loslassen zu üben und dies Schritt für Schritt zu tun, so wie es uns eigen ist.
Verluste, Abschiede, Vergänglichkeit, sie gehören zu unserem Leben dazu. Wie das Ende unseres Berufslebens, der Abschied von einem geliebten Menschen, der Verlust von Fähigkeiten, die wir seit Jahrzehnten beherrscht haben oder die Erkenntnis, dass wir trotz aller Anstrengungen eine uns wichtige Aufgabe einfach nicht schaffen werden (und vielleicht nie mehr), dass sie uns nicht gelingen wird, dass alle unsere Mühen vergeblich waren.
Nach dem Ausleben unsere Gefühle des Schmerzes, der Wut, der Trauer, der Unzufriedenheit ermöglicht uns unser sukzessives Loslassen, unsere Ängste vor dem Neuen schrittweise aufzulösen und unseren Alltag neu zu erleben und wahr zu nehmen. Vielleicht gelingt es uns am Ende sogar, uns neu zu sehen und dabei zu erfahren, dass wir uns mit unserem Loslassen ein Stück innerer Freiheit zu schenken vermögen. Statt in einer für uns unguten Situation zu verharren und dem verzweifelten Versuch, diese krampfhaft festzuhalten, lösen wir uns von unserem ständigen Blick auf das Vergangene und beginnen zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht ändern können.
Unsere innere Freiheit kann uns Kraft geben für neue berufliche Herausforderungen, neue persönliche Beziehungen oder dem Erlernen weiterer Fähigkeiten.
 
Genießen Sie Ihre Sommernächte

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Manchmal wundern wir uns, warum es uns so schwer fällt, uns von Mustern und Überzeugungen zu verabschieden, von denen wir seit langem wissen, dass sie uns nicht gut tun. Beispielsweise die Überzeugung, die im Coaching oft geäußert wird, dass wir nicht gut genug sind, die Kolleginnen und Kollegen sind besser, strukturierter, organisierter.
Hilfreich kann es dann sein, wenn wir uns fragen, was haben wir davon, wenn wir uns an unsere altbekannten Strukturen klammern? Brauchen wir vielleicht das Problem, weil wir sonst aufgefordert sind, Neues in unser Leben zu lassen? Etwas, das uns unbekannt ist?
 
2.) Loslassen kann ein schwieriger Prozess sein und so genannte Supporter, wie ein Coach, ein Therapeut, Freunde und Familie können uns darin oft gut unterstützen. Wir helfen uns selbst, in dem wir uns zunächst bewusst machen, dass wir mit unseren Gedanken unsere Gefühle beeinflussen. Entscheiden wir uns dann dafür, loszulassen, dann unterstützen wir uns dabei, dass wir innerlich oder auch ganz laut Stopp sagen, wenn der Gedanke, wir seien nicht gut genug, uns wieder einmal durch den Kopf schießt. Unsere Supporter erinnern uns regelmäßig an Stopp. Am Anfang wird es für uns schwer sein, uns von unseren lang antrainierten Überzeugung zu verabschieden. Im Laufe der Zeit fällt es uns immer leichter.

3. ) Wenn es uns am Ende unseres erfolgreichen Loslassen-Prozesses gelingt, Selbstvorwürfe, wir hätten zu lange in einer Situation verharrt und daran festgehalten, zu vermeiden oder wieder weg zu schicken, dann haben wir es geschafft und können mit Xaver Naido, dem Sänger der Söhne Mannheim, sagen: „Dieser Weg wird kein leichter sein … doch dieses Leben bietet so viel mehr.“
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Müller-Kainz, Elfrida, Loslassen, 2007, Integral Verlag, ISBN: 9783778791837
 
Engelbrecht, Sigrid, Der kleine Coach – Las los, was deinem Glück im Weg steht, Gräfe & Unzer Verlag, 2009, ISBN: 9783833813702

 
     
       

Beruf und Karriere

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    17. Juli 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Drehbuch Barbara
 
Mit dem ersten Arbeitstag des neuen Kollegen war alles anders. Statt weiterhin davon träumen zu können, sie werde die Nachfolgerin ihres Chefs, wie bislang zwischen der Geschäftsleitung ihres Immobilienunternehmens und ihr vorgesehen, musste meine Klientin Barbara T. lernen, dass ihr Weg innerhalb ihrer Firma keineswegs so vorgezeichnet war, wie sie es geglaubt hatte. Denn der Neue, wie sie ihn in den Coaching Stunden zunächst nur nannte, versuchte sofort gezielt und erfolgreich, sie mit einem Feuerwerk an neu klingenden Ideen, Überstunden und ständiger Präsenz in den Sitzungen mit dem Chef aus der Nachfolgerrolle hinaus zu drängen.
Im Laufe des Coaching begann sie, statt weiter über ihn zu jammern und sich ungerecht von ihm und ihrer Geschäftsführung behandelt zu fühlen, strategisch ihre Zukunft zu planen und nüchtern die ersten Schritte in eine selbst bestimmte berufliche Zukunft zu gehen. Sie nutzte den Freiraum der Beratungsstunden dafür, zu prüfen, worin sie sich gegenüber ihrem Mitbewerber auszeichnet, welche beruflichen Stärken sie generell hat und wie sie diese noch gezielter als bislang für ihre Beratungstätigkeit im komplexen Markt der Büroimmobilienwirtschaft einsetzen kann. Außerdem begann sie eine seit langem geplante Weiterbildung in Finanzwirtschaft und Wirtschaftsmathematik.
Jede Entscheidung, jede weitreichendere Handlung schrieb sie in ihr Strategietagebuch, das sie liebevoll ihr „Drehbuch Barbara“ nannte. Neben ihrer eigenen Rolle hielt sie darin auch fest, in welchem Zeitraum sie welche Ziele erreichen möchte und wer von ihrer Familie, ihren Freunden und ihren Kolleginnen und Kollegen, ihr helfen kann, diese auch tatsächlich zu realisieren. Schritt für Schritt konkretisierte sie ihren Raum der Möglichkeiten, wie sie ihren Strategieplan charakterisierte und immer deutlicher zeichnete sich darin ihre berufliche Zukunft ab. Sie kaprizierte sich nicht mehr auf ihre Rolle als Nachfolgerin. Sie entschied sich vielmehr dafür, vor allem in ihre berufliche Weiterbildung zu investieren, ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten konsequent für sich zu nutzen und sich emotional zu stabilisieren. Nur noch, wenn es in ihrem Berufsalltag wirklich erforderlich war, befasste sie sich mit ihrem Konkurrenten und entfaltete dann je nach Situation eine entsprechende Taktik.
Am Ende schloss ihr Drehbuch ab mit einem für sie unerwarteten Happy End. Ein Mitbewerber bot ihr neue Perspektiven in seinem Unternehmen, die genau zu der von ihr entwickelten beruflichen Strategie passten. Ein deutlich höheres Gehalt inklusive.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Im anstrengenden beruflichen Alltag bleibt uns oft wenig Zeit, uns mit unserer eigenen, beruflichen Zukunft zu befassen. Oder wir vermeiden eine langfristige Planung, weil uns diese Arbeit zu anstrengend erscheint. Manchmal zwingt uns jedoch eine unerwartete Herausforderung, sehr rasch eine neue Strategie für uns zu entwickeln.
 
2.) Die Strategie für unsere berufliche Zukunft geht von unserer Ausgangslage aus und beschreibt den Weg mit den Zwischenstationen oder Teilzielen bis zu dem von uns erträumten Ziel. Wesentlich für eine strategische Planung ist es, diese sachlich und klar auszuarbeiten und bei Bedarf immer wieder an die Gegebenheiten anzupassen.
 
3.) Berater, wie Freunde, Familie, Kolleginnen und Kollegen oder ein Coach können uns dabei helfen, den nötigen Abstand herzustellen und unser Handeln nicht aus der Perspektive des Alltagsgeschäftes, sondern aus einem größeren Blickwinkel zu betrachten.
 
4.) Das Visualisieren von komplexen Zusammenhängen mit Hilfe einfacher Bilder kann dazu führen, den Strategieplan für uns verständlicher zu machen.

5.) Nach dem Erreichen eines Zieles durch eine sorgfältig geplante und durchgeführte Strategie ist es wichtig, unseren Erfolg zu feiern und das Erreichte zu würdigen. Und sei es mit einem leisen inneren Danke.

 
     
       

Selbstcoaching

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    10. Juli 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Die Miroslav-Klose-Methode
 
Erinnern Sie sich noch? An das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika in Durban? Gegner Australien? 8. Minute: Tor Lukas Podolski zum 1:0 und ja, richtig, 26. Minute Kopfball Miroslav Klose zum 2:0: Der sensible Torjäger, den 80 Millionen deutsche Fußballtrainer bis zum Anpfiff für eine Fehlbesetzung im deutschen Team hielten (mich eingeschlossen), war offensichtlich mental und körperlich fit und hatte genau zum richtigen Zeitpunkt die ihm eigene Leichtigkeit im Umgang mit dem Ball wiedergefunden. „Meine große Stärke ist es, mich in schlechten Zeiten voll auf den Punkt zu konzentrieren. Und wenn es läuft, freue ich mich, dass es so ist“ beschrieb der 32jährige in der FAZ (5.7.2010) seine „Miroslav-Klose-Methode“.
Volle Konzentration auf das von ihm festgelegte Ziel, Feiern des Erfolgs, wenn er es geschafft hat - vielleicht hat Miroslav Klose wesentliche Elemente des mentalen Trainings in seiner Vorbereitungsarbeit genutzt, das 2004 der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann in die Arbeit mit der Nationalmannschaft eingeführt hatte. Denn Herausforderungen wie das Gewinnen einer Fußballweltmeisterschaft, das Bestehen einer Prüfung, eine perfekte Rede im Vorstand, eine Abiturarbeit, eine riskante Operation oder eine Notlandung mit einem vollbesetzten Flugzeug – sie alle werden auch im Kopf entschieden. Natürlich müssen die jeweiligen Fähigkeiten – Fußball spielen, Reden halten, Prüfungen bestehen, operieren oder fliegen können – vorhanden und optimal trainiert sein. Empfinden wir jedoch einen bestimmten Wettkampf als Bedrohung, eine Prüfung als Schreckensgespenst oder das Halten einer Rede als fast unerträglich für uns, bleiben wir trotz aller vorhandenen Talente und intensivem Training vermutlich weit unter unseren eigentlichen Möglichkeiten. Das mentale Training kann uns dabei helfen, uns unter extremen Bedingungen auf unsere Stärken zu fokussieren, uns auf die konkrete Situation zu konzentrieren und unser vorhandenes Wissen und Können optimal und zum richtigen Zeitpunkt abzurufen.
Beim mentalen Training üben wir die jeweilige Handlung innerlich und wiederholen sie planmäßig, ohne sie real durchzuführen. Das mentale Training ist das Training unserer Vorstellung von einer Bewegung oder von einer Situation, bei dem wir möglichst viele unserer Sinne einsetzen. Wir beobachten beispielsweise mit Hilfe innerer Bilder, wie wir unseren Golfschwung bestmöglich durchführen. Wir bestärken uns durch unser Selbstgespräch „ich kann ihn“, durch das Hören des Balls auf dem Golfschläger beim Abschlag, wir riechen die uns umgebende Luft und schmecken das kühle Bier nach dem gewonnenen Spiel. Wir beeinflussen unseren Geist durch unsere Vorstellung, trainieren unsere Bewegungen mental regelmäßig und über längere Zeit - neben dem eigentlichen Training -, und schenken uns damit die Chance, die von uns selbst gewählten Ziele erfolgreicher als bislang zu erreichen.
 
Genießen Sie Ihre Leichtigkeit mit Ihrem „Ball“

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Beim mentalen Training geht es nicht darum, positiv zu denken und gut drauf zu sein. Mentales Training ist harte Arbeit. Wir müssen dabei unsere bequeme Komfortzone verlassen und systematisch und längere Zeit an uns arbeiten. Üblicherweise wechseln wir dabei mentales Training und reales Training miteinander ab.
 
2.) Entspannungsübungen sind wichtige Bestandteile des mentalen Trainings.
 
3.) Zum mentalen Training gehören auch der positive Umgang mit der Niederlage und das Lernen daraus.
 
4.) Mentales Training ist die Simulation ähnlich einem Flugsimulator einer realen Situation, Bewegung oder Handlung.
 
5.) Einen ersten, groben Einblick in die Wirkungsweise von mentalem Training vermittelt eine kleine Übung: Platz für ausgestreckten rechten Arm haben. Schulterbreit hinstellen. Beine bleiben stehen, sind im Boden verankert. Rechten Arm horizontal nach vorne ausstrecken, Daumen der rechten Hand zeigt nach oben. Langsam den Arm nach rechts drehen. Referenzpunkt merken, auf den der Daumen zeigt, den Sie mit Ihrer maximal ausgeführten Armdrehung erreichen. Zurück in die Ausgangsposition. Augen schließen. Bewegung innerlich, also in der eigenen Vorstellung wiederholen, ohne sie jedoch praktisch auszuführen. Versuchen Sie bei Ihrer innerlich durchgeführten Bewegung mit Ihrem Arm 20 bis 30 cm weiter zu drehen als zuvor. Augen öffnen. Jetzt Bewegung erneut real durchführen. Wohin kommen Sie, wohin zeigt Ihr Daumen jetzt?
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Amler Wolfgang, Bernatzky Patrick, Knörzer Wolfgang, Integratives Mentaltraining im Sport 2008, Meyer Verlag, ISBN: 9783898991971
 
Eberspächer, Hans, Gut sein, wenn’s drauf ankommt, Erfolg durch mentales Training
2008, Hanser Fachbuch, ISBN: 9783446414938

Hermann Hans Dieter, Mayer Jan, Mentales Training: Grundlagen und Anwendung in Sport, Rehabilitation, Arbeit und Wirtschaft, 2009, Springer Verlag, ISBN: 9783540763512

 
     
       

Teamarbeit

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    3. Juli 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Teamkonflikte
 
„Ich bin hilflos. Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun kann.“ Mit gequältem Gesicht saß mir mein Klient Michael S. in der ersten Beratungsstunde gegenüber. Seit Wochen hatte der Inhaber eines Beratungsunternehmens für Umweltfragen versucht, einen seit länger schwelenden Konflikt innerhalb seiner 10köpfigen Mannschaft um die besten Arbeitsplätze im gerade entstehenden Neubau seines Unternehmens zu lösen. Vergeblich. Nichts half. Auch nicht seine eigentlich gute Idee, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander auswählen und entscheiden zu lassen, wo sie künftig gerne ihren Schreibtisch im Großraumbüro aufstellen möchten. Der Konflikt im Team schien unüberwindbar. Im Laufe der Beratung erkannte Michael S., dass sein Wunsch nach einem ständig reibungslos und engagiert arbeitenden Team eine Illusion ist. Selbst das hohe und gemeinsame Ziel aller, durch gute und fundierte Beratung viel für die Umwelt in der Region erreichen zu können, versprach keinen Schutz vor Konflikten im Team in seinem Haus.
Inzwischen hat er für sich akzeptiert, dass Teamkonflikte in Unternehmen zum Arbeitsalltag dazu gehören. Er weiß auch, dass er Vieles dafür tun kann, dass sich Konflikte weniger dramatisch für den einzelnen Mitarbeiter, die einzelne Mitarbeiterin, für ihn und für sein gesamtes Unternehmen auswirken. Seine wichtigsten Instrumente sind dabei Beobachten, Zuhören und viele Fragen stellen. Beim täglichen Rundgang durch sein Haus, für den er sich viel Zeit nimmt, nutzt er jede Gelegenheit, seine Mitarbeiter zu motivieren, sie mit Fragen zu neuen Ideen anzuregen und dazu aufzufordern, die jeweiligen Kompetenzen der einzelnen Kolleginnen und Kollegen für Sachfragen zu nutzen. Wenn er Anlass zur Kritik hat oder ein Konflikt zu spüren glaubt, bittet er zeitnah um ein Vieraugengespräch mit den einzelnen Teammitgliedern und versucht so, aufkeimende Konflikte rasch anzupacken und gemeinsam zu lösen.
Wichtig, so sagt er heute, war für ihn zu erfahren, dass er Konflikte im Team nicht als mangelnde Führungskompetenz ansieht, sondern als Chance, offenbar vorhandene Probleme aufzudecken, anstehende Veränderungen konstruktiv in die Wege zu leiten und bei einem Scheitern seiner Ideen und Vorstellungen, dies offen zu kommunizieren und daraus zu lernen. Unterdessen hat er es geschafft, dass sein Team und er sachlich und zielführend über anstehende Themen diskutieren können. Beim Aufteilen der Arbeitsplätze im neuen Firmensitz half ihnen die Idee eines Teammitglieds, ein Modell des Raumes anzufertigen und jede Kollegin, jeden Kollegen darum zu bitten, darin einen Ort für seinen aus Pappe gebastelten Schreibtisch zu finden. Das gemeinsame und kreative Suchen nach einer Lösung half dabei, dass heute jeder mit seinem neuen Arbeitsplatz zufrieden ist.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wie so oft spielen auch bei Konflikten im Team unsere Gefühle und unsere Gedanken eine wesentliche Rolle. Wenn für uns ein Konflikt vor allem Kampf, Niederlage, Angriff bedeutet, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass unser Gegenüber mit einem Gegenangriff und mit Kampf reagiert, groß. Wenn wir davon überzeugt sind, dass eine Lösung eines Teamkonflikts grundsätzlich möglich ist, besteht für uns die Chance, einen Konflikt tatsächlich aufzulösen.
 
