Inge Maisch - Perspektiven und Beratung
   

Artikel des Jahres 2009
 

Auf dieser Seite finden Sie Artikel, die von Inge Maisch im Jahre 2009 für die wöchentliche Kolumne der Oberhessischen Presse "Ihre Karriere bitte" verfasst wurden:
 
  - "Danke" als guter Vorsatz
  - Unser Weihnachtsbaum – die Notwendigkeit von Ritualen
  - Oberdeck des Parkhauses
  - Ihre Begeisterung bitte!
  - "It's now or never..."
  - Oh Du fröhliche…
  - Sind Fehler erlaubt?
  - Der 1. Arbeitstag ist geschafft!
  - Hilfe, ich motiviere mich selbst!
  - Verhandeln wie Renate
  - Weshalb nicht ich?
  - Ich arbeite sehr gerne in meinem Unternehmen…
  - Ich führe auch schwierige Mitarbeiter – also führe ich (Teil 5)
  - Ich delegiere – also führe ich (Teil 4)
  - Ich entscheide – also führe ich (Teil 3)
  - Ich vereinbare – also führe ich (Teil 2)
  - Ich höre zu – also führe ich (Teil 1)
  - Arbeiten wie Renate
  - Moment mal - ich habe es gleich
  - Stark durch Ideen
  - Es könnt ein Anfang sein, wenn Du Dich traust…
  - Erfolgreich mit dem Körper sprechen…
  - Ich präsentiere, also bin ich
  - Reden ist Gold
  - Gewinne mit Lächeln
  - Sag zum Abschied leise Servus ...
  - Mein Chef lobt mich nie
  - Das haben wir immer schon so gemacht ...
  - Traumjob gesucht
  - Mein Chef, der Kumpel
  - Smalltalk - Das kleine Gespräch mit großer Wirkung
  - Kreativitätstraining à la Mickey Mouse
  - Schade, dass ich die Idee nicht hatte - Die Supermarkt-Kasse
  - Schade, dass ich die Idee nicht hatte - Die Batterie-Tanstelle
  - Burn-out – Leben und Arbeiten auf der Überholspur
  - Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...
  - Girls Day
  - Entscheiden
  - Kritik - aber richtig
  - Konflikte und Kritik – Motoren für Innovationen?
  - Bye, bye Harmonie – Konflikte im Beruf
  - Wer bin ich in meinem Beruf?
  - Wenn wir uns im Beruf falsch einschätzen…
  - Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen?
  - Sie, Erik, mach mal… - Duzen oder Siezen im Beruf?
 - Die "Klinsmann Methode" – oder berufliche Veränderungen als Chance
  - Erfolg - am Besten mit Geduld!







 
     
       

Stil & Etikette

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    24. Dezember 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

"Danke" als guter Vorsatz
 
Kluge Leute haben es vermutlich längst getan. Sie haben ausgerechnet, wie viele Male unsere guten Vorsätze zum Jahreswechsel um die Erde herumreichen würden, wenn wir sie alle auf DIN A 4 Papier schreiben würden. Und sie wissen sicher auch, wie kurz am Ende des Jahres 2010 die Strecke der umgesetzten Vorsätze dann wäre. Obwohl wir doch eigentlich wissen, dass es meistens bei unseren wohl gemeinten Vorsätzen bleibt, nehmen wir uns jetzt wieder vor, dass im Jahr 2010 alles anders wird und notieren uns erneut eine Fülle an Dingen, die wir umsetzen und erreichen wollen. Wir gehen endlich regelmäßig zum Sport oder ziehen unsere Laufschuhe an und walken oder joggen, wir schieben dringende Arbeiten und Termine nicht mehr bis zum letzten Moment vor uns her, wir sind wohl organisiert bei unserer täglichen Arbeit und fahren morgens lieber 10 Minuten früher los, damit wir immer pünktlich bei der Arbeit sind.

Vielleicht schreiben wir uns einmal eine ganz andere Agenda 2010 für unseren Alltag in den nächsten 365 Tagen: Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn wir uns vornehmen würden, häufiger Dankeschön zu sagen? Unserem Kollegen, der schon den Kaffee gekocht hat, wenn wir in der letzten Minute ins Büro gesaust kommen. Oder unserer Sekretärin, die bereits alle Unterlagen für die anstehende Teamleiterkonferenz auf unseren Schreibtisch gelegt hat. Der Krankenschwester und dem Arzt, die auch nachts und an Feiertagen dafür sorgen, trotz vielfältigen Aufgaben und vielen Herausforderungen, dass wir bei Krankheit und Unfall optimal und sicher versorgt werden. Oder wir danken dem Tankwart unserer Tankstelle dafür, dass er auch schon morgens um 6 Uhr hinter dem Verkaufstresen steht und kassiert.

Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, einmal mehr als sonst Danke zu sagen in den kommenden 365 Tagen. Ihnen ein herzliches Dankeschön für das Lesen von „Ihre Karriere bitte“ und für die viele Anregungen, die ich in persönlichen Gesprächen von Ihnen bekomme. Frohe Festtage und ein gutes und wohltuendes Jahr 2010 für Sie.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie gute Vorsätze fassen möchten, dann überlegen Sie sich ganz konkrete Schritte, wie Sie Ihr Wunschziel erreichen können. Notieren Sie sich beispielsweise jede Woche in Ihren Terminkalender Ihren konkreten Walking oder Jogging-Termin Nehmen Sie sich nicht vor, regelmäßig zu trainieren, sondern setzen Sie sich zum Ziel, am kommenden Dienstag will ich um 17 Uhr meine Runde drehen.
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2.) Zerlegen Sie große Vorsätze in ganz kleine Teilschritte und feiern Sie jeden erfolgreichen Schritt, den Sie gemacht haben. Bei Bedarf justieren Sie Ihr angestrebtes Ziel nach einigen Teilschritten.
 
3.) Tricksen Sie sich selbst nicht zu oft aus. Wenn Sie Ihren guten Vorsatz immer wieder mit guten Ausreden aushebeln, dann prüfen Sie noch einmal, ob er wirklich Ihr Vorsatz ist und ansonsten verabschieden Sie sich lieber von ihm und investieren Sie Ihre Kraft in ein für Sie näher liegendes Ziel.

 
     
       

Selbstcoaching

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    19. Dezember 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Unser Weihnachtsbaum – die Notwendigkeit von Ritualen

Weihnachten wird wohl noch eine ganze Weile so bleiben, wie viele von uns es kennen und genießen: Ein Familienfest unter dem Weihnachtsbaum. Gerade junge Leute zwischen 14 und 29 Jahren wünschen sich offenbar weiterhin das klassische Fest, das lässt sich aus einem Artikel dieser Tageszeitung (OP vom 16. 12. 2009) herauslesen. Anscheinend brauchen wir zumindest hin und wieder einen Moment, an dem wir innehalten, um uns mit anderen Dingen, als unserem Alltag beschäftigen zu können (und müssen) und eine Zeit, in der es uns möglich ist, uns als Teil einer größeren Gemeinschaft zu fühlen, auch wenn für den einen oder anderen von uns das Familienfest anstrengend erscheint und wird.
Sich zugehörig zu fühlen, Teil einer Gruppe zu sein, die gemeinsam etwas bewegen kann und will, das ist auch der Wunsch vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Unternehmen. Wir wünschen uns Respekt und Anerkennung für unser berufliches Dasein und für unser Tun. Und so gerne wir vor neuen beruflichen Herausforderungen stehen, so sehr benötigen wir hin und wieder feststehende Rituale, die es uns möglich machen, unsere vielfältigen Tätigkeiten flexibel und kreativ anzupacken. Besonders deutlich wird dies, wenn eine Abteilung aufgelöst und in eine andere integriert wird oder wenn ein Unternehmen mit einem anderen fusioniert oder von einem anderen aufgekauft wird. Plötzlich schmückt ein ungewohnter Name das Bürogebäude oder das Fabriktor. Unsere bisherigen Arbeitsabläufe stehen auf dem Prüfstand; die Partnerschaften zu anderen Unternehmen werden verändert oder ganz aufgelöst und Positionen neu verteilt. Wir müssen unsere bisherige Tätigkeit anders einordnen und wahrnehmen.
Damit wir in unserer immer schneller sich verändernden Berufswelt weiterhin engagiert arbeiten können, wünschen wir uns ab und an unseren „Weihnachtsbaum“: Gewohnte Rituale, die uns helfen, uns unbekannten und spannenden Aufgaben stellen zu können. Wir träumen auch im Beruf von unserem Weihnachtsbaum.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Schaffen Sie in Ihrem Unternehmen und mit Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bestimmte Rituale, die allen helfen, sich als zugehörig, sich als Teil eines Ganzen zu empfinden. Stellen Sie diese ab und an auf den Prüfstand.

2.) Rituale wie das jährliche Aufstellen eines Weihnachtsbaumes helfen uns, uns mit anderen zu identifizieren. Sie können auch dazu beitragen, dass die Vergangenheit über die Gegenwart mit der Zukunft verbunden wird und so Traditionen entstehen oder gelebt werden.

3.) Rituale gehören offenbar zum menschlichen Da-Sein. Sie sind dann besonders bedeutend, wenn Veränderungen anstehen und durchlebt werden sollen.

 
     
       

Selbstcoaching

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    12. Dezember 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Oberdeck des Parkhauses

„Warst Du schon einmal im neuen Parkhaus ganz oben und hast von dort den traumhaften Blick auf unsere Stadt genossen?“ fragte mich neulich mein Freund R. Bei nächster Gelegenheit nahm ich seine Anregung auf und fuhr statt auf meinen Lieblingsparkplatz im Erdgeschoss die beiden weiteren Parkhausetagen hinauf auf das Oberdeck. Ich staunte über den ganz anderen Ausblick auf unsere Stadt und fragte mich, weshalb ich bislang nie die Idee hatte, in dem zentral in der Stadt gelegenen Parkhaus einmal ganz nach oben zu fahren und meine Wahlheimat aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Der neue Blick auf unsere Stadt löste eine Reihe von Fragen bei mir aus: Wann hatte ich zum letzten Mal meine Perspektive in einer beruflichen oder privaten Situation gewechselt? Wie oft bin ich in beruflichen oder privaten Situationen im Erdgeschoss stehen geblieben, anstatt ein paar Meter höher zu fahren, einen herrlichen Rundblick zu genießen und von dort aus möglicherweise neue Zusammenhänge zu erkennen? Wann habe ich das letzte Mal versucht, meine Perspektive zu wechseln?
Damit ich die Perspektive wechseln kann, brauche ich Mut. Denn nicht immer wird sich ein so traumhafter Anblick bieten wie bei meinem kleinen Parkhausabenteuer, wenn ich eine Situation von einem anderen Standpunkt aus betrachten muss. Manchmal werde ich Erfahrungen machen, die mir weniger gefallen. Etwa, wenn ich als Chef lernen muss, dass nicht ich, sondern meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit einem frischen und neuen Blick auf einen im Betrieb lang gewohnten Arbeitsablauf wieder Schwung in die Produktionsabwicklung bringen. Oder, wenn ich gezwungen werde, wahrzunehmen, dass meine lang gehegten Vorurteile gegenüber meinem Nachbarn sich in Luft auflösen, wenn ich ihn näher kennen- und am Ende schätzen lerne. Wenn ich die Herausforderungen des Lebens immer aus meiner Perspektive betrachte, kann dies bequem sein. Eine unvertraute Situation kreativ anpacken, innovative Ideen entwickeln oder gar mein Gegenüber verstehen, gelingt mir allerdings meist nur dann, wenn ich meine mir sehr vertraute Sichtweise verlasse und meine Perspektive wechsle. Wie sagt ein indianisches Sprichwort? Urteile nicht über andere, ehe Du nicht einen Monat lang in ihren Mokassins gegangen bist.

Danke lieber Freund R.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie mit einer Frage oder einer Herausforderung nicht weiter kommen, versuchen Sie unter anderem, die räumliche Perspektive zu wechseln. Ändern Sie den Blickwinkel, in dem Sie Ihren gewohnten Standort verlassen und sich woanders hinsetzen oder hinstellen, verlassen Sie den Raum und betrachten die Dinge von außen oder steigen Sie sich selbst buchstäblich aufs Dach und gehen Sie ins oberste Stockwerk oder aufs Dach Ihres Arbeitsplatzes und gewinnen Sie so den Überblick.

2.) Versetzen Sie sich selbst in eine andere Zeit. Wie hätten Ihre Großeltern das Problem lösen können oder müssen?

3.) Übertragen Sie das Sprichwort der Indianer immer mal wieder in Ihren beruflichen Alltag und gehen Sie eine Weile in den Schuhen der anderen, ehe Sie wieder in Ihre eigenen schlüpfen und dann Ihre neu gewonnenen Erfahrungen mit Ihrer bisherigen Sichtweise kreativ verbinden.

4.) Trainieren Sie Ihre Selbstsicherheit, sie hilft Ihnen, sich auf die Risiken einzulassen, die ein Perspektivenwechsel – neben den Chancen – immer in sich trägt.

 
     
       

Selbstbewußsein

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    5. Dezember 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ihre Begeisterung bitte!

Teammeeting in einem Unternehmen: Ich kenne niemand, alle stellen sich vor, viele Namen, die Männer in Anzug und Krawatte, die Damen im grauen oder blauen Kostüm oder Hosenanzug. Menschen, die sich auf den allerersten Blick äußerlich wenig voneinander unterscheiden. Doch im Laufe der Sitzung treten die einzelnen Persönlichkeiten hervor. Besonders gebannt höre ich einer Abteilungsleiterin zu, die mit ruhiger Stimme ihre Gedanken vorträgt. Was unterscheidet sie von den anderen, die ebenfalls klug und fachlich hervorragend argumentieren und diskutieren? Weshalb konzentriert sie alle Blicke und die gesamte Aufmerksamkeit auf sich, wenn sie das Wort ergreift? Wie macht sie das, frage ich mich dann, und fange an, sie genauer zu beobachten. Im Laufe der Zeit entdecke ich, was bei Christiane C. das gewisse Etwas ausmacht. Es ist ihre Ausstrahlung, ihre Fähigkeit zu inspirieren und überzeugen zu können und dabei vollkommen natürlich und authentisch zu wirken. Und es ist ihre Freundlichkeit und Offenheit den Kollegen und Kolleginnen gegenüber. Sie lobt, ohne zu schmeicheln und nennt bei guten Ideen den Urheber des Gedankens. Kritik an einer Idee verpackt sie in fundierte fachliche Ausführungen. Während des Gesprächs bezieht sie alle Anwesenden mit ihrem offenen Blick ein; sie nutzt ihre klare Stimme und unterstreicht mit fester Betonung ihre Ausführungen, und sie lächelt und strahlt bei guten Gedanken und begeistert sich für neue Ideen und überzeugende Argumente.

Ausstrahlung, wie Christiane C. sie hat, lässt sich erlernen. Das Charisma bei Barak Obama ist vermutlich auch mehr als reines Naturtalent. Selbst schüchterne und stille Menschen schaffen es, präsenter aufzutreten und damit mehr aus sich zu machen, wenn sie an ihrer Ausstrahlung feilen. Ein Mensch mit Ausstrahlung hat eine natürliche freundliche Mimik und einen offenen Blick, er spricht gelassen und melodisch anregend, ist seiner Persönlichkeit und seiner beruflichen Aufgabe entsprechend angemessen gekleidet und hat statt hängender Schultern eine gerade und offene Körperhaltung.

Genießen Sie Ihre Ausstrahlung.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Zur Ausstrahlung gehört die Liebe zu sich selbst und zu anderen. Versuchen Sie, die Schönheit anderer Menschen bewusst wahrzunehmen, auch in ihrem Makel. Genießen Sie schöne Dinge um sich. Und dann genießen Sie sich selbst in Ihrer Schönheit.

2.) Schreiben Sie auf, welche Stärken und Schwächen Sie haben. Entwickeln Sie Ihre Stärken weiter.

3.) Halten Sie Ihren Geist fit und Ihren Körper. Beides bringt mehr Bewegung in Ihren Alltag und damit auch mehr Ausstrahlung.

4.) Entdecken Sie Ihren Reichtum: Schreiben Sie sich auf, was Sie alles können (bitte vergessen Sie die scheinbar alltäglichen Dinge nicht). Prüfen Sie, was Sie „besitzen“ – Freunde, Familie, Hobbys, Talent, Wissen und genießen und pflegen Sie Ihren Reichtum.

5.) Prüfen Sie, ob Sie eher zu häufiger Kritik neigen oder sich eher positiv äußern. Verändern Sie bei Bedarf Ihre häufige Kritik.

6.) Finden Sie in Ihrer Kleidung Ihren persönlichen Stil.

7.) Lächeln Sie, wenn Sie Menschen begegnen und zeigen Sie Ihrem Gegenüber Interesse an seinen Gedanken und Wünschen.


Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Reiter, Michael A., Ihre Ausstrahlung - erkennen, entwickeln und bewusst leben
2008, Haufe Verlag, ISBN: 9783448092851

Ihle, Frank, Mach mehr aus Deinem Leben
2009, Via Nova Verlag, ISBN: 9783866161269

 
     
       

Stress & Entspannung

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    28. November 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

"It's now or never..."

Ich weiß nicht, ob Erich Sixt den Welthit von Elvis Presley „It’s now or never“ über die Liebe und das bewusste Wahrnehmen des Moments des Glücks im Sinn hatte: Der Gründer der Autovermietung Sixt jedenfalls schätzt das Innehalten, das Gewahrwerden des Augenblicks, wie Elvis es besingt. Denn erst das Innehalten, erzählt der erfolgreiche Unternehmer einmal in der FAZ, helfe ihm, „intelligente Entscheidungen“ zu treffen. Auf der Fahrt zu einem Geschäft in Millionenhöhe, hielt er unterwegs an, setzte sich unter einen Kastanienbaum und betrachtete den Deal noch einmal aus der beschaulichen Perspektive außerhalb seines Büroalltags. Erst danach fuhr er weiter zu seinen Geschäftspartnern und unterschrieb den Vertrag.
Innehalten, uns einen Moment lang nicht drängen lassen von Terminen, sofortigen Entscheidungen, neuen Aufgaben und Herausforderungen, das kann uns helfen, ruhiger und gelassener zu werden und womöglich so manche Situation neu einzuschätzen. Das Heraustreten aus der gewohnten Umgebung, die bewusste Entscheidung, die täglich benutzten Pfade ab und an zu verlassen und einen Schritt zur Seite zu treten, bringen oft überraschende Erkenntnisse und Einsichten. Und wenn wir dabei den Augenblick bewusst wahrnehmen, die Gesichter der Menschen um uns herum, die Räume, in denen wir uns bewegen oder die Wege, die wir draußen gehen, dann treffen wir vermutlich manche „intelligente Entscheidung“, die im Normalfall die Hektik des Alltags weggespült hätte. Die Achtsamkeit uns selbst und unserer Umgebung gegenüber schenkt uns Kräfte, die wir für unseren Arbeitsalltag brauchen. Sie kostet nicht viel: Ein entspannter Moment unter einem Kastanienbaum, ein stiller Augenblick auf einer Kirchenbank, ein höfliches Lächeln für die Verkäuferin im Supermarkt oder für den freundlichen Kunden am Tresen oder ein nettes Hallo für den Pförtner am Eingang unseres Unternehmens, das sind die kleinen, wohltuenden Momente des Innehaltens, die uns bereichern können.

Genießen Sie diese Momente.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Immer wieder Momente des Wahrnehmens, des Innehaltens in den Alltag einzubauen, helfen uns, unsere Umgebung und uns selbst bewusst wahrzunehmen und statt der vielen Details, die unsere Arbeit auszumachen scheinen, zwischendrin das „Ganze“ zu sehen. Bauen Sie Momente des Innehaltens in Ihren Alltag ein.

2.) Fragen Sie sich, was für Sie heute Ihr Kernthema ist und gehen Sie mit diesem achtsam und konzentriert um. Prüfen Sie, welche Prioritäten Sie im Moment haben und geben Sie diesen genügend Raum.

3.) Suchen Sie sich einen äußeren oder einen inneren Ort, an dem Sie gerne und immer wieder innehalten. Gestalten Sie ihn, wie Sie ihn brauchen. Vielleicht genießen Sie eine schöne Musik, vielleicht ist es gerade die äußere Ruhe, die Sie innerlich ruhig werden lässt. Dieser ist ganz individuell und nur für Sie da.


Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Ziegler, Viktor W., Mit Nichts zum Erfolg: Schöpfen Sie aus der Kraft des bewussten Innehaltens, 2008, Ueberreuter Verlag, ISBN: 978-3800073603

 
     
       

OP-Kolumne „Ihre Karriere bitte"

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    21. November 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Oh Du fröhliche…

Die ersten Worte dieses eigentlich wunderschönen Weihnachtsliedes haben in den kommenden Tagen und Wochen für Sie vielleicht eine ganz andere Bedeutung als Sie in wohltuende Weihnachtsstimmung zu versetzen. Denn auf Sie wartet nicht nur die vor Weihnachten regelmäßig anwachsende Arbeit, sondern auch die alljährliche Weihnachtsfeier in Ihrem Betrieb.
Wie eine Weihnachtsfeier gestaltet sein soll, wer sie organisiert, wo sie stattfindet und wer dazu überhaupt eingeladen wird, sorgt in viele Unternehmen und Abteilungen für lange und engagierte Diskussionen. Und stehen erst einmal Datum und Ort fest, dann kommen unweigerlich die Fragen, was ziehe ich an? Was mache ich, wenn der Chef mir am späten Abend, wie alle Jahre wieder, das Du anbietet und dies am nächsten Tag wieder vergessen hat? Wie ziehe ich mich aus der Affäre, wenn der Kollege, die Kollegin mehr wünschen als nur einen harmlosen Flirt? Wie viel darf ich trinken? Und, muss ich überhaupt auf die Weihnachtsfeier gehen oder kann ihr einfach fern bleiben?
In vielen Unternehmen gelten Weihnachtsfeiern als willkommene Höhepunkte eines Arbeitsjahres. Sie sind anregend organisiert, alle fühlen sich wohl und am nächsten Tag macht die Arbeit wieder mehr Freude als zuvor. Dennoch gilt: Auch wenn Weihnachtsfeiern noch so harmonisch und weihnachtlich ablaufen, sie sind „Business-Termine“ und keine private Begegnungen unter Freunden oder innerhalb der Familie. In dem einen oder anderen Unternehmen mag ein „Über die Stränge schlagen“ die Bewunderung aller hervorrufen und sogar die Karriere eher beflügeln als behindern. Meist lohnt es sich jedoch, sich eher zurückzuhalten, statt „einen drauf zu machen“ und heftig über den Durst zu trinken. Schöner ist es meistens, das gemeinsame Fest mit viel Freude zu genießen, mit Kolleginnen und Kollegen zu plaudern, mit denen Sie im Arbeitsalltag nicht zusammen kommen und das vom Festkomitee mit viel Mühe und Engagement zusammengestellte Programm zu würdigen. Beispielsweise mit einem netten Dankeschön an die Organisatoren, die es wieder einmal geschafft haben, ein gelungenes Fest zu zaubern.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn die Weihnachtsfeier während der Arbeitszeit stattfindet und Sie nicht daran teilnehmen möchten, müssen Sie stattdessen arbeiten.

2.) Wenn Sie nicht zur Weihnachtsfeier in Ihrem Unternehmen gehen möchten, sagen Sie bitte rechtzeitig ab.

3.) Wenn Ihnen Ihr Chef, Ihre Chefin auf der Weihnachtsfeier das Du anbieten, dann warten Sie am nächsten Tag, ob er oder sie Sie weiter duzen. Bleibt es beim gewohnten Sie, gehen Sie wortlos zur Tagesordnung über.

4.) Alkohol ist ein Alle-Jahre-Wieder-Thema: Halten Sie sich dabei zurück. Damit Sie am nächsten Arbeitstag nicht der Flurklatsch Nr. 1 in Ihrem Unternehmen sind.

5.) Nutzen Sie die Chance, neue Menschen in Ihrem Betrieb kennen zu lernen. Setzen Sie sich zu Ihnen eher unvertrauten Kolleginnen und Kollegen an den Tisch. Oder plaudern Sie mit einem gekonnten Smalltalk einmal in Ruhe mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin.

6.) Wenn Sie sich einer aufdringlichen Kollegin, einem aufdringlichen Kollegen gegenüber sehen, lehnen Sie das dann häufig angebotene „Du“ höflich ab. Versuchen Sie stattdessen, mit möglichst vielen anderen Festgästen ins Gespräch zu kommen und wehren Sie so (hoffentlich) die heikle Situation ab.

7.) Überlegen Sie sich vorab schon ein paar gute Small Talk Themen. Lesen Sie beispielsweise in den Tagen vor dem großen Fest Ihre Tageszeitung. Dann sind Sie ohne große Anstrengung ein interessanter Gesprächspartner.

 
     
       

Personalführung

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    14. November 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
    Sind Fehler erlaubt?

Aus Fehlern wird man klug. Wer arbeitet, macht Fehler, wer nicht arbeitet, macht keine… Mit diesen Sätzen trösten wir uns spätestens dann, wenn wir wieder einmal einen Termin vergessen, eine Bestellung falsch bearbeitet oder fehlerhafte Angaben notiert haben. Wir machen tatsächlich alle Fehler. Ist es jedoch richtig, wenn ein Unternehmen stolz darauf ist, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jederzeit Fehler machen dürfen, daraus alle lernen sollen und dies dann auch noch aus der Überzeugung heraus, ein besonders fortschrittlicher Betrieb zu sein? Wie denken wir beispielsweise darüber, wenn ein Pilot, ein Mitarbeiter in einem Kernkraftwerk oder ein Arzt fehlerhaft handeln? Vermutlich wird keiner von uns einen Fehler von ihnen tolerieren wollen. Der Grundsatz muss demnach vielmehr heißen, Fehler sollten – und das gilt auch für weniger sensible Bereichen wie Luftfahrt oder Atomindustrie - möglichst vermieden werden.
Machen wir dennoch Fehler, dann heißt es, offen damit umzugehen: Wenn Sie als Chef oder als Chefin Ihre Irrtümer eingestehen und damit Ihren Mitarbeitern und Mitarbeitern als Vorgesetzter ein Vorbild sind, wenn Sie bei Fehlern nicht bestrafen, sondern mit den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam nach der Fehlerursache suchen, damit alle in Zukunft besser, sprich fehlerfrei arbeiten, dann wird Ihr Team kaum auf die Idee kommen, fehlerhafte Leistungen vor Ihnen zu vertuschen und unter den berühmten Teppich zu kehren.
Wichtig ist, dass alle Beteiligten in einem Unternehmen versuchen Fehler auszuschalten. Wichtig ist auch, sich weniger auf mögliche Fehler zu konzentrieren, sondern eher auf den regelgerechten Ablauf im Betrieb. Fehler sind normalerweise kein Ausdruck von Inkompetenz eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin, sie weisen auf Schwachstellen im Unternehmen und im Arbeitsprozess hin. Besonders dann, wenn sie immer wieder auftreten.
Wir leben in einer Welt mit Fehlern, dennoch gilt: Fehler sollten nicht vorkommen und wenn sie es tun, stehen alle Beteiligten vor der Herausforderung, daraus zu lernen und sie künftig zu vermeiden.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Fehler kommen vor. Dennoch sollte grundsätzlich die Regel in einem Unternehmen gelten, Fehler sind zu vermeiden. Und falls sie doch auftreten, dann lernen alle gemeinsam daraus.
 
2.) Mit Fehlern muss man rechnen. Hilfreich und Ziel führend ist es deshalb, wenn in einem Unternehmen eine Gesprächskultur vorherrscht, die es ermöglicht, nach den Ursachen von Fehlern zu forschen, die Fehlerquelle abzustellen und die Folgen ohne größeren Schaden zu reparieren ohne dass Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen deswegen als inkompetent dargestellt werden.

3.) Wenn eine Unternehmensleitung eigene Fehler offen darlegt, werden die Mitarbeiter ebenfalls ihre Fehler benennen und darauf aufmerksam machen.

4.) Anfänger dürfen zunächst (kontrolliert) Fehler machen. Ihre Ausbildung dient auch dazu, zukünftige Fehler zu reduzieren und zu minimieren.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Hallinan, Joseph T. Lechts oder rinks: Warum wir Fehler machen
2009, Ariston Verlag, ISBN 978-3424200164

 
     
       

Beruf und Karriere

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    7. November 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Der 1. Arbeitstag ist geschafft!

Wie soll ich mir das alles merken, fremde Gesichter, neue Namen, unbekannte Wege und dann noch die ungewohnten Arbeitsabläufe und neuen Strukturen? Am Abend nach dem 1. Arbeitstag brummt mir mein Kopf. Auch frage ich mich: Habe ich mich richtig verhalten? War ich gut genug angezogen? Ist der neue Kollege immer so reserviert? Mit wem werde ich wohl gut zusammen arbeiten können? Und wer ist hier eigentlich wirklich der Chef?
Meine Vorfreude und aufgeregte Erwartung, mit der ich heute Morgen zu meinem neuen Arbeitsplatz gefahren bin, sind verflogen. Übrig geblieben sind viele Fragen und viel Unsicherheit. Und angesichts des wenig begeisterten Empfangs in meiner neuen Abteilung frage ich mich, ob es eine kluge Entscheidung von mir war, meinen alten und vertrauten Job aufzugeben. Ich hatte mir meinen Stellenwechsel leichter und freundlicher vorgestellt.
Wie mir geht es vielen, die eine neue Stelle antreten. Statt mich mit Blumen auf dem neuen Schreibtisch zu begrüßen, schließlich soll ich sie von einem Teil ihrer Arbeit entlasten, muffeln die Kollegen vor sich hin und scheinen mich als Störenfried zu empfinden.
Nach einer Weile begreife ich, dass es für die Kollegen und Kolleginnen alles andere als einfach ist, mich in ihrem stressigen Arbeitsalltag auch noch nebenbei einzuarbeiten. Außerdem verändere ich ganz augenscheinlich das bislang fein austarierte Gleichgewicht in der Abteilung. Und das von mir unglückliche Benutzen einer privaten Kaffeetasse kostet mich für eine ganze Weile die Sympathie aller. Allmählich lerne ich, dass es in den ersten Wochen kaum darum geht, mit meinem Fachwissen zu brillieren und das Team dadurch voran zu bringen. Wichtig ist es für mich zunächst, zu schauen, zuzuhören, zu beobachten, die informellen Spielregeln in meinem neuen Betrieb kennen zu lernen (sagen alle in der Kantine Mahlzeit?) und mich nicht zu früh auf bestimmte Kolleginnen und Kollegen als regelmäßige Pausenpartner fest zu legen.
Und damit ich mir endlich die Namen von mir immer wieder unbekannt erscheinenden Kolleginnen und Kollegen merken kann, wiederhole ich diese im direkten Gespräch immer mal wieder. Und die Kollegen und Kolleginnen freuen sich darüber.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Eine neue Stelle ist eine große Chance, sich neu zu beweisen und darzustellen. Bereiten Sie sich auf Ihren 1. Arbeitstag vor. Überprüfen Sie noch einmal, welche Stärken und Schwächen Sie haben, damit Sie sich ohne Unsicherheiten den Anforderungen Ihres neuen Arbeitsplatzes stellen können.
 
2.) Nehmen Sie sich in den ersten Tagen nicht zuviel vor. Versuchen Sie zunächst, die informellen Spielregeln Ihres Betriebes kennen zu lernen.
 
3.) Gehen Sie nicht davon aus, dass sich Ihre Kolleginnen und Kollegen sich um Sie kümmern. Stellen Sie sich überall selbst vor, nutzen Sie hierzu Gelegenheiten wie das zufällige Treffen am Aufzug oder auf dem Firmenparkplatz und warten Sie ab, ob Ihnen die Kolleginnen und Kollegen das in Ihrem neuen Betrieb weitgehend übliche „Du“ anbieten.
 
4.) Erst nach einigen Wochen zeigen Sie Ihr ganzes fachliches Können. Vermeiden Sie Formulierungen wie „das haben wir in meinem alten Unternehmen ganz anders gemacht“, fragen Sie stattdessen „könnten wir das vielleicht so anpacken?“ Und fragen Sie, wenn Sie etwas nicht verstehen.
 
5.) Beachten Sie bitte, dass Sie als Neuer, als Neue die Strukturen Ihrer Abteilung und Arbeitsabläufe Ihrer Kolleginnen und Kollegen verändern. Wenn sich alle erst einmal an Sie gewöhnt haben, werden vermutlich die meisten in Ihrem neuen Team genauso nett und offen sein, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem alten Unternehmen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Lüdemann, Carolin, Erfolgreich starten im Job für Freche Frauen. So meistern Sie Ihre Probezeit mit Bravour, 2007, Redline Wirtschaftsverlag, ISBN 978-3636014344
 
Achterhold, Gunda, Im neuen Job, Überlebenstipp für die ersten 100 Tage
2009, Sanssouci Verlag, ISBN 978-3836301954

 
     
       

Selbstcoaching

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    31. Oktober 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Hilfe, ich motiviere mich selbst!

„Dieser Weg wird kein leichter sein…“ von Xavier Naidoo wählten die deutschen Nationalspieler während der Fußballweltmeisterschaft 2006 zu ihrem Lied. Für einige von ihnen, wie etwa Oliver Kahn als Torhüter auf der Bank war es vermutlich ein besonders schwerer Weg. Dennoch ist es dem Profi gelungen, sich täglich neu zu motivieren und zu trainieren, obwohl er wusste, dass er während der WM 2006 vermutlich höchstens einmal im Tor stehen wird.
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte mich auch selbst so motivieren wie der erfolgreiche Torwart. Besonders jetzt in den kalten und dunklen Wintermonaten. Aufstehen fällt mir noch schwerer, die Arbeit geht mühselig von der Hand, der Kollege, die Kollegin nerven immer noch und statt eines gemütlichen Kuschelns vor dem Fernseher abends im Dunkeln auch noch raus laufen und Sport machen? Solche und ähnliche Gedanken und Störungen kosten uns viel Kraft und Energie. Mit etwas Engagement kann es uns jedoch gelingen, uns stattdessen selbst zu motivieren und damit die Arbeit und den Alltag auch in den grauen Monaten des Jahres leichter zu leben. Wichtig ist dabei, dass sich jeder von uns auf seine ganz eigene Art selbst „überredet“. Was für mich stimmt, ist für meinen Partner, meine Kollegin noch lange nicht richtig.
Ein paar allgemeine Regeln gibt es jedoch: Welche Ziele möchte ich erreichen? Will ich den Weltmeistertitel? Das Nachfolgemodell meines jetzigen Wagens? 2% mehr Umsatz als im vergangenen Monat? Eine gelungene Vorlesung vor den Erstsemestern? Formulieren Sie Ihre Ziele möglichst konkret. Und suchen Sie sich, wenn Sie eines Ihrer Ziele erfolgreich geschafft haben, ein „Dankeschön“-Projekt. Entweder eine Tätigkeit in Ihrem Beruf, die Sie besonders gerne machen und mit der Sie sich belohnen, wenn Sie die langweiligen Arbeiten hinter sich gebracht haben oder eine nette Verabredung zum Mittagessen mit einem Kollegen, einer Freundin.
Und wenn Sie morgens schwer aus dem Bett kommen, stellen Sie den Wecker fünf Minuten vor und genießen Sie die gewonnene Zeit für ein liebevolles Lächeln vor dem Spiegel oder für eine gemütliche Tasse Kaffee. Und dann stimmt der Refrain von „Dieser Weg“: „…doch dieses Leben bietet so viel mehr…“

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Jeder Mensch ist unterschiedlich motivierbar. Die meisten von uns brauchen die Wertschätzung und Anerkennung ihrer Arbeit und fühlen sich dann besonders motiviert, wenn sie viel von ihren eigenen Vorstellungen in ihre Arbeit einbringen können.

2.) Damit wir uns selbst motivieren können, müssen wir unsere Ziele kenn und wissen, welche Interessen uns antreiben. Gespräche mit uns selbst, mit unseren Freundinnen und Freunden, unserer Familie oder einem Coach helfen uns, unsere Ziele genauer zu benennen und als Grundlage unserer Motivation zu erkennen.

3.) Detaillierte Zeitpläne und das Visualisieren der einzelnen Aufgaben unterstützen uns dabei, überhaupt erst einmal den Anfang zu wagen unsere Ziele anzustreben.

4.) Erledigen Sie die unliebsamen Dinge möglichst zuerst, Ihre Zufriedenheit motiviert Sie danach umso mehr.

5.) Wenn Sie sich kurzfristig motivieren müssen und Ihnen die Selbstmotivation aus irgendeinem Grund gerade nicht möglich ist, fragen Sie sich, was würden Sie in dieser Situation Ihrem besten Freund, Ihrer besten Freundin raten. Dies sagen Sie dann zu sich selbst und setzen es um.

6.) Wenn Sie sich gar nicht selbst motivieren können, dann fragen Sie sich ganz ruhig, ob Sie wirklich im richtigen Beruf arbeiten oder ob nicht eher eine Weiterbildung oder ein Wechsel Ihrer Tätigkeit angebracht wären.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Porok, Simone, Sofortwissen kompakt. Selbstmotivation pur: Motivationsimpulse in 50 x 2 Minuten (Kartenset), 2009, Heragon Verlag, ISBN 978-3941574052

Meier, Rolf, 30 Minuten für eine dauerhafte Selbstmotivation
2009, Gabal Verlag, ISBN 978-3897496583

 
     
       

Personalführung

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    24. Oktober 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Verhandeln wie Renate…

„Heute brauche ich einen Tipp von Ihnen“, ruft mir meine Lieblingsverkäuferin Renate schon entgegen, als ich an ihre Fischtheke trete. Angespannt schaut sie mich an. „Meine Kollegen und ich finden einfach keinen Weg, wie wir künftig die Arbeitszeiten für alle so gestalten, dass jeder von uns damit zufrieden ist.“ Während sie mir den leckeren Heringssalat abwiegt, erzählt sie mir, wie sie bislang miteinander umgegangen sind. Jeder habe versucht, sich gegenüber dem anderen durchzusetzen. Die „Vielquatscher“ (so Renate) haben dabei den Schüchternen keine Chance gelassen, ihre Wünsche und Lösungsvorschläge auf den Tisch zu packen, so beschreibt sie die Situation in den bisherigen, fruchtlosen Gesprächen.
Gemeinsam entwickeln wir ein paar Strategien, die Renate für sich in zwei konkrete Handlungsmöglichkeiten übersetzt. „Wir müssen lernen, uns wirklich an- und zuzuhören. Jeder soll in Ruhe sagen können, welche Interessen er hat. Beispielsweise, dass er nur an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten arbeiten will, weil dann die Kinder in der Schule sind oder weil die Ehefrau ebenfalls nur alle zwei Wochen Spätdienst machen kann.“
Beim nächsten Einkauf strahlt sie mich wie gewohnt an und erzählt von ihren Erfahrungen. Nachdem in der nächsten Gesprächsrunde jeder in ihrem Bedienungsteam darlegen konnte, weshalb er bestimmte Arbeitszeiten für sich bevorzugt, haben Renate und ihre Kollegen verschiedene Lösungsszenarien entwickelt. Anhand von objektiven Kriterien, die sie sich gemeinsam vorher überlegt hatten und „nach längerem Diskutieren der verschiedenen Möglichkeiten“ fanden Renate und ihre Kolleginnen und Kollegen einen für alle tragbaren Kompromiss.
„Wichtig war für uns“, sagt sie, „dass wir gelernt haben zuzuhören, weshalb jemand zu bestimmten Zeiten arbeiten möchte und ob er dies auch sachlich wirklich gut begründen kann und nicht darüber nachzudenken, mit welchen Argumenten wir unsere Positionen gegenüber den anderen am Besten durchsetzen.“ Als hart, aber fair bezeichnete sie am Ende die Verhandlungsrunden.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Eine freundliche und zugewandte Gesprächsatmosphäre und gegenseitiger Respekt helfen, einen Kompromiss zu finden.

2.) Definieren Sie, welche Ziele Sie gemeinsam erreichen möchten. Fragen Sie sich dabei auch, welche Sie bereits erreicht haben.

3.) Stellen Sie dar, über welche Inhalte Sie verhandeln können und bei welchen Sie keinen Kompromiss schließen. Wenn Sie mit Ihrem Gegenüber keinen Kompromiss finden, dann prüfen Sie, welche Alternativen es gibt. Vielleicht ist ein Kompromiss auf Zeit die Lösung? Vielleicht ist es erforderlich, dass Sie doch nachgeben? Vielleicht müssen Sie sich aus der Situation verabschieden oder sich von dem Projekt, dem Vertrag, dem Partner trennen?

4.) Wichtig ist es, Sachfragen und die Menschen auseinander zu halten und sich auf die Interessen aller Beteiligten zu konzentrieren, anstatt auf die Positionen jedes einzelnen zu starren und darauf zu beharren (Harvard Konzept).

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Fisher, Roger, Ury, William, Patton, Bruce, Das Harvard Konzept
2004 (22. Auflage), Campus Verlag, ISBN 978-3593374406


 
     
       

Konflikte und Kritik

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    19. Oktober 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Weshalb nicht ich?

„Immer bekommen die Kollegen die spannenden Aufgaben und mir gibt der Chef die langweiligen Sachen, zu denen ich keine Lust habe. Warum immer nur die? Weshalb nicht ich? Soviel schlauer als ich sind sie nun auch wieder nicht…“ Gedankensplitter, die wir vermutlich fast alle auf die eine oder andere Art kennen. Wir sind neidisch auf die anderen, weil sie die reizvolleren Arbeiten in unserem Betrieb machen dürfen, während wir uns mit den langweiligen Aufgaben abgeben müssen; sie sind erfolgreicher, sehen besser aus, sind zufriedener… .
Neid kann Karrieren beflügeln, aber auch Teams daran hindern erfolgreich zu sein. Gerade unter Freunden und Kollegen ist Neid besonders häufig. Viel weniger dagegen unter Personen, die beruflich nichts miteinander zu tun haben, wie der Direktor einer Bank und der Kassiererin eines Supermarktes. Neid am Arbeitsplatz spornt uns dazu an, mehr zu leisten und damit unsere Karriere voran zu treiben. Vorausgesetzt, wir haben die realistische Chance, unser berufliches Ziel zu erreichen. Missgunst kann jedoch auch zu Mobbing führen. Sie ist oft die Ursache für Gerüchte und Intrigen im Betrieb bis hin zu Sabotage, und herrscht sie unter den Mitgliedern eines Teams, dann werden gute, individuelle Leistungen als Erfolg aller ausgegeben ohne Hinweise auf den Urheber, die Urheberin.
Neid in einem Betrieb ist manchmal schwer zu erkennen. Denn kaum einer wird offen sagen, dass er neidisch auf einen Kollegen, eine Kollegin ist. Gibt es in einem Team ständig Schwierigkeiten und Konflikte, dann ist zu prüfen, ob die Ursache hierfür der Neid einzelner auf andere sein könnte. Nicht immer ist objektiv nachvollziehbar, weshalb jemand neidisch ist. Eine der Quellen für Neid ist ein geringes Selbstwertgefühl. Hier können Vorgesetzte und Teamleiter die Kollegen darin unterstützen, dass sie, statt sich auf die Schwächen zu konzentrieren und neidvoll auf die anderen zu blicken, ihre Stärken sehen und diese weiter entwickeln.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Neid im Unternehmen ist oft schwer zu erkennen: Wird ein bislang engagierter Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin plötzlich ruhiger, dann kann es sein, dass Neid im Spiel ist. Und Frauen neigen immer wieder dazu, auf einen weiteren Karriereschritt zu verzichten, weil sie den Neid der Kolleginnen fürchten.

2.) Ein Unternehmen kann Neid vermeiden, in dem es Entscheidungen und Gründe für die Beförderung von bestimmten Mitarbeitern möglichst allen transparent macht, und in dem die vom Betrieb aufgestellten Spielregeln des Fair Play für alle gelten.

3.) Der Neid eines Mitarbeiters, einer Mitarbeiterin kann ein Team zerstören und Kolleginnen und Kollegen verzweifeln lassen. Chefs sollten Missgunst am Arbeitsplatz ernst nehmen und nicht glauben, dies fördere den Leistungswillen aller.

4.) Das Kennen und Weiterentwickeln der eigenen Stärken verhindert Neid auf andere.

5.) Neid sollte nicht verdrängt werden. Wenn ich neidisch bin, gilt es herauszufinden, weshalb ich es bin, und wie ich lerne, mit Wunsch und Wirklichkeit zurechtzukommen.

6.) Neid kann mich motivieren und dazu führen, dass ich mich weiterbilde, weil ich genauso Karriere machen möchte wie mein Kollege, meine Kollegin.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Kast, Verena, Die Herausforderung durch unangenehme Gefühle
1998, dtv Verlag, ISBN 978-3423351522

Haubl, Rolf, Neidisch sind immer nur die anderen
2004, C. H. Beck Verlag, ISBN 978-3406480959

 
     
       

Personalführung

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    10. Oktober 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich arbeite sehr gerne in meinem Unternehmen…

… sagten auch 2008 gerade einmal 13% der Beschäftigten in Deutschland. Und wenn die Untersuchungen des Gallup-Institutes stimmen, dann hat sich diese Zahl seit 2001, seit Beginn der Befragungen praktisch nicht verändert. Von den übrigen 87% der Mitarbeiterin und Mitarbeiter machen laut Gallup 67% Dienst nach Vorschrift und 20% haben innerlich längst gekündigt.
Was sind die Gründe für die offenbar so weit verbreitete Unzufriedenheit am Arbeitsplatz? Selten ist ein zu geringes Gehalt der Auslöser. Die meisten Arbeitnehmer wünschen sich vielmehr, dass sie seitens ihres Unternehmens als wertvoll und wichtig eingeschätzt, d.h. dass sie respektiert werden. Sie erwarten mehr Verantwortung und mehr Vertrauen in ihr Wissen und Erfahrungen, statt Misstrauen und Kontrolle. Sie möchten mit ihren Meinungen und Vorschlägen gehört werden und an den Entscheidungsprozessen ihres Unternehmens beteiligt sein, und sie wollen wissen, welche Ziele ihr Unternehmen hat, damit sie sich mit ihrer Arbeit dafür engagieren können. Außerdem ist es ihnen wichtig, mit ihrem täglichen Tun etwas bewegen zu können, mit guten Kollegen zusammen zu arbeiten und Teil eines erfolgreichen Teams, einer erfolgreichen Mannschaft zu sein. Es spielen jedoch auch noch andere Faktoren eine große Rolle, wenn es um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz geht. Ein freundliches und sachlich begründetes Lob ihres Vorgesetzten gehört ebenso dazu, wie regelmäßige, weiterführende Mitarbeitergespräche. Frustration lösen außerdem ständig wiederkehrende Veränderungsprozesse aus, von denen die Beschäftigten wenig oder nur unzureichend erfahren, und die gleich von der nächsten Umwandlung oder Umstrukturierung abgelöst werden.
Und das Rezept dagegen? Ein Unternehmen, eine Abteilung, eine Institution braucht Führungspersonen, die Vertrauen ausstrahlen und leben. Wenn die Leitung eines Unternehmens sich als vorbildlich und verlässlich zeigt, Versprechen nicht nur gibt, sondern auch hält, für Fehler die Verantwortung übernehmt, offen ist und wirklich zuhört, Verantwortung delegiert und sich als loyal gegenüber Abwesenden erweist, dann sagen künftig sicher mehr Kolleginnen und Kollegen: „… ich arbeite gerne in meinem Unternehmen…“.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Die meisten Beschäftigten sind wenig motiviert, wenn sie zur Arbeit kommen. Wie viele sind es wohl in meinem Betrieb?

2.) Gute Mitarbeiter sind selten, werden jedoch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch dringender gebraucht als sonst. Wie können sie gezielt gefördert werden?

3.) Wenn Mitarbeiter selbst kündigen, dann verlassen sie zwar den Betrieb, sie zeigen aber oft vor allem ihren Vorgesetzten die rote Karte.

4.) Engagierte Mitarbeiter brauchen meist nur Lob und Anerkennung für die bereits geleistete Arbeit. Controlling ist bei ihnen selten erforderlich.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Sprenger, Reinhard, K. Vertrauen führt: Worauf es in Unternehmen wirklich ankommt
2007, Campus Verlag, ISBN: 978-3593385020

 
     
       

Personalführung

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    2. Oktober 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich führe auch schwierige Mitarbeiter – also führe ich (Teil 5)

„Was mache ich nur mit Andreas M.? Außer ihm arbeiten alle engagiert. Nur er tanzt regelmäßig aus der Reihe.“ Enttäuscht erzählt Hans F., Leiter der Produktion eines mittelständischen Unternehmens, von einem neu in seine Abteilung gekommenen Mitarbeiter, den er als komplizierten Kollegen bezeichnet, weil „aber“ und Widerspruch fast jede Tätigkeit begleiten. Er befürchtet, dass das destruktive Verhalten des Mitarbeiters allmählich das ganze Team zerstört und die übrigen Kolleginnen und Kollegen demotiviert. Denn statt die ihm aufgetragene Arbeit zu erledigen, diskutiert Andreas M. mit allen im Team darüber und stellt die Entscheidungen seines Vorgesetzten in Frage.
Damit sein Mitarbeiter künftig besser und motivierter mitarbeitet, überprüfen wir im Coaching, was Andreas M. veranlassen könnte, sich so zu verhalten. Ursachen könnten Führungsfehler bei Hans F. sein. Beispielsweise reagieren Beschäftigte oft ablehnend auf ungenaue Zielvorgaben ihrer Führungskräfte oder wenn sie sich über- oder unterfordert fühlen. Im Fall von Hans F. ließ sich dies ausschließen. Er gilt bei seinen Kolleginnen und Kollegen als überzeugender Chef. Dennoch stand er vor der Aufgabe, die für ihn unangenehme Führungssituation in den Griff zu bekommen, damit sein Team weiterhin erfolgreich arbeitet.
In einem ersten Gespräch mit Andreas M. verdeutlichte er seinem Mitarbeiter, dass dieser für sein Verhalten verantwortlich sei und forderte ihn dazu auf, ab sofort mit seiner Arbeit und seinen Teamkollegen anders umzugehen. Im zweiten Schritt überlegten beide, welche Unterstützung Andreas M. braucht, damit ihm dies gelingt. Trotz des großen Engagements des gesamten Teams und weiterer Gespräche mit seinem Vorgesetzten hat Andreas M. sein Verhalten nicht grundlegend geändert. Er hat inzwischen das Unternehmen verlassen.
Für Hans F. war der gesamte Prozess dennoch ein Erfolg. Er hat als Führungskraft seinen Mitarbeiter gefordert und ihm gleichzeitig die Chance einer Weiterentwicklung geboten.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Der Umgang mit schwierigem Verhalten von Mitarbeitern ist für eine Führungskraft eine besondere Herausforderung.