2.) Eine ruhige, wertschätzende Ausstrahlung ist hilfreich in einem Konfliktgespräch. Ebenso das Wahrnehmen unseres Gegenübers als Mensch mit eigenen Interessen, auch wenn wir anderer Meinung sind.
 
3.) Gesprächsfördernd kann auch sein, das Konfliktgespräch und mögliche Lösungen in Gedanken vorab durchzugehen und zu prüfen, welchen Beitrag wir dazu leisten können, welche Kompromisse wir eingehen möchten und mit welcher inneren Einstellung wir in das Gespräch gehen.
 
4.) Klare und sich auf die aktuelle Situation beziehende Aussagen sind ebenfalls zielführend. Der Blick zurück auf bereits geklärte Konflikte oder pauschale Vorverurteilungen nach dem Motto, „Sie haben schon immer….“ helfen selten.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Haeske, Udo, Team- und Konfliktmanagement
2008, Cornelsen Verlag, ISBN: 9783589234097

 
     
       

Teamarbeit

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    26. Juni 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Wir wachsen zusammen zu einem Team
 
Bernd S. hatte sich auf seine neue Aufgabe gefreut. Statt eine einzelne Abteilung zu führen, wie bislang, sollte er bei seinem Arbeitgeber, einem mittelständischen Unternehmen der Automobilbranche, als Marketingleiter eine der Hauptabteilungen seines Hauses übernehmen. Gefördert vom Vorstand packte der freundliche, erfolgsorientierte und gut ausgebildete Fachmann begeistert die Herausforderung an, 20 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Team zusammenzuführen und neue Geschäftsstrategien für das Unternehmen zu entwickeln. Bereits nach wenigen Wochen war er völlig ernüchtert. Unmissverständlich hatten ihm seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klar gemacht, dass sie ihn als „Neuen“, als Chef nicht haben wollten - mit drastischen Mitteln. Noch fast harmlos erschien dabei ihr Verschweigen für ihn wichtiger Informationen. Dramatische Verleumdungen wie, er lasse sich von Kunden bestechen, schockierten ihn.
Im Coaching erarbeitete sich Bernd S. allmählich wieder sein Vertrauen zu sich und seiner Arbeit und entdeckte, dass sein Team in ihm einen fachlich herausragenden Chef hat, er jedoch dem Team gegenüber seine Ziele undeutlich darstellt, seine Mitarbeiter nur mit vage formulierten Aufträgen beauftragt, und sie sich deshalb verunsichert fühlen, weil sie nicht wissen, was er wirklich von ihnen erwartet. Inzwischen nimmt er sich ausreichend Zeit für die Erarbeitung und die Präsentation der Themen, die das Team bearbeiten soll, er greift zielführende Anregungen seiner Kolleginnen und Kollegen mit einem Lob auf und gibt seinem Team Raum für fachliche Diskussionen. Bei wichtigen Themen lädt er zu gut vorbereiteten Team-Workshops ein und versucht bewusst, seine Mitarbeiter dazu anzuregen, kontroverse Standpunkte herauszuarbeiten und auszudiskutieren. In Anlehnung an Walt Disneys Kreativitätstechnik bestimmt er am Anfang einer Diskussion einen Mitarbeiter als Kritiker, der jede Position, jede Aussage der Teammitglieder mit einer Gegenposition kontert. Eine Rolle, die im Laufe der Zusammenarbeit abwechselnd alle im Team einnehmen. Daraus entwickelte sich zur Überraschung aller eine konstruktive und zielführende Streitkultur, die dem Team half, immer wieder ungewöhnliche Ideen zu generieren. Achtsam wird Bernd S. in Teamsitzungen, wenn er beobachtet, dass einige seiner Teammitglieder bei einem Thema verstummen und sich nicht mehr am Gespräch beteiligen. Mit einem „…haben wir nach Ihrer Einschätzung noch unsere Ziele im Blick?„ gelingt es ihm jedoch oft, dass sich alle wieder an der Diskussion beteiligen. Zu seiner eigenen Überraschung kann er inzwischen auch seine Unsicherheiten über eine Entscheidung ins Team tragen. Sätze wie „ich bin mir nicht sicher, ob wir mit dieser Idee auf dem richtigen Weg sind“ werden von seinem Team längst nicht mehr als Hilflosigkeit interpretiert, sondern als Vertrauensbeweis.
 
Viel Erfolg beim Zusammenwachsen Ihres Teams!
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Die Entwicklung zu einem Team hängt von der Auswahl der einzelnen Mitarbeiter ab. Falls möglich, sollten sie unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten haben. Nicht immer haben jedoch Teamleiter die Möglichkeit, ihr Team selbst zusammen zu stellen. Oft stehen sie vor der Herausforderung, aus einer heterogenen Gruppe ein Team zu entwickeln.
 
2.) Förderlich für die Entwicklung eines Teams sind klare, für alle nachvollziehbare Ziele, die Beteiligung der Mitarbeiter an der Entwicklung der Ideen und der Entscheidungsfindung, und die Kunst des Teamleiters, konstruktive Kritik und Gegenpositionen bewusst herbei zu führen.
 
3.) Das Einhalten von Vereinbarungen und Terminen und das bewusste Feiern von Teilzielen – etwa durch ein Lob an das gesamte Team seitens des Teamleiters sind für das Zusammenwachsen eines Teams von Bedeutung.
 
4.) Gelingt es einem Teamleiter, das individuelle Fachwissen seiner Teammitglieder gezielt einzusetzen und das Wissensmanagement innerhalb des Teams zu organisieren, trägt dies zur Entwicklung eines „wir“-Gefühl innerhalb eines Teams weiter bei.
 
5.) Teamentwicklung braucht Geduld. Von allen. Auch von der Leitung eines Unternehmens.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Becker, Heinz, Teamführung
2009, Frankfurter Allgemeine Buch, ISBN: 9783899812084

Krüger, Wolfgang, Teams führen, 2009, Haufe-Lexware, ISBN: 9783448088731

 
     
       

Teamarbeit

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    19. Juni 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Wir sind ein Team
 
Ertönt der Pfiff des Schiedsrichters, dann gilt es: Spätestens mit dem Anpfiff eines Fußballspiels sollten 11 Individuen, Männer oder Frauen, eine Mannschaft sein. Ein Team, in dem jeder seine eigene Rolle hat. Gelingt es einem Trainer mit Unterstützung des Team, diese Rollen klar zu definieren und die individuellen Stärken der einzelnen Mitspieler auszuloten, zu fördern und zu verbessern und der Mannschaft dann zur Verfügung zu stellen, wenn sie es braucht, dann steigen die Chancen eines Fußballteams, ein Spiel zu gewinnen. Diese nehmen noch zu, wenn sie um ein für alle wichtiges Ziel kämpfen, um einen guten Platz in der Tabelle beispielsweise, die Landesmeisterschaft oder den Weltmeistertitel. Ein engagiertes Spiel aller und der optimale Einsatz des jeweiligen Könnens der einzelnen Teamplayer erhöhen die Aussicht auf den Gewinn.

Übersetzt in Teamarbeit in einem Unternehmen heißt das: Wird bei der Bildung eines Teams jedes der Gruppenmitglieder nach seinem Können ausgewählt, eingesetzt und unterstützt, ein konkretes gemeinsames Ziel vereinbart, und hat der Leiter, die Leiterin des Teams genaue Vorstellungen über die einzelnen Schritte und die Aufgabenverteilung innerhalb seiner Mannschaft, dann sollte die Teamarbeit für alle stimulierend und von Erfolg gekrönt sein. Dem Teamleiter kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Er wählt nicht nur das Team aus, er gibt seinem Team die nötige Freiheit, kreativ zusammen zu arbeiten und setzt Grenzen, wenn nötig. Etwa, wenn einer der Mitwirkenden sich hinter den anderen Teammitgliedern versteckt und vor der Arbeit drückt oder wenn ein anderer sich als Intrigant entpuppt und das Team zu sprengen versucht. Wesentlich für die Zusammenarbeit innerhalb eines Teams sind die permanente Kommunikation zwischen Teamleitung und der gesamten Gruppe und zwischen der Führung und jedem Einzelnen. Klare Absprachen, eine verbindliche Organisation, Termintreue, ein anregendes, transparentes Umfeld und eine offene Atmosphäre sind weitere notwendige Voraussetzungen für eine gute Teamentwicklung und den Teamerfolg. Förderlich kann auch ein Teamsprecher oder eine Teamsprecherin sein; eine Rolle, die im Team regelmäßig wechselt und damit die Zusammengehörigkeit untereinander weiter stärkt. Ist ein Team besonders leistungsstark, dann kann die Führungskraft durch anspruchsvolle Tätigkeiten und durch ein Lob an die gesamte Gruppe den Zusammenhalt und für jeden Einzelnen, für jede Einzelne weiter stärken und das Team zu herausragenden Ergebnissen bringen.

   
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Ein Team beginnt mit der Auswahl der einzelnen Mitarbeiter. Sie sollten unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten haben, ihre Charaktere zusammen passen, sich ergänzen und sie sich möglichst gegenseitig weiter bringen.
 
2.) Die Ziele für das Team werden schriftlich fixiert und von allen verinnerlicht.
 
3.) Jedes Teammitglied kennt seine Stärken und seine Schwächen und setzt diese gezielt für das Ziel der Gruppe ein. Eventuell schätzen die Gruppenmitglieder ihre Stärken selbst (schriftlich) ein und dann (ebenfalls schriftlich) die ihre Teamkollegen und Teamkolleginnen.
 
4.) Konflikte in einem Team gilt es frühzeitig und konkret anzusprechen, bei Bedarf auch mit dem gesamten Team.
 
5.) Hilfreich für das Zusammenwachsen eines Teams können bei wichtigen Herausforderungen zielführende Fragen der Teamleitung sein, die einzeln und schriftlich bearbeitet und dann gemeinsam ausgewertet werden.
 
6.) Eine Führungspersönlichkeit kann ein leistungsstarkes Team durch anspruchsvolle Aufgaben weiter fördern, ein leistungsschwaches Team anspornen, wenn die Ursachen für die Schwächen ergründet sind, ein Team mit Reserven durch Herausforderungen anfeuern, einem chaotischen Team durch Verständnis und Grenzen setzen weiter helfen zu guter Zusammenarbeit zu finden und ein problembeladenes Team ermutigen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Gellert, Manfred, Nowak, Claus, Teamarbeit, Teamentwicklung, Teamberatung: Ein Praxisbuch für die Arbeit in und mit Teams
2010, C. Limmer Verlag, ISBN: 9783928922135

Meier, Daniel, Wege zur erfolgreichen Teamentwicklung,
2005, Solution Surfers Verlag, Books on Demand

Van Dick, Rolf, West, Michael, Teamwork, Teamdiagnose, Teamentwicklung: Praxis der Personalpsychologie, 2005, Hogrefe Verlag, ISBN: 9783801718657

 
     
       

Beruf und Karriere

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    12. Juni 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Zufriedenheit als Karriere
 
Kaum habe ich es geschafft, meinen Klienten mit Handschlag zu begrüßen, stürmt er schon in das Beratungszimmer, setzt sich hin und fängt sofort an zu reden. Er arbeite sehr viel, berichtet er, sein Chef sei sehr zufrieden mit ihm und bis auf einen Kollegen, der ihn lange kenne und ihm neulich vertraulich mitgeteilt habe, er befürchte, er wäre inzwischen ein „Workaholic“, glauben die übrigen Kolleginnen und Kollegen, dass er noch eine große Karriere vor sich habe in dem Unternehmen, für das er als Logistikfachmann arbeitet. Seine Frau, erzählt er dann, die selbst einen gut bezahlten und fordernden Beruf ausübt, meint jedoch, er solle seine zeitintensive berufliche Situation einmal mit einem Psychologen besprechen. Das habe er jedoch nicht gewollt, er wolle vielmehr im Coaching seinen nächsten Karriereschritt planen, in seinem bisherigen Unternehmen oder auch an einem ganz anderen Ort.
Vorsichtig arbeiten wir heraus, dass wir es offenbar mit ganz unterschiedlichen Botschaften seiner Umgebung zu tun haben, die seine Arbeit und seine künftigen Möglichkeiten betreffen. Während ihn sein Chef darin unterstützt, seine Karriere weiter voran zu treiben, attestieren ihm seine Frau und ein Kollege, dass schon seine derzeitige Situation ihm nicht zwingend gut tut, und er dann womöglich noch hektischer werde. Im weiteren Verlauf des Gesprächs entdeckt er, dass er selbst gar nicht so genau weiß, was er will. Vielmehr fühlt er sich von zwei Seiten geschickt und bedrängt. Meinen Vorschlag, erst einmal ganz ruhig seine derzeitigen beruflichen Aufgaben und seine Fähigkeiten anzusehen und zu hinterfragen, lehnt er zunächst als nicht relevant für seine Fragestellung ab. Nach einigen Umwegen über seinen beruflichen Alltag, die sich immer wieder in den Vordergrund drängenden tagesaktuellen Probleme in den weiteren Sitzungen überzeugt ihn die Frage, ob er denn tatsächlich seinen Traumberuf ausübe, so wie er ihn sich einmal erträumt hat. Zu seiner eigenen Überraschung stellt er fest, dass er gar nichts anderes will, als seinen jetzigen Beruf, mit all den Möglichkeiten, die dieser im Rahmen seines Aufgabengebiets noch bieten kann. Bei ihm kehrt im Laufe der Beratung eine Zufriedenheit ein, die es ihm ermöglicht, trotz großer beruflicher und privater Herausforderungen gelassener zu werden. Er entdeckt wieder für sich, dass er entscheidet, was ihm gut tut und nicht seine Umgebung.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Manchmal wissen wir gar nicht, dass wir nicht unsere eigenen Träume und Ziele verfolgen, sondern vielmehr die unserer Umgebung. Wir sind jetzt „reif“ für den nächsten Karriereschritt heißt es da beispielsweise. Oder wir sind doch schon so lange an einem Ort, wäre ein Ortswechsel nicht angebracht und besser für unsere berufliche Zukunft?
 
2.) Wenn Sie gut gemeinte Ratschläge bekommen, dann prüfen Sie ganz ruhig und gelassen, ob diese wirklich für Sie stimmen. Vielleicht hilft Ihnen dabei, wenn Sie sich einen zweiten Stuhl im Raum aufstellen, auf dem Sie immer dann Platz nehmen, wenn Sie eine Beratung für eine Frage brauchen. Versetzen Sie sich in die Rolle einer guten Beraterin, eines guten Beraters und lassen Sie diese zu Ihnen sprechen. Denn meist wissen wir sehr genau, was uns gut tut. Manchmal ist es nur einfacher und bequemer, uns nach den Maßstäben der anderen zu orientieren und ihre Ratschläge versuchen umzusetzen, anstatt unseren eigenen Träumen nachzugehen und zufrieden und gelassen unseren Beruf zu leben.