2.) Wenn Sie erleben, dass Ihr Mitarbeiter, Ihre Mitarbeiterin sich wenig motiviert zeigt, immer zu spät kommt oder die Arbeit verweigert, dann heißt dies, so rasch wie möglich ein erstes Gespräch mit der betreffenden Kollegin, dem betreffenden Kollegen zu führen und dazu aufzufordern, das Verhalten zu ändern und ihm oder ihr dabei Ihre Unterstützung anzubieten.

3.) Wenn Ihnen mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (mehr als 15% in Ihrem Unternehmen, Ihrer Abteilung) als schwierig erscheinen, dann sollten Sie sich fragen, wo Sie als Führungskraft Defizite haben, die Sie aufarbeiten sollten.

4.) Fragen Sie sich immer wieder bei einem Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin, die Sie als schwierig ansehen, ob Ihr Gegenüber die Ziele des Unternehmens nicht genauso so ernst nimmt wie Sie, auch wenn er sie auf anderen Wegen erreichen will als Sie. Bei Bedarf bitten Sie einen professionellen Berater, Freunde oder Kollegen um den „richtigen“ Blick auf eine von Ihnen als schwierig eingeschätzte Situation.

5.) Unpünktliche Mitarbeiter sind direkt darauf anzusprechen, Nörgler werden aufgefordert, ihre Klagelieder zu unterlassen, Intriganten brauchen klare Worte und müssen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Cerwinka, Gabriele, Schranz, Gabrielle, Pitter, Klaus, Nervensägen. So zähmen Sie schwierige Mitarbeiter, Chefs und Kunden
2005, Linde Verlag, ISBN: 978-3709300589

Rischar, Klaus, Schwierige Mitarbeitergespräche
2005, Feldhaus Verlag, ISBN: 978-3882644173

 
     
       

Personalführung

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    26. September 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich delegiere – also führe ich (Teil 4)

„Woher sollen die anderen wissen, wie es geht“. „Keiner kennt die Abläufe hier so genau wie ich.“ „Ich traue ihnen einfach nicht zu, dass sie es so gut können wie ich.“
Kennen Sie dies? Sind dies Sätze, die Sie (sich) häufiger sagen oder die Sie zumindest denken? Dann gehören Sie vermutlich zu den Führungskräften, denen es schwer fällt, Aufgaben zu delegieren und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dahingehend zu vertrauen, dass diese bestimmte Tätigkeiten anpacken und gut umsetzen können. Allerdings machen Leistungsträger oft genug die Erfahrung, dass ihr Team Aufgaben nur unzureichend oder gar nicht erledigt, und ehe sie sich über die Kolleginnen und Kollegen ärgern, übernehmen sie Tätigkeit beim nächsten Mal lieber selbst. Hier hilft es, immer wieder mal stopp zu sagen und genauer hinzuschauen. Denn die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich motivieren und sind bereit, notwendige Aufgaben anzupacken und erfolgreich durchzuführen. Häufig kommt es auf das „Wie“ an. Wie delegiere ich, damit die Potentiale aller genutzt und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gezielt in ihren Stärken gefördert werden und diese weiter entwickeln können? Hilfreich ist dabei die Frage, was geschieht eigentlich, wenn Sie Urlaub machen oder krank sind? Wer übernimmt dann welche Aufgaben und wie meistert er sie? Können Sie diese Fähigkeiten Ihres Mitarbeiters, Ihrer Mitarbeiterin durch weiteres Vertrauen und weiteres Delegieren von bestimmten Aufgaben noch stärker unterstützen? Selbstverständlich lassen sich Tätigkeiten wie beispielsweise Ihre Führungsaufgaben nicht dauerhaft delegieren. Dagegen sind Aufgaben, die spezielles Wissen erfordern, gut geeignet, dass Sie entweder die Spezialisten in Ihrem Team oder Externe damit beauftragen. Gleiches gilt für Routinetätigkeiten, die reihum von allen erledigt werden oder von jemand, der besonders gerne Routinearbeiten macht. Und wenn Sie es schaffen, es zu genießen, dass jemand eine von Ihnen gestellte Aufgabe genauso gut oder besser meistert als Sie, dann führen Sie – auch durch Delegieren.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Zum Delegieren gehört Vertrauen. Vertrauen in Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Vertrauen Ihres Teams in Sie. Z. B., wenn Sie es ermöglichen, dass Ihr Team auch mal Fehler machen kann. Oder, wenn Sie offen dafür sind, dass auch Sie immer weiter lernen können. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind dann gerne bereit, gestellte Aufgaben zu übernehmen und zufrieden stellend zu bearbeiten.

2.) Zum richtigen Delegieren gehört es, Aufgaben so konkret wie möglich zu stellen und dabei gleich zu prüfen, ob Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die gestellte Aufgabe auch richtig verstanden haben. Sorgen Sie dafür, dass ihnen alle Informationen zur Verfügung stehen und vermitteln Sie deutlich, welches Ziel Sie mit dieser Aufgabe erreichen möchten.

3.) Loben Sie an der richtigen Stelle. Bitten Sie am Ende einer Tätigkeit um eine Rückmeldung, wie Ihre Mitarbeiter die Aufgabe empfunden haben und wo Sie künftig in der Aufgabenstellung etwas ändern können. Und vergessen Sie nicht, vorab vereinbarte Zwischenergebnisse auch tatsächlich abzufragen und Ihren Mitarbeitern bei Fehlern weiter zu helfen.

4.) Wenn Sie gut delegieren können, entlasten Sie sich und damit am Ende auch Ihr gesamtes Team.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Kratz, Hans-Jürgen, 30 Minuten für effektives Delegieren
2006, Gabal Verlag, ISBN: 978-3897495777.

 
     
       

Personalführung

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    19. September 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich entscheide – also führe ich (Teil 3)

Lieber die junge Absolventin als neues Teammitglieder oder doch eher den erfahrenen Bewerber? Statt des abendlichen Spaziergangs lieber das entspannte Lesen auf der Couch? Wiedervorlage oder endgültige Ablehnung des Baugesuchs? Grüne statt rote Krawatte?
Entscheiden ist oft alles andere als einfach - im Privatleben wie im Beruf. Führungskräfte sind jedoch gefordert, immer wieder Entscheidungen zu treffen. Auch unbequeme, die nicht unbedingt dazu beitragen, sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beliebt zu machen. Andererseits ist keine Entscheidung auch eine Entscheidung. Meist ist „sie“ jedoch die schlechteste Wahl. Längst überfällige Beschlüsse immer wieder auf die lange Bank zu schieben oder bereits gefasste immer wieder umzustoßen, führen dazu, dass sich das Team verunsichert fühlt und sich lieber gar nicht für die Arbeit engagiert als etwa an einer falschen Stelle.
Dagegen fühlen sich die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten besonders motiviert, wenn ihnen ihre Chefinnen und Chefs neben Know-How auch Do-How vermitteln, ihnen also Orientierung geben, und wenn sie in anstehende Entscheidungsprozesse vertrauens- und respektvoll einbezogen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen als wichtige Beiträge für Entscheidungen genutzt werden. Sie wünschen sich Transparenz und Klarheit in den Ansagen „von oben“ und schätzen es, wenn Entscheidungen mit gesundem Menschenverstand statt mit angelernten Techniken getroffen und einmal gesetzte Grenzen von allen eingehalten werden, solange dies sinnvoll ist.
Und wie steht es mit dem Entscheiden aus dem Bauch heraus? Schon seit längerem weiß die Gehirnforschung, dass ohne Emotionen keine Entscheidungen möglich sind. Deshalb können wir uns bei Routineentscheidungen, bei denen unsere Kompetenzen gefragt sind, auf unsere gesammelten Erfahrungen und die damit verbundenen Emotionen verlassen. Bei strategischen Entscheidungen oder beim Umsetzen von Visionen dagegen sind umfassendes Wissen, fundierte Gespräche mit Fachleuten und ein ruhiges Abwägen wesentlich für eine Führungskraft. Denn am Ende hat sie das letzte Wort und trägt die Verantwortung.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Kluge Entscheidungen einer Führungskraft beruhen auf mehreren Säulen: Der Erfahrung und dem Wissen des gesamten Teams, Emotionen, mit denen wir Situationen bewerten und unserer Fähigkeit, uns für das Treffen einer Entscheidung entscheiden zu können.

2.) Wenn Sie für sich eine Entscheidungshilfe brauchen, hilft es Ihnen und Ihrem Team vielleicht, die verschiedenen Möglichkeiten aufzuschreiben, jeder Alternative Punkte zu geben und gemeinsam zu prüfen, was Sie tun müssen, damit Ihre Traumentscheidung Wirklichkeit werden kann.

3.) Als Führungskraft müssen Sie kein umfassendes Fachwissen haben. Die hohe Kunst des Entscheidens besteht unter anderem darin, in Ihrem Team offenen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und Ihre Mitarbeiter in das Erarbeiten von Zielen einzubeziehen.

4.) Treffen Sie Entscheidungen. Und nehmen Sie sich Zeit dafür.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Lietz, Kai-Jürgen, Die Entscheider-Bible
2009, Hanser Wirtschaft, ISBN: 978-3446416543

Badaracco, Jospeh L., Lautlos führen. Richtig entscheiden im Tagesgeschäft
2002, Gabler Verlag, ISBN: 978-3409120685

 
     
       

Personalführung

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    12. September 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich vereinbare – also führe ich (Teil 2)

„Hast Du verstanden, was wir zukünftig machen sollen?“ fragt Frederik K. seine Kolleginnen und Kollegen beim Verlassen der Teambesprechung in der deutschen Niederlassung eines internationalen Kommunikationskonzerns. Kollektives Kopfschütteln als Antwort. Wieder einmal hatte sich ihr Chef nicht die Zeit genommen, die Ziele für die kommenden Monate genauer zu benennen und wieder einmal hatte sich keiner seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getraut nachzufragen. Frederik K. und seine Kolleginnen und Kollegen gehören zu jenen 48% der Mitarbeiter in deutschen Betrieben, die nach einer Besprechung nicht wissen, welche Ziele ihres Unternehmens sie in ihrem Arbeitsalltag verfolgen sollen. Und sie haben längst aufgegeben, ihren Chef um klare Kommunikation der Zielvereinbarungen zu bitten.
Das Vereinbaren von Zielen für die tägliche Arbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft. Und ist eine der größten Herausforderungen. Denn die globalen Ziele des Unternehmens für konkrete Projekte zu durchdenken, auszuarbeiten und in langfristige, strategische und kurzfristige, operative Ziele umzusetzen, ist arbeitsintensiv und zeitaufwendig. Besonders dann, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem gut durchstrukturierten Zielvereinbarungsgespräch für die Ziele des Unternehmens oder der Abteilung begeistert werden sollen.
Dabei sorgen das gemeinsame Erarbeiten von wenigen, dafür wichtigen Zielen, fest vereinbarte Zwischenschritte oder Meilensteine mit konkreten Terminen dafür, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher fühlen und sich für die ihnen gestellten Aufgaben einsetzen. Besonders dann, wenn sie individuell gefördert werden. Einige Kollegen brauchen eher klare Angaben für das Erarbeiten der Teilziele, andere fühlen sich dann besonders motiviert, wenn sie das Erreichen der Ziele selbständig organisieren können. Für Führungskräfte eine weitere lohnenswerte Herausforderung, wenn es um das Vereinbaren und Erreichen von Zielen geht!

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn möglich, vereinbaren Sie konkrete Ziele gemeinsam mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ansonsten sind präzise Vorgaben hilfreicher als keine Zielvereinbarungen.

2.) Wenige, klar ausgearbeitete Ziele mit konkreten Teilzielen unterstützen Sie beim Erreichen der globalen Ziele Ihres Unternehmens.

3.) Wenn möglich, halten Sie die vereinbarten Ziele, Teilziele (Meilensteile) und Termine in Ihrem Team, Ihrer Abteilung oder Ihrem Unternehmen schriftlich fest.

4.) Anhand von konkret vereinbarten Meilensteilen lässt sich überprüfen, ob die angestrebten Ziele noch richtig formuliert und ausgearbeitet sind oder ob eine andere Strategie nicht die bessere wäre.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Stroebe, Antje, Stroebe Rainer W., Motivation durch Zielvereinbarungen: Engagement in der Arbeit. Erfolg in der Umsetzung
2006, Verlag Recht und Wirtschaft, ISBN: 978-3800573288.

 
     
       

Personalführung

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    5. September 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich höre zu – also führe ich (Teil 1)

Betroffen legte mein Klient Franz W. die Umfrage auf die Seite. Auf seinen Wunsch hin hatte ein Meinungsforschungsinstitut seine 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in seinem mittelständischen Industriebetrieb befragt und dabei festgestellt, dass 2/3 von ihnen Dienst nach Vorschrift machen, dagegen nur 15% sich ihrem und damit seinem Unternehmen verpflichtet fühlen, wenn es um ihre Arbeit geht. Die übrigen waren eher gleichgültig seinem Haus gegenüber. „Ich habe es ja geahnt, dass etwas nicht stimmt, die Stimmung bei uns ist schlecht, das zeigt sich auch an unserer Auftragslage. In welchen Bereichen kann ich meinen Führungsstil verbessern, damit sich mehr Kolleginnen und Kollegen für ihre Arbeit und für das Unternehmen engagieren?“ fragte er mich.
Mit dem Beauftragten des Meinungsforschungsinstituts und mit der Frage an mich hatte er bereits einen wichtigen ersten Schritt getan. Er hatte die Verantwortung übernommen für sein Tun. Auch für sein teilweises Scheitern im Umgang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Ein erstes Ziel unsere Zusammenarbeit sollte sein, dass er seine Stärken und vor allem seine Schwächen als Führungskraft kennen lernt. Dazu gehörte für ihn auch die Selbsterfahrung seiner Rolle als Unternehmer eines Betriebs, der seit drei Generationen seiner Familie gehört.
Nach einigen Wochen intensiver Coaching-Arbeit entschied er, dass er aufmerksamer und offener zuhören möchte als bislang. Jetzt machen Gespräche mit seinen Teamleitern, in der Produktion und in der Verwaltung einen erheblichen Teil seiner täglichen Arbeit aus. Und zu seiner eigenen Überraschung hat er dennoch mehr Zeit für seine sonstigen Aufgaben. Denn oft finden seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im freimütigen Erzählen über ihre Herausforderungen selbst die Lösung und packen das Problem dann direkt an, ohne dass er sie erst dazu motivieren oder verpflichten muss.
Inzwischen nennt er sein aktives Zuhören auch. „ich höre zu – also führe ich“.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Über kaum ein Thema findet sich so umfangreiche Coaching-Literatur und ist das Angebot an Seminaren so groß wie über die Fragen zum „richtigen“ Führen von Unternehmen, Mitarbeitern, Teams und Institutionen. Wir bieten Ihnen in den kommenden Wochen einige Anregungen zu diesem Thema, die aus unserer täglichen Arbeit resultieren.

2.) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klagen häufig darüber, dass ihnen ihre Vorgesetzten nicht wirklich zuhören, sondern in Gesprächen mehr ab- als anwesend wirken.

3.) Aktives Zuhören einer Führungskraft vermittelt den Kolleginnen und Kollegen den Eindruck, sie werden ernst genommen mit ihrem Anliegen und mit ihren Lösungsvorschlägen.

4.) Zuhören lässt sich üben. Auch beim Lesen. Zum Beispiel von kleinen Meldungen in Tageszeitungen. „Hören“ Sie, welche Information Sie dort bekommen und überlegen Sie dann, welche Fragen Sie stellen können: „Wegen der schlechten Auftragslage muss der mittelständische Verpackungshersteller ein Drittel seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entlassen. Für die restlichen 74 wurde Kurzarbeit beantragt.“ Versuchen Sie, dazu mehrere Fragen zu finden.
Ein paar mögliche Fragen sind: Wo sitzt das Unternehmen? Welche Art von Verpackungen stellt es her? Aus welchen Bereichen werden Mitarbeiter entlassen? Was machen die Mitbewerber? Gibt es andere Arten von Einsparmöglichkeiten? Gibt es neue Märkte für die vorhandenen Produkte? Oder neue Produkte, die das Unternehmen auf den Markt bringen könnte?

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Kell, Ulrich, Die Kunst der Führung, 2005, Gabler Verlag, ISBN: 978-3409143202

Rahn, Horst-Joachim, Personalführung kompakt
2008, Oldenbourg Verlag, ISBN: 978-3486585063

 
     
       

Stress & Entspannung

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    29. August 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Arbeiten wie Renate

Verwundert starre ich meine Lieblingsverkäuferin Renate hinter der Fischtheke an. Kein lächelndes Gesicht, keine freundliche Begrüßung. Stattdessen ein schroffes, was soll es denn heute sein. Nach einigem Hin und Her verrät mir Renate, dass es ihr nach ihrem Urlaub in Italien schwer falle, den Alltag wieder auszuhalten. Und dann der Seufzer, „ach wenn ich doch immer Urlaub hätte“. Im Laufe unseres Gesprächs kommt Renate auf eine brillante Idee. Weshalb, so fragt sie mich, „gehe ich nicht ab und an in der Mittagspause zu Giovanni und trinke dort meinen Cappuccino und hole mir damit immer mal wieder ganz bewusst das Gefühl zurück, im Urlaub in Italien zu sein?“ Inzwischen macht Giovanni noch mehr Umsatz, und Renate genießt ihre wöchentlichen Miniurlaube.

Vielen von uns geht es wie Renate: Kaum sind wir aus dem Urlaub zurück, haben wir das Gefühl, wir brauchen gleich den nächsten. Etwa, weil die Anforderungen im Beruf zu hoch sind oder weil uns unsere Arbeit langweilt. Damit wir unsere Erholung auch nach den schönsten Tagen im Jahr noch genießen können - und sie länger wirken kann, helfen uns Entspannungsmomente, die wir uns in unserem Alltag bewusst mit einplanen, und wie sie Renate für sich entdeckt hat: Der Cappuccino beim Italiener, der einmal wöchentlich längere Abendspaziergang, der an die Wanderungen in den Bergen erinnert, ein paar faule Stunden auf dem Sofa mit einem Buch oder die Kurzmeditation über einen besonders schönen Moment in den Ferien. Und wenn es uns möglich ist, dann sollten wir uns unsere Erholungsmomente im Alltag regelmäßig gönnen. Stressexperten empfehlen sogar, dass wir uns einen Tag in der Woche komplett frei halten von beruflichen und privaten Terminen und einfach abwarten, was wir an unserem Tag gerne machen möchten. Vielleicht lockt uns die Radtour mit den Kindern oder doch eher das Aufräumen des Dachbodens, das uns von viel äußerem und inneren Ballast befreit.
Genießen Sie Ihre Miniurlaube.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Verlängern Sie Ihre Entspannung aus Ihrem Urlaub durch Miniurlaube im Alltag.

2.) Entspannen ist so notwendig, wie konzentriertes Arbeiten.

3.) Gestalten Sie Ihre Ruhephasen im Alltag ganz bewusst. Z. B. nehmen Sie sich jede Woche eine bestimmte Zeit dafür.

4.) Bauen Sie, falls es Ihnen möglich ist, in Ihren Berufsalltag kleine Pausen ein.

5.) Die Pausen können ganz kurz sein: Momente der Erinnerung an eine besonders wohltuende Situation im Urlaub, ein Blick auf die traumhaften Urlaubsfotos, die Ihr Bildschirmschoner sind, eine CD im Auto mit Ihrer Urlaubsmusik.

6.) Suchen Sie sich „Anker“, die Ihnen helfen, dass Sie an Ihre Entspannungsmomente im Alltag denken. Ein neuer Klingelton Ihres Handys, die Urlaubsfotos auf Ihrem Schreibtisch… .

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Prünte, Thomas, Der Anti-Stress-Vertrag: Ihr Weg zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude, 2003, Ueberreuter Verlag, ISBN: 978-3800039074

 
     
       

Selbstbewußtsein

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    22. August 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Moment mal - ich habe es gleich

Manchmal wäre ich gerne eine „Superfrau“: Denn wieder einmal amüsiert sich der Kollege auf meine Kosten, alle lachen, und wieder einmal fällt mir keine passende Antwort auf seine ironisch süffisante Bemerkung ein. Später am Abend, ja, da habe ich dann die Antwort auf sein ‚ich würde zuviel reden und zu wenig sagen’: ‚Jetzt verstehe ich endlich, warum mein Lippenstiftverbrauch immer so hoch ist.’ Doch leider zähle ich zu den Menschen, die der berühmte Mark Twain einmal treffend charakterisiert hat mit dem viel zitierten Satz: „Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.“ Doch was heißt eigentlich schlagfertig sein? Bin ich schlagfertig, wenn ich im entscheidenden Moment auf einen verbalen Angriff eine möglichst gelungene Antwort weiß? Oder gelte ich auch als schlagfertig, wenn ich gelassen und mit Humor auf schwierige und unangenehme Situation reagiere? Selbst wenn ich nichts Witziges oder Schlaues erwidere? Eines ist sicher, ich gehöre nicht zu den Menschen, die auf bösartige Angriffe von Kollegen oder Kolleginnen im Normalfall rasch und locker flockig antworten können. Meist fällt mir aus meiner Sicht nichts Passendes dazu ein. Inzwischen habe ich mir jedoch ein paar Strategien angeeignet: Bei unangenehmen Attacken antworte ich häufiger mit „Moment mal – ich habe es gleich…“ und einem Lächeln. Die Sympathien der übrigen Anwesenden sind dann fast immer auf meiner Seite. Und wenn ich ohne eigene Ideen bin, dann frage ich nach, was der andere mit seinem Satz meint. Und bei besonders emotional geprägten Angriffen gelingt es mir inzwischen sogar ab und an daran zu denken, dass mein Gegenüber jemand sein muss, der ein Problem hat und offenbar keinen anderen Weg kennt damit umzugehen, als um sich zu schlagen und andere zu verletzen. Ich habe dann keinen Gegner, keine Gegnerin mehr als Gegenüber, sondern einen Menschen mit Stärken und Schwächen und kann die Situation ruhiger und gelassener betrachten. Und jetzt kann ich ganz souverän sagen: „Moment mal – ich habe es gleich.“

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Fast alle Menschen wünschen sich, möglichst in allen Lebenslagen gelassen zu sein, souverän zu reagieren und ernst genommen zu werden. Auch die Schlagfertigen.
 
2.) Wenn Sie dazu neigen, auf verbale Attacken, eher sprachlos zu reagieren als rasch eine gelungene Antwort parat zu haben, dann versuchen Sie, innerlich einen Schritt zurückzutreten und die vorhandene Situation aus der Distanz zu betrachten und zu analysieren. Ich bin sicher, Sie finden dann eine adäquate Reaktion.
 
3.) Prüfen Sie beispielsweise, ob Sie mit einem oder zwei von Ihnen selbst gewählten Standardsätzen viele Situationen überbrücken können. Falls möglich, greifen Sie zu möglichst humorvollen Formulierungen.
 
4.) Trainieren Sie Ihre Kreativität. Wortspiele wie Assoziationsketten helfen Ihnen langfristig, auf viele Situationen verbal flexibel zu reagieren.
 