 
     
       

Zeitmanagement

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    5. Juni 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Kein Mensch ist so beschäftigt
 
Ihr Talent für das Schauspiel ist beeindruckend. Über Jahre spinnen sie heimlich still und leise das Netz des Verderbens um ihr Opfer, umgarnen ihre Beute mit großer, fast unterwürfiger und lächelnder Freundlichkeit, während sie ihre Fäden der Gerüchte, Verleumdungen und hinterhältigen Machenschaften immer enger ziehen. Sehr geschickt agierende Intriganten werden von ihren Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzten oft erst nach Jahren entdeckt. Bis dahin haben sie schon eine erhebliche Menge an Zwietracht an ihrem Arbeitsplatz gesät.
Wie bei Jago, dem gehässigen Fähnrich in der Tragödie „Othello“ von William Shakespeare, speist sich das intrigante Verhalten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen häufig aus einer Mischung von übertriebenem Ehrgeiz und Enttäuschung über die eigene Stellung im Unternehmen. Sie fühlen sich beispielsweise zurückgesetzt bei der Besetzung von höheren Positionen und rächen sich auf ihre subtile Art und Weise solange, bis ihr Opfer sich nicht mehr zu wehren vermag und den Betrieb verlässt oder verlassen muss.
Intriganten brauchen als Umgebung ein Klima, in dem Misstrauen und Kontrolle überwiegen und in dem Vorgesetzte Denunziationen gerne ein offenes Ohr schenken, weil sie führungsschwach sind und sich lieber mit Klatsch und Gerüchten beschäftigen, als mit ihrer Verantwortung für den Betrieb. Werden beispielsweise Gerüchte sofort zurückgewiesen und öffentlich aufgedeckt, haben es Intriganten viel schwerer, ihren Einfluss auszuüben und das Vertrauen innerhalb eines Teams zu zerstören.
Selten versteifen sich Intriganten auf ganz üble Machenschaften, Sie agieren vielmehr sehr geschickt mit kleinen Lügen und Verdrehungen, halten bewusst Informationen zurück oder schmücken sich mit Ideen und Vorschlägen ihrer Kolleginnen und Kollegen. Sie schieben den anderen die Verantwortung für alles zu, sie sind an nichts Schuld und für nichts zuständig. Operieren sie gegenüber ihren Vorgesetzten, dann spielen sie oft den kleinen Jungen oder das kleine Mädchen, der oder das ganz hilflos ist und nicht weiß, was zu tun ist, um dann im nächsten Augenblick ihren Chef, ihre Chefin mit detailliert ausgearbeiteten Projektplänen und Arbeitspapieren zu überschütten, in denen irgendwo die geforderte Ausarbeitung versteckt ist. Finden sie Kollegen, die sie zum Mitmachen animieren können und leisten sie gleichzeitig fachlich Herausragendes, dann werden Intriganten besonders mächtig in einem Team. Intriganten ist nur schwer beizukommen. Wenn Sie Opfer einer Intrige sind, dann suchen Sie sich Verbündete, den Betriebsrat oder Ihnen vertraute Kolleginnen und Kollegen. Nur selten nimmt ein Intrigant den Kampf gegen mehrere auf. Er verkriecht sich dann lieber und sucht sich einen anderen Schauplatz für sein hinterhältiges Spiel.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Wir sind alle anders, wenn es um unsere Ordnung geht. Dem einen helfen gut beschriftete Ordner, der andere arbeitet lieber mit Computer und Organizer.
 
2.) Achten Sie auf die „Zeitdiebe“: Teambesprechungen zum Beispiel kosten oft viel zu viel Zeit (und Nerven). Wenn Sie es in der Hand haben, bereiten Sie Besprechungen klar und konsequent vor. Als Teilnehmer erbitten Sie sich konkrete Aussagen zu den vorgegebenen Themen und keine ausschweifenden Rundumblicke. Sind Ihre Besprechungspartner unbelehrbar, nutzen Sie klammheimlich die Zeit für kleine Wahrnehmungsübungen oder für Gehirnjogging.
 
3.) Zeitdiebe sind auch Emails und Handys. Nicht nur weil sie viel Zeit kosten, sondern weil sie uns ständig aus unserer konzentrierten Arbeit herausholen. Lesen Sie Emails nur zu bestimmten Zeiten am Tag und schalten Sie Ihr Handy und Ihr Telefon aus, wenn Sie kreativ arbeiten möchten. Machen Sie Ihre Bürotür zu.
 
4.) Nehmen Sie sich viel Zeit für die Vorbereitung von Arbeitsaufträge an Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und besprechen Sie diese in Ruhe mit ihnen durch. Sie ersparen sich unnötige Rückfragen und haben mehr Zeit, sich Anregungen Ihres Teams anzuhören und darüber zu diskutieren.
 
5.) Genießen Sie Ihre Freizeit. Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre sportlichen und kreativen Aktivitäten. Sie schenken Ihnen die Kraft, die Sie für Ihren Berufsalltag brauchen.
 
6.) Zum Thema Zeitmanagement gibt es eine Fülle an Literatur und Seminare. Prüfen Sie, ob diese für Sie eine Hilfe sein können. Oder sprechen Sie mit einem Psychologen oder einem Coach über das Bewahren Ihrer kostbaren Lebenszeit.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Seiwert, Lothar J., Das neue 1x1 des Zeitmanagement: Zeit im Griff, Ziele in Balance. Kompaktes Know-how für die Praxis, 2007, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN: 9783774256705

 
     
       

Personalführung

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    29. Mai 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Intriganten
 
Ihr Talent für das Schauspiel ist beeindruckend. Über Jahre spinnen sie heimlich still und leise das Netz des Verderbens um ihr Opfer, umgarnen ihre Beute mit großer, fast unterwürfiger und lächelnder Freundlichkeit, während sie ihre Fäden der Gerüchte, Verleumdungen und hinterhältigen Machenschaften immer enger ziehen. Sehr geschickt agierende Intriganten werden von ihren Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzten oft erst nach Jahren entdeckt. Bis dahin haben sie schon eine erhebliche Menge an Zwietracht an ihrem Arbeitsplatz gesät.
Wie bei Jago, dem gehässigen Fähnrich in der Tragödie „Othello“ von William Shakespeare, speist sich das intrigante Verhalten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen häufig aus einer Mischung von übertriebenem Ehrgeiz und Enttäuschung über die eigene Stellung im Unternehmen. Sie fühlen sich beispielsweise zurückgesetzt bei der Besetzung von höheren Positionen und rächen sich auf ihre subtile Art und Weise solange, bis ihr Opfer sich nicht mehr zu wehren vermag und den Betrieb verlässt oder verlassen muss.
Intriganten brauchen als Umgebung ein Klima, in dem Misstrauen und Kontrolle überwiegen und in dem Vorgesetzte Denunziationen gerne ein offenes Ohr schenken, weil sie führungsschwach sind und sich lieber mit Klatsch und Gerüchten beschäftigen, als mit ihrer Verantwortung für den Betrieb. Werden beispielsweise Gerüchte sofort zurückgewiesen und öffentlich aufgedeckt, haben es Intriganten viel schwerer, ihren Einfluss auszuüben und das Vertrauen innerhalb eines Teams zu zerstören.
Selten versteifen sich Intriganten auf ganz üble Machenschaften, Sie agieren vielmehr sehr geschickt mit kleinen Lügen und Verdrehungen, halten bewusst Informationen zurück oder schmücken sich mit Ideen und Vorschlägen ihrer Kolleginnen und Kollegen. Sie schieben den anderen die Verantwortung für alles zu, sie sind an nichts Schuld und für nichts zuständig. Operieren sie gegenüber ihren Vorgesetzten, dann spielen sie oft den kleinen Jungen oder das kleine Mädchen, der oder das ganz hilflos ist und nicht weiß, was zu tun ist, um dann im nächsten Augenblick ihren Chef, ihre Chefin mit detailliert ausgearbeiteten Projektplänen und Arbeitspapieren zu überschütten, in denen irgendwo die geforderte Ausarbeitung versteckt ist. Finden sie Kollegen, die sie zum Mitmachen animieren können und leisten sie gleichzeitig fachlich Herausragendes, dann werden Intriganten besonders mächtig in einem Team. Intriganten ist nur schwer beizukommen. Wenn Sie Opfer einer Intrige sind, dann suchen Sie sich Verbündete, den Betriebsrat oder Ihnen vertraute Kolleginnen und Kollegen. Nur selten nimmt ein Intrigant den Kampf gegen mehrere auf. Er verkriecht sich dann lieber und sucht sich einen anderen Schauplatz für sein hinterhältiges Spiel.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Manche Coaches und Personalberater empfehlen Unternehmen dringend, wenn irgendwie möglich, sich von Intriganten zu trennen. Denn Intriganten können Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzte systematisch daran hindern, ihre eigentliche Arbeit zu tun und boykottieren so nicht nur den Erfolg des Einzelnen, sondern ganzer Abteilungen oder Unternehmen.
 
2.) Intriganten zerstören das Vertrauen innerhalb eines Teams, das erforderlich ist für eine gute und gedeihliche Zusammenarbeit.
 
3.) Wenn Sie merken, dass Sie sich mitten in einer Intrige befinden, dann schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf. Bitten Sie eventuell Kolleginnen und Kollegen um Unterstützung. Gerüchte weisen Sie von sich und machen sie diese öffentlich. Treten Sie Intriganten gegenüber sehr bestimmt auf und verweisen Sie auf die Konsequenzen, die das intrigante Spiel haben wird, wenn es weiter betrieben wird, bei Bedarf im Beisein von Zeugen wie dem Betriebsrat. Bleiben Sie höflich und gelassen im Umgang und beharrlich in den Konsequenzen. Zeigen Sie klar die Grenzen auf. Wenn in Ihrem Unternehmen keine Änderungen möglich sind, dann denken Sie über einen Wechsel des Arbeitsplatzes nach. Damit nicht am Ende Ihre Gesundheit unter der Intrige leidet.
 
4.) Intriganten ernähren sich auch durch Informationen über Ihr Privatleben. Geben Sie nichts von sich preis, nutzen Sie dagegen Ihre Fertigkeiten des Small Talks im Umgang mit ihnen.
 
5.) Ist Ihr Vorgesetzter ein Intrigant, dann brauchen Sie die Hilfe des Betriebsrates.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Hirigoyen, Marie-France, Die Masken der Niedertracht: Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann, 2002, dtv, ISBN: 9783423362887

 
     
       

Sorgen und Ängste

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    22. Mai 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Angst
 
Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Angst vor dem Alter, vor Krankheiten, vor dem Telefonieren mit Kunden, dem seit langem aufgeschobenen Gespräch mit dem Chef, Angst vor Ablehnung, vor Gesichtsverlust, vor Beziehungen… wir alle haben Angst, jeden Tag, immer wieder. Grundsätzlich ist unsere Angst sinnvoll. Sie bewahrt uns vor Gefahren, etwa vor dem Betreten einer unsicheren Leiter, dem zu schnellen Fahren in einer engen Straßenbaustelle oder dem gemütlichen Spazierengehen durch dunkle, unbekannte Straßen. Angst ist erst einmal normal und gehört zu uns. Droht sie uns jedoch zu beherrschen, etwa, wenn wir erfahren, dass unsere Firma verkauft wurde und wir nicht wissen, wie es mit unserer Arbeit und unserem Arbeitsplatz weiter geht, dann können unsere Ängste uns lähmen und uns daran hindern, sinnvoll und zielführend zu handeln. Ein erster möglicher Schritt aus der Angstfalle heraus ist es beispielsweise, die Angst genau zu benennen. Was befürchten wir wirklich, wenn wir Angst vor einer Prüfung haben? Ist es tatsächlich die Angst vor der Prüfungssituation? Die Angst vor dem Versagen oder vielleicht eher die Furcht davor, was nach der abgeschlossenen Ausbildung, dem beendeten Studium auf uns zu kommt? Etwa das bislang noch unbekannte Berufsleben, die Verantwortung für unser Leben, der Abschied vom „Paradies“ der Universität, der Schule oder dem Berufsleben hinein in die Rente? Der Abschied vom Vertrauten, vom Gewohnten, vom vielleicht auch nur scheinbar Sicheren kann uns Angst machen.
Kennen wir erst einmal unsere Ängste, können sie vielleicht sogar beim Namen nennen oder unserer Angst einen von uns selbst gewählten Namen geben und im Laufe der Zeit die Frage beantworten, wovor wir uns wirklich fürchten, dann gewinnen wir allmählich ein Stück Unabhängigkeit und Freiheit für uns zurück und übernehmen wieder Verantwortung für uns und unserer Leben. Die Angst ist vermutlich immer noch da, doch sie verliert langsam ihre übergroße Macht und kann zu dem werden, was sie auch ist, ein Helfer, ein Wegweiser in schwierigen Situationen. Nicht immer gelingt uns dies auf Anhieb. Manchmal müssen wir uns dem Schmerz stellen, dass wir es trotz aller Anstrengung nicht geschafft haben, unsere Ängste zu überwinden, etwa die Angst vor dem Konfliktgespräch mit dem Kollegen. Möglicherweise helfen uns hierbei Gespräche mit Menschen, denen wir vertrauen, Kollegen und Kolleginnen etwa oder einem Psychologen oder Coach. Es gehört viel Mut dazu, uns unserer Unsicherheit zu stellen, das Risiko einzugehen uns zu entscheiden und überlegt und sinnvoll zu handeln.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Angst zu haben ist normal. Sie gehört zu den Grunderfahrungen des Menschen. Wir alle verspüren Angst und Unsicherheit.
 
2.) Ängstliche Menschen, die trotz ihrer Ängste denken und handeln, sind mutig. Gefährlich für uns sind Menschen, die scheinbar furchtlos sind und glauben, sie dürfen keine Ängste haben, weil sie dann als schwach angesehen werden.
 
3.) Wenn Sie Angst haben und Sie sich Ihrer Angst stellen möchten, dann kann es bereits ein erster wichtiger Schritt sein, Ihrer Angst einen Namen zu geben und sie mit dem von Ihnen gewählten Namen direkt anzusprechen. Dies kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn Sie Angst haben vor dem Versagen in einer Prüfung, vor den Erwartungen der Eltern oder Ihres Chefs. Ihre Angst kann Sie dann sogar unterstützen und Ihnen sagen, was Sie tun können, damit sie allmählich kleiner und weniger bedrohlich wird.
 
4.) Wenn Sie Ihre Ängste nicht beachten, z. B., Ihre Angst, überfordert zu sein, dann können sich Ihre Ängste verstärken. Stressreaktionen sind dann häufig die Folge. Ihre Angst vor einer Überforderung kann Ihnen zeigen, dass Sie vermehrt Ruhe brauchen und Erholung, anstatt sich noch mehr Hektik und noch mehr Austoben im Hamsterrad des beruflichen Alltags auszusetzen.
 
5.) Phobien und Angststörungen erfordern unsere besondere Aufmerksamkeit und oft die Hilfe eines Therapeuten.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Servan-Schreiber, David, Die neue Medizin der Emotionen – Stress, Angst, Depressionen– gesund werden ohne Medikamente
2006, Goldmann Verlag, ISBN: 9783442153534

Schwarz, Aljoscha, von Witzleben, Ines, Endlich frei von Angst und Panik
2004, Gräfe & Unzer Verlag, ISBN: 9783774266360

Wolf, Doris, Ängste verstehen und überwinden. Wie Sie sich von Angst, Panik und Phobien befreien, 2009, Pal Verlag, ISBN: 9783923614325.

 
     
       

Präsentation

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    15. Mai 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Reden wie ein Profi
 
Wenn er dazu eingeladen wird, einen Vortrag zu halten, erkennt sich mein Klient Rainer N. nicht mehr wieder. Er ist dann nicht mehr der selbstbewusste erfahrene Banker, der vor keiner schwierigen Verhandlung zurückschreckt. Er hält sich bei seinem Vortrag krampfhaft an seinem Manuskript fest, vermeidet den Augenkontakt mit seinen Zuhörern und betet innerlich darum, dass die Rede bald vorbei sei. Er hat regelrecht Angst vor seinem Publikum und ist davon überzeugt, dass er kein guter Redner ist und keine guten Vorträge halten kann.
Fest in uns verankerte Glaubenssätze wie, ich kann nicht gut reden, mir hört sowieso nie einer zu und wie soll ich so mein Publikum begeistern, führen dazu, dass wir tatsächlich schlechte Redner sind. Hilfreich ist es dann, unsere oft tief sitzenden inneren Überzeugungen zu hinterfragen und kritisch zu prüfen, ob wir immer erfolglose Auftritte hatten oder ob wir im Laufe unseres Lebens nicht auch andere Erfahrungen gesammelt haben. Positive Erinnerungen an gelungene Vorstellungen von uns, beispielsweise unser fröhliches Mitsingen im Kindergottesdienst, können uns Mut machen und uns Kraft geben, uns den Herausforderungen einer Rede zu stellen. Überreden wir uns dann noch mit einem autosugestiven Mantra, wie „ich kann reden, ich bin ein guter Redner, eine gute Rednerin“, das wir immer wieder zu uns sagen, wird unsere Angst im Laufe unserer wachsenden Vortragserfahrung allmählich abnehmen, und wir werden anfangen, unsere Vorträge vor einem interessierten Publikum zu genießen.
Ein paar Spielregeln können uns dabei noch unterstützen. Genügend Zeit für das Vorbereiten und Schreiben unserer Rede helfen uns ebenso dabei, richtige Redeprofis zu werden, wie das laute Üben unseres Vortrags vor einem Spiegel, um unsere Körpersprache zu beobachten und zu trainieren. Zum Handwerk einer Rede gehört auch deren klar strukturierter Aufbau in Anfang, Hauptteil und Schluss. Als kluge Redner legen wir auf alle drei Bereiche sehr viel Wert. Mit einem humorvollen, spannenden oder ungewöhnlichen Beginn ziehen wir unsere Zuhörer in unseren Bann, beleuchten im Hauptteil unseres Vortrags das Thema von allen Seiten, und den Schluss gestalten wir so, dass wir unseren Zuhörern etwas zum Nachdenken oder zum Umdenken auf den Weg geben. Konkrete Beispiele, klare, sprachlich anschauliche Formulierungen und eine langsame und temperamentvolle Sprechweise sind weiterhin Teil unseres umfassenden Repertoires für einen gelungenen Vortrag.
 
Genießen Sie Ihre nächste Rede.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Das Handwerkszeug für eine gute Rede kannten schon Griechen und Römer, wie Sokrates, Platon oder Cicero. Das Sammeln des Stoffes für die Rede, deren Gliederung, das Niederschreiben, das mehrfache Üben und der eigentliche Auftritt sind fünf wichtige Stufen, die zu einer erfolgreichen Rede führen.
 
2.) Tipps wie gute Formulierungen, langsames und deutliches Sprechen, Blickkontakt mit dem gesamten Publikum und nicht nur mit wenigen (bekannten) Zuhörern, eine wohltönende Stimme, eine gepflegte Kleidung und nicht zuletzt eine offene und aufrechte Haltung (und keine Hände in den Hosentaschen) lassen Ihre Rede bei Ihrem Publikum gut ankommen.
 
3.) Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, überprüfen Sie vor Ihrem Auftritt den Vortragsraum, die Technik und die Anordnung der Stühle. Stehen Sie bei Ihrem Vortrag möglichst nicht im Schatten, sondern im Licht und sorgen Sie dafür, dass Sie möglichst von allen Zuhörern gesehen werden. Wenn Sie gerne herumgehen, dann schaffen Sie sich genügend Platz für Ihre Bewegungen, die jedoch nicht hektisch ausfallen dürfen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Asgodon, Sabine, Reden ist Gold, 2006, Ullstein Verlag, ISBN: 9783548367613.
Wahl, Heidi, Rhetorik, 2009, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN: 9783774269507.

 
     
       

Teamarbeit

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    8. Mai 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ihr virtuelles Team
 
„Drei Teams virtuell führen? Wie soll das gehen?“ Mein Klient Ralph M. hatte zunächst Mühe, sich vorzustellen, künftig drei Teams an drei unterschiedlichen Vertriebsstandorten des Medizinprodukteherstellers zu leiten, für den er tätig ist. „Ich bin es doch gewohnt, mit meinem Gegenüber im wahrsten Sinne auf Augenhöhe zu sprechen.“ Der Gedanke, überwiegend per Mail, per Telefon oder Videokonferenz mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu kommunizieren, ließ ihn befürchten, er müsse deutlich mehr Zeit und Kraft in die Arbeitsorganisation stecken, als bislang, und das bei einem sowieso schon knappen Zeitrahmen. Drei Strategien, die er sich im Laufe der Beratung erarbeitet hatte, helfen ihm jedoch bis heute, auch ohne den täglichen persönlichen Kontakt erfolgreich mit seinen drei Teams zusammen zu arbeiten.

Als Erstes hat er sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen darauf verständigt, dass sie an vielen Punkten in der täglichen Arbeit auf sich selbst gestellt sind und ohne ihn Entscheidungen treffen. Mit klaren Vorgaben, in welchem Rahmen sie selbständig handeln können, etwa bei der Ansprache von potentiellen Kunden in den drei verschiedenen Vertriebsgebieten, half er seinen zunächst verunsicherten Mannschaften, sich zu drei starken Partnern zu entwickeln, die es inzwischen lieben, im freundschaftlichen Wettbewerb untereinander zu stehen.

Im nächsten Schritt lernte er, sich konkreter mitzuteilen und dabei gleichzeitig seine Aussagen und Anweisungen sensibler zu formulieren. Die täglich statt findende Kommunikation per Mail oder Telefon übt er vorsichtig und sehr gewissenhaft aus. Emails beispielsweise liest er sich zwei Mal durch, ehe er auf den Senden-Knopf drückt. Freundliche Formulierungen, persönliche Anreden und abschließende Grußworte sind für ihn dabei selbstverständlich. Telefonkonferenzen bereitet er gezielt vor, durchdenkt vorab die wichtigsten Fragen und möglichen Antworten, notiert sich die wesentlichen Punkte und bittet jedes Mal ein anderes Team, das Gespräch schriftlich zusammen zu fassen und das Protokoll an alle zu verteilen. Ein weiteres wichtiges Instrument seiner virtuellen Teamführung ist das konsequente Steuern und Erreichen von Zielen und Teilzielen, wobei sich zunächst alle drei Teams auf ein gemeinsames Ziel und die dazwischen liegenden Etappenziele einigen, ehe sie ihre – individuellen – Wege dorthin suchen.

Als letztes entschied er, dass sich alle Mitarbeiter vier Mal im Jahr treffen, entweder an einem der drei Firmenstandorte oder in der Unternehmenszentrale und einen Tag davon auch mit ihren Familien. „Obwohl wir uns untereinander nur selten sehen, ist der persönliche Austausch dann immer sehr rege und anregend. Wir haben inzwischen eine starke Bindung untereinander entwickelt, die uns motiviert und unsere Arbeit trägt.“

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Die Anforderungen an eine virtuelle Führung eines Teams sind vielfältig. Eine klare und transparente Kommunikationsstruktur, eine individuelle Arbeitsorganisation der Kolleginnen und Kollegen und der einzelnen Teams, eine gute Medienkompetenz einschließlich des Wissens um die Begrenztheit der Arbeitsmittel und das Vertrauen in die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind dabei zentrale Punkte.
 
2.) Räumlich verteilte Teams arbeiten dann besonders gut miteinander, wenn sie immer wieder Gelegenheit haben, sich persönlich zu begegnen und sozial miteinander vernetzt sind.
 
3.) Eine klare und für alle transparente Zielvereinbarung mit Etappenzielen, deren Erreichen geprüft – und gefeiert – werden, sind ebenfalls wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen räumlich getrennten Teams.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Herrmann, Dorothea, Hüneke, Knut, Rohrberg Andrea, Führung auf Distanz – mit virtuellen Teams zum Erfolg, 2006, Gabler Verlag, ISBN 9783834902252.

 
     
       

Selbstcoaching

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    30. April 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Habe Mut…
 
Das lateinische „sapere aude“ des Dichters Horaz (65 v. Chr. – 8 v. Chr.) übersetzte der große Philosoph Immanuel Kant (1724 – 1804) in seinem 1784 veröffentlichten Aufsatz zur Aufklärung mit „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen...“. Mit diesen wenigen Worten gelang es dem Junggesellen und Liebhaber geselliger Runden auf den Punkt zu bringen, was aus seiner Sicht seine Philosophie am besten zusammenfasste. Sein „Habe Mut“ lädt uns dazu ein, mutig zu sein, unsere gewohnten – und oft bequemen - Sichtweisen immer wieder einmal zu überprüfen und auch - scheinbar - Bekanntes und Selbstverständliches zu hinterfragen. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ können wir auch übersetzen in, die Dinge um uns herum immer wieder neu und anders wahrzunehmen, durch Nachdenken neue Schlüsse daraus zu ziehen, eventuell andere Ziele zu verfolgen als bislang und am Ende über uns selbst hinauszuwachsen.
Mutig sein, das kann für uns in unserem Beruf zum Beispiel heißen, dass wir, statt uns aus der Verantwortung für eine für uns unangenehme Situation zu stehlen, ein Problem rasch und rechtzeitig konstruktiv ansprechen. Selbst wenn wir keine Lösung dafür anbieten können, ermöglichen wir dank unseres Mutes uns und unseren Kolleginnen und Kollegen die Chance, dass wir das benannte Problem anpacken und prüfen können, wie wir künftig damit umgehen und welche Lösungen eventuell denkbar ist.
Mutig sein, das kann für uns bedeuten, ein Risiko zu tragen, auch auf die Gefahr hin, dass wir eine falsche Entscheidung treffen und mit unseren Ideen und Vorstellungen scheitern.
Mut haben, das kann für uns auch heißen, unser Team dazu einzuladen, einmal ganz anders kreativ zusammen zu kommen und Ideen zu entwickeln, etwa auf einer Wanderung in die Natur vor unserer Unternehmenstür, statt einer langen Sitzung im Besprechungsraum.
Entscheiden – auch das ist oft eine Frage des „Habe Mut, die deines eigenen Verstandes zu bedienen“. Wenn wir uns intensiv mit einer Problematik befassen, etwa die Fragestellung, ob wir uns beruflich endlich verändern, wovon wir schon so lange träumen, sie von allen Seiten beleuchten und systematisch durchdenken, dann fällt es uns meist leichter, uns zu entscheiden und entsprechend zu handeln. Helfen können uns dabei unsere Kollegen und Kolleginnen, unsere Familie und Freunde oder ein Coach – wenn wir uns trauen sie zu fragen.
Und manchmal brauchen wir auch Mut dazu, unser Unwissen zuzugeben und es auszuhalten, dass wir nicht immer die Alleswisser sein können. Und notorische „Besserwisser“ wollen wir dabei ja auch nicht sein.

Danke für Ihren Mut.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Ich bin doch mutig, haben Sie sich vermutlich während des Lesens des Artikels gesagt. Ja, wir sind alle mutig, denn unser Alltag zwingt uns ständig dazu, uns zu entscheiden und zu überlegen, welche Schritte wir als nächstes tun wollen oder müssen. Manchmal jedoch fordert uns unser Beruf (oder unser Privatleben) dazu auf, aus der alltäglichen Routine herauszugehen. Als guter Menschenkenner weiß Kant, dass es eines besonderen Mutes bedarf, über die gewohnte Situation nachzudenken und nicht einfach weiter zu machen.

2.) Laden Sie sich selbst immer wieder dazu ein, einen Arbeitstag, einen Arbeitsprozess noch einmal zu überprüfen oder bitten Sie hin und wieder Außenstehende wie beispielsweise befreundete Menschen, dies zu tun. Den anderen Blick auszuhalten, dazu gehört Mut.

3.) Mutige Menschen sind normalerweise keine Draufgänger. Im Gegenteil. Ganz im Sinne von Kant nutzen sie ihren Verstand, wägen eine Situation ab, entscheiden und handeln. Trainieren Sie, ab und an einmal mutig zu sein. Führen Sie ein beispielsweise ein unangenehmes Telefonat, das Sie sonst lange vor sich her geschoben hätten, so rasch wie möglich. Das Telefonat verändert sich nicht, es bleibt unangenehm. Sie haben jedoch die Chance, den restlichen Tag, die restliche Woche ohne die Frage zu verbringen, oh, was werde ich mir dieses Mal anhören müssen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Schoenaker, Theo, Mut tut gut: Das Encouraging-Training
2000, RDI Verlag, ISBN: 978-3932708152.

 
     
       

Stress & Entspannung

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    24. April 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Meine Insel der Leichtigkeit

Wie geht es Ihnen? Lassen Sie sich von lustigen Gesprächen mit Ihren Kollegen anregen? Von sonnigen Tagen verzaubern? Lauschen Sie morgens dem Zwitschern der Vögel? Erfreuen Sie sich an Ihrer eigenen heiteren Stimmung und genießen Sie diese – so ganz ohne Grund? Und gehen Sie dann beschwingt durch Ihren Alltag? Wäre es nicht wunderbar, wir hätten diese Momente immer wieder in unserer oft so grauen Berufsroutine?
Was wäre eigentlich, wenn wir uns jeden Tag oder zumindest einmal in der Woche einen dieser heiteren Momente gönnen und bewusst herbeiholen? Momente, in denen wir uns leicht, beschwingt und unbeschwert fühlen? Mitten in der Arbeit, ohne Anlass, einfach nur so? Anstatt immer nur weiter zu hasten, ohne einen Moment des Innehaltens und Verweilens. Wir befänden uns plötzlich auf einer Insel der Leichtigkeit, auf der nichts geschieht. Keine Herausforderung, keine Wertschätzung, keine Kritik. Für einen Augenblick entspannen wir uns, lassen unsere innere Unruhe los und erfahren dabei, dass es uns für eine kurze Zeit tatsächlich gelingt, uns mitten im Leben zu fühlen, anstatt permanent den Eindruck zu haben, das Leben rennt an uns vorbei, und wir rennen atemlos mit oder gar hinterher. In der ständigen Anspannung unseres Alltags entdecken wir mit unserer Insel der Leichtigkeit – etwa in ein paar entspannenden Atemzügen - einen Ort für uns, der es uns ermöglicht, loszulassen, Distanz herzustellen zu den aktuellen Themen, die wir gerade zu bearbeiten haben, und einen neuen, ungewohnten Blick auf die Herausforderungen zu werfen, vor denen wir stehen. Wir konzentrieren uns auf den Augenblick, anstatt uns mit morgen, übermorgen oder gestern zu beschäftigen.
Zunächst kann unsere Insel der Leichtigkeit ungewohnt sein und uns sogar einsam erscheinen. Denn solange wir uns dort befinden, sind wir für alle anderen unerreichbar, auch für ihre Komplimente und ihre Anerkennung. Haben wir erst einmal gelernt, unsere Insel der Leichtigkeit für uns zu erobern und sie zu genießen, können wir beginnen, Gäste dorthin einzuladen: Durch ein fröhliches Lächeln, ein charmantes Kompliment, eine interessierte Nachfrage nach der Familie und den Kindern des Kollegen oder Kunden. Wir lassen uns jetzt nicht mehr von unseren oft negativen Stimmungen treiben und bestimmen, wir sagen uns regelmäßig und ganz bewusst: Ab auf die Insel.

Genießen Sie Ihre Insel der Leichtigkeit.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Beobachten Sie, wann Sie sich in Ihrem Berufsalltag leicht und unbeschwert fühlen. Etwa, wenn Sie die morgendliche Abteilungsleiterbesprechung gut und erfolgreich geleitet haben. Machen Sie dieses Gefühl zu Ihrer Insel der Leichtigkeit.
 
2.) Wann immer Sie einen Moment der Entspannung bei schwierigen Herausforderungen in Ihrem Beruf brauchen, holen Sie sich dieses Gefühl der Leichtigkeit zurück und genießen Sie es.
 
3.) Ihre Insel der Leichtigkeit kann auch eine entspannende Atmung sein, ein bewusstes Loslassen Ihrer Schulter- und Nackenmuskeln, ein kurzer Moment der Ruhe mit geschlossenen Augen, ein paar Schritte in der Sonne, autogenes Training, …
 
4.) Laufen, Walken, Yoga, ein gutes Buch können für uns ebenfalls Inseln der Leichtigkeit sein, die wir nach einem langen Arbeitstag aufsuchen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Meier, Rolf, Stressbewältigung: 5 Schritte zu einem stressarmen Leben, Arbeitsheft, 2003, Gabal Verlag, ISBN: 978-3897493728.