5.) Wie so oft gehört zum erfolgreichen Schlagfertigsein auch eine entsprechende Körpersprache wie etwa eine aufrechte Haltung. Versuchen Sie Blickkontakt zu halten, damit wirken Sie immer souverän. Auch wenn Sie nichts sagen, sondern schweigen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Härter, Gitte, Öttl, Christine, Schlagfertig, 2007, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN 978-3774264687

 
     
       

Präsentation

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    15. August 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Stark durch Ideen

Vermutlich haben Sie sich schon häufiger gefragt, was war eigentlich heute anders? Weshalb war diese Besprechung so fruchtbar, während Sie bei anderen Sitzungen oft das Gefühl haben, Ihre kostbare Zeit verschwendet zu haben? Zwei Punkte zeichneten Ihr erfolgreiches Meeting aus, eine anregende Diskussion und klar formulierte Ergebnisse, die das gesamte Team vor neue und spannende Herausforderungen stellen. Ihr Erfolgsrezept war einfach: Sie haben Ihr Meeting rechtzeitig angekündigt, die Besprechungsdauer war zeitlich begrenzt und Sie haben nur diejenigen Ihrer Kollegen und Kolleginnen eingeladen, die das Thema auch wirklich betraf. Vor allem jedoch hatten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen die relevanten Unterlagen rechtzeitig von Ihnen bekommen und konnten sich so gut auf die Sitzung vorbereiten. Hilfreich war außerdem Ihre Tagesordnung, die mehr umfasste als nur einzelne Stichworte. Beispielsweise regte Ihr Hinweis darin, dass Sie zu einem Besprechungspunkt Ideen erwarten, die innerhalb von einer Woche umsetzbar seien, alle dazu an, sich schon vorab viele Gedanken zu machen.
Gleich zu Beginn der Sitzung haben Sie gemeinsam bestimmt, wer das Protokoll schreibt und wie die Bearbeitung der Ergebnisse kontrolliert und wiederum kommuniziert wird. Während des Meetings blieb genügend Zeit für konstruktive Beiträge, weil alle einander respektvoll zuhörten, dank Ihrer zugewandten und sorgfältigen Moderation. Und am Ende der Besprechung haben Sie die Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und so konkret formuliert, dass alle wussten, was sie ab sofort zu tun haben.
Herzlichen Glückwunsch. Sie haben die wertvolle Arbeitszeit und die Kreativität Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für sich und für Ihr Unternehmen optimal genutzt, viele gute Ideen generiert und nebenbei noch festgestellt, wer sich besonders durch kreative Gedanken, klare Aussagen und pointierte Zusammenfassungen auszeichnete und möglicherweise für andere und weiterführende Aufgaben geeignet wäre. Sie und Ihr Meeting waren „stark durch Ideen“.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Prüfen Sie, ob zu einem bestimmten Thema ein Meeting mit einem größeren Teilnehmerkreis überhaupt erforderlich ist.

2.) Alle, die zu einer Sitzung eingeladen werden, müssen daran teilnehmen. Schließlich laden Sie nur diejenigen ein, die das Thema betrifft und die etwas dazu beitragen können.

3.) Verschicken Sie relevante Unterlagen rechtzeitig. Liegt erst zu Beginn einer Sitzung komplexes Material auf dem Tisch, fühlen sich die Mitwirkenden zu Recht manipuliert und bringen vermutlich ihre Ideen und Gedanken nur unzureichend ein.

4.) Wenn in einer Sitzung kontroverse Themen behandelt werden sollen, sorgen Sie für eine neutrale Umgebung. Lassen Sie sich nicht dazu überreden, die strittigen Punkte auf heimischen Terrain Ihres Kontrahenten, Ihrer Kontrahentin zu besprechen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Laufer, Hartmut, Sprint-Meetings statt Marathon-Sitzungen: Besprechungen effizient organisieren und leiten, 2009, Gabal Verlag, ISBN 978-3897499225

Seifert, Josef W., Besprechungen erfolgreich moderieren
2008, Gabal Verlag, ISBN 978-3897492905

 
     
       

Selbstbewußsein

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    8. August 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Es könnt ein Anfang sein, wenn Du Dich traust…

… singen Anna R. und Peter, das Duo Rosenstolz, und sprechen von Liebe, die dann möglich wäre. Sich zu trauen, sich selbst zu vertrauen, also Selbstvertrauen zu haben, das wünschen wir uns in vielen Situationen. Das wünschen wir auch dem netten und viel zu schüchternen Kollegen oder der eigentlich fachlich kompetenten Abteilungsleiterin, die das Team führen soll und sich das nicht zutraut.
Die deutsche Sprache erzählt uns schon mit dem Wort, worum es beim Selbst-Vertrauen geht: Dass wir selbst unseren eigenen Fähigkeiten, unseren Stärken und Leistungen vertrauen und uns selbst sicher sind, dass wir die beruflichen und privaten Herausforderungen meistern werden. Selbst-Vertrauen hilft uns, bei Misserfolgen nicht sofort den Mut zu verlieren, sondern uns aktiv und besonnen mit den anstehenden Fragen und Schwierigkeiten zu befassen und nach Lösungen zu suchen.

Leichter gesagt, als getan, sagen Sie. Stimmt. Die meisten Menschen sehnen sich danach, mehr Selbstvertrauen zu haben und bewundern beispielsweise Fußballer, die vor einem millionenfachen Fernsehpublikum „eiskalt“ einen Spiel entscheidenden Elfmeter verwandeln. Wir müssen nicht alle Elfmeterkönige werden. Wichtig ist es viel mehr, dass wir uns selbst regelmäßig bewusst machen, wie wir unsere Schwierigkeiten meistern, uns immer wieder selbst verdeutlichen, welche Kreativität wir entwickeln, wenn es darum geht, unsere Probleme anzupacken und auch zu lösen. Kurz, dass wir uns ganz bewusst unsere Stärken und Fähigkeiten ansehen, sie als solche wahrnehmen und uns daraus ein festes und stabiles Fundament für unser Selbstbewusstsein bauen. Fällt es Ihnen schwer, Ihre Fähigkeiten selbst zu erkennen, dann kann hierbei ein offenes und freundschaftliches Gespräch mit Kollegen oder Freundinnen hilfreich sein. Wenn Sie immer wieder in Situationen kommen, die Ihr Selbstvertrauen untergraben, dann sollten Sie auch selbstkritisch prüfen, welchen Anteil Sie daran haben. Spätestens dann könnte ein Gespräch mit einem Coach dazu führen, dass Sie lernen, sich - wieder - selbst zu vertrauen.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie sich Ihr Selbstvertrauen erst noch erarbeiten müssen, dann machen Sie sich bitte bewusst, dass das Training längere Zeit dauern kann. Bitte verlieren Sie auf dem Weg nicht den Mut, es lohnt sich für Sie.
 
2.) Schätzen Sie sich selbst und andere Wert. Stärken Sie Ihr eigenes Selbstvertrauen und das Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ermutigende Sätze. Wenn Sie sich selbst loben, sprechen Sie die Sätze in einem Selbstgespräch (ohne Zuhörer) laut aus.
 
3.) Bleiben Sie gelassen, wenn Ihr Selbstvertrauen mal kleiner ist als sonst und Sie weniger mit sich selbst zufrieden sind. Hält dieser Zustand an, und die Selbstzweifel lassen nicht nach, dann prüfen Sie, ob Sie etwas an Ihrem Alltag ändern können. Vielleicht arbeiten Sie zuviel oder Sie haben die falsche Aufgabe übernommen und wären an einem anderen Arbeitsplatz zufriedener und damit erfolgreicher.
 
4.) Wenn Sie schüchtern sind, und sich selbst wenig vertrauen, dann gibt es zahlreiche Trainingsprogramme und Seminare für Sie, darunter bei der Agentur für Arbeit, bei der Existenzgründer-Initiative oder beim Frauenbüro des Landkreises. Möglicherweise ist auch ein Coaching oder eine Therapie für Sie hilfreich.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Frick, Jürg, Die Kraft der Ermutigung – Grundlagen und Beispiele zur Hilfe und Selbsthilfe, 2006, Huber Verlag, ISBN 978-3456843490

Jeffers, Susan, Selbstvertrauen gewinnen: die Angst vor der Angst verlieren
1998, Kösel Verlag, ISBN 978-3466344024

Markway, Barbara, Markway Gregory, Frei von Angst und Schüchternheit: Soziale Ängste besiegen – ein Selbsthilfeprogramm
2008, Beltz Verlag, ISBN 978-3407228536

 
     
       

Selbstcoaching

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    1. August 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Erfolgreich mit dem Körper sprechen ...

Auch wenn Sie schweigen, Sie reden: Denn Ihr Körper spricht immer. Wir kommunizieren zu einem erheblichen Teil mit unserer Körpersprache. Meist sind wir uns jedoch der Signale, die wir mit unserem Körper aussenden, gar nicht bewusst. Dabei sollten wir unsere Körpersprache durchaus ein wenig kennen. Denn unser Erfolg im Beruf wird nicht zuletzt von unseren nonverbalen Signalen bestimmt. Beispielsweise merkt so mancher Mann nicht, dass er ganze Vorträge lang immer eine Hand in der Hosentasche stecken hat, und so manche Frau lässt bei ihren spannenden Ausführungen ergeben ihre Schultern hängen.
Ganz sicher können wir uns nicht sein, welche Botschaften die beiden uns mit ihrer Körpersprache vermitteln möchten. Denn wenn es auch viele angeborene Körpersignale gibt, die alle Menschen auf der Welt mehr oder weniger verstehen, wie beispielsweise ein liebevolles Lächeln, so lernen wir im Laufe unseres Lebens eine Fülle sozial geprägter Körpersignale hinzu. Deshalb können Körpersignale auch mehrere Bedeutungen haben und demnach immer wieder unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert werden. Die Hand in der Tasche könnte beispielsweise heißen, das langweilt mich hier, ich wäre gerne woanders oder, ich habe die Faust schon mal geballt und bin für einen möglichen Angriff von Euch gewappnet oder, eigentlich ich will ganz locker sein.
Nach vorne hängenden Schultern signalisieren meist Unsicherheit, hochgezogene Schultern lassen vermuten, dass wir die Situation als gefährlich einschätzen und eine gerade, dennoch leicht wirkende Haltung im Sitzen lässt auf Vitalität und Souveränität schließen.
Unsere Körper gehen nicht nur miteinander in den Dialog. Wir kommunizieren damit auch in der Gruppe. Tritt jemand entspannt und ruhig auf unsere Gruppe zu, wissen wir alle, der Neue, die Neue hat keine Angst vor uns. Und wenn wir mit allen in der Runde Augenkontakt aufnehmen und halten und uns nicht nur auf eine Person konzentrieren, haben wir große Chancen, von allen respektiert und geschätzt zu werden.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn es stimmt, dass der erste Eindruck vieles bestimmt, nicht zuletzt am 1. Arbeitstag im neuen Unternehmen, dann hat die Sprache unseres Körpers einen entscheidender Anteil daran.
 
2.) Körpersprache lässt sich üben: Schauen Sie in den Spiegel und prüfen Sie, wie Sie „Da“-Stehen müssen, damit Sie sicher und aufmerksam wirken. Probieren Sie beispielsweise, mit leicht auseinander stehenden Beinen, aufrecht und mit entspannten Schultern zu stehen.
 
3.) Üben Sie beim Gehen einen gerade und aufrechte Haltung ohne dabei steif zu wirken. Ihre Ausstrahlung wird es Ihnen danken.
 
4.) Beobachten Sie, was Ihre Hände machen, während Sie in einer Verhandlung sitzen. Ständiges Spielen mit dem Stift oder mit der Büroklammer wirkt nervös und unsicher. Bei Bedarf falten Sie Ihre Hände und versuchen Sie, sie so ruhig zu halten.
 
5.) Fragen Sie Ihre Freunde, Ihre Familie, Ihre Kollegen und Kolleginnen wie Sie Ihre Körpersprache verstehen und überprüfen Sie sie mit dem, was Sie selbst empfinden und ausstrahlen möchten.
 
6.) Eine überzeugende Körpersprache im Beruf lässt sich wie vieles üben. Ein Spiegel oder ein Training vor der Kamera sind dabei sehr hilfreich.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Asgodom, Sabine, Reden ist Gold
2006, Ullstein Verlag, ISBN: 978-3548367613

Hohensee, Thomas, Gelassenheit beginnt im Kopf
2007, Droemer/Knaur, ISBN: 978-3426872826

Molcho, Sammy, ABC der Körpersprache
2006, Ariston Verlag, ISBN: 978-3720528412

 
     
       

Präsentation

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    25. Juli 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Ich präsentiere, also bin ich

Schließen Sie bitte für einen Moment die Augen. Dann stellen Sie sich den letzten Vortrag vor, den Sie gehört haben. Sie haben eine spannende Präsentation erlebt, einen lebhaften Referenten, eine kluge Vortragende, die anregend erzählen konnten? Und die Atmosphäre im Raum war angenehm, die Zahlen und Bilder auf der Leinwand gut zu erkennen, das Licht gerade richtig? Täglich, so schätzen Experten, haben etwa 30 Millionen Menschen auf der ganzen Welt die Gelegenheit, allein mit dem Computerprogramm Power Point eine Präsentation zu erleben. Mindestens 30 Millionen Mal am Tag bemühen sich also Referenten und Referentinnen weltweit darum, ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen und ihr Wissen weiterzugeben. Doch wenn wir einmal genau hinschauen, dann beeindrucken uns Redner und Rednerinnen natürlich mit gestalterisch hervorragend aufbereiteten und konzentriert ausgearbeiteten Folien oder Dias und mit einem Thema, das uns grundsätzlich interessiert. Diese so genannten internen Faktoren einer Präsentation – oder auch das „WAS“ tragen jedoch nur zwischen 7% und 30 % zum Gelingen eines Referates bei. Ansonsten sind es die externen Faktoren, die Umgebung, die lebendige Körpersprache, das Einbeziehen des Publikums über ruhigen Augenkontakt und die klare Stimme des Referenten, der Referentin, also das „WIE“, die Erfolg oder Misserfolg maßgeblich beeinflussen.
 
Präsentationen lassen sich „drehen“ wie einen Film. Sie brauchen ein Drehbuch, also einen wissenswerten Inhalt, einen Drehort, Licht, Darsteller und eine gute Werbung für den Film, den Vortrag, damit er ein Klassenschlager werden kann. Wie beim Film kann es deshalb bei einer Präsentation sehr hilfreich sein, sich rechtzeitig mit dem Vortragsraum vertraut zu machen und beispielsweise den Ort der Leinwand oder des Rednerpultes so zu wählen, dass Sie als Redner im wörtlichen Sinn im Rampenlicht stehen und sich nicht als Schattenfigur präsentieren müssen. Bei umfangreicheren Referaten bleiben Sie bei Ihrer Zuhörerschaft besonders gut in Erinnerung, wenn Sie Ihr Informationen über das Referat und über Sie mit auf den Weg geben. Und wenn Sie dann vor Ihrem Auftritt Ihre Stimme mit ein paar Übungen in Schwung versetzen, sind Sie mit dem ersten Wort präsent und begeistern mit Ihrem packenden Vortrag

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Falls möglich, schauen Sie sich den Ort Ihres Vortrages rechtzeitig an und verändern Sie ihn bei Bedarf so, dass er Ihren Vorstellungen und den für Sie optimalen Lichtverhältnissen entspricht.
 
2.) Tragen Sie „2nd time“ Kleidung, also Etwas, das Sie schon einmal anhatten und von dem Sie wissen, dass es zu Ihrem Referat passt. Ein neuer und bei längerem Tragen unbequem sitzender Anzug, ein frisch erstandenes, aber für den Vortragsraum unpraktisches Kleid haben schon so manchen wunderbaren Vortrag zum Flop werden lassen.
 
3.) Ihre Körpersprache beim Präsentieren ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hierzu an anderer Stelle mehr.
 
4.) Machen Sie vor Ihrem Vortrag, vor Ihrer Präsentation ein paar Stimmübungen: Pusten Sie beispielsweise mit wenig Druck Luft über Ihre Lippen und üben Sie so lange, bis Ihre Lippen vibrieren und Sie einen leisen Brummton von sich geben. Genießen Sie Ihre entspannten Lippen.
Kauen Sie richtig und intensiv auf Worten herum wie mum, miau, mam und versuchen Sie, zwischendrin immer wieder zu gähnen.
 
5.) Weniger ist mehr: Lassen Sie lieber fünf Folien weg und konzentrieren Sie sich darauf, die übrigen gestalterisch gut zu komponieren und in Szene zu setzen. Schnelle Szenenwechsel können bei einer Verfolgungsjagd wie in „Ein Quantum Trost“ mit James Bond Spannung erzeugen, weniger jedoch bei einer großen Fülle an Informationen, die Ihre Zuhörer aufnehmen und verarbeiten sollen.
 
6.) Und wenn es Ihnen schwer fällt, Ihren Vortrag auf die richtige Länge zu kürzen, dann hilft Ihnen vielleicht, dass Sie mit dem, was Sie nicht gesagt haben, bei Ihrem Chef oder Ihrer Chefin auch nicht durchfallen können. Streichen Sie die Stelle, an der Sie am meisten hängen, aus Ihrem Text heraus und prüfen Sie anschließend, wie sich Ihr Manuskript dann liest oder anhört.
 
7.) Haben Sie neue Ergebnissen aus Ihrer täglichen Arbeit, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und stellen eine oder zwei Folien darüber zusammen. Neigt Ihr Chef, Ihre Chefin dazu, mal eben eine fundierte Stellungnahme von Ihnen zu erwarten, dann sind Sie erst „überrascht“ und präsentieren dann souverän.
 
8.) Üben Sie Ihre Präsentation vorab mehrfach, und dann machen Sie Ihrem großen Auftritt.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Roemer, Miriam, Visualisieren, Präsentieren, Power Point
2007, Grin Verlag, ISBN 978-3638655941

Seifert, Josef, W., Visualisieren, Präsentieren, Moderieren
2007, Gabal Verlag, ISBN 978-3930799008
 
Seifert, Josef W., 30 Minuten für professionelles Moderieren
2000, Gabal Verlag, ISBN 978-3897490437

 
     
       

Personalführung

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    18. Juli 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Reden ist Gold
 
Wer fragt, der führt. Wer häufig fragt, weiß mehr. Binsenweisheiten, die dennoch in vielen Unternehmen eher die Ausnahme als die Regel sind. Viele Führungskräfte vergessen in ihrem Alltag, nach den Erfahrungen und Erkenntnissen ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fragen, und das Wissen für die eigene Arbeit zu nutzen. Nicht zuletzt deshalb haben besonders größere Betriebe in den letzten Jahren regelmäßige Mitarbeiter- oder Personalgespräche eingeführt. Unternehmen und Mitarbeiter informieren sich gegenseitig über den jeweiligen Stand der Aufgaben und der Erfordernisse, sie legen Ziele fest, die beide Seiten erreichen möchten und besprechen Entwicklungschancen für den einzelnen Arbeitnehmer und seine Weiterbildungsmöglichkeiten. Und die Erfahrung zeigt, dass Unternehmen, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über die Strategien der Firma auf dem Laufenden halten, im Durchschnitt eine höher motivierte Belegschaft haben, als weniger transparent agierende Betriebe.

Grundsätzlich ist natürlich jedes Gespräch zwischen einer Führungskraft und einem Mitarbeiter ein Mitarbeitergespräch. Und oft genug gilt, dass die informellen Begegnungen und zufälligen Kontakte auf den Fluren oder vor den Kaffeeautomaten zu anregenden Gesprächen und neuen Erkenntnissen führen. Ein gut vorbereitetes und wohltuend geführtes Mitarbeitergespräch „kann“ jedoch noch mehr: Es schafft Vertrauen zwischen den Beteiligten, gibt beiden Seiten Raum, die jeweiligen Gedanken in Ruhe zu entwickeln, und es ermöglicht einen offenen und kreativen Blick nach vorn.

Damit ein Mitarbeitergespräch für beide Seiten zufrieden stellend abläuft, sind drei Dinge wesentlich: eine rechtzeitige Abstimmung des Termins, der angemessen lang sein sollte, wertschätzende Äußerungen als Einstieg in und als Ausstieg aus dem Gespräch und eine entspannte Atmosphäre ohne parallele Telefonate und Störungen von Dritten.

Handelt es sich um ein Problemgespräch, etwas über Drogenabhängigkeit oder Internetmissbrauch, dann empfiehlt es sich, fachliche Unterstützung und Rat zu holen. Ebenso, wenn das Mitarbeitergespräch zu einer Kündigung führen muss.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Üblicherweise finden Mitarbeitergespräche unter vier Augen statt und ein- bis zweimal im Jahr.
 
2.) Im Gespräch halten Sie gemeinsam die erreichten Ziele der vergangenen Monate fest, analysieren die Schwierigkeiten, besprechen Änderungen und legen neue Ziele fest.
 
3.) Mitarbeitergespräche dienen auch dazu zu prüfen, wie Sie sich als Mitarbeiter, als Mitarbeiterin weiter qualifizieren und welche Positionen Sie in Ihrem Unternehmen damit erreichen können.
 
4.) Natürlich ist das Thema Zufriedenheit am Arbeitsplatz Teil des gemeinsamen Austauschs.
 
5.) Gegenseitiger Respekt und Achtung Dritten gegenüber sind die Basis eines erfolgreichen Gesprächs. Tratsch und Klatsch haben dabei keinen Raum.
 
6.) Eine gute Gesprächsführung, Konfliktmanagement und gezielt eingesetzte Fragen sind hilfreich für den Erfolg.
 
7.) Bei problematischen Gesprächen, wie Alkoholsucht oder Drogenabhängigkeit, oder bei einer anstehenden Kündigung empfiehlt es sich, einen Suchtbeauftragten aus dem Betrieb und ein Mitglied der Personalabteilung oder des Betriebsrats dabei zu haben.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Mentzel, Wolfgang, Mitarbeitergespräche, 2006, Haufe Verlag, ISBN 978-3448073331
De Michele, Leitfaden für erfolgreiche Mitarbeitergespräche, 2007, Praxium Verlag ISBN 978-3952271254

 
     
       

Stil & Etikette

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    11. Juli 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Gewinne mit Lächeln
 
Kennen Sie die Situation? Sie brauchen eine Auskunft, greifen zum Telefon und am anderen Ende der Leitung kommt Ihnen eine freundliche, lächelnde Stimme entgegen. Unwillkürlich beginnen Sie ebenfalls zu lächeln und Ihr Telefonat entwickelt sich zu einem angenehmen Austausch. Sie empfinden auf einmal gute Laune, packen schwungvoll die schwierige Aufgabe auf Ihrem Schreibtisch an, die Sie schon lange angeödet hat, und die plötzlich kein Problem mehr für Sie ist.
Natürlich ist das Leben nicht immer „eitel Sonnenschein“. Und das Berufsleben oft am allerwenigsten. Hin und wieder jedoch können wir uns selbst die dunkelsten Regentage heller machen. Die geliebten Brötchen beim Bäcker sind ausverkauft? Wie wäre es mit der bislang noch nie ausprobierten Sorte im Nachbarkorb, anstatt verschnupft von dannen zu ziehen? Die nette Friseuse ist krank? Weshalb nicht mal den Kollegen an den eigenen Haarschopf lassen, immerhin scheinen seine Kunden auch ganz zufrieden zu sein.
 
Ab und an im Beruf – und im Alltag - etwas Neues wagen, hin und wieder aus den selbst geschriebenen Regeln ausbrechen, das kann erfreuliche und uns wohltuende Erfahrungen mit sich bringen. Möglicherweise lohnt es sich doch, mit dem stillen Kollegen aus der Nachbarabteilung zum Mittagessen zu gehen. Erstaunlicherweise hat er einen feinen Humor, der Sie so manche Situation in Ihrem Betrieb leichter, weil fröhlicher, ertragen lässt. Oder Sie hören Ihren Mitarbeitern freundlich und aufmerksam zu, anstatt daran zu denken, dass Sie im Moment keine Zeit für die vorgetragenen Probleme haben. Zu Ihrer eigenen Verblüffung stellen Sie fest, die Schwierigkeiten sind damit schon fast ausgeräumt und Ihnen bleibt genügend Zeit für andere Dinge. Ihre gute Laune steigt. Sie beginnen zu lächeln…. Sie haben weniger sich selbst und Ihre Empfindlichkeiten in den Mittelpunkt gestellt, dafür haben Sie Ihre Arbeit und Ihre Mitarbeiter ernst genommen und sich dafür Heiterkeit geschenkt.
 
Irgendwann wird das Lächeln dann einfach zu Ihnen gehören. Und Ihnen viel Zeit für das schenken, was Ihnen wirklich wichtig ist.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Ihnen ist so gar nicht zum Lächeln zumute? Andererseits sehnen Sie sich gerade jetzt danach, etwas mehr gute Laune in Ihrem Berufsalltag zu haben? Eine kleine Übung kann Ihnen vielleicht weiter helfen: Klemmen Sie sich eine Minute lang einen Bleistift zwischen Ihre Zähne, ohne ihn mit Ihren Lippen zu berühren. Das leichte nach oben Ziehen Ihrer Lippen signalisiert Ihrem Gehirn, hier ist etwas sehr angenehm, und es startet physiologisch den „Gute-Laune-Prozess“, der Sie in eine bessere Stimmung versetzt.
 
2.) Im internationalen Geschäft spielt Humor eine wichtige Rolle. Dies wird von uns oft unterschätzt. In England beispielsweise gehört ein humorvoller Smalltalk als Einstieg in ein Arbeitstreffen einfach dazu, während wir hierzulande glauben, es sei reine Zeitverschwendung, vor einem wichtigen Meeting erst einmal zu lachen und gute Laune zu verbreiten. Wir meinen, wir würden dann nicht ernst genommen.
 
3.) Wenn Sie dazu neigen, sich eher an die schlechten, als an die guten Momente in Ihrem Alltag zu erinnern, notieren Sie sich Ihre kleinen Glücksmomente regelmäßig. Und wenn Sie dann Ihr eigenes Gehirn wieder austrickst und Ihnen weismachen will, das war doch alles gar nicht so toll, dann blättern Sie in Ihren Glückserinnerungen.
 
4.) Lächeln Sie, so oft Sie können und Ihnen danach ist. Begrüßen Sie Ihr Gegenüber freundlich. Und wenn Sie kein Lächeln zurückbekommen, beim nächsten Menschen klappt es bestimmt. Und Sie gehen beschwingter durch den Alltag.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Seligman, Martin E. P., Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben
2005, Lübbe Verlag, ISBN 978-3404605484

Von Hirschhausen, Eckart, Glück kommt selten allein
2009, Rowohlt TB, ISBN 978-3498029975

 
     
       

Trennung

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    4. Juli 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Sag zum Abschied leise Servus
 
… sangen Hans Moser und Peter Alexander zu ihren Zeiten mit großem Erfolg. Sicherlich, weil beide gute Künstler waren. Vielleicht jedoch auch, weil in Lied und Text das mitschwingt, was wir alle kennen und zum Abschied dazu gehört: die leise Trauer, der wehmütige Blick zurück und die - manchmal bange - Frage, was kommt als nächstes, was wird künftig sein?
In Deutschland gehen beispielsweise jährlich 800 000 Menschen in den Ruhestand. Sie verabschieden sich für immer aus einem langen Berufsleben. Jeden Sommer lassen Hunderttausende junger Menschen Schule oder Universität hinter sich. Wir wechseln unsere Arbeit und über Jahre vertraute Kollegen und Kolleginnen verschwinden aus unserem Blickfeld. Oder wir übergeben den eigenen Betrieb an unsere Nachfolger, überlassen anderen die Fortsetzung unseres mit viel Engagement aufgebauten Lebenswerkes.
Abschied zu nehmen heißt, ein Stück unseres bisherigen Lebens und Teile unserer vertrauten Gewohnheiten loszulassen. Und wir erleben es oft als schmerzhaft zu spüren, dass es nie wieder so sein wird, wie es einmal war.
Vielen von uns hilft es, „leise Servus“ zu sagen, indem wir uns ganz bewusst auf den letzten Tag vorbereiten. Indem wir beispielsweise zu einem schönen Abschiedsfest einladen, zu einem letzten Umtrunk im Kreis der Kolleginnen und Kollegen. Oder indem wir gemeinsam mit unseren Familien und Mitlernenden unser Abitur feiern, unseren Master, unser Staatsexamen und damit den Weggang aus der Universität zelebrieren. Währen die einen Wert darauf legen, ihre Abschiedsrituale selbst zu gestalten, vertrauen andere auf die Gepflogenheiten des Unternehmens oder der Institution wie Schule oder Universität.
Augenscheinlich brauchen wir Rituale des Abschieds. Mit ihnen gelingt es uns meistens besser, wirklich „Servus“ zu sagen und uns damit ganz bewusst vom Bisherigen zu verabschieden und hinter uns zu lassen. Und dann kann der Neuanfang kommen - bis zum nächsten Abschiedsfest.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Damit der Abschied aus einem aktiven Berufsleben gelingt, kann es hilfreich sein, dem Abschied selbst viel Aufmerksamkeit zu widmen. Entscheiden Sie sich ganz bewusst für „Ihren“ letzten Tag. Wollen Sie ihn gestalten, wie jeden anderen Tag auch und dann ist das Arbeitsleben für Sie einfach für immer vorbei? Oder gehen Sie noch einmal zu allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bedanken sich dort für die gute Zusammenarbeit? Ein herzliches Dankeschön hat schon so manchen Abschied leichter gemacht.
 
2.) Hilfreich kann außerdem sein, genau zu überlegen, was Sie in den ersten Stunden und Tagen danach machen möchten. Wie wird Ihr Alltag aussehen, wenn Se Ihre Zeit von morgens bis abends selbst einteilen können? Brauchen Sie die Unterstützung Ihrer Familie, Ihrer Freunde, damit Ihnen der Übergang in neue Gewohnheiten gelingt? Ist für Sie ein neues Hobby wichtig oder eher die Möglichkeit, endlich nichts mehr tun zu müssen, sondern nur noch selbst bestimmt leben zu können.
 
3.) Ehe Sie eine neue Stelle antreten, notieren Sie sich, was Ihnen in der Vergangenheit besonders gut gelungen ist. Schreiben Sie sich eine Liste Ihrer Stärken. Das Lob Ihres Chefs, Ihrer Chefin oder die wohlmeinenden Abschiedsworte Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können Sie dabei unterstützen, die möglichen Anfangsschwierigkeiten in der neuen Tätigkeit leichter zu bewältigen.
 
4.) Wenn Sie das Gefühl haben, in der Vergangenheit einen Abschied nicht bewusst genug gestaltet zu haben, dann versuchen Sie jetzt, sich ganz bewusst von der damaligen Situation zu verabschieden.
 
5.) Und ob Sie Ihren Abschied „laut“ oder „leise“ gestalten, entscheiden Sie. Ein Abschied ist es immer.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Felden, Birgit, Pfanneschwarz, Armin, Unternehmensnachfolge
2008, Oldenbourg Verlag, ISBN 978-3486585933

 
     
       

Personalführung

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    27. Juni 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Mein Chef lobt mich nie
 
Sven saß gespannt am Schreibtisch seines Chefs. Wie gewünscht hatte er eine schwierige Aufgabe termingerecht und nach seiner Einschätzung sehr gut bearbeitet und wartete nun auf die Reaktion seines Gegenübers. Sein Vorgesetzter reagierte eindeutig. Mit einer wedelnden Handbewegung bat er Sven, seine Analyse auf den Tisch zu legen, ansonsten kam von ihm kein weiterer Kommentar. Die laut Terminkalender vorgesehene Besprechung über die auf dem Tisch liegende Arbeit fand nicht statt. Enttäuscht und frustriert kam Sven in die Coaching-Beratung und meinte nur lapidar: „Mein Chef lobt mich nie, Kritik dagegen kommt sofort und oft recht ungehalten.“  Er stellte sich die Frage, ob er seinen Chef einmal darauf ansprechen sollte, dass er sich in seiner Tätigkeit als verantwortlicher Leiter der Informationstechnik nur unzulänglich gewürdigt fühle, und er deshalb sogar darüber nachdenke, sich eine neue Position zu suchen.
 
Sven gehört zu den über 60% der Deutschen, die den Eindruck haben, ihre Vorgesetzten schätzen ihre Arbeit nicht. Aus Enttäuschung hören sie auf, sich für ihren Job zu engagieren und kündigen innerlich. Offenbar fällt es uns viel schwerer, anerkennend auf die Leistungen unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu reagieren, als diese zu kritisieren. Wir vergessen dabei, dass wir mit Wertschätzung unseres Gegenübers sehr viel mehr erreichen können, als mit jeder Kritik. Allerdings sollte ein Lob nicht wie eine zu zuckrige Schokoladensoße daher kommen. Unsere Anerkennung sollte immer individuell und möglichst auf die konkrete Tätigkeit abgestimmt sein. Und vor allem sollte sie zeitnah erfolgen. Ein Lob nach vier Wochen ist schlicht ein verschenktes Lob.
 
Und sollte Ihr Chef, Ihre Chefin zu den Lob-Muffeln gehören, dann hilft manchmal, sie einfach um ein Gespräch über Ihre Leistungen zu bitten. Denn vor allem im mittleren Management haben Führungskräfte oft Angst davor, dass zuviel Lob eher schade als nütze und vermeiden deshalb wertschätzende Worte und Reaktionen
 
Und genießen Sie es, wenn sich Ihr Gegenüber über Ihr ernst gemeintes Lob freut.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie seitens Ihrer Vorgesetzten nie gelobt werden und sich dadurch verunsichert fühlen, fragen Sie nach. Etwa mit der Bitte um ein Vier-Augen-Gespräch zu einem fest vereinbarten Termin, in dem Sie erfahren möchte, wie Ihre Arbeitsleistung eingeschätzt wird.
 
2.) Richtig Loben ist eine hohe Kunst, die geübt sein will. Ein paar generelle Regeln helfen dabei:

  • Reagieren Sie zeitnah.
  • Sprechen Sie Ihre Anerkennung persönlich aus und nicht über einen Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin von Ihnen.
  • Klopfen Sie den Kollegen und Kolleginnen bei Kleinigkeiten nicht gleich auf die Schulter. Lob ist dann berechtigt, wenn jemand die Leistung tatsächlich bringt, die Sie von ihm erwarten.
  • Vermeiden Sie generelle Floskeln. Benennen Sie genau und so detailliert wie möglich, was Sie z. B. an einer geleisteten Arbeit gut finden und deshalb hervorheben möchten.
  • Loben Sie individuell. Ein ehrgeiziger Mitarbeiter, eine zielstrebige Kollegin brauchen viel Anerkennung. Einem kreativen Alleskönner sind ein paar begleitende und ermunternde Worte ab und an meist Lob genug.
  • Kritik lässt sich gut zwischen zwei lobenden Äußerungen verpacken.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Bruce, Anne, Pepitone James S., Mitarbeiter motivieren, der Praxisratgeber für die neue Führungsposition, 2001, Campus Verlag, ISBN 978-3593368214
 
Chorher, Thomas, Lob des Lobens: Neue Kraft durch Anerkennung
2009, Styria Verlag, ISBN 978-3222132582
 
Sprenger, Reinhard, Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse
2007, Campus Verlag, ISBN 978-3593385037

 
     
       

Konflikte und Kritik

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    20. Juni 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Das haben wir immer schon so gemacht ...
 
Seine Kollegen fürchten seine Teilnahme. Wenn Oliver an einer Konferenz oder einem Workshop seines Teams mitmacht, bemerkt er zu allen Vorschlägen, Ideen und innovativen Gedanken der anderen „das bringt doch alles nichts…“ oder „wieso wollen wir das plötzlich ändern, bislang lief doch alles gut so?“ Oliver ist kein Einzelfall. Etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Ideen, die von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Unternehmen entwickelt werden könnten, werden durch solche und ähnliche Einwände verhindert.
Der Umgang mit Einwänden von Kollegen und Kolleginnen fällt den meisten von uns schwer. Besonders dann, wenn die Einwürfe in einer Sitzung scheinbar objektiv vorgetragen werden und nur versteckt eine Kritik oder gar eine Ablehnung enthalten. Eine Missbilligung des Miesmachers ist oft nicht möglich – nicht zuletzt, weil es die Hierarchie oder die Zusammensetzung der Teilnehmerrunde nicht erlaubt. Und leider passiert es uns außerdem, dass wir angesichts der Killer-Argumente unseres Gegenübers zunächst einfach nur sprachlos sind und uns keine pfiffige oder auch nur sinnvolle Gegenrede einfällt. Schließlich sind wir mit dem Ziel in die Konferenz oder in den Workshop gekommen, gemeinsam etwas Sinnvolles oder Innovatives zu entwickeln und nicht, alle Vorschläge zu boykottieren. Die Enttäuschung über die Ablehnung unserer guten Absichten lässt uns dann im nächsten Schritt oft aggressiv und unhöflich oder resignierend auf die Machtspiele unseres Gegenübers reagieren.

Ein paar Tricks können uns helfen, auf Einwände unserer Kolleginnen und Kollegen anders einzugehen, als bislang. Versuchen Sie, ganz ruhig zu bleiben und keine Miene zu verziehen. Bedanken Sie sich bei Ihrem Kollegen, Ihrer Mitarbeiterin für die „interessante Anmerkung“ oder „Anregung“. Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden und hören Sie interessiert zu. Reagieren Sie auf „das haben wir noch nie so gemacht“ oder „das war schon immer so“ beispielsweise mit „deshalb ist es jetzt besonders wichtig, etwas Neues zu wagen.“ Sehen Sie die sich immer wiederholenden Einwände Ihres Gegenübers als Chance, Ihren Standpunkt noch deutlicher zu vertreten und als Übung für Sie, darin im Laufe der Zeit immer sicherer zu werden. Am Ende werden Sie die Argumente, die bislang Ihre Kreativität gebremst haben, charmant mit einem Lächeln entkräften.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie die Einwände bereits kennen, bereiten Sie sich vor der nächsten Konferenz darauf vor, nicht zuletzt mit handfesten Fakten und Zahlen.
 
2.) Sprechen Sie nicht von Einwänden, sondern von Argumenten, interessanten Anmerkungen, Ausführungen...
 
3.) Wenn Sie Zeit brauchen, können Sie mit einer Gegenfrage reagieren oder Ihr Gegenüber auffordern, seine Aussagen zu differenzieren, etwa mit der Frage „Was genau bringt denn nichts?“. Oder Sie fragen ihn nach seinen Erfahrungen: „Was ist denn Ihre Erfahrung damit?“
 
4.) Antworten Sie ruhig und sachlich und mit einem festen Blick und gehen Sie nur auf das vorgetragene Argument ein.
 
5.) Stimmen Sie Ihrem Gesprächspartner zunächst teilweise zu und schließen Sie dann Ihren Standpunkt beispielsweise an mit „und“, etwa mit „und dabei muss das und das noch berücksichtigt werden…“.
 
6.) Manchmal ist es am Besten, Ihr Gegenüber mit seinen Einwänden einfach ins Leere laufen zu lassen.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Berckhahn, Barbara, Die etwas intelligentere Art, sich gegen dumme Sprüche zu wehren, 2001, Heyne Verlag, ISBN 978-3453188785

 
     
       

Beruf und Karriere

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    13. Juni 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Traumjob gesucht
 
„Ich glaube, ich kann vieles, nur, was kann ich? Was sind meine wirklichen Fähigkeiten? Und wie finde ich meinen Traumjob?“ Fragen, die Klienten in der Beratung immer wieder stellen. Sie haben gute Zeugnisse in den Händen, vielfältige Berufserfahrungen, dennoch trauen sie sich nicht, sich auf eine ausgeschriebene Stelle zu bewerben oder selbst initiativ zu werden und beim Unternehmen ihrer Wahl nach ihren Traumjob zu fragen. Ihre Unsicherheit über ihre wirklichen Fähigkeiten lässt sie zögern. Außerdem möchte nicht jeder von ihnen, das, was er oder sie kann und gelernt hat, im künftigen Beruf gerne weiter machen.
Nur - wie finden Sie Ihren Traumjob? Selbstverständlich können Sie in einem Coaching oder einem Seminar erarbeiten, welche Stärken Sie haben und in welchen Berufsfeldern Sie diese am Besten einsetzen können. Möglich ist jedoch auch, dass Sie – vielleicht sogar gemeinsam mit Ihrer Familie und Ihren Freunden - Ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten in Ruhe und gründlich „definieren“ und am Ende daraus Ihre Idee von Ihrem Traumjob entwickeln. Ein paar Dinge sollten Sie dabei beachten. Orientieren Sie sich bei der Wahl Ihres Traumberufes nicht an den jeweiligen Trends in der Berufswelt. Prüfen Sie vielmehr, ob der von Ihnen ausgewählte Beruf auch in fünf oder zehn Jahren für Sie weiterhin attraktiv ist – also immer noch Ihre Berufung sein wird - und welche Karrierewünsche Sie sich damit erfüllen können. Hilfreich für die Suche nach Ihren Traumjob ist es, den angestrebten Beruf und seine Tätigkeiten ganz genau zu beschreiben und möglichst schriftlich festzuhalten, wie er sich aus Ihrer Sicht darstellt. Sie haben dann zwei Vorteile: Sie können sich Ihren Traumberuf schon jetzt sehr gut vorstellen und auch, wie Sie ihn mit Ihren Fähigkeiten ausfüllen werden, und Sie finden dabei gleichzeitig die Kraft, sich für Ihre Bewerbung einzusetzen. Vermutlich wird Ihr Bewerbungsschreiben zudem so plastisch und konkret, dass Ihre Anfrage in der Personalabteilung Ihres Wunschunternehmens große Chancen hat, vorrangig behandelt zu werden.
Sollten Sie noch ein wenig Zeit haben, bis Sie in die Berufswelt einsteigen, dann nutzen Sie die Möglichkeiten von Praktika und Ferienjobs. Probieren Sie ruhig Berufsfelder aus, die für Sie eigentlich nicht in Frage kommen. Vielleicht entdecken Sie dabei, dass Ihre Talente und Ihre Fähigkeiten Ihnen einen ganz anderen Traumjob ermöglichen, als Sie bislang dachten.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie mehr über Ihre Fähigkeiten erfahren möchten, dann können Sie ein Seminar besuchen oder in eine Beratung gehen. Oder Sie fragen Ihre Freunde, Ihre Familie, welche Eigenschaften sie an Ihnen besonders schätzen. Schreiben Sie diese Stärken auf und überprüfen Sie, ob Sie diese in dem von Ihnen gewünschten Traumjob anwenden können.
 
2.) Notieren Sie sich, wo Sie überall in Ihrer Freizeit tätig sind. Auch hier ist es hilfreich, zu sehen, ob Sie in Ihrem Traumjob Ihre „privaten“ Qualifikationen einsetzen können. Wenn Sie in Ihrem künftigen Beruf beispielsweise Organisationstalent brauchen, und Sie seit Jahren in Ihrem Sportverein die Mitgliederversammlungen organisieren, haben Sie für Ihren Traumjob vermutlich beste Voraussetzungen.
 
3.) Zeigen Sie bei der Bewerbung für Ihren Traumjob Ihr ehrliches Interesse an der künftigen Arbeit. Hierbei hilft das genaue Durchdenken der Arbeit im Vorfeld sehr.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Bolles, Richard, Nelson, Durchstarten zum Traumjob, Das ultimative Handbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger, 2009, Campus Verlag, ISBN 978-3593388090
 
Öttl, Christine, Zweite Chance Traumjob, Mehr Erfolg durch berufliche Neuorientierung, 2006, Redline Wirtschaftsverlag, ISBN 978-3636013101
 
Glaubitz, Uta, Der Job, der zu mir passt
2003, Campus Verlag, ISBN 978-3593372198

 
     
       

Personalführung

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    6. Juni 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Mein Chef, der Kumpel
 
Fassungslos schaute mich Sabine in der Beratungsstunde an. Statt einer weiteren Fülle von Komplimenten hatte ihr Chef ihr vor ein paar Tagen mitgeteilt, er wisse nicht, ob er weiter mit ihr arbeiten könne oder sie nicht besser sein Unternehmen nach ihrer Probezeit verlasse. Bislang hatte er jeden Arbeitsschritt von ihr gelobt, ihr selbständiges Tun geschätzt und sie in jeder Hinsicht gefördert und innerhalb kürzester Zeit gegenüber ihren Kollegen ausgezeichnet. Und das „Du“ zwischen ihnen war für beide selbstverständlich. Was war geschehen?
Ein paar Kleinigkeiten aus ihrer Sicht. Ein paar Minuten Verspätung bei einigen Sitzungen, ihre kurzfristige Absage eines Termins aufgrund eines Notfalls, und ihre sachliche und bestimmte Analyse eines komplizierten Falls, den ihr Chef anders eingeschätzt hatte. Für sie nichts Besonderes, für ihren Chef jedoch offenbar Grund zur Annahme, sie nehme ihn in seiner Führungsrolle nicht ernst. Der scheinbar kumpelhafte Umgang miteinander, der sich besonders im „Du“ ausdrückt, hatte Sabine vergessen lassen, dass sie mit ihrem Chef nicht auf einer Hierarchiestufe steht. Sie glaubte, gute Arbeit und engagiertes Mitdenken wären ausreichende Zeichen für ihre Loyalität. Und Harald? Mit dem raschen Du an alle Mitarbeiter schien er ihnen zu signalisieren, er sei eher ihr Kumpel, als ihr Chef. Doch sobald er sich in seiner Rolle als Führungskraft angegriffen fühlte, ließ er sich auf keine Entschuldigungen und Bitten um Verständnis bei Fehlern mehr ein.
Die Kommunikation zwischen einem Chef, einer Chefin und den Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist in vielen Betrieben eine tägliche Herausforderung. Oft jedoch ganz besonders, wenn das „Du“ eine scheinbare Gleichstellung signalisiert. Für Sabine war schnell klar. Sie wird künftig alle Vorgaben ihres Vorgesetzten konsequent respektieren und einhalten, nicht zuletzt wenn es um Termine mit ihm geht. Noch ist offen, ob sie die Probezeit schaffen wird.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) In vielen Betrieben ist es inzwischen üblich, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Chefs oder Chefinnen duzen. Halten Sie als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin feinfühlig und genau die dann oft schwer zu erkennenden Hierarchieebenen ein.
 
2.) Auch wenn der Chef, die Chefin Sie duzen, Sie haben nicht die Verantwortung für das Unternehmen oder für die Abteilung. Vermeiden Sie auch deshalb eine kumpelhafte Sprache, bleiben Sie beim Du respektvoll und halten Sie die sprachliche Distanz zwischen sich und den Führungskräften in Ihrem Unternehmen ein.
 
3.) Falls möglich, ist es für alle Beteiligten hilfreich, wenn die Spielregeln im Unternehmen transparent sind und immer wieder klar kommuniziert werden. Falls möglich, fragen Sie ruhig nach, wenn Ihnen die Strukturen und Abläufe nicht ganz klar sind.
 
4.) Beachten Sie als Mitarbeiter und Mitarbeiterin die Spielregeln Ihres Unternehmens ganz konsequent. Kommen Sie beispielsweise pünktlich zu einer Sitzung, auch wenn diese Regel für Ihren Vorgesetzten, Ihre Vorgesetzte nicht zu gelten scheint.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Marx-Lang, Brigitte, Berufliches Parkett – Ihr Auftritt, bitte!
2004, Marx-Lang Verlag, ISBN 978-3980754118

 
       
       

Stil & Etikette

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    30. Mai 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Smalltalk - Das kleine Gespräch mit großer Wirkung
 
Wie schaffen sie es nur immer? Sie haben sofort Kontakt, die Kunden sind begeistert, selbst schwierige Gesprächspartner scheinen sie mühelos für sich gewinnen zu können. Weshalb gelingt es unseren Kolleginnen und Kollegen mit Leichtigkeit und ohne Scheu mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, während wir herumstottern und spätestens nach dem dritten Satz nicht mehr weiter wissen? Weshalb schaffen Sie es scheinbar ohne jegliche Anstrengung, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu kreieren, die es allen Beteiligten leicht macht, sich danach auf die vorgesehenen Themen einzulassen oder das schwierige Kundengespräch erfolgreich zu führen und zu beenden.
Manche Menschen sind einfach Smalltalkbegabte. Die meisten von uns stehen jedoch vor der Herausforderung, die Kunst des kleinen Gesprächs zu erlernen, wenn wir es nicht schon beherrschen. Denn heute ist Smalltalk im Beruf und für die eigene Karriere wichtiger denn je. Gerade im Zeitalter von Email, SMS und Internetchat. Smalltalk dient dazu, dass zwei unbekannte Gesprächspartner sich ungezwungen kennen und schätzen lernen, ehe sie damit beginnen, über ihre eigentlichen beruflichen Fragen und geschäftlichen Themen zu reden. Smalltalk hilft dabei, am neuen Arbeitsplatz den ersten Arbeitstag leichter und manchmal auch langfristig erfolgreicher zu bewältigen. Und ein guter Smalltalk im Vorstellungsgespräch bringt oft mehr Erfolg und ist zielführender als das beste Zeugnis einer berühmten Universität. Abgesehen davon, dass das kleine Gespräch auf dem Flur so manchen Konflikt zwischen Abteilungen und Kollegen auf charmante und elegante Weise auflöst oder gar nicht erst entstehen lässt. Smalltalk öffnet Türen und bringt Menschen dazu, sich gegenseitig sympathisch zu finden – beste Voraussetzungen für gedeihliche Kundengespräche und spannende Karriereschritte.
Smalltalk – die Wirkung des kleinen Gesprächs kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Genießen Sie es, täglich und immer wieder neu erfolgreich zu plaudern.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Sie nicht zu den Smalltalk-Naturtalenten gehören, dann gibt es nur einen Weg, ein Smalltalk-Profi zu werden: üben, üben, üben.
 
2.) Üben Sie zunächst mit sich selbst. Nehmen Sie sich ein Thema vor, über das Sie gerne sprechen, und dann plaudern Sie einfach los. Wenn Sie mögen, dann stellen Sie sich vor den Spiegel und sprechen mit Ihrem Spiegelbild.
 
3.) Üben Sie dann mit Menschen, die Sie kennen.
 
4.) Und wenn Sie dann mögen, dann sprechen Sie einfach mal mit der netten Kassiererin im Supermarkt ein paar Worte oder mit Ihren täglichen Mitfahrern zur Arbeit in Bus und Bahn oder mit Ihren Kolleginnen und Kollegen, die Sie täglich im Betrieb sehen und bislang noch nicht kennen. Beste Gelegenheiten, Ihren Smalltalk zu üben.
 