 
     
       

Selbstbewußsein

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    17. April 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich bin mir selbst bewusst…
 
„Egal, was ich mache, die anderen bekommen die spannenden Aufgaben, bei mir bleibt immer nur der Rest.“ Dabei, so mein Klient Wolfgang B. in der Beratung, sei sein Chef durchaus mit seiner Arbeit zufrieden. Das höre er in jedem Mitarbeitergespräch. Es mangle ihm allerdings an Selbstbewusstsein und deshalb schafften es die Kolleginnen und Kollegen immer wieder, ihn an die Seite zu drängen und an ihm vorbei zu ziehen. Für ihn habe das Coaching nur ein Ziel: Mehr Souveränität im Umgang mit anderen Menschen zu entwickeln. Er wolle endlich die feuchten Hände los werden, wenn er mit anderen spricht und das ungute Gefühl im Magen ebenso.
Weil mein Klient als Lektor gerne mit Sprache arbeitet, beginnen wir mit einer Analyse des Wortes Selbst-bewusst-sein. Ihm wird dabei deutlich, dass er sich selbst bewusst sein muss, wenn er souverän auftreten will. Sich selbst bewusst sein heißt, um die eigenen Stärken und die eigenen Schwächen zu wissen und zu lernen, dass das Bild, das wir von uns machen, nicht unbedingt das gleiche ist, das anderen von uns haben und das wir oft viel kritischer mit uns selbst umgehen, als Dritte es tun. Außerdem bedeutet sich selbst bewusst zu sein, zu erkennen, dass wir eine Reihe an „Glaubenssätzen“ in uns tragen, die uns oft genug daran hindern, angstfrei mit anderen zu kommunizieren und sicher aufzutreten. Etwa, dass uns niemand wirklich zugehört hat, wenn wir als Kind etwas erzählen wollten oder dass sich unsere Spielkameraden über uns lustig gemacht haben, weil wir wieder einmal den Ball nicht ins Tor schießen konnten mit unseren zwei linken Füssen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten gewesen, die eigentlich keine Bedeutung hatten, die uns jedoch seit unseren Kindertagen daran hindern, unsere Stärken auszuleben und auszubauen und unsere Schwächen anzunehmen und möglicherweise in Stärken umzuwandeln. Für Wolfgang B. war eine Erkenntnis in der Beratung besonders wichtig. Er hörte im Laufe der Zeit auf, sich ständig mit anderen zu vergleichen und sein Wissen und Können ausschließlich an anderen zu messen. Er begann stattdessen, seine Entwicklung und seine Fortschritte zu genießen und allmählich stolz auf die Dinge zu sein, die ihm gelangen, im Privaten wie im Beruf. Feuchte Hände hat er immer noch, wenn er seine Meinung vertreten muss, meinte er am Ende der Beratung. Die Aufgaben jedoch, die er inzwischen bearbeitet, sind spannend und bringen ihn beruflich weiter.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Menschen mit einem gesunden Selbstbewusstsein kennen ihre Stärken und ihre Schwächen und gehen mit beiden souverän um.
 
2.) Selbstbewusstsein lässt sich trainieren – allein, mit einem Coach oder in einer Therapie. Etwa, in dem wir lernen, uns zu akzeptieren wie wir sind, ehe wir über Veränderungen nachdenken. Zum Beispiel anzunehmen, dass wir ein paar Kilo zu viel auf die Waage bringen. Weitere Schritte können dann sein, unsere ständige Kritik an uns auf ein normales Maß zu reduzieren, immer wieder stolz auf unsere Erfolge zu sein und aufzuhören uns ununterbrochen mit anderen zu vergleichen.
 
3.) Im nächsten Schritt können wir uns dann einen Fahrplan machen, was wir bis wann möglicherweise ändern möchten.
 
4.) Manchmal ist es auch sehr hilfreich, uns über ein paar Wochen oder Monate täglich leise sagen, dass wir uns lieben, schätzen, genießen und verehren und das mehrfach hintereinander.
 
5.) Ein weiterer Schritt zu mehr Selbstbewusstsein kann auch sein, ernst gemeinte Komplimente wirklich anzunehmen und zu genießen, statt sie verlegen abzutun.
 
6.) Mit einer souveränen Körpersprache unterstützen wir unser Selbstbewusstsein.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Brunner, Samuel, König, Detlef, 30 Minuten für erfolgreiche Führungspersönlichkeiten, 2009, Gabal Verlag, ISBN: 978-3897494459

Topf, Cornelia, Gawrich, Rolf, Das Führungsbuch für freche Frauen
2007, Redline Wirtschaftsverlag, ISBN: 978-3636014665

 
     
       

Personalführung

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    10. April 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Was Lieschen schon lernen kann… (Anmerkungen zum Girl’s Day)
 
Machen Sie ein Experiment mit Ihnen unbekannten Persönlichkeiten: Setzen Sie fünf weibliche Führungskräfte eines Unternehmens in einen Raum, darunter die Geschäftsführerin. In einem benachbarten Raum platzieren Sie fünf männliche Führungskräfte einer anderen Firma und deren Geschäftsführer. In welchem Zimmer wissen Sie nach wenigen Sekunden, wer die Leitung des jeweiligen Betriebes inne hat? Richtig, vermutlich im Raum der Männer. Denn Männer orientieren sich in ihrer Kommunikation überwiegend am Platzhirsch. Frauen legen eher Wert darauf, dass keine andere Frau zu kurz kommt beim Gedanken- und Informationsaustausch.
Und? Genau: wenn eine Frau in eine von Männern dominierte Leitungsgruppe aufsteigt und weiterhin versucht, auf die gewohnte weibliche Art zu kommunizieren, wird sie von ihren männlichen Kollegen vermutlich kaum wahrgenommen und von ihrem Chef eher ignoriert werden. Auch wenn es uns Frauen schwer fällt, müssen wir, solange wir in einem Unternehmen in der Leitung in der Minderheit sind, lernen, uns an einige männliche Kommunikationsrituale anzupassen. In einer Konferenz beispielsweise heißt dies, immer wieder mitreden, auch wenn alles schon drei Mal gesagt wurde. Es gilt, die eigenen Argumente deutlich artikuliert und langsam vorzutragen und sich in der Ansprache überwiegend und ganz direkt an den Chef zu wenden, begleitet von einer souveränen Körpersprache. Ist die eigene Position erst einmal gefestigt und sind womöglich auch noch weitere weibliche Führungskräfte im Unternehmen, dann können zunehmend auch andere Formen der Kommunikation ausprobiert und allmählich in den Unternehmensalltag integriert werden.
Vielleicht werden solche Rituale und Strategien irgendwann einmal nicht mehr nötig sein. Nämlich dann, wenn Mädchen zunehmend in der Schule lernen, dass Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen Freude bereitet – auch wenn dies bedeutet, Fehler zu machen und Niederlagen einzustecken - und wenn immer mehr Jungen erfahren, wie wohltuend es ist, gemeinsam mit anderen etwas zu erreichen, statt gegen die anderen. Vor allem jedoch dann, wenn viele weitere Firmen wie neulich die Telekom begreifen, dass Unternehmen mit gemischt besetzten Führungspositionen nach allen Statistiken besonders erfolgreich sind.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Treten Sie als Frau in einer männlichen Führungswelt souverän auf, damit beispielsweise in einer Konferenz Ihre Beiträge mit Ihren Inhalten und Ihrem Wissen auch wahrgenommen und respektiert werden.
 
2.) Trainieren Sie als Führungspersönlichkeit nicht zuletzt Ihre Körpersprache. Offener Blick, aufrechte Schultern, gerader Kopf sind erste hilfreiche Schritte für einen erfolgreichen Auftritt von Mann oder Frau.
 
3.) Kommunizieren Sie verbindlich – bei klarem Inhalt. Bezeichnen Sie die Ausführungen Ihres Chefs, Ihrer Chefin als wesentlich und stellen Sie dann gegebenenfalls Ihren konträren oder ergänzenden Gedanken vor.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Brunner, Samuel, König, Detlef, 30 Minuten für erfolgreiche Führungspersönlichkeiten, 2009, Gabal Verlag, ISBN: 978-3897494459

Topf, Cornelia, Gawrich, Rolf, Das Führungsbuch für freche Frauen
2007, Redline Wirtschaftsverlag, ISBN: 978-3636014665

 
     
       

Beruf und Karriere

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    3. April 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

„Vom Eise befreit…

…sind Strom und Bäche“ so beginnt der „Osterspaziergang“ (Faust I) von Johann Wolfgang von Goethe. Befreit von der Starre der kalten Eisflächen kann sich das Wasser der Bäche und des Stroms im österlichen Frühling wieder frei bewegen, seine Bahnen verändern, über die Ufer treten, neue Landschaften gestalten.
Auf uns übertragen heißt „vom Eise befreit…“ zum Beispiel, unsere eingefahrenen Gewohnheiten loszulassen oder zu verändern, die Starre der Routine aufzubrechen und uns damit die Chance zu eröffnen, neu anzufangen und auch viele unerwartete Ideen für unseren Beruf und unseren Alltag zu entwickeln. Scheinbare Kleinigkeiten sind ein erster Schritt dahin: Wir bringen bei nächster Gelegenheit unserer Sekretärin, unserem Kollegen einen kleinen Blumenstrauß mit ins Büro, oder wir gehen abends mit unserem Partner, unserer Partnerin in unserer Nachbarschaft spazieren und verzichten einmal auf das Fernsehprogramm.
Unterstützen lassen können wir uns bei unserem Osterspaziergang – frei nach Goethe – „durch des Frühlings holden, belebenden Blicks“. Der Frühling weiß, wie anregend, wie belebend es ist, Grenzen zu überwinden und scheinbar langweilig graubraune Erde in eine fast unerschöpflich scheinende Farbenpracht umzuwandeln. Vielleicht ist das ein Teil der Unruhe, die uns jedes Jahr im Frühling überkommt. Wir spüren wieder, welche Möglichkeiten wir doch haben, wir erkennen einmal mehr, dass wir im Beruf noch nicht alle Chancen für uns entdeckt und in neue Projekte oder gar eine neue Tätigkeit umgesetzt haben. Wir begreifen, dass es für uns mehr gibt, als unseren immer gleichbleibenden Alltag.
Möglicherweise ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die lang geplante Weiterbildung anzupacken, die uns neue berufliche Wege eröffnen wird, das innerlich viele Male geprobte Gespräch um die längst verdiente Gehaltserhöhung zu führen oder das seit Monaten angekündigte Projekt im Team anzustoßen.

Genießen Sie Ihren Osterspaziergang

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie darüber nachdenken, sich verändern zu wollen, dann versuchen Sie, zunächst, sich über Ihre Ziele klar zu werden, diese dann schriftlich zu formulieren und danach in kleinere Teilziele aufzuteilen.
 
2.) Halten Sie die von Ihnen vorgesehenen Schritte ebenfalls schriftlich fest und genießen Sie es, wenn Sie eines Ihrer Teilziele erreicht haben.
 
3.) Sollten Sie unterwegs neue Ideen entwickeln, prüfen Sie, ob Sie ihnen nachgehen möchten oder ob diese eher eine Abweichung von Ihrem Weg sind.
 
4.) Veränderungen einzugehen ist immer riskant – jedoch oft lohnenswert.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Kotter, John, Rathgeber, Holger, Das Pinguin-Prinzip, 2009, Droemer/ Knaur Verlag, ISBN: 978-3426275252

 
     
       

Selbstcoaching

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    27. März 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ent-Täuschung

Das überstieg ihre Vorstellungskraft: Meiner Klientin fiel es immer noch schwer zu glauben, dass sie sich von ihrem Arbeitskollegen so hatte täuschen lassen. Jahrelang hatte ihr Kollege die von ihr erarbeiteten Ideen, Entwicklungen und Ergebnisse dazu genutzt, sich bei ihrem gemeinsamen Chef als kompetent und unentbehrlich erscheinen zu lassen. Schon seit längerem hatte sie sich gewundert, weshalb ihr Kollege immer wieder gelobt wurde, während ihre Anteile an den Erfolgen der Abteilung kaum Erwähnung fanden. „Ich war einfach viel zu naiv. Ich bin davon ausgegangen, dass er meine Mitwirkung benennt, wenn wir beide etwas gemeinsam entwickelt und erarbeitet haben. Dabei hat er immer nur sich in den Mittelpunkt gestellt.“ Für sie stand die gemeinsame Arbeit, das kollegiale Miteinander ganz oben auf ihrer Wunschliste für eine zufriedenstellende Tätigkeit in ihrem Traumjob als Ingenieurin bei einem Pharmakonzern. Für ihn gab nur das Eine, das eigene berufliche Fortkommen.

In ihrer ersten Verbitterung konnte und wollte sie nicht sehen, dass die Ent-Täuschung über ihren Kollegen ihr langfristig auch weiterhelfen könnte. Zuerst musste sie lernen, ihr Gefühl des Betrogen seins zu überwinden, dann von ihrer Illusion, die sie sich über den Kollegen gemacht hatte, Abschied zu nehmen, um die Wahrheit, dass sie sich selbst getäuscht hatte, allmählich anzunehmen. Im Laufe der Beratung begann sie außerdem, zu überprüfen, ob ihre Phantasien eines selbstlosen und loyalen Kollegen auch etwas mit ihr zu tun hatten. Sie entdeckte für sich, dass es für sie bequem gewesen war, dem Kollegen die Gespräche mit dem Chef zu überlassen. Sie brauchte sich dann einer eventuellen Kritik nicht zu stellen und auch nicht den Launen ihres manchmal recht cholerischen Vorgesetzten.

Inzwischen trainiert sie ihr Selbstbewusstsein und lernt, für sich zu sprechen und ihre Erfolge auch als die ihrigen darzustellen. Ihr Kollege musste inzwischen das Unternehmen verlassen. Wegen mangelnder Loyalität.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wir mögen es nicht, ent-täuscht zu werden und erkennen zu müssen, dass wir uns von unseren Vorstellungen, die wir uns über Personen oder Situationen gemacht haben, verabschieden müssen. Deshalb halten wir oft länger an unseren Täuschungen fest, als es für uns gut ist.
 
2.) Wenn Sie sich ent-täuscht fühlen, nehmen Sie Ihre Gefühle ernst und sprechen Sie mit anderen darüber. Holen Sie sich gegebenenfalls Unterstützung bei einem Coach oder einem Therapeuten.
 
3.) Ent-Täuschung heißt, die Täuschung fällt weg, ich muss und –oft langfristig - ich kann die Wahrheit sehen. Wenn wir erst einmal die Verbitterung und die Trauer über die Ent-Täuschung hinter uns gelassen haben, dann steckt für uns darin die Chance, uns beruflich und privat weiter zu entwickeln und neue Möglichkeiten für uns zu entdecken.

 
     
       

Selbstcoaching

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    20. März 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Meine Gedanken und ich

Können Sie einen Tag lang ohne negative Gedanken verbringen? Ohne beispielsweise zu denken, „ich darf keinen Fehler machen“, „wie peinlich, dass ich meinen Kunden nicht gleich erkannt habe“ oder „schon wieder eine Absage, ich werde nie einen Job finden…“. Wissenschaftler schätzen, dass wir 50 bis 80 000mal am Tag Situationen mit uns selbst erörtern und in einem inneren Dialog mit uns selbst reflektieren, meist auf negative Art und Weise. Wir machen uns dabei kaum bewusst, dass es unsere Gedanken sind, die ein an sich neutrales Ereignis zu einem großen Unglücksfall oder zu einer unbedeutenden Begebenheit machen. Ein Beispiel: Sie sehen auf der anderen Straßenseite Ihren Chef mit seiner Frau. Ein freundliches begrüßendes Nicken Ihrerseits, keine Reaktion Ihres Chefs. Jetzt können Sie entscheiden, ob Sie dem Gedanken, „oh Gott, er will mich nicht sehen, was habe ich bloß falsch gemacht?“ nachgeben und diesen weiter spinnen oder ob Sie sich sagen, „offenbar ist er in ein anregendes Gespräch verwickelt und hat mich nicht gesehen.“ Das Ereignis ist das gleiche. Ihre jeweiligen Gedanken dazu verändern jedoch Ihre Stimmung und Ihre Gefühle.
Allerdings ist es für uns nicht immer ganz einfach, unsere Gedanken willentlich zu beeinflussen und damit unsere Emotionen zu steuern. Denn manchmal löst ein Gedanke ein Gefühl aus, das zu einem neuen Gedanken führt und dieser zu einem weiteren Gefühl … und am Ende können wir nicht mehr nachvollziehen, weshalb wir eine bestimmte Episode als so unglaublich tragisch empfunden haben.  Außerdem haben wir von klein auf bestimmte Glaubensätze gelernt, die wir ohne darüber nachzudenken, übernommen haben. Etwa, „ich kann nicht singen“, „ich bin nicht sportlich“ oder „ich bin zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn“. Sie beeinflussen unsere Entscheidungen, wie wir ein Ereignis für uns einordnen. Wir können jedoch immer wieder versuchen, uns von unseren negativen Gedanken zu verabschieden. Wenn Sie beispielsweise jemand sind, der fast alles nur schwarz sieht und der sich wünscht, häufiger weiß zu sehen, dann hilft Ihnen möglicherweise das Wörtchen „Stopp“, wenn Sie wieder einen negativen Gedanken haben.  Im nächsten Schritt ersetzen Sie dann Ihre Gedanken durch neue. Etwa durch „ich kann nicht singen, na und?“

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie gerne etwas gegen Ihre negativen Gedanken tun möchten, prüfen Sie, ob Sie ein Stopp-Buch führen möchten. Schreiben Sie auf, bei welchen negativen Gedanken Sie Stopp sagen. Im Laufe der Zeit können Sie sich dann schon beim ersten Auftauchen des Gedankens wieder davon verabschieden, ehe er Ihre Emotionen beeinflusst.
 