5.) Unterstützen Sie Ihre Smalltalkfähigkeiten, indem Sie immer wieder Assoziationsketten herstellen: Suchen Sie sich einen Begriff aus und assoziieren dazu mindestens sieben weitere. Je häufiger Sie dies üben, umso rascher gelingen Ihnen die Assoziationen. Im Smalltalk können Sie dann, wenn Ihnen zum Thema Ihres Gesprächspartners gar nichts einfällt, sagen, „ja, beim Stichwort Blumen fällt mir ein …“. Und dann sprechen Sie über ein Thema, bei dem Sie sich sicher fühlen.
 
6.) Prägen Sie sich ein paar Einleitungssätze ein, die Ihnen helfen, die ersten Schritte im Smalltalk leichter zu gehen. Etwa: „Ich habe Sie schon oft in der Kantine gesehen, schön, dass wir heute miteinander ins Gespräch kommen.“ „Ich finde die Architektur des Veranstaltungsortes ausgesprochen ansprechend.“ „Gut, dass es das Wetter erlaubt, dieses informative Seminar draußen ausklingen zu lassen.“
 
7.) Nicht alle Themen eignen sich als Smalltalk-Themen. Politik und Religion sind keine Smalltalk-Themen. Ebenso wenig Kritik am Essen, am Ambiente oder an der Durchführung einer Veranstaltung. Klatsch und Tratsch gehören nicht in einen Smalltalk und mit der eigenen Intelligenz, dem großen Auto oder dem schnellen Boot zu brillieren, ist ebenfalls tabu.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Bonneau, Elisabeth, Erfolgsfaktor Smalltalk – mühelos Kontakte knüpfen
2005, Gräfe und Unzer Verlag, ISBN 978-3774277267
 
Degen, Ursula, Smalltalk … Damit die Pause nie peinlich wird, 2002
Orell Füssli Verlag, ISBN 978-3280050149
 
Kessler, Annette, Smalltalk von A bis Z, 150 Fragen und Antworten
2007, Gabal-Verlag, ISBN 978-3897496736

Krüll, Caroline, Smalltalk - Reden Sie sich zum Erfolg!
2008, Beck Juristischer Verlag, ISBN 978-3406577994
 
Topf, Cornelia, Smalltalk – Das Beste
2008, Haufe Verlag, ISBN 978-3448090871
 

 
       
       

Kreativität

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    23. Mai 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Kreativitätstraining à la Mickey Mouse
 
Für Walt Disney waren seine Kreativität und die seiner Mitarbeiter bares Geld. In seinem Unternehmen in Hollywood ließ er eigens einen Kreativraum bauen, dessen Betreten allerdings an klare Bedingungen geknüpft waren: Alle Ideen, die in diesem Raum geboren wurden, waren grundsätzlich gut. Bedenken, Einwände, Kostenberechnungen durften in diesen vier Wänden nicht geäußert werden. Dafür gab es andere Orte in der Welt der Mickey Mouse. Der große Filmproduzent wusste, Kreativität braucht Schutz, braucht Zeit zum Wachsen und Reifen, braucht oft auch einen besonderen, einen ausgezeichneten Ort. Und Kreativität braucht Wertschätzung. Jede Idee, auch wenn sie im ersten Moment noch so verrückt oder schräg klang, wurde im Hause Disney ernst genommen und für gut befunden. Dass sich am Ende von vielen hundert ersten Ideen nur wenige durchsetzten, gehörte für Walt Disney zum kreativen Prozess dazu.
Doch damit nicht genug. Der Hollywood-Produzent entwickelte ein Kreativitätstraining, das heute unter der Walt Disney Methode bekannt ist und wohl zu den am meisten genutzten gehört. Die Methode kann entweder allein oder zu mehreren angewendet werden: Zu einem Problem nimmt eine Person oder nehmen mehrere Personen unterschiedliche Rollen ein, und das Problem wird dann aus der jeweiligen Perspektive dargestellt oder darüber gesprochen: Aus der Perspektive des Träumers, aus der des Realisten, der des Kritikers und der des Neutralen. Falls nötig, wechseln die einzelnen Personen ihre Rollen solange, bis sie aus dem mehrfachen Perspektivenwechsel eine konkrete Idee für die Lösung des Problems entwickelt haben.
Eine andere Kreativitätstechnik ist das kreative Visualisieren. Wenn Sie sich etwa fragen, wie Ihre berufliche Zukunft aussehen könnte, dann nehmen Sie sich ein bis zwei Stunden Zeit und drehen Sie in Gedanken einen Film darüber, wie Ihr Arbeitsleben in zehn Jahren aussehen soll. Notieren Sie alles, was Ihnen ein- und auffällt. Die Farben, die Geräusche, die Personen, der Geruch, den Ort, wo Sie arbeiten. Schauen Sie sich zu, wie Sie Ihren Arbeitstag in 10 Jahren beginnen und wie Sie diesen beenden. Und nachdem Sie aus Ihrem Kopfkino wieder ins Hier und Jetzt zurückgekehrt sind, fragen Sie sich, welche Schritte Sie unternommen haben, damit Sie diese berufliche Entwicklung geschafft haben –von heute an bis in zehn Jahren. Notieren Sie sich Ihre Schritte. Und dann lehnen Sie sich erst einmal zurück und genießen Sie Ihre Zukunft, ehe Sie beginnen, Sie kreativ anzupacken.


Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Vertrauen Sie Ihrer Intuition. Wenn Ihnen spontan etwas Gutes einfällt, halten Sie es fest, schriftlich oder als Zeichnung.
 
2.) Gängige Kreativitätstechniken sind neben dem Visualisieren und der Walt Disney Methode das Brainstorming und das Mind-Mapping, Wortassoziationen, Spornfragen …
 
3.) Ein gutes Kreativitätstraining sind auch Kunstausstellungen, Musikaufführungen und Theatervorstellungen, Reisen und Sport.
 
4.) Nicht jede Kreativitätstechnik ist für jedes Problem und für jeden Menschen die richtige. Bitte probieren Sie verschiedene Techniken aus und entscheiden Sie sich dann für diejenige, die für Sie stimmt.
 
5.) Kreativität braucht eine anregende Umgebung. Diese sieht jedoch bei jedem Menschen anders aus. Einfälle kommen beim Yoga, während der Kaffeepause, beim Ruhen auf der heimischen Couch, bei einem anregenden Gespräch mit der Freundin, dem Freund im netten Café nebenan, dem langen Spaziergang oder im regen Gedankenaustausch mit den Kollegen und Kolleginnen im (nüchternen) Büro oder Konferenzraum.
 
6.) Mit Hilfe von Kreativitätstechniken können Ihr Coach und Sie herausarbeiten, welche Stärken Sie im Beruf haben, und welche bis dahin für Sie noch nicht so konkreten Berufsziele Ihnen innerlich doch schon längst vorschweben.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Holm-Hadulla, Rainer M., Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität
2008, Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, ISBN 978-3525404096
 
Knieß, Michael, Kreativitätstechniken: Methoden und Übungen
2006, dtv Verlag, ISBN 978-3423509060
 
Seifert, Josef W., Visualisieren, Präsentieren, Moderieren
2007, Gabal Verlag, ISBN 978-3930799008
 

 
     
       

Kreativität

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    16. Mai 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Schade, dass ich die Idee nicht hatte - Die Supermarkt-Kasse

Die Recherche bei einem großen Online-Buchhändler verrät es auf einen Klick: Kreativität ist offenbar ein äußerst beliebtes Thema bei Buchautoren. Über 3700 Bücher tragen das Stichwort in ihrem Titel. Und viele davon sind Ratgeber, die uns versprechen, unsere Kreativität zu fördern und zu trainieren. Dass dies grundsätzlich möglich ist, belegen eine Fülle von wissenschaftlichen Untersuchungen. Kreativität ist nicht angeboren, sie ist trainierbar und hängt von vielen äußeren und inneren Bedingungen eines Menschen ab.
Nur, welches der zahlreichen Trainingsprogramme ist das richtige für mich? Wie muss beispielsweise meine berufliche Umwelt aussehen, damit ein Kreativitätstraining für den Beruf auch längerfristig effektiv ist? Und weshalb soll ausgerechnet ich meine Kreativität weiter ausbilden? In meinem Beruf ist alles gefragt, außer kreativ zu sein. Allerdings sind Menschen, die ihre Phantasie und ihren Ideenreichtum immer wieder fördern, häufig selbstbewusster und damit beruflich oft auch erfolgreicher.
Wie sieht nun das Rezept für Kreativität aus? Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, hat es wohl am Besten auf den Punkt gebracht: Genialität (oder Kreativität) besteht zu einem Prozent aus Inspiration und zu 99% aus Schwitzen. Über 1000 verschiedene Glühbirnen hat der Erfinder entwickelt und ausprobiert, ehe er die eine fand, die ihn weltberühmt und reich gemacht hat.
Erfolgreiche kreative Menschen zeichnen sich meist durch ihre Beharrlichkeit und ihre Ausdauer aus, gepaart mit Neugierde, Intuition und der Zuversicht, eine Lösung für ihr Problem zu finden. Und durch ihre Offenheit: beim Smalltalk mit der Kassiererin im Supermarkt, beim Betrachten von Kunstwerken, im Spiel mit dem siebenjährigen Sohn kann plötzlich der Geistesblitz auftauchen, die eine wirklich gute Idee entstehen. Denn Kreativität ist an keinen Ort gebunden und an keine geistige und körperliche Voraussetzung. Sie verlangt nur eines, Begeisterung für den kreativen Prozess und das Vertrauen, dass auch das Scheitern einer Idee etwas Gutes in sich trägt.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Kreativität ist von vielen äußeren und inneren Bedingungen abhängig. Ein junger Mensch, der in einer anregenden, kreativen Umgebung aufgewachsen ist, wird vermutlich selbst eher kreativ sein. Dennoch: Jeder kann seine individuelle Kreativität fördern und dies jederzeit, auch im höheren Alter. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unser Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt, wenn wir aufhören, uns kreativ mit Neuem auseinander zu setzen.
 
2.) Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht nur zum Brainstorming im immer gleichen Konferenzraum auffordern. Chefs und Chefinnen können schon durch äußere Bedingungen im Betrieb Voraussetzungen für kreative Prozesse in ihrem Unternehmen schaffen. Beispielsweise mit unterschiedlichen Sitzgruppen für die Pause zwischendrin oder mit dem (strukturierten) Abteilungsgespräch im Garten des Italieners nebenan.
 
3.) Wenn Sie auf der Suche nach kreativen Lösungen für Ihr privates oder berufliches Problem sind, dann hilft es oft, wenn Sie sich zwischendrin mit etwas anderem befassen. Betrachten Sie Ihr Problem aus verschiedenen Blickwinkeln. Wechseln Sie Ihre Perspektive. Versuchen Sie sich vorzustellen, Sie müssten Ihr Problem beispielsweise aus der Sicht eines Kochs, eines sechsjährigen Mädchens oder einer Dirigentin anpacken. Spielen Sie die jeweiligen Möglichkeiten durch, die Sie dann in der jeweiligen Situation hätten. Laden Sie Ihre Familie, Ihren Partner, Ihre Partnerin dazu ein, gemeinsam mit Ihnen kreativ zu sein. Und halten Sie Ihre Ideen schriftlich fest.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Preiser, Siegfried, Buchholz Nicola, Kreativität – Ein Trainingsprogramm für Alltag und Beruf, 2008, Asanger Verlag, ISBN 978-3-89334-407-9
 

 
     
       

Kreativität

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    9. Mai 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch  
   

Schade, dass ich die Idee nicht hatte - Die Batterie-Tankstelle

… schoss es mir durch den Kopf, als ich vom Konzept der Batterie-Tankstellen des ehemaligen SAP-Vorstandes Shai Agassi erfuhr. Der Software-Unternehmer hat eine einfache und genial klingende Idee. Er will Israel (und später möglichst viele andere Länder) flächendeckend mit Tankstellen für Elektroauto-Batterien versorgen. Dort tauschen Autofahrer von Elektroautos ihre leer gefahrene Batterie gegen eine aufgeladene aus und fahren wieder weiter. Photovoltaikstationen bei den Tankstellen laden dann die leeren Batterien mit Hilfe von Sonnenenergie für den nächsten Kunden auf - umweltfreundlich, ohne Ölverbrauch.
Ein französisch-japanischer Autohersteller ist Partner des Projekts. Wirtschaftsfachleute nennen die Eingebung von Shai Agassi neudeutsch Cross-Innovation: Zwei vorhandene Produkte – Elektroauto und Tankstelle – hat der kreative Unternehmer zu einer neuen Innovation zusammen geführt, sozusagen „gekreuzt“.

In vielen Unternehmen und Institutionen sind Kreativität und Innovation immer noch unterschätzte Wirtschaftsfaktoren. Dabei sind sie jetzt, in der Krise, wichtiger denn je und scheinen zumindest einige Branchen vor dem wirtschaftlichen Niedergang zu schützen. Nachhaltige und intelligente Produkte, wie z. B. die Fernseher eines deutschen Herstellers, die ihre Helligkeit an ihre jeweilige Umgebung anpassen und damit bis zu 50% Strom und viel Geld sparen, haben bis heute keine Absatzschwierigkeiten. Obwohl sie teurer sind als die Geräte der Konkurrenz.
Und die Botschaft für Sie und für mich? Kreativität ist nicht angeboren, sie lässt sich trainieren. Jeder von uns kann kreativ sein – wenn er möchte. Im Beruf wie im Privatleben. Und jeder Unternehmer, der seinen Mitarbeitern viele Möglichkeiten für kreative Prozesse während und mit der Arbeit bietet, wird im Normalfall davon profitieren. Möglicherweise mit einem neuen Produkt oder einer innovativen Idee. Auf alle Fälle jedoch hat er überwiegend zufriedene und engagierte Kolleginnen und Kollegen – und Kundinnen und Kunden.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Beobachten Sie sich, wo und wann Sie besonders kreativ sind: Beim Joggen? Bei einer längeren Autofahrt? Beim Spazierengehen? In Ihrem Büro? In der Kunstausstellung oder zuhause auf Ihrem gemütlichen Sofa? Suchen Sie dann, wenn Sie kreativ sein möchten – oder müssen -, Ihren Lieblingsort der Kreativität. Jeder Mensch braucht eine andere Umgebung für seinen kreativen Prozess. Und jeder ist zu unterschiedlichen Tages- oder Nachtzeiten kreativ.
 
2.) Kreativität ist nicht angeboren. Sie kann trainiert werden. Jeden Tag: Steigen Sie ab und an eine Station zu früh aus Ihrem Bus oder fahren Sie mit Ihrem Auto oder Fahrrad einen anderen Weg nach Hause. Das Gehirn verarbeitet die neuen Eindrücke und kombiniert sie mit vorhandenen. Gute Grundlagen für einen kreativen Prozess.
 
3.) Gute Ideen sind wie ein scheues Reh. Sie verziehen sich sofort, wenn sie sich nicht sicher fühlen. Schützen Sie Ihre guten Ideen. Genießen Sie sie erst einmal. Betrachten Sie sie von allen Seiten. Finden Sie fundierte Argumente für Ihre (verrückten, kreativen) Gedanken. Prüfen Sie, ob Ihre Idee dem neidischen Blick Ihrer Kollegen oder Ihrer Familie Stand hält. Und erst dann tragen Sie sie in einer größeren Runde vor.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Holm-Hadulla, Rainer M., Konzept und Lebensstil
2007, Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, ISBN 978-3525490730

Kasper, Wolfgang A., Ernlein, Günther, QuerDenken: Tools für kreative Kicks
2003, VAK Verlag, ISBN 978-3935767330
 

 
     
       

Stress & Entspannung

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    25. April 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Burn-out – Leben und Arbeiten auf der Überholspur

10 bis 12 Stunden täglich im Büro? Morgens um 6 Uhr als erster im eigenen Betrieb? 32 Kinder und mehr 6 bis 7 Stunden am Tag in den Klassen? Seit Jahren schwerkranke Patientinnen und Patienten freundlich und engagiert betreuen und pflegen? Wir schaffen das. Wir sind gut in unserem Beruf. Immer wieder. Jeden Tag. Jahrelang.
Und dann: Immer häufiger haben wir keine Lust mehr, fühlen uns leer, müde, haben Angst, greifen zu Alkohol oder zu Drogen. Unser Beruf, den wir über Jahre mit großem Engagement und hohen Maßstäben an uns selbst scheinbar problemlos gemeistert haben, die beruflichen Herausforderungen, für die wir uns aufgerieben (und vieles an Privatem aufgegeben) haben, er überfordert uns. Wir vergessen die Familie, die Freunde, den Sport. Wir sind ausgelaugt, ausgebrannt, total erschöpft. Wir verhalten uns unseren Patientinnen und Patienten oder unseren Kunden und Kundinnen gegenüber zynisch, ohne etwas dagegen tun zu. können. Unsere körperliche Beschwerden äußern sich als „Chronic Fatigue Syndrom“, chronische Erschöpfung, Depressionen oder auch als Tinnitus, Schwindelanfälle oder Herzrasen. Die Wissenschaft nennt diese chronische Erschöpfung, die von vielfältigen seelischen und körperlichen Beschwerden begleitet wird, Burn-out – ausgebrannt sein.
Burn-out kann alle treffen: die Schülerin ebenso wie den Rentner, die Arbeitslose, den Arzt, die Managerin, den Lehrer oder die Wissenschaftlerin. Doch obwohl Burn-out bereits vor über hundert Jahren in der Fachwelt diskutiert wurde, ist das Leben auf der Überholspur erst seit den 70er Jahren zunehmend ein Thema für Wissenschaft und Unternehmen. Denn oft sind es gerade die motivierten, engagierten Mitarbeiter, die im Laufe der Zeit Burn-out entwickeln.
Versuche, die beste Therapie, den besten Weg aus der chronischen Müdigkeit heraus zu finden, sind bislang gescheitert. Hilfreich sind dagegen individuelle Lösungen. Regelmäßig Sport machen, lernen, im Beruf auch mal Nein zu sagen oder besser mit Konflikten umzugehen, Aufgaben delegieren, Freundschaften aufbauen und pflegen, das Lebens- oder Berufsskript mit einem Therapeuten oder einem Coach in Teilen neu schreiben, dies sind einige der vielen Bremspedale, mit denen wir das Leben auf der Überholspur abbremsen und die freiwerdenden Kräfte für uns nutzen können.


Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

 
1.) Burn-out tritt auf vielfältige Art und Weise auf und hat unterschiedliche Ursachen.
 
2.) Es gibt Anzeichen, die darauf verweisen können, dass sich bei uns ein Burn-out entwickelt. Etwa, wenn uns der Gedanke immer häufiger kommt, das ist alles viel zu viel für mich, ich habe keine Zeit mehr für mich. Die mir gestellten beruflichen – oder privaten - Aufgaben empfinde ich als permanente Überforderung.
 
3.) Sorgen Sie für sich selbst. Suchen Sie sich Ihren Ausgleich, wenn Sie viel Stress im Beruf haben. Warten Sie nicht darauf, bis es irgendwann weniger stressig wird. Regelmäßig Sport zum Beispiel oder eine halbe Stunde gemütliches Lesen auf Ihrer Couch helfen Ihnen, das Tempo auf der Überholspur zu drosseln.
 
4.) Wenn für Sie die Anerkennung im Beruf der alleinige Maßstab für Sie ist, wenn Sie sich Ihr Selbstbewusstsein aus dem Job holen, wenn Familie, Freunde, Hobbys zu kurz kommen oder gar nicht mehr in Ihrem Leben stattfinden, dann heißt dies, sich die persönliche Situation genau anzusehen und zu prüfen, wo habe ich Defizite, welchen Bereichen räume ich zu wenig Platz in meinem Leben ein. Und dann gilt es zu handeln. Bitten Sie Ihre Freunde und Freundinnen, Ihre Familie, Ihre Partner und Partnerinnen und möglicherweise Ihre Kollegen und Kolleginnen um Unterstützung und gehen Sie zu einem Therapeuten, einer Therapeutin, einem Coach.
 
5.) Wenn Sie körperliche Symptome haben, die auf chronische Erschöpfung hinweisen, dann suchen Sie einen Arzt auf, ehe Sie beispielsweise eine Therapie machen und sich im Beruf von einem Coach oder Kolleginnen und Kollegen, Ihrem Chef oder Ihrer Chefin unterstützen lassen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 

Burisch, Matthias, Das Burn-out-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung
2005, Springer Verlag, ISBN 978-3540237181

Hohensee, Thomas: Gelassenheit beginnt im Kopf: So entwickeln Sie einen entspannten Lebensstil
2007, Droemer Knauer Verlag, ISBN 978-3426872826

Merkle, Rolf: So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen: Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung von Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln
2001, Pal Verlag, ISBN 978-3923614349

Unger, Hans-Peter, Kleinschmidt, Carola: Bevor der Job krank macht: Wie uns die heutige Arbeitswelt in die seelische Erschöpfung treibt - und was man dagegen tun kann, 2009, ISBN 978-3466307333

 
     
       

Beruf und Karriere

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    25. April 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...

… und doch macht uns ein Neubeginn meistens sehr viel Angst. Schließlich müssen wir etwas Entscheidendes tun. Wenn wir etwas Neues beginnen möchten, uns z. B. eine neue Arbeit zu suchen, dann müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Sicher, unsere derzeitige Arbeit ist langweilig und ohne Anreiz für uns. Doch deshalb den Job wechseln und sich den Traum vom selbständigen Arbeiten erfüllen? Oder jetzt – in der Krise – endlich beim lang geplanten Weiterbildungskurs mitmachen, damit wir in unserem Arbeitsfeld genügend qualifiziert sind, falls wir unseren Arbeitsplatz verlieren? „Eigentlich müsste ich…“ sagen wir uns immer wieder, und dann haben wir viele gute Argumente, warum wir heute noch nicht neu beginnen können. Unsere derzeitige Situation kennen wir – auch wenn wir noch so unglücklich darin sind -. Sie ist bequem. Sie ist bekannt, und sie ist uns mehr als vertraut.
Dabei haben wir doch schon mal Neues gewagt. Damals, als wir unsere Ausbildung anfingen, als wir uns unsere neue Wohnung gesucht haben oder eine neue Beziehung eingegangen sind. Wir haben den Zauber kennen gelernt, der einem Anfang innewohnt (Hermann Hesse)… . Das Neue birgt die Chance, dass wir uns weiter entwickeln, es beinhaltet allerdings auch das Risiko, dass wir scheitern. Und von den anderen dafür auch noch belächelt werden. Die Sehnsucht nach dem Neuen, nach der Erfüllung unseres beruflichen (oder privaten) Traumes und die gleichzeitige Angst davor, es nicht zu packen, lähmen uns. Sie lassen uns erstarren in unserem ungelebten Leben.
Eine Lösung ist vielleicht die Politik der kleinen Schritte, statt des großen Wurfes. Etwa, in dem wir erst einmal einen Monat unbezahlten Urlaub nehmen, statt ein Jahr lang um die Welt zu reisen. Oder, in dem wir einen halben Tag in der Woche weniger arbeiten und dafür versuchen, in unserem Traumjob eine Teilzeitarbeit zu bekommen. Denn wie soll der chinesische Philosoph Laotse vor 2500 Jahren gesagt haben: „auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.


1.) Wenn Sie in Ihrem Job frustriert sind, dann schreiben Sie sich in Ruhe auf, was für Sie schwierig ist. Prüfen Sie im nächsten Schritt, ob Sie einen oder mehrere Punkte auf Ihrer Liste selbst verändern können. Fragen Sie Ihren Partner, Ihre Freunde oder Ihren Coach. Versuchen Sie schrittweise, Ihre Ideen auszuprobieren. Überprüfen Sie regelmäßig, was Ihnen gelingt und was nicht. Passen Sie Ihre Liste immer Ihren neuen Erfahrungen an. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Stärken.
 
2.) Nutzen Sie die Chance der betrieblichen Kommunikation mit Ihren Kollegen und Kolleginnen und / oder Ihrem Chef, Ihrer Chefin. Oft wissen die Chefs gar nicht, vor welchen Herausforderungen und Problemen ihre Mitarbeiter stehen.
 
3.) Lässt sich von Ihrer Seite aus nichts an Ihrer derzeitigen Situation ändern, gibt es für Sie zwei Möglichkeiten: Die Situation so zu belassen, wie sie ist und damit leben zu lernen, dass die Arbeitswelt nicht ideal ist oder den Neuanfang zu wagen.
 
4.) Planen Sie Ihren Neuanfang realistisch: Betrachten Sie ganz nüchtern die Vor- und Nachteile Ihrer Träume und Ideen und genießen Sie, dass Sie sich dabei dennoch lebendig fühlen.
 
5.) Planen Sie bei Ihrem Neuanfang bewusst Ihr Scheitern mit ein. Und versuchen Sie das mögliche Scheitern als das zu nehmen, was es ist. Eine Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.
 