2.) Überprüfen Sie hin und wieder Ihre Glaubenssätze. Versuchen Sie dann bei Bedarf, diese durch neue oder abgeänderte zu ersetzen.
 
3.) An unseren Stimmungen sind unsere Gedanken und unsere Gefühle beteiligt. Sie sind dabei nicht als Gegensatz zueinander zu sehen. Wichtig ist vielmehr zu erkennen, dass wir unsere Emotionen mit unseren Gedanken beeinflussen können, wenn wir dies für richtig empfinden, anstatt sie von Dritten beherrschen zu lassen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Block, Stanley H., Troni, Angela, Bausum, Christoph, Stopp das Denken, spür das Leben! 2010, Rowohlt Tb., ISBN: 978-3499625701
 
Hohensee, Thomas, Gelassenheit beginnt im Kopf: So entwickeln Sie einen entspannten Lebensstil, 2007, Droemer Knauer, ISBN: 978-3426872826

 
     
       

Konflikte und Kritik

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    13. März 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Danke, ich fühle mich geehrt, ich kann jedoch nicht, …

… weil mein Terminkalender voll ist“, antwortete mir der Kollege freundlich und bestimmt auf meine Bitte um einen Besprechungstermin wegen eines komplexen Beratungsgesprächs, für das ich seinen Rat wünschte. Nach einigen Momenten der Enttäuschung über seine Absage kam bei mir der Respekt. Er hatte mir meinen Wunsch abgelehnt, und sein Nein mit einem anerkennenden Dankeschön verbunden. Wie oft stehen wir vor der Herausforderung, eine Anfrage unserer Chefin, unseres Kollegen, von Freunden, Familie und Nachbarn nicht entsprechen zu wollen und dann nicht zu wissen, wie wir Nein sagen sollen. Am Ende stimmen wir dann einer weiteren Besprechung zu - trotz unseres bereits übervollen Terminkalenders -; wir übernehmen ein neues Aufgabengebiet, für das uns eigentlich längst die Zeit fehlt oder wir helfen unserem besten Freund wieder einmal beim Umzug. Dabei konnten wir schon beim letzten Mal seine schweren Bücherkisten nur keuchend schleppen. Das Ergebnis kennen wir. Wir sind unzufrieden darüber, dass wir erneut nachgegeben haben, statt freundlich und bestimmt Nein zu sagen. Wir scheuen uns davor, klar und respektvoll Nein zu sagen, weil wir befürchten, dass wir dann nicht mehr geschätzt werden, dass uns im Beruf Konsequenzen drohen, dass wir herzlos wirken oder weil wir das Bedürfnis nach Anerkennung haben und uns eine weitere Aufgabe das Gefühl gibt, noch unentbehrlicher zu sein. Besonders, wenn die Bitte mit dem Kompliment verbunden wird, dass wir die einzigen seien, die das könnten.
Beim Nein-Sagen geht es nicht darum, grundsätzlich alles abzulehnen. Richtig ist vielmehr, genau zu prüfen, wann ich eine Aufgabe gerne übernehme oder einer Bitte nachkomme und wann es angebracht ist, dies nicht zu tun. Haben wir erst einmal gelernt, immer wieder (und immer öfter) selbstsicher ein Nein zu formulieren, geschieht oft etwas Erstaunliches. Freunde, Chefs und Kollegen schätzen dann unser Ja und unsere Hilfe umso mehr, weil sie spüren, wir wollen sie jetzt wirklich unterstützen und die uns gestellten Aufgaben gut mit ihnen gemeinsam lösen.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Natürlich sagen wir nicht zu allem Nein. Es gibt jedoch wiederholt Situationen, in denen wir gerne eine Bitte abgelehnt hätten und dann doch wieder Ja gesagt haben. Wenn Sie sich häufiger überredet fühlen, dann hilft Ihnen vielleicht die Strategie der kleinen Denkpause. Ein „Moment, ich denke kurz darüber nach“ verhilft Ihnen dazu, den Wunsch und seine Folgen für Ihr Zeitbudget zu analysieren und dabei zu prüfen, ob Sie ihn erfüllen möchten und können oder nicht.
 
2.) In Kollegenkreisen spricht es sich sehr schnell herum, dass Sie jemand sind, dem noch eine weitere Aufgabe aufgeladen werden kann, und dass Sie diese dann auch noch schaffen. So lange, bis Sie frustriert oder erschöpft sind. Jedem von uns ist es erlaubt, auch mal nein zu sagen.
 
3.) Formulieren Sie Ihr Nein klar, unmissverständlich und freundlich. Etwa, in dem Sie sich geehrt fühlen, wie mein Kollege. Oder, in dem Sie einen anderen Vorschlag machen, der Ihrem Gegenüber weiter hilft.
 
4.) Wenn Sie sich ständig verpflichtet fühlen, die Wünsche der anderen zu erfüllen und Ihre eigenen dabei weit hinten an stellen, dann prüfen Sie, ob Sie ein gesundes Selbstwertgefühl haben oder ob Sie etwas dafür tun könnten.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Baum, Tanja: Die Kunst, freundlich Nein zu sagen. Konsequent und positiv durch Beruf und Alltag, 2008, Redline Wirtschaftsverlag, ISBN: 978-3636015891
 
Fensterheim, Herbert, Sag nicht ja, wenn du nein sagen willst: Wie man seine Persönlichkeit wahrt und durchsetzt, 2006, Goldmann Verlag, ISBN: 978-3442112975

 
     
       

Konflikte und Kritik

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    6. März 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Krisen meistern

„Ich brauche morgens immer noch länger, ehe ich anfange, die nächste Bewerbung zu schreiben, wenn ich es überhaupt tue“, antwortet Jan-Philipp auf meine Frage, wie er mit seiner Kündigung umgeht. Der junge 25jährige Mann hatte nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums sofort einen Arbeitsplatz in einem Start-up-Unternehmen bekommen. Kurz nachdem er begonnen hatte zu arbeiten, musste die Firma schließen, und Jan-Philipp war arbeitslos. Für den talentierten Marketingexperten war es eine herbe Enttäuschung, die er zunächst ganz gut meisterte. Je länger er jedoch versuchte, eine neue Aufgabe zu finden, desto tiefer rutschte er in eine innere Krise mit Selbstzweifeln hinein, und jede weitere Absage auf eine Bewerbung ließ ihn noch mutloser werden. „Ich habe meine ganze Kraft verloren, fühle mich total am Boden“, beschreibt er seine Situation, und „ich habe das Gefühl, ich kann nicht mehr aufstehen.“
Nach einigen Beratungsstunden hörte er zunächst auf, sich für seine Situation der Arbeitslosigkeit zu verurteilen. Ihm half dabei der einfach klingende Satz, dass alles vorüber geht, auch das schlimmste Tief. Er begann seine Krise zu akzeptieren und dabei zu entdecken, dass er seine Kraft nicht verloren hatte, sie vielmehr durch seine negativen Gedanken zugeschüttet hatte. Außerdem bemerkte er an sich neue Stärken. War er früher eher jemand, der sich gerne hinter engagierten Kollegen und Kolleginnen versteckte, setzte er sich jetzt zunehmend für sich ein und nutzte jedes Vorgestellungsgespräch dazu, seine Fähigkeiten sachlich, ruhig und bestimmt zu vertreten. Im Laufe des Coachings fing er außerdem an, Distanz zu sich herzustellen und sich in neuen Rollen und damit in neuen Arbeitsbereichen zu sehen. Für ihn eine überraschende Entwicklung, die ihn zunächst verwirrte, ehe er spürte, welche berufliche Möglichkeiten er sich bislang versagt hatte. „Der Perspektivenwechsel hat mir am meisten geholfen. Ohne den Blick von außen wäre ich nicht weiter gekommen.“ Nachdem er sich durch seine Selbstzweifel und Mutlosigkeit hindurch gearbeitet hatte und seinem trockenen Humor zunehmend wieder Platz in seinem Alltag einräumte, konnte er seinen Blick mehr und mehr in die Zukunft richten und sich auf die Möglichkeiten einer neuen Tätigkeit fokussieren.
 
Noch ist offen, wo er künftig arbeiten wird.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Für viele von uns kommen Krisen völlig überraschend. Wir rechnen nicht damit, dass unsere berufliche Karriere Brüche bekommen kann. Und deshalb wissen wir zunächst nicht, wie wir reagieren sollen. Viele wirken dann zunächst wie erstarrt.
 
2.) Für das Meistern einer Krise, ist es wichtig, sie zu akzeptieren und uns mit unseren Schwächen anzunehmen. Erst dann können wir daran gehen, uns allmählich auf unsere Widerstandsfähigkeit zu konzentrieren.
 
3.) Hilfreich ist dabei, sich zu verdeutlichen, dass wir unsere Stärken nicht verloren haben, jedoch Zeit brauchen, ehe wir uns wieder auf die eigenen Fähigkeiten besinnen können. Ein Coaching kann dabei helfen, diese Ziele zu verfolgen.
 
4.) Wenn es uns gelingt, in einer Krise zu akzeptieren, dass wir Dinge hinnehmen, die wir nicht ändern können, dass wir fähig sind, Verantwortung zu übernehmen für uns selbst und wenn wir uns dabei noch auf unsere Ziele fokussieren, dann lässt sich eine Krise meistern, aus der wir gestärkt hervor gehen können.
 
5.) Gerät ein Unternehmen in eine Krise, dann sind insbesondere der Chef oder die Chefin gefragt. Mit einer offenen und ehrlichen Darstellung der Situation und dem Aufzeigen möglicher neuer Wege in der Zukunft kann eine Unternehmenskrise häufig gemeistert werden. Und ihre persönliche Glaubwürdigkeit bringt ihnen oft genug das Vertrauen ihrer Kunden zurück.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Märtin, Doris, Mich wirft so schnell nichts um: Wie Sie Krisen meistern und warum Scheitern kein Fehler ist, 2010, Campus Verlag, ISBN: 978-3593385518

Möhrle, Hartwin, Krisen-PR: Krisen erkennen, meistern und vorbeugen, 2007, Frankfurter Allgemeine Buch, ISBN: 978-3899811353

 
     
       

Zeitmanagement

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    27. Februar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Wie arbeite ich nur effektiver?

Andreas S. lächelt leicht verlegen, während er seine Wünsche für das Coaching formuliert. Er erhoffe sich von unserer Zusammenarbeit, dass er künftig effektiver arbeite. Dabei ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann, selbst in der Wirtschaftskrise ist sein Unternehmen gewachsen. Er scheint demnach zu wissen wie „es“ geht. Tatsächlich beobachtet er jedoch an sich, dass er seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber immer ungeduldiger wird, weil schon der nächste Termin oder die nächste Aufgabe auf ihn wartet und die Zeit drängt. Zeitmanagement-Ratschläge wie, wichtige Aufgaben zuerst erledigen, Themenkomplexe bündeln und abarbeiten, Emails nur zwei- bis dreimal am Tag ansehen und beantworten, hat er ausprobiert und viele davon für gut empfunden. Diese Strategien haben ihm einige Zeitersparnis in seinen Arbeitsalltag gebracht. Das Gefühl, dadurch effektiver zu arbeiten, hat er jedoch nicht. Nach einigen Beratungsstunden entscheidet er sich dafür, seine Aufgaben anders anzupacken. Er nimmt sich zunächst ausreichend Zeit, seine Ziele genau zu betrachten und zu analysieren. Danach legt er fest, welche Schritte er mit seinem Team gehen möchte, damit die Ziele erreicht werden können und bestimmt die einzelnen Teilziele. Als nächstes prüft er, welche Aufgaben sich aus den Teilzielen ergeben und welche Tätigkeiten diese bedingen. Erst wenn er alles in Ruhe durchdacht hat, bespricht er sich mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dann erst beginnt die eigentliche Bearbeitung der Herausforderungen. Auf dem Weg zu einem Ziel überprüft er dann immer wieder die einzelnen Teilziele, entscheidet, wie er die nächste Wegstrecke gehen möchten und stimmt sich darüber wieder eng mit seinem Team ab. Und bei jedem Thema, das er seinen Mitarbeitern übergibt, überprüft er, ob die Aufgabe gut verstanden und entsprechend bearbeitet werden kann.
Die klare und ruhige Definition eines Zieles, das strukturierte Durchdenken der einzelnen Abschnitte und die klaren Absprachen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, helfen ihm dabei, sagt er heute, effektiver zu arbeiten, bessere Ergebnisse zu erreichen, zufriedener mit seiner Arbeit zu sein und mehr Zeit zu haben. Nicht zuletzt für seine Familie.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Strategien des Zeitmanagements helfen uns oft, effektiver zu arbeiten. Für viele von uns ist es beispielsweise von Vorteil, wenn wir lernen, Dinge zu entscheiden, statt sie vor uns her zu schieben. Oder wenn wir wichtige Aufgaben an einem Arbeitstag zuerst bewältigen, ehe wir uns leichteren zuwenden.
 
2.) Unsere klare Zieldefinitionen und Festlegung von Teilzielen unterstützen uns nicht zuletzt bei der Entwicklung und Durchführung länger laufender Projekte. Konkrete und zeitlich absehbare Teilziele machen es dabei allen leichter, anstehende Themen anzupacken. Das Feiern des Erreichens eines Teilzieles, und sei es nur, dass wir uns den Erfolg wirklich bewusst machen, unterstützt uns bei unserer Motivation, ein längeres Projekt durchzustehen. Etwa eine längere Vorbereitungszeit für eine Prüfung oder den kompletten Umbau eines Unternehmens.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Richter, Thomas, Mit wirksamen Zielvereinbarungen zu nachhaltigen Erfolgen: Grundsätze, Erfolgsfaktoren und Methoden von Zielvereinbarungen im Führungsalltag, 2008, Praxium Verlag, ISBN: 978-3952324691
 
Schmidt, Klaus-Helmut, Kleinbeck, Uwe, Führen mit Zielvereinbarung, 2006, Hogrefe Verlag, ISBN: 978-3801714918

 
     
       

Beruf und Karriere

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    20. Februar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Der Beginn des Tages

Kennen Sie das? Wieder einmal das übliche Morgen-Grauen: statt in Ruhe zu frühstücken und sanft in den Tag hinein zu gleiten, hetzen wir los zur Arbeit, liefern schnell noch die Kinder in der Schule ab oder die Partnerin an ihrer Arbeitsstelle, ehe wir erschöpft und atemlos im Büro auf unserem Schreibtischstuhl landen oder im Betrieb unsere Arbeit beginnen. Und meist setzt sich die am Morgen von uns eingeläutete innere und äußere Hektik den ganzen Tag über fort. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter warten schon mit wichtigen und unaufschiebbaren Fragen. Das gleich am Morgen angesetzte Teammeeting ist vertan, weil uns die Zeit für die Vorbereitung fehlte. Der Blick auf unseren Terminkalender lässt uns erschauern, weil wieder einmal keine Minute Zeit für wichtige kreative Gedanken bleibt… .
Wie wir in den Arbeitstag hinein starten, bestimmt den gesamten Ablauf unseres Tages. Dabei hat jeder von uns einen anderen Traum von einem guten und wohltuenden Arbeitsanfang: Während wir uns erst einmal in Ruhe auf den Tag konzentrieren müssen und auf unsere bereit liegenden Aufgabenlisten schauen und prüfen, welche die wichtigste ist, ehe wir unsere Tätigkeit aufnehmen, gilt für andere möglicherweise, dass sie sofort starten und dabei wissen, was sie den Tag über tun müssen. Unseren Arbeitstag beginnen wir am besten schon mit seiner Planung am Abend zuvor. Und wenn wir dann am darauf folgenden Morgen unseren Arbeitstag gelassen anfangen, dann werden wir effektiver und konzentrierter arbeiten, als mit einem hektischen Start, der uns rasch das Gefühl gibt, sowieso von den Herausforderungen in unserem Beruf überfordert zu sein und uns deshalb missmutig auf alle Unwägbarkeiten unseres Alltages reagieren lässt. Wenn wir dann noch daran denken, dass die meisten von uns morgens intellektuell leistungsfähiger sind, und wir es am Nachmittag eher schätzen, unsere Routinearbeiten zu erledigen, weil wir in dieser Zeit eher leistungsärmer sind, dann können wir am Ende eines Arbeitstages entspannt sagen, heute war wieder mal ein ganz guter Tag.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Der Start in unseren Berufsalltag kann den ganzen Ablauf unseres Tages bestimmen. Ein hektischer und unkonzentrierter Anfang sorgt meistens dafür, dass wir uns durch unseren Arbeitstag gehetzt fühlen.
 