6.) Wenn Ihnen der Sprung ins kalte Wasser zu schwierig erscheint, dann steigen Sie vorsichtig hinein ins kühle Nass. Ihr anschließendes Bad im Neuanfang ist genauso erfrischend und belebend.


Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 

Asgodom, Sabine: Raus aus der Komfortzone, rein in den Erfolg
Campus Verlag, 2008, ISBN 978-3593382333

Kahn, Oliver, ICH, Erfolg kommt von innen
riva premium Verlag, 2008, ISBN 978-3936994995

Miedaner, Talane: Coach dich selbst, sonst coacht dich keiner
Moderne Verlagsgesellschaft, 2008, ISBN 978-3636063748

Sher, Barbara: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will
dtv Verlag, 2005, ISBN 978-3423244480

 
     
       

Beruf und Karriere

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    18. April 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Der 23. April ist Girl's Day

Ist er wirklich immer noch notwendig? Brauchen wir nach wie vor einen Girls’ Day - einen Mädchenzukunftstag? Einen Tag, an dem sich Mädchen und junge Frauen vor allem über Karriere im Beruf und über techniknahe und technische Berufe informieren können? Wissen wir nicht längst, dass Mädchen die besseren Schulabschlüsse und Noten nach Hause bringen und damit eigentlich die besten Chancen auf dem gesamten Arbeitsmarkt haben müssten? Und doch: Auch 2009 machen Mädchen am liebsten ihre Ausbildung im Einzelhandel, werden Friseurin oder erlernen den Beruf der medizinischen Fachangestellten. 2008 wählten mehr als 50 % der weiblichen Azubis ihre Lehrstelle unter 10 verschiedenen Berufen aus. Gerade mal 2,2 % von ihnen ergriffen einen Metallberuf. Und selbst auf der Hitparade der 20 beliebtesten Berufe von jungen Frauen stand kein einziger techniknaher Beruf. Ein Girls’ Day scheint also nach wie vor dringend erforderlich zu sein, damit Mädchen und junge Frauen die Chance bekommen und nutzen, unverbindlich und intensiv zukunftsorientierte Berufe in Technik, Handwerk, Ingenieur- und Naturwissenschaften kennen zu lernen und dabei ihre Scheu vor den „Männer-Berufen“ zu überwinden. Und umgekehrt gilt für die Unternehmen: Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass Betriebe, die sich intensiv um junge Frauen bemühen und einen interessanten Girls’ Day anbieten, leichter den händeringend gesuchten, qualifizierten Nachwuchs finden. Verständlich, weil sie eine größere Zahl an interessierten Bewerbern ansprechen, als Unternehmen mit weniger Engagement.

Vielleicht sollte der nächste Girls’ Day 2010 einfach einmal heißen: „Yes we can! – Mädchen ( und Jungs) können heute alles werden.“ Und wir fördern bis dahin alle unsere jungen Leute nach ihren individuellen und einzigartigen Fähigkeiten.

Mehr zum Girls’ Day am 23. April 2009 unter www.girls-day.de oder beim Frauenbüro des Landkreises Marburg-Biedenkopf unter Tel.: 06421 - 405-1581.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Vermutlich wird die heutige Ausbildungsgeneration bis zu ihrer Rente, im deutlich höheren Alter als heute, bis zu fünf verschiedene Berufe erlernen, bzw. erlernen müssen. Eine fundierte und möglichst breite Ausbildung ist deshalb heute für junge Leute eher von Vor- als von Nachteil.
 
2.) Schauen Sie bei der Suche nach einer Ausbildung nicht nur nach den aktuellen Trends und Hitlisten. Heutige „In-Berufe“ können bereits in fünf Jahren veraltet sein.
 
3.) Suchen Sie sich Berufe aus der ganzen breiten Palette von bis zu 300 Ausbildungsberufen aus. Machen Sie dazu Praktika in verschieden Unternehmen um herauszufinden, was Ihnen liegt. Fragen Sie, soviel Sie können, Berufstätige nach ihrem Beruf, dem Berufsalltag und den jeweiligen Perspektiven.
 
4.) Bedenken Sie bei Ihrer Berufswahl, welche Verdienst- und Aufstiegschancen geboten werden. Gerade Mädchen und Frauen vernachlässigen diesen Punkt. Beachten Sie, ob eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben ist und achten Sie auf die Familienfreundlichkeit des Unternehmens. Dies ist für beide Geschlechter wichtig.
 
5.) Denken Sie „groß“ und setzen Sie sich durchaus auch ehrgeizige Ziele: Warum nicht lieber Berufsziel „Chefin“, statt Sekretärin oder Ärztin statt Arzthelferin.
 
6.) Ihre Zeugnisnoten sind wichtig. Betrachten Sie jedoch auch Ihre sonstigen Stärken und vor allem Ihre „Selbstverständlichkeiten“. Insbesondere Mädchen und Frauen neigen dazu, Dinge, die sie ganz selbstverständlich können und tun, zu übersehen und nicht als besondere Fähigkeiten wahr zu nehmen.

 
     
       

Selbstcoaching

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    11. April 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Sie entscheiden

Ich liebe es, das wöchentliche Drama um den runden Ball und schaue mal verzückt, mal verzweifelt auf die Bundesligatabelle, je nachdem wo mein Lieblingsverein gerade steht. Große Bewunderung rufen bei mir souveräne Schiedsrichter und Linienrichter hervor. Blitzschnell kombinieren sie vorhandene Fakten, treffen ihre Entscheidungen und bestimmen damit Fußballer-, Trainerinnen- und Vereinsschicksale. Von anderer Qualität ist das sekundenschnelle „Entscheiden müssen“ von Piloten, Lokführern, Ärzten und Ärztinnen, Polizisten und Polizistinnen oder Feuerwehrleuten. Sie haben alle eines gemeinsam, sie haben keine oder nur ganz kurz Zeit, das Für- und Wider von verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen und zu durchdenken: sie müssen sofort entscheiden. Und sie müssen den Konflikt aushalten können, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Statt der gelben Karte wäre für das Foul am Gegner die rote berechtigt gewesen; das gegebene Tor entstand doch aus einem Abseits … . Offenbar geht Entscheiden ganz rasch. Weshalb fällt es uns dann oft so schwer, uns beispielsweise morgens für die schwarze oder doch lieber für die dunkelgraue Hose zu entscheiden? Eine neue Stelle in Erwägung zu ziehen? Eine neue Herausforderung im Beruf anzunehmen?
Gehirnforscher geben uns erste Antworten auf unsere Fragen: Am Entscheidungsprozess sind sowohl das Bewusstsein als auch das Unbewusste beteiligt. Und welchen Einfluss das Unbewusste auf unsere Entscheidung haben kann, wissen wir spätestens dann, wenn wir den viel zu teuren, schicken, korallenroten Pullover gekauft haben oder das absolut verrückte Sakko.
Klug zu entscheiden und dabei das Bewusstsein und das Unbewusste für uns und unsere Entscheidungen einzusetzen, lässt sich durchaus trainieren. Machen Sie sich bei Entscheidungen hin und wieder bewusst, dass Sie dabei Ihren Verstand und Ihre emotionalen Erfahrungen, die Sie Zeit Ihres Lebens in Ihrem Unterbewusstsein angesammelt haben, aktivieren. Hören Sie auf Ihre innere Stimme, Ihre Intuition, vertrauen Sie auf Ihren Instinkt, auf das ungute Gefühl oder die wohltuende Wärme im Bauch. Üben Sie bei ganz alltäglichen Fragen Ihre Intuition einzusetzen, etwa, ob Sie heute lieber ins Kino gehen möchten oder doch eher einen Roman lesen wollen. Fast immer ist die innere Stimme eine Hilfe beim Herbeiführen einer Entscheidung. Fragen Sie danach Ihren Verstand und prüfen ruhig und gelassen die Folgen Ihrer Entscheidung und die Ihrer Nicht-Entscheidung. Schreiben Sie auf, welche Argumente für und welche gegen Ihre Entscheidung sprechen und was Ihre Intuition dazu sagt. Und dann entscheiden Sie!

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Wenn Ihnen klare Entscheidungen schwer fallen, dann hilft es vielfach, die verschiedenen Argumente für und gegen eine Entscheidung aufzuschreiben und mit Freunden und Partnern oder mit netten Kollegen die möglichen Konsequenzen durchzuspielen.

2.) Stellen Sie sich selbst ein paar Fragen:

  • Tun Sie so, als ob Sie sich entschieden hätten und fragen Sie sich, was würden Sie dann tun, was Sie nicht ohnehin jetzt schon tun?
  • Welche Veränderungen würden Ihre Familie, Ihre Kollegen, Ihre Freunde an Ihnen merken, wenn Sie sich entschieden hätten?
  • Was passiert, wenn Sie sich nicht entscheiden?

3.) Wenn Sie sich zwischen zwei Berufen nicht entscheiden können, prüfen Sie, ob Sie beide nicht jeweils in Teilzeit leben können.
 
4.) Manchmal hilft es, sich einen Termin zu setzen, bis zu dem Sie sich entscheiden wollen. Wenn Sie dabei bleiben und Ihren selbst gewählten Termindruck einhalten, führt dies oft dazu, dass Sie rasch alle Für und Wieder abklären und zu einer guten Entscheidung kommen.

5.) Genießen Sie die Weisheit Ihrer Intuition. Außer, wenn sie versucht, Sie mit Erinnerungen an unangenehme Dinge, wie den Schmerzen beim Zahnarzt von einem sinnvollen Kontrollbesuch bei Ihrem Zahnarzt abzuhalten.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Meier, Urs: Du bist die Entscheidung – schnell und entschlossen handeln
2008, Scherz Verlag, ISBN 978-3-502-15146-3

Sher, Barbara: Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast
2008, dtv premium, ISBN 978-3-423-24654-5

Storch, Maja: Das Geheimnis kluger Entscheidungen
2007, Goldmann Verlag, ISBN 978-3-442-15271-1

 
     
       

Konflikte und Kritik

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    4. April 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Kritik - aber richtig

Kopfschüttelnd verließ Sonja das Zimmer ihres Chefs. Was er ihr wohl im diesjährigen Jahresgespräch hatte sagen wollte? Ist sie nun in seinen Augen eine gute Mitarbeiterin oder hat er ihre Arbeit doch eher kritisiert? Sicher war sie sich nur darin, dass die Stunde in seinem Büro für sie am Ende eher Zeitverschwendung als hilfreich für ihre berufliche Weiterentwicklung war.
Viele Unternehmen, Institutionen und Behörden bitten ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mindestes einmal im Jahr zum Mitarbeitergespräch und über deren mögliche Aussichten im Betrieb und verschenken dabei oft kostbare Zeit, weil die Gespräche seitens der Unternehmensleitung nicht vorbereitet und entsprechend unzureichend geführt werden. Dabei bieten Mitarbeitergespräche allen Beteiligten große Chancen: Führungskräfte können mit Kolleginnen und Kollegen neue Ziele für die nächsten Monate festlegen, Perspektiven entwickeln und bei Bedarf Kritik äußern, die beiden Seiten wiederum hilft, vorhandene Mängel zu verringern oder abzustellen.
 
Ein paar allgemeine Tipps können helfen, ein Mitarbeitergespräch gut zu führen und voraussichtlich erfolgreich abzuschließen:

  • Wenn Sie sich als Führungskräfte kennen und wissen, welcher Kritik-Typ Sie sind, meistern Sie ein Kritikgespräch besonders gut. Fällt es Ihnen beispielsweise grundsätzlich schwer, Kritik bei anderen anzubringen, dann ermutigen Sie sich dennoch dazu. Denn ein konstruktives und rechtzeitig geführtes Gespräch unter vier Augen mit Ihrem Kollegen, Ihrer Kollegin kann viele Probleme aus der Welt schaffen und verhindern, das sich die Atmosphäre in Ihrem Betrieb allmählich vergiftet.
  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor, falls erforderlich, auch schriftlich und vereinbaren Sie rechtzeitig den Termin.
  • Sprechen Sie Ihrem Mitarbeiter, Ihrer Mitarbeiterin Ihre Anerkennung für die Leistungen im Unternehmen aus, ohne in Lobhudeleien zu verfallen.
  • Äußern Sie Ihre Kritik kurz und sachlich und aus Ihrer subjektiven Sicht heraus. Und so konkret wie möglich. Pauschale Aussagen wie, Sie kommen zu oft zu spät zur Arbeit, helfen wenig. Nennen Sie in solchen Fällen die genauen Tage. Ihr Gegenüber spürt dann, wie ernst es Ihnen ist.
  • Bitten Sie Ihre Kollegin, Ihren Kollegen um seine, um ihre Sichtweise der angesprochenen Situation.
  • Bitten Sie um Vorschläge, damit sich die Situation verbessert. Und fragen Sie dabei beispielsweise: ‚Stellen Sie sich vor, sie wären schon einen nächsten Schritt weiter? Was werden Sie dann anderes tun oder vermehrt tun? Und was noch?’
  • Vereinbaren Sie gemeinsam klar und deutlich, was in der Zukunft anders sein wird. Fragen Sie hierbei beispielsweise: ‚Wie können wir diese Besprechung jetzt nützlich abrunden für Sie?’ Halten Sie die Ergebnisse schriftlich fest.
  • Beenden Sie das Gespräch beispielsweise mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft und bedanken Sie für das Gespräch. In einem akuten Konflikt nicht den Ärger anstauen, sondern stattdessen die Dinge möglichst rasch beim Namen nennen und um ein Gespräch bitten. Können Sie Ihren Arger nicht gleich los lassen, dann eine Nacht darüber schlafen und am nächsten Tag mit kühlem Kopf das vorab angekündigte Gespräch beginnen.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Benien, Karl: Schwierige Gespräche führen
Rowohlt Verlag, 2003, ISBN 978-3-499-61477-4

Mentzel, Wolfgang: Mitarbeitergespräche
Haufe Verlag, 2006, ISBN 978-3-448-07333-1

Scherer, Hermann: 30 Minuten für eine gezielte Fragetechnik
Gabal Verlag, 2007, ISBN 978-3-897 49-340-7

Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden Bände 1-3
Rowohlt Verlag, 2005, Bd. 1 ISBN 978-3-499-17489-6,
Bd. 2 ISBN 978-3-499-18496-3, Bd. 3 ISBN 978-3-499-60545-1

 
       
       

Konflikte und Kritik

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    26. März 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Konflikte und Kritik – Motoren für Innovationen?

Woher er den Mut nahm, ist nicht überliefert. Begeistert feierte das Management von Motorola 1979 mit Geschäftspartnern die damaligen Erfolge des Unternehmens. Da stand Art Sundry mitten in den Feierlichkeiten auf und verkündete vor allen Managern und Gästen des Hauses: „Das eigentliche Problem bei Motorola ist, das unsere Qualität zum Himmel stinkt.“ Seine impulsiv vorgetragene Kritik brachte ihm nicht etwa den Verlust des Jobs ein, sondern löste bei Motorola einen langfristigen Wandel aus. Die Unternehmensleitung überprüfte die Kritik ihres Mitarbeiters an den eigenen Produkten und ließ für Motorola „Six Sigma“ entwickeln. Seit Mitte der 80er Jahre wird dieses Instrument zur Verbesserung der Qualität der Produkte und des Qualitätsmanagements bei Motorola – und inzwischen vielfach weiterentwickelt – auch in vielen anderen Unternehmen eingesetzt.

Die Entwicklung von Six Sigma ist eines von vielen Beispielen, wie fachliche Kritik eines engagierten Mitarbeiters zu innovativen Lösungen in einem Betrieb führen kann. Vorausgesetzt, ein Unternehmen, eine Behörde, eine Institution ist offen für die Anregungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Konfliktkultur, die im Unternehmen gepflegt wird. Sie basiert auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen, dem Zulassen von vielfältigen Ansichten und Meinungen und der Fähigkeit der Unternehmensleitung und der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, kritische Äußerungen zu Arbeitsprozessen und -abläufen positiv zu übersetzen, in ungewöhnliche Gedanken umzuformulieren und womöglich gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Manchmal hilft es, wenn sich Chefs oder Chefinnen und ihre entsprechenden Abteilungen zusammensetzen und zunächst in einem so genannten „destruktiven Gedankenspiel“ herausarbeiten, was passieren würde, wenn alle ihre derzeitigen konfliktreichen Standpunkte beibehalten und sich die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Abteilungen weiter verfestigen. Manchmal brauchen Unternehmen dabei die Hilfe von einem Coach oder Unternehmensberater. Das „eigene Haus gemeinsam gedanklich an die Wand zu fahren“ kann dann oft übersetzt werden in neue Ideen und in kreative Wege zu deren Umsetzung.
Offenbar besonders erfolgsversprechend kann es sein, den eigenen Standpunkt selbstkritisch anzusehen und bei entsprechendem Ergebnis diesen zu verändern. Microsoft-Gründer Bill Gates hat dies Mitte der 90er Jahre getan. Bis dahin hatte er nicht so recht an die Chancen des Internets geglaubt und sein Unternehmen hinkte in diesem Bereich seinen Konkurrenten weit hinterher. Als er seine Fehleinschätzung erkannte, entwickelte er für Microsoft eine neue Strategie, die es dem Unternehmen in kurzer Zeit half, erfolgreich in die Internet-Technologie einzusteigen.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Fachliche Kritik kann zu weit reichenden Innovationen führen.

2.) Versuchen Sie, fachliche Kritik positiv umzuformulieren. Kritik an Ihren zu langen und unstrukturierten Teamsitzungen beispielsweise kann – positiv übersetzt – dazu führen, dass Sie die Leitung einem gut organisierten Mitarbeiter übergeben und die Themen der Sitzungen vorab mit ihm besprechen.

3.) Offenheit und Vertraen sind wichtige Voraussetzungen für eine Konfliktkultur im Betrieb oder in einer Behörde. Dazu verhilft beispielsweise, wenn Konflikte zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und / oder deren Vorgesetzten rasch und Ziel führend gelöst werden.

Tipps zum Lesen
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Haasen, Nele: Mut zu klaren Worten – Wie Frauen sich in Konfliktgespräche behaupten, Kösel Verlag, 2007, ISBN 978-3-466-30626-8
 
Herzlieb, Heinz-Jürgen: Konfliktpotentiale erkennen – in Konfliktsituationen souverän agieren, Cornelsen Verlag, 2008, ISBN 358923438

Pöhlmann, Simone: Streiten will gelernt sein: Die kleine Schule der fairen Kommunikation, Herder Verlag, 2008, ISBN: 345105454

 
     
       

Konflikte und Kritik

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    21. März 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Bye, bye Harmonie – Konflikte im Beruf
 
Gehören Sie zu den friedliebenden Menschen? Mit Kollegen und Kolleginnen kommen Sie normalerweise gut aus? Und nun müssen Sie feststellen, auch Ihnen kann der Kragen platzen, die ständig zu laut telefonierende Kollegin hat Sie bei einem wichtigen Gespräch mit einem Kunden so richtig aus der Fassung gebracht. Und seither ballen Sie jedes Mal, wenn Sie Ihre Kollegin sehen, innerlich die Fäuste. Und je länger die gegenseitige Abneigung andauert, umso schwerer fällt es Ihnen, mit der Kollegin zu sprechen und zu arbeiten. Ein Konflikt, der Sie zunehmend belastet und sich auf Ihre Arbeit und die Ihrer gesamten Abteilung auswirkt.
Oder leiden Sie unter dem Neid Ihrer gesamten Abteilung, weil Sie Ihrem Chef, Ihrer Chefin direkt zuarbeiten? Sie erleben täglich, wie Ihr Kollege, Ihre Kollegin Sie vor allen anderen schlecht macht und Ihre Arbeit diskreditiert? Falsch oder nicht ausgetragene berufliche Auseinandersetzungen können bis zu einem Drittel aller personellen und zeitlichen Ressourcen in einem Unternehmen oder in einer Behörde binden.
Nur, wie gehen wir mit Konflikten im Berufsalltag um? Wie lösen wir einen Konflikt zwischen einem Kollegen, einer Kollegin und uns oder zwischen uns und unserem Chef, unserer Chefin? Eine eindeutige und einfache Antwort gibt es nicht, ein paar – wenn auch sehr allgemein gehaltene - Spielregeln können jedoch helfen, mit einem Konflikt so umzugehen, dass Sie weniger darunter leiden als bislang oder ihn vielleicht sogar lösen.

Auch wenn es uns oft schwer fällt, ganz wesentlich für ein erfolgsversprechendes Konfliktmanagement ist es, den Konflikt möglichst rasch anzusprechen und nicht darauf zu hoffen, dass er sich irgendwann von selbst löst. Besonders wir Frauen scheuen uns oft davor, uns einer Auseinandersetzung zu stellen. Dabei ist ein Konflikt nichts Böses. Er ist nur Ausdruck dessen, dass zwei Interessen miteinander kollidieren. Deshalb können viele Konflikte allein dadurch gelöst werden, dass die beiden Konfliktpartner ihre unterschiedlichen Interessen darlegen und versuchen, einen Interessensausgleich, einen gemeinsamen Konsens herzustellen. In vielen Konfliktfällen ist es außerdem hilfreich, sich gründlich auf das Gespräch mit dem Kollegen, der Kollegin, dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin vorzubereiten und den möglichen Gesprächsverlauf vorab schriftlich festzuhalten. Wichtig für ein langfristig erfolgreiches Lösen eines Konfliktes ist es, gemeinsam mit dem Konfliktpartner nach erreichbaren Zielen zu suchen und diese möglichst wiederum schriftlich zu fixieren. In schwierigen Fällen gibt es allerdings nur eine Lösung, dass sich die Konfliktpartner trennen und jeder seinen eigenen Weg geht.

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Als Vorgesetzter, als Vorgesetze Konfliktgespräche möglichst ankündigen, damit jeder der Konfliktpartner sich darauf einstellen kann. Und das Gespräch möglichst zeitnah zum Konflikt durchführen.

2.) Wenn Sie ein Konfliktgespräch führen müssen, zeigen Sie durch Ihre Körpersprache und Ihren Blickkontakt Ihr Interesse an Ihrem Gegenüber. Tragen Sie Ihre Kritikpunkte sachlich vor und sprechen Sie aus Ihrer – ganz subjektiven - Perspektive.


3.) Unterstreichen Sie Ihr Interesse, wenn möglich, mit wertschätzenden Worten.

4.) Hilfreich kann auch eine angenehme Gesprächsatmosphäre sein mit Kaffee oder Tee.

5.) Lassen Sie Konfliktgespräche möglichst unter vier oder sechs Augen stattfinden, nicht in der unternehmerischen Öffentlichkeit.

6.) Ihr Gegenüber können Sie nicht ändern. Sie können jedoch versuchen, gemeinsam Lösungen für Ihre Probleme zu finden. Manchmal hilft es, wenn jeder der Konfliktpartner die jeweilige persönliche Sicht der Dinge aufschreibt und beide sich ihre Standpunkte zum Lesen geben, ehe sie darüber sprechen.

7.) Wenn eine einvernehmliche Lösung nicht möglich ist, muss ein Chef, eine Chefin Regeln aufstellen und sich auch darum kümmern, dass sie eingehalten werden.

8.) Manchmal kann ein Konflikt auch ein Motor sein für Veränderungen im Unternehmen: Wenn es Ihnen gelingt, im Standpunkt des anderen etwas Neues zu erkennen, können unterschiedliche fachliche Positionen Ihr Unternehmen weiter bringen.

Tipps zum Lesen
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Haeske, Udo: Team- und Konfliktmanagement: Teams erfolgreich leiten – Konflikte konstruktiv lösen
Cornelsen Verlag, 2008, ISBN 3589234091

Herzlieb, H.-J.: Konfliktpotentiale erkennen – in Konfliktsituationen souverän agieren
Cornelsen Verlag, 2008, ISBN 358923438

Kast, Verena: Konflikte anders sehen: Die eigenen Lebensthemen entdecken
Herder Verlag, 2009, ISBN 3451059754

Von Hertel, Anita: Grr! Warum wir miteinander streiten und wie wir davon profitieren können, Campus Verlag, 2006, ISBN: 35933776660

Pöhlmann, Simone: Streiten will gelernt sein: Die kleine Schule der fairen Kommunikation, Herder Verlag, 2008, ISBN: 345105454X

 
     
       

Selbstbewußsein

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    14. März 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
   

Wer bin ich in meinem Beruf?

Haben Sie schon einmal versucht, Ihren eigenen beruflichen „Steckbrief“ zu schreiben? Probieren Sie es einmal aus. Überlegen Sie, welche Fähigkeiten und Schwächen Sie im Beruf haben und formulieren Sie diese im Stil eines Steckbriefs. Etwa Ihr Talent, komplizierte Sachverhalte einfach darstellen zu können.
 
In Ihrem Steckbrief könnte dazu beispielsweise stehen: Kann klar und sicher formulieren. Ihre Geschicklichkeit, komplexe technische Zusammenhänge in übersichtliche Schritte aufzuteilen, würde in Ihrem Steckbrief heißen: Versteht es, auch schwierige Sachverhalte einfach zu erklären. Wenn Sie ungern Ihre Zeit managen und Schwierigkeiten haben, Termine pünktlich einzuhalten, dann könnten Sie in Ihrem Steckbrief schreiben: Geht kreativ mit der eigenen Zeit und mit der von anderen um. Sind Sie sehr kommunikativ und plaudern für Ihr Leben gerne, dann schreiben Sie: Versteht es, sich regelmäßig mitzuteilen.