2.) Wenn Sie davon träumen, gelassener und effektiver Ihren Arbeitstag zu beginnen, dann helfen Ihnen Ihre Rituale, die Sie täglich leben (müssen). Versuchen Sie beispielsweise eine Viertelstunde früher aufzustehen und die morgendliche Dusche als wohltuenden Tagesanfang zu begreifen, Ihren frisch gekochten Kaffee zu genießen, die Yoga-Übungen, die 5 Denkminuten, das gemütliche Lesen Ihrer Tageszeitung …
 
3.) Planen Sie am Abend zuvor Ihre Aufgaben für den nächsten Tag und setzen Sie Prioritäten. Diese Arbeit versuchen Sie möglichst mit Beginn Ihres Arbeitsalltages zu erledigen, danach kommen die weniger wichtigen Aufgaben.

4.) Wichtige Besprechungen, die Ihre ganze Konzentration erfordern, sollten Sie die Zeit legen, in der Sie besonders aufmerksam sein können. Für die meisten von uns ist dies der Vormittag.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Gebhardt, Christa, Muntermacher für Morgenmuffel: Tipps und Tricks für einen schwungvollen Start in den Tag, 2008, BLV Verlag, ISBN: 978-3835403147

 
     
       

Stil & Etikette

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    13. Februar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Bitte recht freundlich

Eigentlich hatte ich keine Lust. Mir stand eine umständliche Zugfahrt bevor mit mehrfachem Umsteigen und teilweise bummeligen Fahrten mit winterlich schmutzigen Nahverkehrszügen. Kurz nach der Abfahrt die freundliche Lautsprecherstimme des Kundenbetreuers, der uns Fahrgäste höflich begrüßte und wenige Momente später bat er mich nett um meinen Fahrschein und gab mir meine Online-Fahrkarte, auf der mein Name vermerkt war, mit einem netten „Danke Frau Maisch“ zurück. Glücklicherweise trug er sein Namensschild am Revers, und ich konnte mich mit einem Danke Herr S. für seine Freundlichkeit erkenntlich zeigen. Nach zwei weiteren ereignislosen Stunden Zugfahrt stieg ich wieder aus, immer noch ein Lächeln im Gesicht. Eigentlich war nichts geschehen. Nicht mehr als ein paar Buchstaben, laut ausgesprochen. Doch Kundenbetreuer S. war es gelungen, durch seine kleine freundliche Aufmerksamkeit mir gegenüber meine Stimmung zu verändern und meinen Tag angenehmer werden zu lassen.
Freundlichkeit gehört zu den sozialen Kompetenzen und lässt sich trainieren. In Konfliktsituationen kann unser Freundlichsein dazu beitragen, ein Gespräch weitgehend sachlich und souverän zu führen. Denn Unfreundlichkeit ist häufig ein Ausdruck von einem schwachen Selbstbewusstsein, das wir damit versuchen zu kaschieren. Freundlichkeit hat allerdings nur dann den gewünschten Erfolg, wenn sie glaubhaft ist und von einer entsprechenden Körpersprache unterstrichen wird. Wir spüren sofort, ob unser Gegenüber uns wohl gesonnen ist oder uns nur etwas vorspielt und sich hinter seinem Lächeln in Wirklichkeit Ärger verbirgt. Und nicht immer ist Freundlichkeit angebracht. Manche Situationen bereinigt ein klares Wort schneller als aufgesetzte Freundlichkeit.
Doch sehr oft gilt, dass unser liebenswürdiges Verhalten und unser dahinter stehendes Interesse an dem anderen unseren Alltag für Momente leichter und weniger grau erscheinen lässt.

Danke Kundenbetreuer S.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Unsere Freundlichkeit erleichtert uns das Leben – im Kundengespräch ebenso wie in einer Konfliktsituation im beruflichen Alltag. Sie speist sich aus unserer inneren Einstellung anderen Menschen gegenüber.
 
2.) Versuchen Sie nicht, Ihrem Gegenüber Freundlichkeit vorzuspielen, wenn Sie selbst in einer schwierigen Situation stecken. Bleiben Sie dann höflich und sachlich. Bemühen Sie sich dennoch immer wieder darum, freundlich zu sein.
 
3.) Wenn es Ihnen im Alltag schwer fällt, freundlich zu sein, prüfen Sie in einer ruhigen Minute, ob Souveränität für Sie eine Herausforderung ist, an der Sie arbeiten möchten.
 
4.) Freundlichkeit lässt sich trainieren. Nehmen Sie sich vor, einmal am Tag einen Menschen freundlich anzulächeln und sich bei ihm zu bedanken. Das Lächeln Ihres Gegenübers wird Sie ermutigen, häufiger freundlich zu sein. Lesen Sie einmal am Tag einen Brief an einen Kunden aus der Sicht des Kunden und spüren Sie nach, ob Sie diesen Brief gerne mit den von Ihnen gewählten Formulierungen bekommen möchten.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Mai, Natalie: 30 Minuten für mehr Freundlichkeit im Kundenservice, 2000
Global Verlag, ISBN: 978-3897490390
 
Thalan, Kaplar Linda, Koyal, Robin, The Power of Nice: Wie Sie die Welt mit Freundlichkeit erobern können, 2008, dtv, ISBN: 978-3423246552

 
     
       

Beruf und Karriere

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    5. Februar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Wenn Veränderungen gefragt sind…

Plötzlich ist alles anders. Der gewohnte Arbeitsplatz mit Blick ins Grüne gehört einem anderen Kollegen, die Abteilung hat eine neue Vorgesetzte, die langjährig erprobte tägliche Arbeitsroutine passt nicht mehr zu den jetzt seitens der Firma vorgegebenen neuen Abläufen. Situationen, vor denen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten Jahren gestanden haben oder noch stehen werden. Neue EDV-Systeme, neue Produkte oder gar die Fusion mit dem einstigen Mitbewerber verändern die Arbeitswelt immer schneller und grundlegender. Nicht immer zur großen Begeisterung der Arbeitnehmer. Viele Firmen versuchen deshalb, mit Change Management Programmen, mit bewusst eingesetzten Strategien, den Umbau ihres Unternehmens so zu gestalten, dass ihre Belegschaft sich mit den neuen Gegebenheiten identifiziert oder diese zumindest akzeptiert und sich nicht gänzlich verweigert. Eine Herausforderung für Unternehmensleitung und Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen. Denn das Neue, Unbekannte macht oft Angst und wird nicht als Chance, sondern als Bedrohung empfunden.
Damit die Veränderungen in einem Unternehmen gelingen, sind vor allem zwei Tugenden gefragt: klare Ziele mit konkret vereinbarten Schritten auf dem Weg dorthin und offene Gespräche, sowohl seitens der Unternehmensführung als auch seitens der Kolleginnen und Kollegen. Wissenschaftler schätzen, dass bis zu 80% aller Veränderungsprozesse in der Wirtschaft und in öffentlichen Unternehmen daran scheitern, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich davor fürchten, ihre Komfortzone, ihre bisherige Umgebung und ihre vertraute Arbeit hinter sich zu lassen. Sie wissen zu wenig über die geplanten Schritte des Unternehmens, und sie trauen sich zu selten, selbst und aktiv Informationen über die neuen Arbeitsprozesse einzuholen und sich dann zu fragen, was passiert bei mir und welche Konsequenzen hat dies für mich. Denn manchmal kann eine Veränderung auch positiv sein und neue Chancen und Herausforderungen bieten.
Damit der Wandel gelingt, sind Unternehmen und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gleichermaßen gefragt, sich selbstbewusst auf die wesentlichen Ziele zu konzentrieren und dabei nicht zu vergessen, woher sie gemeinsam kommen und an welche positiven Ergebnisse der Vergangenheit sie ihre künftigen Erfolge anknüpfen können.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Seit den 30 Jahren des 20. Jahrhunderts nennen Wissenschaftler den Prozess, mit dem in einem Unternehmen neue Strategien oder Prozesse eingeführt werden sollen, Change Management. Change Management geht davon aus, dass der Wandel in einem Unternehmen geleitet und geführt werden muss.

2.) Die wichtigsten Partner in einem Umwandlungsprozess sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine Führung mit klaren Prinzipien und die offene Kommunikation über konkrete Teilschritte auf dem Weg zum geplanten Ziel helfen ihnen, weniger ängstlich oder gar abwehrend auf die Veränderungen zu reagieren.

3.) Offene Gespräche und bei Bedarf konkrete Fortbildungsangebote mit klaren Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weitere hilfreiche Instrumente für ein erfolgreiches Change Management.

4.) Wesentlich ist auch die Zeit. Wenn Unternehmen und ihre Belegschaft genügend Zeit haben, sich an das Neue anzupassen und zwischendrin regelmäßig Bilanz gezogen werden kann, sind die Veränderungsprozesse erfolgreicher als unter Zeitdruck.

5.) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mögliche Veränderungen „vorwegnehmen“, in dem sie sich über ihr Arbeitsgebiet regelmäßig informieren und sich weiterbilden.

6.) Bei einer geplanten Veränderung mit unbekanntem Ausgang ist es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nützlich, wenn sie ihre Stärken kennen und wissen, wie sie diese noch weiter ausbauen können. Bei Bedarf fragen Sie einen Coach.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Doppler, Klaus, Lauterburg, Christoph, Change Management: Den Unternehmenswandel gestalten, 2008, Campus Verlag, ISBN: 978-3593387079

Kostka, Claudia, Mönch, Annette, Change Management: 7 Methoden für die Gestaltung von Veränderungsprozessen, 2009
Hanser Wirtschaft, ISBN: 978-3446419315

 
     
       

Personalführung

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    30. Januar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ältere bevorzugt

Silver Line, aging workforce, Generation@Work, Heute für Morgen…. Hinter den Begriffen, die uns in der Zukunft vermutlich häufiger begegnen werden, verbergen sich Programme von BMW, Daimler, Audi oder Thyssen, die sie speziell für ihre älteren Arbeitnehmer entwickelt haben. Diese Unternehmen haben erkannt, dass sie in einer älter werdenden und schrumpfenden Gesellschaft wie in Deutschland zukünftig nur dann ausreichend Fachkräfte haben werden, wenn sie rechtzeitig in ihre Beschäftigten investieren. Mit gezielten Sportprogrammen für die Gesundheitsvorsorge, die Pflicht sind, mit gesundem Mittagessen in der Kantine, mit individuell ausgestalteter Weiterbildung und mit Teams aus älteren und jüngeren Betriebsangehörigen hoffen die Unternehmen, dass ihre älteren und fachlich wertvollen Mitarbeiter möglichst lange weiter arbeiten können und wollen. Von ihren Initiativen sind alle Unternehmen überzeugt: Ältere Mitarbeiter lernen an der einen oder anderen Stelle zwar langsamer, sie haben jedoch im Durchschnitt eine hohe Arbeitsmoral, arbeiten qualitativ genauso gut oder besser als ihre jüngeren Kolleginnen und Kollegen, sind loyal und dank ihrer langjährigen Berufstätigkeit mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz gesegnet, der sich auszahlt, wenn er seitens eines Unternehmens richtig genutzt wird.
Die Unternehmen treffen dabei auf einen Trend, der sich unter den Älteren unter uns immer mehr abzeichnet. Die Zahl derjenigen, die zwischen 60 und 80 Jahre gerne weiterarbeiten möchte, ist zwischen 1998 und 2008 von einem Prozent auf 25% gestiegen. Dabei geht es den meisten nicht um eine Aufbesserung ihrer Rente. Viele der Älteren fühlen sich geistig und körperlich genügend fit, zumindest in Teilzeit und möglicherweise selbstständiger als bislang weiterzuarbeiten und etwas Neues dazu zu lernen. Sie wünschen sich vor allem, weiterhin an der Arbeitswelt teil haben zu können. Wenn es um ihre Weiterbildung geht, träumen ältere Arbeitnehmer allerdings weniger von Diplomen und Zertifikaten. Sie suchen vielmehr an der Praxis orientierte Fortbildungen, die ihnen ganz gezielt helfen können, in ihrem erlernten Beruf oder in einem neuen länger und selbstbestimmt arbeiten zu können.


Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Firmen beklagen, dass sich Ältere oft gar nicht auf Stellenanzeigen bewerben. Wenn Sie sich für eine Stelle interessieren und unsicher sind, was sich hinter dem „modernen“ Job-Profil einer Anzeige verbirgt, lassen Sie sich von entsprechenden Einrichtungen beraten oder fragen Sie einen Coach und bewerben Sie sich dann ganz selbstbewusst mit Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung. Noch ist die Zahl der älteren Mitarbeiter, die damit Erfolg hat, klein. Sie nimmt jedoch stetig zu.
 
2.) Wenn Sie nicht so recht wissen, wer Ihnen bei Ihren Fragen weiter helfen kann: Sowohl öffentliche Einrichtungen als auch private Unternehmen bieten gezielt Informationen und Weiterbildungen an.
 
3.) Weiterbildung wird für ältere Arbeitnehmer künftig noch wichtiger sein als heute. Nutzen Sie besonders Angebote, die Ihnen helfen, Ihre individuellen und fachlichen Fähigkeiten weiter auszubauen.

4.) Trainieren Sie ganz bewusst Ihre Flexibilität und Kreativität und Ihre Neugierde. Flexibles und kreatives Denken helfen Ihnen, sich auf neue Herausforderungen unserer sich rasch ändernden Arbeits-Welt einstellen zu können. Und Ihre Neugierde verschafft Ihnen das Wissen, das Sie für Ihren – neuen - Beruf brauchen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Brandenburg Uwe, Domschke, Jörg-Peter, Die Zukunft sieht alt aus - Herausforderungen des demografischen Wandels für das Personalmanagement, 2007, Gabler Verlag, ISBN: 978-3834901231

Hesse, Jürgen, Schrader, Hans Christian, Zu jung für die Rente – zu alt für den Job? Warum ältere Arbeitnehmer wieder gute Chancen haben, 2008
Eichborn Verlag, ISBN: 978-3821859590

Voelpel, Sven C., Leibold, Marius, Früchtenicht, Jan-Dirk, 2007, Publicis Corporate Publishing, Herausforderung 50 plus: Konzepte zum Management der Aging Workforce: Die Antwort auf das demographische Dilemma, ISBN: 978-3895782916

 
     
       

Sorgen und Ängste

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    23. Januar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Angst vor der Prüfung

Hochrote Wangen, feuchte Hände, flauer Magen – unsere Ängste vor Prüfungen und Auftritten äußern sich bei jedem von uns anders. Im schlimmsten Fall kommt es zum Blackout. Wir können dann keine Fragen mehr beantworten oder schaffen es nicht mehr, unsere Vorlesung zu Ende zu bringen. Dabei haben wir schon viele Hürden im Lebensmarathon der Prüfungen geschafft: Tante Emma war mit unserem stotternd vorgetragenen Gedicht unter dem Weihnachtsbaum zufrieden, das erste Referat vor der neuen Klasse lief einigermaßen, die Führerscheinprüfung auch. Dennoch holt uns unsere Angst immer wieder ein, beim Examen am Ende des Studiums, beim Vortrag vor den Fachkollegen aus aller Welt, bei der launigen Ansprache anlässlich des runden Geburtstages unserer Chefin.
Oft überfällt uns die Angst bereits, wenn wir uns zu einer Prüfung anmelden oder eine Rede, ein Referat zusagen. Und dieser Moment kann für uns eine Chance sein auf dem Weg, unsere Prüfungsängste besser zu kontrollieren und am Ende hoffentlich zu beherrschen. Denn jetzt haben wir noch Zeit, uns auf die anstehenden Herausforderungen einzulassen. Hilfreich ist es zunächst, uns einzugestehen, dass wir uns vor unserer Prüfung fürchten. Und vielleicht gelingt es uns, nachdem wir unsere Furcht akzeptiert haben, zu erkennen, weshalb wir Prüfungsängste entwickeln. Brauchen wir beispielsweise etwas mehr Anerkennung? Durch uns selbst? Fordern wir viel zu viel von uns? Ängstigen wir uns eher vor dem „Danach“? Dem neuen Lebensabschnitt, der nach Abschluss unseres Studiums beginnen wird? Wenn wir unsere Ängste etwas besser kennen gelernt und uns genauer mit der eigentlichen Prüfung auseinander gesetzt haben, etwa, wer prüft und wer zuhört oder woher kommen die Kolleginnen und Kollegen und welche Wünsche könnten sie an unseren Vortrag haben, dann können wir gezielt daran arbeiten, unsere Wissenslücken zu füllen oder das Konzept für unser Referat zu entwickeln. Und wenn wir dann noch genügend Zeit für ein gezieltes Entspannungstraining einplanen und uns immer wieder selbst dazu einladen, den angefragten Vortrag mehrfach laut zu halten oder die möglichen Prüfungsfragen mit Prüfungsmitstreitern gemeinsam durchzusprechen und zu trainieren, dann steht am Ende nur eines: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Bei einer Prüfungsphobie ist eine Therapie oder ein Coaching zu empfehlen.

2.) Bereiten Sie sich rechtzeitig auf Ihre Prüfung und Ihren Vortrag vor. Lassen Sie sich zwischendrin immer wieder abfragen. Vermutlich werden Sie feststellen, dass Sie mehr wissen, als Sie von sich gedacht hatten.

3.) Üben Sie Ihr Referat, Ihren Vortrag mehrfach und laut. Kontrollieren Sie dabei, ob Sie die vorgegebene Zeit einhalten können.

4.) Konzentrieren Sie Ihre Gedanken beim Vorbereiten auf eine Prüfung oder einen Vortrag auf die bereits von Ihnen erreichten Zwischenziele und Fortschritte. Bei Schwarzmalerei sagen Sie bewusst „Stopp“.

5.) Wenn Sie vor einem Auftritt sehr aufgeregt sind, dann lernen Sie vor dem nächsten Mal rechtzeitig eine für Sie stimmige Atem- und Entspannungstechnik.

6.) Falls möglich, schauen Sie sich den Raum für Ihren Auftritt in Ruhe an und machen Sie sich vertraut mit seiner Atmosphäre.

7.) Sollten Sie einen Blackout in einer Prüfung oder während eines Vortrages haben, bitten Sie um eine ganz kurze Pause, atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und wiederholen Sie das zuletzt Gesagte oder bitten Sie um eine neue Frage.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Merkle, Rolf, Wolf, Doris, So überwinden Sie Prüfungsängste: Psychologische Strategien zur optimalen Vorbereitung und Bewältigung von Prüfungen, 2001
Pal Verlag, ISBN: 978-3923614363

Schuster, Martin, Metzig, Werner, Prüfungsangst und Lampenfieber: Bewertungssituationen vorbereiten und meistern, 2009
Springer Verlag, ISBN: 978-3540927532

 
     
       

Selbstcoaching

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    16. Januar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Mit Humor geht vieles leichter ...

Nahaufnahme: ein feines Lächeln um die Mundwinkel. Charmantes Blitzen in den Augen. Humorvoller Blick ins Orchester.
Kamerafahrt auf Arme und Hände: sanfte, leise fast nur angedeutete Bewegungen, danach Schwung im ganzen Körper und wieder das feine Lächeln….
Der 85 Jahr junge Meister der Dirigentenkunst, der Franzose Georges Prêtre dirigierte die Wiener Philharmoniker während des traditionellen Neujahrskonzert am 1. Januar 2010 mit so viel Freude, dass die Musiker innerhalb weniger Minuten ihr Publikum im Saal und weltweit vor den Fernsehbildschirmen mit ihrer leidenschaftlichen Kunst verzauberten. Mit Humor in Mimik und Gestik und scheinbar ohne jede Anstrengung brachte Georges Prêtre eines der weltbesten Orchester zu zwei Stunden langer lebhafter Unterhaltung auf höchstem musikalischen Niveau.
Freude und Humor im Beruf, wie es die Wiener Philharmoniker mit ihrem Dirigenten in den Proben und dann im Konzert am Neujahrstag erlebten, wünschen sich viele Menschen für ihren Berufsalltag. Humor kann beim Lösen von Konflikten ebenso helfen wie beim Finden von kreativen Lösungen bei schwierigen Herausforderungen und beim Zusammenschweißen eines neuen Teams. Humor ist keine Garantie für eine stressfreie Arbeitsatmosphäre in einem Unternehmen. Er wirkt jedoch dabei mit, dass wir leichter und konzentrierter arbeiten können und das eine oder andere Mal unsere Arbeit genießen.
Nur, wie gelingt ein humorvollerer Berufsalltag? Gelassenheit uns selbst gegenüber und ein selbstbewusster Umgang mit unserem Wissen und unserem Nichtwissen sind erste wichtige Meilensteine zum freudvollen Dirigieren unserer eigenen, individuellen Arbeit oder bei der Führung eines ganzen Unternehmens. Der Loslassen des alltäglichen Blicks auf eine bestimmte Situation, das sich selbst Ver-Rücken aus einer vertrauen Position in eine neue Perspektive sind ebenfalls förderlich. Und ein charmantes Lächeln, ein offenes Hinwenden zu unserem Gegenüber sind weitere wichtige Voraussetzungen für eine humorvolle Kommunikation. Und wenn wir dann noch in der Lage sind, in einer schwierigen Situation das Absurde oder Ver-Rückte zu erkennen, und wir über uns und unsere kleinen und großen Schwächen lachen können ohne uns dabei lächerlich zu machen, dann haben wir gewonnen. Manchmal ein Millionenpublikum weltweit, wie Georges Prêtre und die Wiener Philharmoniker.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Manchmal ballen sich die „Humorsituationen“: Stau auf der Fahrt zur Arbeit, der erste Anruf ist ein Gespräch mit einem sehr verärgerten Kollegen, ein langweiliges und langes Meeting am Nachmittag – so ein Tag ist für die meisten von uns „gelaufen“. Suchen Sie sich für solche Tage einen „Anker“, der Sie dann an Ihren Humor erinnert und Sie innerlich – und vielleicht auch äußerlich - zum Lächeln bringt. Eine kleine Comicfigur auf Ihrem Handydisplay, ein fröhlicher Spruch an der Wand können uns dabei unterstützen, uns in solchen Situationen zu ver-rücken und selbst einem „gelaufenen“ Tag noch etwas Heiteres abzugewinnen.
 
2.) Lächeln Sie sich morgens im Spiegel an. Konzentrieren Sie sich dabei nur auf Ihre Augen. Nach einiger Zeit werden Sie sich freuen, wenn Sie sich morgens in Ihrem Spiegel begegnen. Genießen Sie sich.
 
3.) Trainieren Sie Ihren Humor. Beobachten Sie Ihren Alltag und achten Sie auf ver-rückte oder absurde Aspekte. Erzählen Sie Ihre Beobachtungen Ihnen zugewandte Menschen und schreiben Sie sie gegebenenfalls auf.
 
4.) Humorvoll führen heißt jedoch nicht, sich über andere lustig zu machen und auf Kosten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Witze zu reißen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Tieze, Michael, Patsch, Inge, Die Humor-Strategie. Auf verblüffende Art Konflikte zu lösen, 2008, Kösel Verlag, ISBN 978-3466306732

 
     
       

Erfolgsrezept

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    9. Januar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Große Welt - ganz klein

Wem wären Sie gerne ganz nahe? Michael Schuhmacher oder lieber Angela Merkel? Wie Sie das machen? Ein Experiment von Soziologen zeigt, dass Sie dies relativ leicht schaffen können: Sie suchen unter den 100 Menschen, die Sie kennen, diejenigen aus, die wiederum Bekannte haben mit vielen unterschiedlichen Kontakten und spätestens nach sechs „menschlichen Zwischenstationen“ und dem berühmten „ich kenne jemand, der jemand kennt, der jemand kennt…“ sollte es Ihnen möglich sein, mit Ihrem Lieblingssportler oder Ihrer Traumpolitikerin ins Gespräch zu kommen. Denn nach Berechnungen von Soziologen und Mathematikern braucht jeder von uns offenbar nur maximal sechs dieser menschlichen Zwischenstationen und ist dann mit allen Menschen auf der Erde im Kontakt und damit vernetzt.
Übersetzt in unseren beruflichen Alltag heißt dies: Je mehr wir unsere beruflichen Kontakte innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens pflegen, je mehr wir uns innerhalb und außerhalb unserer Arbeitswelt vernetzten, umso wahrscheinlicher ist es, dass jemand von uns hört, der unser berufliches Können und unser Wissen braucht. Vielleicht unser Chef oder die Chefin selbst, vielleicht die Personalverantwortlichen von einem für uns besonders attraktiven Unternehmen. Und wenn es uns gelingt, Menschen mit besonders vielen Kontakten für uns zu begeistern – oder selbst überdurchschnittlich viele Kontakte zu haben -, steigen die Chancen von uns, weiter empfohlen zu werden. Marketing-Experten haben inzwischen erkannt, dass unser Vernetztsein rund um den Globus eine ebenso wichtige Werbung für ein Produkt bedeuten kann, wie eine aufwendige Kampagne in Fernsehen und Print. Sie setzen auf gut vernetzte und gut informierte Kunden, weil sie wissen, dass deren begeisternde Weiterempfehlung aus einem Buch einen Bestseller machen kann.
Künftig werden wir noch stärker von und mit unseren Beziehungsgeflechten leben und gegenseitig davon profitieren, als wir es in der Vergangenheit getan haben. Eine fachlich fundierte Kommunikation mit anderen, ein gepflegter Smalltalk statt eines belanglosen „Geschwätz“ werden dann ebenso wichtig sein, wie eine kompetente Aus- und Weiterbildung.

Genießen Sie Ihre Beziehungen.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Früher sprach man von guten Geschäftskontakten, heute reden wir von Vernetzung. Damals wie heute galten und gelten persönliche Verbindungen als hilfreich, wenn es beispielsweise um die Suche nach einer neuen Aufgabe oder einem neuen Arbeitsplatz geht.
 
2.) Pflegen Sie Ihre Verbindungen, am Arbeitsplatz wie privat. Wenn Sie den Eindruck haben, es könnten ruhig ein paar Kontakte mehr sein, dann versuchen Sie immer mal wieder, außerhalb beruflich bedingter Termine mit Kollegen aus benachbarten Abteilungen oder mit Führungspersönlichkeiten aus anderen Unternehmen ins Gespräch zu kommen.
 
3.) Bitten Sie beispielsweise in der Kantine oder bei einer Veranstaltung Ihren Nachbarn, Ihre Nachbarin Sie mit einem Ihnen unbekannten Kollegen oder Gesprächspartner bekannt zu machen.
 
4.) Seien Sie nicht enttäuscht (und zeigen Sie es nicht), wenn jemand nach einer Vorstellungsrunde kein größeres Interesse an Ihnen zeigt. Sie haben auf alle Fälle Eindruck hinterlassen, der manchmal zu überraschenden Ergebnissen führen kann.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Kaul, Helge, Community Marketing: Wie Unternehmen in sozialen Netzwerken Werte schaffen, 2008, Schäffer-Pöschel Verlag, ISBN 978-3791027579

 
     
       

Personalführung

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    2. Januar 2010 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Gemeinsam zu neuen Ideen

Irgendwo müssen die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland einander begegnet und ihr Reiseroute nach Bethlehem zum neuen König besprochen haben. Und wahrscheinlich auch die Geschenke, die sie mitbringen wollten. Die Bibel erzählt uns allerdings nichts darüber. Die Legende über die Heiligen Drei Könige, die seit Jahrhunderten die Christen begeistert und beispielsweise in Frankreich und Spanien den 6. Januar zu einem der ganz hohen Feiertage im Jahr hat werden lassen, berichtet dagegen ausführlich, dass jeder der Heiligen Drei Könige das Wertvollste aus seinem Kontinent im Reisegepäck hatte, Gold aus Europa, Weihrauch aus Asien, Myrrhe aus Afrika. Die drei Herrscher kannten ihr Reiseroute nicht, als sie sich auf den Weg machten. Sie wussten nur, sie wollten der Verheißung des Sternes folgen. Zu ihrer Überraschung war ihr Ziel statt eines prächtigen Palastes ein dreckiger Stall, und um dem neuen König zu huldigen, waren sie gezwungen, von ihren Pferd, ihrem Elefanten und ihrem Kamel herab zu steigen und mit ihren prachtvollen Gewändern durch den Mist zu ihm zu waten.

Was bedeutet für uns die Geschichte der Heiligen Drei Könige, von religiösen Auslegungen einmal abgesehen? Drei Männer, jeder gewohnt, ein Herrscher zu sein und Macht zu haben, entscheiden sich dafür, für ein gemeinsames und ihnen allen dreien sehr wichtiges Ziel, ihre Alleinherrschaft für eine Weile aufzugeben und die Kenntnisse und Erfahrungen des jeweils anderen so zu nutzen, dass sie wirklich dorthin kommen konnten, wonach sie strebten, zum neuen König in Bethlehem.

Die 2000 Jahre alte Geschichte der Heiligen Drei Könige kann für uns und das Jahr 2010 eine spannende Botschaft enthalten: die Kompetenz einzelner Persönlichkeiten in einem Projekt sinnvoll zusammen zu führen, damit ein von einem Unternehmen, einer Abteilung, einer Institution gemeinsam ausgewähltes Ziel erreicht werden kann. Selbst, wenn dies für den einzelnen heißt, einmal gewohnte Pfade zu verlassen, und sich auf ein ganz neues Abenteuer innerhalb des Unternehmens oder der Institution einzulassen. Denn das Vertrauen in die Kompetenz der anderen und das gemeinsame Suchen und Finden können neue und unerwartete Kräfte freisetzen und zu ganz ungewöhnlichen Ideen führen.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Das gemeinsame Ziel verband die Heiligen Drei Könige untereinander und machte sie zu einem Team über viele Wochen hinweg. Trotz des grundsätzlichen Anspruchs der drei Herrscher, im jeweiligen eigenen Land die Nummer eins zu sein, haben sie die Suche nach dem neuen König gemeinsam angepackt und verwirklicht. Auch heute werden Projekte erfolgreich entwickelt und umgesetzt, wenn ein klar umrissenes Ziel vorgegeben ist, und die Teammitglieder aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz und nicht wegen ihrer Stellung in der Hierarchie ihres Unternehmens für eine Projektarbeit ausgewählt werden.
 
2.) Der gegenseitige Respekt und das Vertrauen in die Kompetenz aller Projektmitglieder ist eine weitere wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektarbeit.
 
3.) Das Zurückstellen von Privilegien, wie damals das Reiten auf Pferd, Kamel und Elefant für die Heiligen Drei Könige, kann heute unter anderen Bedingungen auch dazu führen, das angestrebte Ziel besser zu erreichen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Meier, Daniel, Wege zur erfolgreichen Teamentwicklung, Ein Werkstattbuch für die Praxis, 2004, Books on Demand, ISBN 978-3833406683


 
       


 
 
Gliederung nach Jahren
 

Jahr 2015

 

Jahr 2014

 

Jahr 2013

 

Jahr 2012

 

Jahr 2011

 

Jahr 2010

 

Jahr 2009

 
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