Bitten Sie Ihre Kollegen oder Kolleginnen, wenn Sie genügend in sie Vertrauen haben, Ihnen einen beruflichen Steckbrief zu schreiben oder arbeiten Sie ihn gemeinsam mit Ihrer nettesten Kollegin aus. Ihr beruflicher Steckbrief hilft Ihnen, Ihre beruflichen Fähigkeiten aus einer gewissen Distanz und aus einer anderen Perspektive anzusehen. Prüfen Sie, ob Sie gerne mit dem von Ihnen aufgestellten Steckbrief beruflich „gesucht“ werden möchten. Möglicherweise ist Ihr kreativer Umgang mit der Zeit von anderen etwas, das Sie lieber nicht in Ihrem Steckbrief lesen. Oder Sie entdecken, dass Sie eigentlich zu viel reden und dem anderen zu wenig zuhören. Insbesondere Ihrem Chef oder Ihrer Chefin.
Die einfache und klare Formulierung Ihres Steckbriefes kann dazu führen, dass Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld verändern, Gewohntes hinter sich lassen und am Ende sogar neuen Herausforderungen stellen. Und auf die Frage „Wer bin ich in meinem Beruf?“ finden Sie jetzt eine Sie sehr zufrieden stellende Antwort und einen spannenden Steckbrief.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Das Bild von uns selbst ist häufig genug ein anderes, als unser Wunschbild von uns oder das so genannte Fremdbild, das Bild, das andere von uns haben. Der Steckbrief hilft uns, unser Selbstbild auf spielerische Art und Weise (neu) zu entdecken. Beim Vergleich mit dem eigenen Wunschbild, dem Bild, wie ich mich gerne sehen möchte, und mit dem Fremdbild, das die anderen von mir haben, kann ich meine Stärken und Schwächen leichter entdecken.
 
2.) Das Bild von uns selbst geht allerdings über das berufliche Selbstbild hinaus. Es umfasst alle Aspekte des menschlichen Lebens.
 
3.) Ein übersteigertes Selbstbild, das ohne Distanz zu sich selbst existiert und agiert, kann in einem Unternehmen zu Schwierigkeiten führen.
 
4.) Eine regelmäßige „Kontrolle“ des Selbstbildes mit dem Fremdbild hilft, die eigene berufliche und soziale Situation zu verbessern.
 
Tipps zum Lesen
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Conen, Horst: Sei gut zu dir, wir brauchen Dich
Campus Verlag, 2005, ISBN 3-593-37184-7
 
Kitz, Volker, Tusch, Manuel: Das Frustjobkillerbuch
Campus Verlag 2008, ISBN 978-3-593-38666-9
 
Kahn, Oliver: Ich. Erfolg kommt von innen
Riva Verlag, 2008, ISBN 978-3-936994-99-5
 
 
     
       

Selbstbewußsein

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    9. März 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
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Wenn wir uns im Beruf falsch einschätzen…

Zu seiner eigenen Überraschung bekam Thorsten X. anstatt einer Beförderung die Kündigung. Dabei hatte der studierte Hochbauingenieur seine Karriere sorgfältig geplant. Allerdings hatte er dabei vergessen, dass er seine persönlichen Karriereplanungen immer wieder an der Realität im Unternehmen und an die an ihn gestellten Anforderungen hätte anpassen müssen. Er glaubte, sein im Studium erworbenes Wissen qualifiziere ihn für viele Jahre. Hinweise seines Chefs, sich um seine persönliche und berufliche Fortentwicklung zu bemühen, ignorierte er. Er war sich und seinem Job gut genug und von seinen Fähigkeiten völlig überzeugt.

Selbsteinschätzungen, die an der beruflichen Realität vorbei gehen, sind bei über 50% der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die Ursache für das (für sie unerwartete) Scheitern ihres beruflichen Fortkommens. Besonders das Arbeiten im Team ist für viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer noch eine zu große Herausforderung.

Auch das Ignorieren der besonderen Spielregeln im jeweiligen Unternehmen kann fatal sein und die Karriere schneller als geplant beenden. Wenn ich das Scheitern meiner Karriere jedoch dazu nutze, etwas daraus zu lernen, dann kann diese zunächst schmerzhafte Erfahrung auch hilfreich und Karriere fördernd sein. Wenn ich etwa die Fehler nicht bei anderen suche, sondern meine Stärken und meine Defizite nüchtern analysiere und dann noch prüfe, ob die angestrebte Karriere und meine beruflichen Ziele wirklich die richtigen für mich sind, dann kann das zunächst falsche Einschätzen meiner beruflichen Fähigkeiten oft genug der Ausgangspunkt für einen befriedigenden und erfolgreichen Berufsalltag sein.

Checkliste
Die Checkliste „Wenn wir uns im Beruf falsch einschätzen…“ verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
 
1.) Karriereratgeber können sehr hilfreich sein. Prüfen Sie jedoch genau, ob die Ratschläge auf Ihre berufliche Situation zutreffen.
 
2.) Lassen Sie sich nicht irritieren von Ratgeberbüchern zur Karriere, in denen genau drin steht, welcher Schritt auf den gerade von Ihnen gegangenen folgen muss. Interpretieren Sie die Informationen für sich selbst.
 
3.) Versuchen Sie, Ihre Defizite bei sich herauszufinden. Bemühen Sie sich darum, wenn Sie die Möglichkeit haben, diese Defizite zum Anlass zu nehmen, sich weiter zu bilden und weiter zu entwickeln. Oft genug sind Defizite, an denen Sie arbeiten, Ausgangspunkte für neue berufliche Möglichkeiten.

4.) Machen Sie eine Liste Ihrer beruflichen Ziele und halten Sie für sich fest, in welchem Zeitraum Sie diese erreichen möchten. Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Ihrer Frau, Ihrem Mann, Ihren Freunden oder einem Fachmann darüber.

5.) Schreiben Sie sich eine Stellenanzeige, in der Sie Ihre beruflichen Stärken aufzählen und überprüfen Sie, ob Sie diese in Ihrer jetzigen Tätigkeit verwirklichen können.
 
Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Backhausen, Wilhelm J.: Irrgarten des Managements
Versus Verlag, 2007, ISBN 978-3-03909-111-0

Kraus, Georg, Becker-Kolle, Christel, Fischer, Thomas: Handbuch Changemanagement Cornelsen, 2007, ISBN 3-589-23651-5

Meier, Daniel: Wege zur erfolgreichen Teamentwicklung
SolutionSurfer, 2005, ISBN 3-8334-0668-2

Sher, Barbara: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will
dtv-Verlag, 2005, ISBN 3-423-24448-8
 
 
     
       

Selbstbewußsein

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    2. März 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
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Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

„Ach, das ist eine Stärke von mir? Das ist für Sie etwas Besonderes? Das kann doch jeder.“ Diese Sätze sind Bestandteil vieler Coaching-Stunden. Offenbar sind wir uns unserer Stärken häufig gar nicht oder nur sehr ungenau bewusst.
 
Besonders wir Frauen, so scheint es jedenfalls, wissen zu wenig über das, was uns auszeichnet. Doch erst wenn wir unsere Stärken – und Schwächen – genau kennen, können wir uns „selbst bewusster“ werden und unsere Stärken gezielt im beruflichen Alltag einsetzen.
 
Natürlich ist das Beratungsgespräch bei einem Coach oder einer Beraterin eine gute Möglichkeit, Ihre geheimen Stärken für Ihren Beruf herauszufinden. Oder Sie setzen sich an Ihren Schreibtisch und notieren sich einmal in Ruhe Ihre Stärken und Schwächen.

Fragen Sie danach Ihren Mann, Ihre Frau, Ihre Freundin, Ihre Familie, welche Stärken sie besonders an Ihnen schätzen und halten Sie diese schriftlich fest. Haben Sie genügend Vertrauen in Ihre Kolleginnen und Kollegen und in Ihren Chef oder Ihre Chefin, dann erkundigen Sie sich bei ihnen ebenfalls nach Ihren Stärken.

Und wenn Sie statt vieler Stärken viele Schwächen aufgeschrieben haben, verwandeln Sie Ihre Schwächen in Stärken: Sie sind beispielsweise jemand, der fast zwanghaft immer alles aufschreiben muss, dann bieten Sie Ihren Kollegen an, die Teamsitzungen schriftlich festzuhalten und die Ergebnisse regelmäßig zu protokollieren. Ihre Aufzeichnungen sind wertvolle Unterlagen für künftige Gespräche.
 
Reden Sie gerne und (manchmal zu) viel? Dann prüfen Sie, ob Sie Ihr Talent nicht beispielsweise in berufliche Vorträge umsetzen können und besuchen Sie Rhetorik-Seminare und -Schulungen. Und wenn Sie gerne und regelmäßig zu spät zu Terminen oder Sitzungen kommen – bitte 10 Minuten früher losfahren oder losgehen. Das freundliche Lächeln Ihrer Gesprächspartner ist Ihnen gewiss.
 
Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.
   
1.) Je nach beruflichem Ziel, beruflicher Tätigkeit und Rollenverhalten ist eine Stärke tatsächlich Stärke, in einem anderen Fall jedoch eine Schwäche. Deshalb sind Verallgemeinerungen bei Stärken und Schwächen nur selten hilfreich.

2.) Ehrlichkeit Ihnen gegenüber,  Ehrlichkeit Ihrerseits gegenüber Ihrer Familie, Ihren Freunden und vielleicht Ihrer Kolleginnen und Kollegen, Ehrlichkeit Ihres Umfeldes Ihnen gegenüber, hilft Ihnen, Ihre Stärken und Schwächen besser kennen zu lernen. Bedanken Sie sich bei den anderen, wenn Sie von ihnen eine Antwort bekommen, auch wenn Sie diese nicht so gerne hören. Es gehört Mut dazu, dem anderen seine Schwächen und Stärken zu beschreiben.

3.) Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse und Erfahrungen mit denen Ihrer Familie, Freunde, Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen. Halten Sie Ihre Ergebnisse schriftlich fest. Und wenn die anderen bei Ihnen etwas als Stärke oder als Stärken sehen, was für Sie selbstverständlich ist, seien Sie stolz auf sich.

4.) Prüfen Sie, wie Sie Ihre neu entdeckten Stärken in Ihrem beruflichen Alltag einsetzen können. Manchmal entsteht daraus sogar ein ganz neuer Beruf, der Sie viel mehr befriedigt, als Ihre bisherige Tätigkeit.

5.) Genießen Sie Ihre Stärken und nehmen Sie Ihre Schwächen an – und machen Sie aus Ihren Schwächen das Beste (siehe oben).


Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Bolles, Richard Nelson: Durchstarten zum Traumjob
Campus Verlag, 2000, ISBN 3-593-36294-5

Conen, Horst: Sei gut zu dir, wir brauchen dich
Campus Verlag, 2005, ISBN 3-593-37184-7

Fischer-Epe, Maren, Epe, Claus: Stark im Beruf – erfolgreich im Leben
rororo TB 2006, ISBN 3-499-61695-5

Zschirnt, Christiane: Keine Sorge, wird schon schief gehen
Goldmann TB 2007, ISBN 978-3-442-15421-0

 
     
       

Stil & Etikette

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    21. Februar 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
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    Sie, Erik, mach mal… - Duzen oder Siezen im Beruf?

Das war ein klasse Betriebsfest vergangenen Freitag. Getanzt bis in den frühen Morgen, den Chef geduzt, die Abteilungsleiterin auch. Die neue Arbeitswoche kann beginnen. Unser fröhliches „Guten Morgen, Helmut“, schlucken wir allerdings gerade noch herunter, als uns der Chef wie immer mit seinem gleich bleibend förmlichen „Guten Morgen, Frau Meier“ begrüßt. Hat er vergessen, dass er uns allen das Du angeboten hat? Vielleicht. Für uns gilt jedenfalls ab sofort wieder: Sie statt Du.

Duzen und Siezen im Beruf ist ein Verwirrspiel, das es in sich haben kann: Der Chef sagt Sie und Du in einem Satz, der neue Kollege fühlt sich unsicher, wenn sich alle in seiner Abteilung Duzen und ihn nicht. Und oft genug empfinden wir es als unangenehm, wenn wir ungefragt und distanzlos von unserem Gegenüber geduzt werden.
Ein paar Regeln können helfen:

  • Der Ranghöhere / die Ranghöhere bietet dem Rangniedrigeren / der Rangniedrigeren das Du an, eine Gruppe, ein Team, eine Abteilung dem neuen Kollegen, die Ältere der Jüngeren.
  • Ein „Du“ bleibt ein „Du“, auch wenn ein Kollege plötzlich der neue Vorgesetzte ist.
  • Ein angebotenes Du kann abgelehnt werden. Mit aller Höflichkeit und viel Charme, damit der andere sich nicht verletzt fühlt.
  • Ein im Beruf gleichgestellter Kollege und eine Kollegin handeln ihre persönliche Anrede miteinander aus.
  • In einigen Firmen hat sich das englische „You can say you to me“ als Geschäfts-Du durchgesetzt und das Duzen wird entsprechend dem englischen business-you quer über alle Hierarchien hinweg gepflegt. Wichtig hierbei ist es, die Grenzen zu beachten. Hier kommt es auf den richtigen Ton zwischen den Kollegen an. Kleine Nuancen im Tonfall machen den entscheidenden Unterschied aus.
  • In vielen Betrieben ist es inzwischen üblich, ebenfalls angelehnt an die englischen Umgangsformen, Kollegen und Mitarbeiter mit dem Vornamen anzusprechen und zu Siezen: „Erik, bitte bringen Sie mir…“. Klingt freundlich, modern und genügend respektvoll.
  • Nach einem abendlichen feucht-fröhlichen Umtrunk mit Kollegen und dem Chef und dem dort verabredeten Du gegebenenfalls am nächsten Tag klären, ob der Kollege / die Kollegin dabei bleiben möchte oder nicht. Beim Chef bitte abwarten, wie er sich verhält. Sagt er wieder „Sie“, kehren Sie ebenfalls und kommentarlos zum „Sie“ zurück.
  • Und im Privatleben heißt es nach wie vor: Der Ältere, die Ältere bietet dem Jüngeren, der Jüngeren das „Du“ an.

Und immer gilt: Lieber einmal mehr ein nettes, zuvorkommendes „Sie“ als ein für Ihr Gegenüber zu rasches „Du“ oder gar ein „Sie, Erika, mach mal…!“.
   
Checkliste

Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Anders als noch vor ein paar Jahren wird in vielen Firmen wieder Wert auf die richtigen Umgangsformen gelegt. Wenn Sie nicht genau wissen, welche Regeln in Ihrem Unternehmen gelten, fragen Sie nach.
 
2.) Wenn Sie sich nicht an die Regel des generellen Duzens in Ihrem Unternehmen halten wollen, dann suchen Sie sich eine klare, kurze und freundliche Antwort für Nachfragen seitens Ihrer Kollegen.
 
3.) Seien Sie sparsam mit dem „Du“ im Kollegenkreis, wenn das Du in Ihrem Unternehmen nicht zum generellen Umgang miteinander gehört. Genießen Sie das Du mit Ihren Freunden und Ihrer Familie.
 
4.) Manchmal muss das berufliche Du wieder ein Sie werden. Sprechen Sie dies offen an, nennen Sie Ihre Gründe, z. B. den Missbrauch Ihres Vertrauens seitens Ihres Gegenübers, und bleiben Sie dann konsequent beim Sie, auch wenn der andere Sie duzt.

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:
 
Elisabeth Bonneau: 300 Fragen zum guten Benehmen, GU Verlag, 2005, ISBN 3-7742-8778-3
 
Brigitte Marx-Lang: Berufliches Parkett – Ihr Auftritt bitte!, Sehnert Verlag, 2004, ISBN 3-980754-1-1
 
Christina Tabernig, Anke Quittschau: Business Knigge für Frauen, Rudolf Haufe Verlag, 2006, ISBN-3-448-06558-7


 
     
       

Beruf und Karriere

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    14. Februar 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
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    Die "Klinsmann Methode" – oder berufliche Veränderungen als Chance
 
Erinnern Sie sich, 1. März 2006? Italien - Deutschland 4 : 1? Haben Sie danach gewettet? Kurz vor der Fußballweltmeisterschaft? Wir 80 Millionen Fußballtrainer wussten es. Die ganzen Veränderungen im deutschen Fußball mit Gummibändern, Fitness-Trainern, Sportpsychologen – und das für Männer - bringen nichts. Laufen sollen die Jungs. Spätestens am 8. Juli 2006 zogen wir vor Jürgen Klinsmann und seinem Team den Hut: ein 3 : 1 gegen Portugal war der krönende dritte Platz für die Deutsche Nationalmannschaft nach einer traumhaften WM in und für Deutschland. Was war geschehen? Ein klarer, kühler Analytiker und leidenschaftlicher Fußballer hatte im deutschen Fußball eine Fülle an Veränderungen durchgesetzt. Nach dem sang- und klanglosen Ausscheiden bei der EM 2004 in Portugal gab es für den deutschen Fußball zwei Möglichkeiten: Weiter machen wie bisher oder Jürgen Klinsmann die Chance zu Veränderungen zu geben. Mit allen Konsequenzen.

Veränderungen machen Angst. Sie lösen oft Aggressionen, Ablehnung und Verweigerung aus. Im Fußball haben wir dies im Vorfeld der WM 2006 immer wieder gesehen und miterlebt. Wir träumen von Veränderungen, von einer neuen Stelle, die uns beruflich weiterbringt, vom lang ersehnten Karrieresprung, von der hoffentlich erfolgreichen Selbständigkeit und gleichzeitig hält uns unsere Angst immer wieder zurück.

Also was tun? Machen Sie es wie Jürgen Klinsmann: Bevor der ehemalige Bundestrainer und jetzige Trainer des 1. FC Bayern München diese neuen Aufgaben annahm, hatte er sich monatelang darauf vorbereitet - mit seinen Beratern, seiner Familie, mit immer neuen Diskussionen und Fragen zu seinen Visionen und Vorstellungen. Solange, bis er die wesentlichen Punkte und Fragen zu den einzelnen Projekten auf einem Blatt zusammenfassen konnte. 

Wenn Sie vor beruflichen Veränderungen stehen, suchen Sie das Gespräch: Mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, mit einem Coach. Sprechen Sie Ihre Ängste an, Ihre Visionen und Ihre Chancen. Informieren Sie sich gründlich und umfassend über Ihr neues Aufgabengebiet oder Ihr neues Unternehmen. Erwerben Sie Zusatzkenntnisse, wenn Sie meinen, Sie fühlen sich noch nicht sicher genug. Bei  jeder beruflichen (oder privaten) Veränderung werden wir – trotz aller Vorbereitung - eine Fülle an Überraschungen im und mit dem neuen Thema erleben, unsere Befürchtungen werden uns jedoch nicht mehr am Erreichen unserer Ziele hindern. Wir können dann selbst bestimmt handeln, wir können uns positiv auf das Neue einstellen und als Chance begreifen, und der Zauber des Neuanfangs kann wirklich wirken.
 
Checkliste für „’Die Klinsmann Methode’ – oder berufliche Veränderungen als Chance“:
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Prüfen Sie, ob es Möglichkeiten für neue berufliche Herausforderungen in dem Unternehmen gibt, dem Sie angehören.

2.) Welche zusätzlichen Kenntnisse sind für einen Wechsel innerhalb des Unternehmens erforderlich? Wo lassen sie sich erwerben?

3.) Gibt es Unternehmen, die Ihnen größere Möglichkeiten für die berufliche Weiterentwicklung geben? Falls ja, was bedeutet es für Sie und Ihre Familie, wenn Sie das Unternehmen möglicherweise wechseln?

4.) Ihr „Lebenslanges Lernen“ kann Sie auf überraschende Veränderungen im Unternehmen vorbereiten oder auf ein attraktives Angebot von außen, und es wird Sie vor zu großen Ängsten vor dem Neuen bewahren.

5.) Ihre Kommunikation mit Ihrer Familie, Ihren Freunden, einem Coach Ihres Vertrauens über ein geplantes Vorhaben ist meist entscheidend.

6.) Setzen Sie sich Etappenziele, wenn Sie sich verändern möchten und ziehen Sie regelmäßig Bilanz über den Stand der Veränderungen.

7.) Erinnern Sie sich zwischendrin an Ihre Visionen, an Ihre Träume. Halten Sie Ihre Traumziele schriftlich fest und lesen Sie diese immer wieder in einem ruhigen Moment durch.

8.) Bei Bedarf hilft die Zusammenarbeit mit einem Coach (siehe Punkt 5.).

Tipps zum Lesen:
Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere einige Bücher aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Michael Horeni: Klinsmann, Stürmer, Trainer, Weltmeister
S. Fischer Verlag, 2005, ISBN 978-3-502-15045-9

Richard Nelson Bolles: Durchstarten zum Traumjob
Campus Verlag 2007 (8. überarbeitete Auflage), ISBN 978-3593382432

Cornelia Topf, Rolf Gawrich: Das Führungsbuch für freche Frauen
Redline Wirtschaft, ISBN 3-636-01227-4

Klaus Doppler, Christoph Lauterburg: Changemanagement
Campus Verlag, ISBN 3-593-37808-6

Georg Kraus, Christel Becker-Kolle, Thomas Fischer, Handbuch Change-Management, Cornelsen Verlag, ISBN 3-593-23651-5


 
     
       

Erfolgsrezepte

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    7. Februar 2009 - Oberhessische Presse - Autor: Inge Maisch
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    Erfolg - am Besten mit Geduld!

Wer an Erfolg denkt, hat ihn. Wer an ihn glaubt, ebenfalls: Unsere positive Einstellung kann unseren beruflichen Erfolg ebenso beeinflussen wie etwa der berühmte Fleiß und die Leidenschaft für unser Tun. Entscheidend für Ihren beruflichen Erfolg kann jedoch auch eine ganz andere Tugend sein: Ihre Geduld.

Prüfen Sie nach einem für Sie erfolgreichen beruflichen Schritt genau, wie es für Sie weiter gehen soll. Lohnt es sich für Sie, weitere und tiefer gehende Kenntnisse zu erwerben? Oder ist es für Ihre berufliche Zukunft vielleicht besser, wenn Sie sich zunehmend breiter aufstellen, um auf Veränderungen besser vorbereitet zu sein. Was erwartet Sie, wenn Sie gleich wieder die nächste Aufgabe übernehmen, ohne den berühmten Blick zurück? 

Mit Ruhe, Gelassenheit und Übersicht die nächsten Schritte der eigenen Karriere planen, das kann langfristig zu mehr Erfolg führen, als sofort wieder durchzustarten. Halten Sie inne, analysieren Sie Ihre Fehler, Ihre Widerstände und Ihr Durchhaltevermögen, bewerten Sie das Erreichte. Das gibt Ihnen viel Kraft  für die nächsten beruflichen (oder auch privaten) Herausforderungen und für die nächsten Veränderungen in Ihrem Leben. Und: würdigen Sie größere berufliche Erfolge mit einer kleinen Feier, mit einem liebevollen Geschenk an sich selbst, genießen Sie diese aus vollen Herzen, und dann greifen Sie zu den nächsten beruflichen Sternen. 

Checkliste
Die Checkliste verweist auf Fragen und Erfahrungen aus der täglichen Coaching-Praxis.

1.) Der Blick zurück zum Beispiel auf einen Zeitpunkt vor einem Jahr hilft Ihnen, die eigene Leistung einzuschätzen, Fehler zu analysieren und festzustellen, dass Hürden, die Sie vor einem Jahr als unüberwindlich angesehen haben, längst überwunden sind.
 
2.) Halten Sie schriftlich fest, wie Ihr Erfolg zustande kam und mit welchen Mitteln Sie Schwierigkeiten überwunden haben. Half Ihnen das Gespräch mit Kollegen, mit einem Coach oder der regelmäßige Sport am Wochenende?
 
3.) Hören Sie zu, Ihren Kindern, Ihrer Frau, Ihren Kolleginnen und Kollegen, geben Sie Ihr Wissen weiter und empfangen Sie das der anderen.
 
4.) Sagen Sie, wenn Sie bereit dazu sind, zu einer neuen Aufgabe ohne zu zögern ja.
 
5.) Zum Erfolg gehört das Lernen. Bilden Sie sich weiter, im Beruf und anderswo. Wie heißt es so schön: „Sie sind es sich wert“.

Tipps zum Lesen:

Immer, wenn es für uns möglich ist, wählen wir für Sie aus der sehr umfangreichen Literatur zu Beruf und Karriere ein Buch (oder einige Bücher) aus, die unsere ganz subjektiven Empfehlungen für Sie sind:

Karin Kreutzer: Mehr Geduld! Aber flott!
Leykam Verlag, ISBN 3-701-17539-X

 
       


 
 
Gliederung nach Jahren
 

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